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de:funkfernschreiben

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 ====== Empfang von CW (Morse-)Signalen und Funkfernschreiben ====== ====== Empfang von CW (Morse-)Signalen und Funkfernschreiben ======
-Benötigte man in den sechziger Jahren zum Empfang von Funkfernschreiben [[RTTY]] neben einem leistungsfähigen Kurzwellenempfänger einen [[FSK-Konverter]],​ an dem ein lautstark ratternder elektrischer Funkfernschreiber angeschlossen wurde, so kamen in den achziger Jahren Decoder auf den Markt, die den decodierten Text einer Funkfernschreibaussendung und teils auch [[CW]]-Signale auf einem Monitor oder einem einfacher Fernseher sichtbar machen konnten.+Benötigte man in den sechziger Jahren zum Empfang von [[RTTY|Funkfernschreiben]] ([[RTTY]]neben einem leistungsfähigen Kurzwellenempfänger einen [[FSK-Konverter]],​ an dem ein lautstark ratternder elektrischer Funkfernschreiber angeschlossen wurde, so kamen in den achziger Jahren Decoder auf den Markt, die den decodierten Text einer Funkfernschreibaussendung und teils auch [[CW]]-Signale auf einem Monitor oder einem einfacher Fernseher sichtbar machen konnten.
  
 Eine Empfangsanlage zum Funkfernschreib - Empfang setzt sich somit aus einem SSB-tauglichen Kurzwellenempfänger mit ausreichender Stabilität,​ einem Decoder und einem Monitor, evtl. einem Drucker zum Ausdruck der empfangenen Nachricht, zusammen. Eine Empfangsanlage zum Funkfernschreib - Empfang setzt sich somit aus einem SSB-tauglichen Kurzwellenempfänger mit ausreichender Stabilität,​ einem Decoder und einem Monitor, evtl. einem Drucker zum Ausdruck der empfangenen Nachricht, zusammen.
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 Viele elektronische Decoder sind nebenher noch in der Lage, [[CW]]- / Morsesignale zu decodieren. Viele elektronische Decoder sind nebenher noch in der Lage, [[CW]]- / Morsesignale zu decodieren.
  
-Beim Funkfernschreiben (Radioteletype,​ [[RTTY]]) wird am häufigsten der Baudot-Code (CCITT Nr. 2) eingesetzt. Bei diesem Zweitonverfahren (Signal "​1"​ resp. "​Mark"​ und Signal "​0"​ resp. "​Space"​) muss zur Decodierung die Geschwindigkeit in Baud (Bit/sec.), der Frequenzhub (Abstand zwischen den beiden Tönen, bezeichnet als Shift, üblicherweise 170, 425 oder 850 Hz) und die korrekte Phasenlage (entspricht das frequenzmässig tiefere Signal "​Mark"​ oder "​Space"​) am Decoder eingestellt werden.+Beim Funkfernschreiben (Radioteletype,​ [[RTTY]]) wird am häufigsten der Baudot-Code (CCITT Nr. 2) eingesetzt. Bei diesem Zweitonverfahren (Signal "​1"​ resp. "​Mark"​ und Signal "​0"​ resp. "​Space"​) muss zur Decodierung die [[Baudrate|Geschwindigkeit]] in Baud (Bit/sec.), der Frequenzhub (Abstand zwischen den beiden Tönen, bezeichnet als [[Shift]], üblicherweise 170, 425 oder 850 Hz) und die korrekte Phasenlage (entspricht das frequenzmässig tiefere Signal "​Mark"​ oder "​Space"​) am Decoder eingestellt werden.
  
 Nur selten wurden auf Kurzwelle ASCII-Aussendungen eingesetzt. Der ASCII-Code umfasst Buchstaben in Gross- und Kleinschreibung,​ Zahlen und einige Sonderzeichen,​ und ist vor allem vom Einsatz in der elektronischen Datenverarbeitung / -übertragung her bekannt. Nur selten wurden auf Kurzwelle ASCII-Aussendungen eingesetzt. Der ASCII-Code umfasst Buchstaben in Gross- und Kleinschreibung,​ Zahlen und einige Sonderzeichen,​ und ist vor allem vom Einsatz in der elektronischen Datenverarbeitung / -übertragung her bekannt.
  
-Weiterentwicklungen zum üblichen Baudot-Verfahren waren die [[ARQ]]-Verfahren, ​nach jeweils 7 Impulsen sendete die empfangende ​Station ​dem Sender ​ein Quittungszeichen zurück, das die korrekte Übermittlung signalisiert. Beim [[SITOR]]-Verfahren wird das Quittungszeichen ​erst nach Übermittlung eines Dreierblocks von Zeichen erwartet, was die Übertragungsgeschwindigkeit bei gleichbleibender Zuverlässigkeit deutlich erhöht, im Amateurbereich wird als Entsprechung [[AMTOR]] ("​Amateur Microprocessor Teleprinter Over Radio"​) eingesetzt.+Weiterentwicklungen zum üblichen Baudot-Verfahren waren die [[ARQ]]-Verfahren, ​fehlerkorrigierende Übertragungsverfahren mit Rücksendung von Quittungszeichen oder Wiederholungsanforderungen (RQ) von der empfangenden ​Station ​zum Sender. Beim [[SITOR]]-A - Verfahren wird erst nach Übermittlung eines Dreierblocks von Zeichen ​von der Gegenstation ein Quittungszeichen ​erwartet, was die Übertragungsgeschwindigkeit bei gleichbleibender Zuverlässigkeit deutlich erhöht, im Amateurbereich wird als Entsprechung [[AMTOR]]-A ("​Amateur Microprocessor Teleprinter Over Radio"​) eingesetzt.
  
-Technisch unterscheidet sich das [[FEC]] ("​Forward Error Correction"​) - Verfahren deutlich. Hierbei werden Zeichen zweimal ausgesendet und ein Prüfbit erlaubt die Fehlerkorrektur,​ ohne dass ein Rückmeldung zur aussendenden Station und somit eine Zweiwegkommunikation / Duplexverbindung notwendig würde. [[FEC-COL]] - Aussendungen richten sich "an alle", [[FEC-SEL]] richtet sich an eine mit einem Selektivrufsystem ausgerüstete Gegenstation.+Technisch unterscheidet sich das [[FEC]] ("​Forward Error Correction"​) - Verfahren deutlich. Hierbei werden Zeichen zweimal ausgesendet und ein Prüfbit erlaubt die Fehlerkorrektur,​ ohne dass ein Rückmeldung zur aussendenden Station und somit eine Zweiwegkommunikation / Duplexverbindung notwendig würde. [[FEC|FEC-COL]] - Aussendungen richten sich "an alle", [[FEC|FEC-SEL]] richtet sich an eine mit einem Selektivrufsystem ausgerüstete Gegenstation. [[SITOR]]-B ist ein [[FEC]]-Verfahren zur Aussendung an verschiedene Empfänger.
  
 Waren in den achziger Jahren noch eine Grosszahl von Presseagenturen mit Funkfernschreibaussendungen aufzunehmen,​ machen heute Funkamateure und Rapporte von Wetterfunkdiensten den Grossteil der Funkfernschreibaussendungen aus. Der Versand von Textnachrichten im kommerziellen Kurzwellenverkehr wurde nach Etablierung von Email und SMS-Verkehr nahezu obsolet. Waren in den achziger Jahren noch eine Grosszahl von Presseagenturen mit Funkfernschreibaussendungen aufzunehmen,​ machen heute Funkamateure und Rapporte von Wetterfunkdiensten den Grossteil der Funkfernschreibaussendungen aus. Der Versand von Textnachrichten im kommerziellen Kurzwellenverkehr wurde nach Etablierung von Email und SMS-Verkehr nahezu obsolet.
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 +{{tablelayout?​colwidth="​250px,​-"​}}
 +^Hersteller^Herstellerinformationen^
 +|[[HAL Decoder]]|Fernschreibkonverter von [[HAL]]|
 +|[[Pocom Decoder]]|Fernschreibdecoder von Poly-Electronic,​ CH-Bassersdorf resp [[Pocom]]|
 +|[[Telereader Decoder]]|Fernschreibdecoder von [[Telereader]]|
 +|[[Tono Decoder]]|Fernschreibdecoder von [[Tono]]|
 +|[[Wavecom Decoder]]|Fernschreibdecoder von [[Wavecom]]|
 +|analoge Fernschreibadapter|Seit den Sechzigerjahren waren von verschiedenen Anbietern kommerzieller Telekommunikationsausrüstung Adapter zur Ansteuerung einer Fernschreibmaschine beim [[FSK]]-Empfang verfügbar.|
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de/funkfernschreiben.1555876552.txt.gz · Zuletzt geändert: 2019/04/21 21:55 von mb