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Autophon AG, CH - Solothurn

Kurzwellenempfänger E-76, der zivile Bruder des E - 627

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überarbeitet am 22.7.2010

Einfachsuper, ZF 455 kHz

Analoganzeige

AM, SSB (BFO)

1,5 - 32 MHz

Empfindlichkeit

Selektivität -6 dB
ca. 4 / 6 kHz

Abschwächer, AGC, Crystal Filter
Bedienungsanleitung

Der als Nachfolger des Nachkriegs- Kurzwellenempfängers E-44 entwickelte Autophon E-627 wurde unter der Bezeichnung E-76 von Autophon auch an zivile Stellen verkauft.

Typenschild E-76 Typenschild des E-76

Das Gerät verfügt über ein graues Metallgehäuse, bei aufgesetzem Frontdeckel sind sämtliche Bedienungselemente abgedeckt und somit vor Beschädigung geschützt, beim Betrieb kann der Deckel mit Schnappverschlüssen an der Geräterückwand angebracht werden. Die Frontplatte misst 44 cm, das Gerät 51 cm in der Breite, von Tragegriffen um jeweils 3cm überragt, mit den Gerätefüssen 27 cm in der Höhe, die Tiefe beträgt 26 cm, das Gewicht beträgt 19.8 kg. Auch an der Frontplatte finden sich zu beiden Seiten zwei Tragegriffe, welche die Bedienungselemente etwas überragen und somit einen zusätzlichen Schutz verleihen.

Die Frontplatte gliedert sich zur Linken in drei Bereiche: oben Antenneneingänge, in der Mitte die Trommelskala und Bandschalter / Abstimmknopf und unten die Regler zur Beeinflussung der HF & NF - Signalverarbeitung. Die rechte Seite der Frontplatte dominiert der durch ein Drahtgitter geschützte Gerätelautsprecher und darunter Spannungswahlschalter, Netzschalter und die Eingangsbuchse für die Netzspannung. Daneben liegt der Eingang für das separate Zerhackernetzteil Z627/1.

Der Antenneneingang ist als SO 239 - Buchse ausgeführt, darunter liegt die Erdbuchse. Eine Umschaltung zwischen verschiedenen Antenneneingängen ist nicht vorgesehen. Links davon finden sich zwei BNC - Buchsen für Antenneneingang und erste Zwischenfrequenz, beide mit an Metallkettchen unverlierbar fixierten Deckeln versehen. Weiter zur rechten liegt ein rundes Drehspulinstrument, welches als S-Meter die Signalstärke angibt, auf Knopfdruck kann es zur Bestimmung der Anodenspannung umgeschaltet werden. Die an fast allen militärisch eingesetzten E-627 durchgeführte Modifikation zur Anzeige der Oszillatorspannung fehlt am zivilen Gerät.

Darunter liegt die Trommelskala, und unter dieser zur linken der grosse und griffige Bandbereichsschalter, rechts der Abstimmknopf. Ein erheblicher technischer Abstrich am E 627 ist der nicht lineare Frequenzgang. Die Wellenbereiche 1,5 - 2,5 MHz, 2,5 - 4,1 MHz, 4,1 - 7 MHz, 7 - 11,5 MHz, 11,5 - 19,2 MHz und 19,2 - 32 MHz lassen sich wählen. Der wuchtige Trommeltuner wird direkt durch die Bereichsschalterachse betätigt und ist längs im Gerät angeordnet, mittels Seilzügen erfolgt die Übertragung auf die Walze mit den verschiedenen Frequenzskalen. Die konventionelle Technik mit dem nicht linearen Frequenzgang bedingt, dass die Ablesegenauigkeit in den tieferen Frequenzbereichen wesentlich besser aus auf den hohen Frequenzen ist. Die Eichung erfolgte im Werk am Gerät, indem die Skala mit einem mit Vergleich mit Signalen eines Eichmarkengebers direkt graviert wurde. Eine mechanische Blockierung des Abstimmknopfes verhindert ein unbeabsichtigtes Verstimmen im Betrieb.

In der untersten Reihe finden sich die Regler für den Signalweg: an einem Schalter "Anti-Fading" lässt sich die AGC einschalten, gleich daneben der Regler für den RF-Gain, mit "Empfindlichkeit" bezeichnet. Rechts davon der Drehschalter für den "Telegraphie - Überlagerer", den BFO, der den CW - und mit Abstrichen auch SSB - Empfang erlaubt. Weiter daneben der Bandbreitenschalter. Neben den Stellungen Weit (+/- 3,5 kHz) und Schmal (+/- 2 Khz) lässt sich mit der Stellung "Filter" ein +/- 100 Hz schmales Telegraphiefilter schalten. Nur in dieser Stellung ist der Regler "Kristallfilter" wirksam. Dessen Funktion ist am ehesten mit dem Phasing-Filter des Colins R-388 vergleichbar, es besitzt eine eindrückliche Notchfunktion um ein benachbartes CW-Signal oder einen störenden Träger auszublenden. Ganz rechts liegt der Lautstärkeregler.
Ob auch bei der Zivilversion unterhalb des Lautsprechers eine Stationsuhr eingebaut war, ist mir unbekannt. Jedenfalls zeugen drei Schraubenlöcher davon, dass die Anbringung der Uhr wie beim Muttergerät vorgesehen war.

Als Zivilversion des E-627 ist der E-76 mit diesem technisch identisch, die militärische Version wird dem Sammler allerdings wohl wesentlich häufiger begegnen. Danke an OM Hans Schertenleib, der mir das Gerät günstig überlassen hat.

weitere Lektüre:
d: das Fernmeldematerial der Schweizer Armee, 7. Folge, R. J. Ritter
d: www.radiomuseum.org

© Martin Bösch 10.6.2007