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Bearcat, Electra Company, Cumberland, IN

Testbericht DX - 1000, © weltweit hören 5 / 1984

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Bearcat
 
DX-1000
 
Empfängerliste

überarbeitet am 22.7.2010

Doppelsuper,

Digitalanzeige, 1 kHz

AM, USB / LSB, FM

10 kHz - 30 MHz

Selektivität -6/-60 dB
2,7/4,5 / 6/12 / FM 12/20 kHz

Sensitivität
SSB < 0,5 uV, AM <1 uV

Abschwächer x 2, AGC x 2, Noise Blanker, S-Meter

10 Speicher, Uhr, Timer

In den USA entworfen, In Japan gebaut: Mit dem DX 1000 will die mit ihren Scannern (Suchlaufempfängern) bekannt gewordene Electra Company, Markenname Bearcat, nun auch auf dem Weltempfängermarkt mitmischen. vom Preis her ist diese vielversprechende Konstruktion in die obere Mittelklasse einzuordnen. Was das Gerät wirklich leistet zeigt unser Testbericht.

Der modern aussehende Empfänger präsentiert sich mit einer reichhaltig bestückten, aber klar gegliederten Frontplatte, auf der sich nicht weniger als 62 Bedienungs- und Anzeigeelemente befinden. Die vom Konzept her verfügbaren Möglichkeiten lesen sich wie die Wunschliste eines erfahrenen DXers für seinen Traumempfänger. Der DX 1000 bietet einen Empfangsbereich von 10 kHz bis 30 MHz mit den frei wählbaren Betriebsarten AM, USB, LSB, CW und FM. Drei Filter stehen zur Auswahl: 2.7 kHz, 6 kHz und 12 kHz, jeweils bei -6 dB. In den Speicher lassen sich bis zu zehn Stationen einschreiben, inklusive der Betriebsart. Eine Störimpulsunterdrückung mit schaltbarer Austastzeit steht ebenso zur Verfügung wie zwei AGC-Regelzeiten. Die mit Frequenzsynthese arbeitende Doppelsuper PLL-Schaltung bietet als kleinsten Abstimmschritt 100 Hz, wahlweise 1 kHz. Die rote LED-Digitalanzeige liest jedoch stets nur auf 1 kHz aus. Normale Drehknöpfe sind für die oft benutzten Funktionen Abstimmung, Feinabstimmung, Lautstärke, Klang und Squelch (schwellenwertabhängige Rauschunterdrückung) vorgesehen. Eine echte HF-Verstärkungseinstellung gibt es nicht, diese Aufgabe übernimmt ein Stufenschalter mit nominellen Werten von 0, 20 und 40 dB Abschwächung. Die Helligkeit der Digitalanzeigen kann gleichzeitig mit der Beleuchtungsstärke des analogen S-Meters reduziert werden (Dim).
Betriebsart, Abstimmung, Schaltuhrfunktion, Frequenzauflösung und Zeitzone werden mit rechteckigen LED-Feldern in der oberen Leiste der Frontplatte gemeldet. Am unteren Rand gibt es großflächige mechanische Tasten für Ein/Aus, Dimmer, Filter, Störimpulsunterdrückung, AGC und Frequenzauflösung (Einstellgenauigkeit). Das einem Taschenrechner ähnliche Feld rechts neben den vielen kleinen Tipptasten dient der Frequenzeingabe, der Speicher- und Schaltuhrprogrammierung sowie der Eingabe der Werte für die tastengesteuerte Schrittabstimmung (Up/Down) in wählbaren Inkrementen von 1 kHz bis 100 kHz.
Die Handabstimmung mit dem rechts außen liegenden Drehknopf hat einstellbare Schrittweiten von 100 Hz bzw. 1 kHz, pro Umdrehung werden 2.5 kHz bzw. 25 kHz abgedeckt. Dazu muß die Abstimmart (tuning mode) Dial gewählt werden. Um die Frequenz mit dem Tastenfeld eingeben zu können wird durch erneuten Druck auf diese Taste "Key" selektiert; die variable Schrittabstimmung wird mit "step" angewählt und Speicherbetrieb geht nur, wenn der uP auf Memo geschaltet wurde. Diese Funktionen sind miteinander logisch verknüpft. So schaltet z. B. der Prozessor automatisch von Handabstimmung auf Tastenfeld um wenn mit einem Druck auf die Taste Memo der Speicherzugriff gewünscht wird. Nach der Anwahl eines Speicherplatzes (Memo-Ziffer-Recall) müssen allerdings wieder Memo und Manual gedrückt werden wenn man mit der Handabstimmung weiterarbeiten will.
Bei der Programmierung des Timers leuchtet "Set aut" , ist das Gerät in Wartestellung so wird dies mit PGM (Programm) angezeigt. Die LED-Anzeige kann jederzeit auf Zeitdarstellung umgeschaltet werden, wahlweise sind zwei frei setzbare Zeitzonen (Zeiten) darstellbar.

Die Bedienung
Mit der gut dimensionierten Taste Power wird das Gerät eingeschaltet. Beim ersten Einschalten kommt die Frequenz 10 kHz zur Anzeige, danach wird stets die zuletzt benutzte Frequenz wieder erscheinen, inklusive der Betriebsart die vom Mikroprozessor auch gespeichert wird. Dies gilt auch für den Speicherbetrieb, nach Rückruf eines Speicherkanals stellt sich neben der Frequenz auch die Betriebsart AM bis FM automatisch wieder ein. Die Filter sind mit analogen Tastenschaltern wählbar, können also nicht vom uP gesteuert werden.

Sehr einfach ist die Wahl von AM, LSB, USB, CW und FM, ein einfacher Druck auf die jeweilige Taste genügt. Die Drucktasten der Logiksteuerung sind ungewöhnlich schwergängig. Bei jeder Betätigung gibt es einen unangenehm lauten und penetranten Piepton. Die mit diesen Tasten gesteuerten Funktionen sind wechselseitig auslösend oder umschaltend. So wird z. B. mit Manual zwischen Tastenfeld- und Drehknopfabstimmung hin- und hergeschaltet. Andere Funktionen wie Step, Memory, Timer, Clock und Programm müssen durch erneuten Druck auf diese Tasten (Piep) wieder gelöscht werden.
Beispiel: Der Empfänger war mit Handabstimmung (Dial) auf 6000 kHz eingestellt. Nach "Step" wechselt die LED von Dial auf Key(board), zusätzlich leuchtet Step auf. Nun muß die Schrittweise eingegeben werden: 10 für z. B. 10 kHz. Dies wird im Anzeigefeld dargestellt. Nun kann mit Up bzw. Down in Schritten von jeweils 10 kHz von 6075 kHz nach oben oder nach unten gesprungen werden, die Digitalanzeige stellt die jeweilige Frequenz dar. Das wird man nicht oft machen, denn jeder Einzelschritt verursacht das penetrante Piepen wenn die Haltezeit kürzer als ca. eine Sekunde ist. Bei stetem Druck auf die Taste schaltet die Steuerlogik allerdings geräuschlos weiter. Diese Abstimmart wird durch erneuten Druck auf die Taste Step gelöscht, der uP bringt das Gerät dann wieder in die Abstimmart "Key". Um nun mit der Handabstimmung weiterarbeiten zu können ist Manual einmal zu drücken. Damit wechselt die Abstimmart von "Key" auf Dial, mit entsprechender Rückmeldung. ähnlich kompliziert gestaltet sich die Programmierung der Mehrfach-Schaltuhr. Insgesamt können fünf Zeitabschnitte pro Tag (24-Stunden-Anzeigeformat) zum Ein- und Ausschalten vorgegeben werden. Voraussetzung ist jedoch, daß die gewünschten Frequenzen in einem der zehn verfügbaren Speicher stehen.
Bei Fehlbedienungen erscheint Error auf der LED-Anzelge, sollte sich der Mikroprozessor einmal in einer ausweglosen Situation befinden so kann der Bediener eine komplette Rücksetzung der Logik in den Grundzustand (Reset) veranlassen.
Insgesamt ist die Bedienung durch die logische Verknüpfung bzw. Blockierung bestimmter Funktionen fehlbedienungssicher, aber wenig benutzerfreundlich. Die schwergängigen Tasten, das unablässige Piepsen und die billige Qualität der Drehknöpfe geben Anlaß zur Kritik.

Vielseitiges Konzept
Die bereits genannte Schaltuhrfunktion kann nicht nur fünf verschiedene Frequenzen (oder fünfmal dieselbe Frequenz) beliebig aufrufen. Verbunden mit dieser Schaltuhr ist ein mit 1 Ampere bei maximal 12 Volt belastbarer Relaisausgang der mit der programmgesteuerten Einschaltzeit schließt (oder öffnet) und nach Ablauf der eingestellten Zeitspanne wieder öffnet (oder schließt). Mit diesem Relais kann z. B. ein Tonaufnahmegerät gesteuert werden. Sehr gut gelöst wurde beim DX 1000 auch das Problem der Stromversorgung. Ein Batteriefach nimmt acht Monozellen auf, damit ist völlig autonomer Betrieb möglich denn eine Stabantenne und ein Lautsprecher sind vorhanden. Eine Schaltbuchse trennt den Batteriesatz vom Empfänger wenn eine externe Gleichspannung von 12 bis 14 Volt zugeführt wird. Das passende Kabel (mit Sicherung) liegt bei. Letztlich befindet sich noch ein Steckernetzteil im Lieferumfang damit kann der Empfänger stationär betrieben werden. In der vorliegenden Ausführung ist dieses Netzteil in der Bundesrepublik Deutschland jedoch nicht brauchbar, es paßt nicht in die genormten Steckdosen und erfüllt auch nicht ein Minimum an Sicherheitsanforderungen. Wir haben den Importeur auf diesen Fehler aufmerksam gemacht. Ein Portable ist der DX 1000 jedoch nicht. Komplett mit Batterien bringt der Empfänger mehr als 8.5 kg auf die Waage, und die Abmessungen sind kaum transportfreundlich zu nennen. Auch ist die Empfindlichkeit in Verbindung mit der etwas primitiven Stabantenne allenfalls noch für SWL ausreichend. Besser ist da schon eine auf PL-Stecker gelötete 180 cm lange Teleskopantenne mit Winkelstecker.
Antennenanschlüsse gibt es als Schraubklemmen für nieder- und hochohmige Antennen, weiterhin ist eine PL-Buchse vorhanden. Die bei Fernost-Geräten fast immer zu findende Stummschaltung ist auch hier eingebaut. Die Verbindung mit der Klemme Mute mit Masse schaltet den Empfänger stumm. Dies ist z. B. in Afu-Stationen notwendig damit das eigene Sendesignal nicht über den Empfänger in unüblicher Lautstärke hörbar wird. Auf der Rückseite gibt es noch eine Anschlußbuchse für Tonaufnahme und die bereits erwähnten Steuerausgänge für ein Aufnahmegerät. Ein externer Lautsprecher (dringend empfohlen) läßt sich an eine 3.5 mm Minibuchse anschließen und letztlich gibt es noch den versenkten Schaltkontakt für die bereits erwähnte Reset-Funktion. Das S-Meter ist bis S9+40 dB skaliert, zusätzlich gibt es Ziffern von 1 bis 5 für den S-Wert des SlNPO-Codes. Der große, ausreichend stabile Tragegriff läßt sich als Standfuß verwenden. Damit liegt die Frontplatte in einem sehr angenehmen Winkel und die allgemeine Handhabung wird erleichtert. Die acht Monozellen (Alkali-Mangan-Typ vorgeschrieben) haben eine Betriebszeit von gut 16 Stunden bei reduzierter Helligkeit der LED-Anzeigen. Für den Speicher sind weitere drei Mignonzellen erforderlich, die Lebensdauer dieser Stützbatterien dürfte etwa ein Jahr betragen.

Mittelmaß in der Praxis
Das zunächst so professionell aussehende Geräte läßt auf den zweiten Blick erkennen wo und wie gespart wurde. So sind z. B. der Frontplattenrahmen, die Frontplatte, die Knöpfe und Tasten aus billigstem silberfarbenem Kunststoff. Der Abstimmknopf hat kaum Masse (knapp 10 gr.), läuft unrund und läßt sich nur mit viel Geschick schnell bewegen weil er im Verhältnis zum erforderlichen Drehmoment einen zu geringen Durchmesser hat. Das schwergängige Tastenfeld hindert den flüssigen Bedienungsablauf. das unablässige Piepsen wurde als sehr störend empfunden. Lieblose Detaillösungen liegen auch beim Batteriefach, bei der Stabantenne und den Antennenklemmen vor, das Netzteil ist eine Sache für sich.

Unbrauchbares Netzteil
Kostensparender Akkubetrieb ist nicht möglich, mit der sich ergebenden Betriebsspannung von 8 x 1.2 Volt arbeitet der Empfänger nicht mehr zufriedenstellend.

Die Schaltung ist ein normaler Doppelsuper mit einer 1. ZF bei 40.455 MHz und einer zweiten ZF bei 455 kHz. Bis auf das schmale Filter (NTKK LF-C2A) kommen billige Standardfilter zum Einsatz. Dies ist aber auch in fast allen vergleichbaren Geräten der Fall. Die berührungslos gesteuerte Abstimmung (Optokoppler) arbeitet geräuschlos, die Frequenzaufbereitung hat nur geringe Eigenstörstellen. Die aufwendigen Logikschaltungen (mehr als 25 ICs) arbeiten ohne Tadel, es gibt keine Fehlfunktionen. Der Empfänger läßt sich ohne jegliche Bereichswahl durchgehend von 10 kHz bis 30 MHz abstimmen. Zwischen 10 kHz und 150 kHz ist jedoch kein brauchbarer Empfang möglich. Das S-Meter hat eine sehr gute Anzeigegenauigkeit.

Der professionelle Anspruch und die optische Anlehnung an die Geräte eines bekannten kommerziellen Herstellers konnten jedoch in der Praxis nicht bestätigt werden. Zwar sind die getrennt schaltbaren Filter und die frei wählbaren Betriebsarten lobenswert, die hier verfügbaren Möglichkeiten werden jedoch von der Schaltung des Empfangsteils nicht in entsprechende Leistungen umgesetzt. Wenn beim Abfahren des Bandes nur noch wildes Zischen und Brodeln zu hören ist so wird der Griff zum Dämpfungsschalter nötig. Im abendlichen 49-m-Band muß fast ausnahmslos mit 20 dB Dämpfung gearbeitet werden. Wie schlecht die Dynamik ist zeigt sich im direkten Vergleich mit einem Kleingerät welches nun wirklich nicht in diese Klasse gehört: Der ICF-7600D bringt in den Abendstunden 5995 kHz laut und klar während der DX 1000 Radio Canada nicht mehr sauber empfangen kann. Diese schlechte Dynamik produziert einen brodelnden Störhintergrund der nur 20 bis 25 dB unter dem Nutzsignal liegt. Gänzlich unbrauchbar wird der DX 1000 wenn die Stationen dicht bei dicht und mit satten Feldstärken hereinkommen. Bei S9+20 dB ist hier die Grenze des Erträglichen erreicht. Kleiner Scherz des Herstellers. Er empfiehlt L-Antennen bis zu 35 m Länge, - im Test war das Gerät schon mit 10-m-L-Draht überfordert. Die schaltbare Signaldämpfung kann das Großsignalproblem nicht kompensieren, allenfalls die Auswirkungen werden geringfügig abgeschwächt. Dies wird auch beim Einsatz des eigentlich nur für SSB vorgesehenen Filters (2.7 kHz) hörbar: Die verringerte Bandbreite drängt den Störnebel etwas weiter in den Hintergrund. Das 6-kHz-Filter ist einfach zu breit für die derzeit herrschenden Belegungsdichten der Bänder, der bereits erwähnte Störnebel paart sich dann munter mit den Nachbarstationen. Bei gemäßigter Bandbelegung bringt das mittlere Filter die SWL-Stationen recht klar, liefert jedoch eine sehr hart und hell klingende NF. Das schmale Filter hat den berüchtigten Kellerklang, dieser Effekt läßt sich korrigieren wenn um einige Hundert Hertz neben die Frequenz abgestimmt wird. Die AGC ist ungünstig dimensioniert und hat erhebliche Schwierigkeiten bei Fading und Flutter. Diese Effekte verursachen Signalschwankungen die nicht mehr zufriedenstellend kompensiert werden. Die Empfindlichkeit erreichte nicht die Herstellerangaben, die Dynamik des Eingangsteil ist nur bescheiden, sie errechnet sich beim Testgerät zu -23 dBm.

Im LW/MW-Bereich läßt die Empfindlichkeit stark nach, verbunden damit ist eine erhöhte Anfälligkeit für Störungen (Fern- und Nahstörer) und ein unangenehmes Grundrauschen. Insgesamt sind die AM-Empfangseigenschaften unbefriedigend und nicht dieser Preisklasse entsprechend.
Bei nur kurzzeitigem Hineinhören in die Bänder klingt der Bearcat DX 1000 zunächst sehr präsent, sehr hell und - oberflächlich bewertet- besser als die zum Vergleich herangezogenen Empfänger. Die Ernüchterung kommt später wenn man genauer hinhört oder eine qualitative Signalanalyse mit Meßgeräten vornimmt. Das mittlere Filter bringt ein helles Hintergrundsrauschen und viele Störmodulationen an's Ohr, knapp über der Wahrnehmungsschwelle und daher zunächst kaum bemerkbar. Das schmale Filter verzerrt die NF übermäßig; wenn dieses eigentlich für SSB vorgesehene Filter auch für AM-Demodulation benutzt wird, so sollte mit 100 Hz Auflösung der optimale Abstimmpunkt gesucht werden. Die Probleme der manqelhaften Großsignalverträglicheit kann aber auch dieses Filter nicht kompensieren.
Sehr viel besser ist der Gesamteindruck wenn der DX 1000 für SSB-Empfang eingesetzt wird. Mit dem 2.7 kHz Filter kann sich der DX 1000 schon fast mit dem Icom IC-R70 messen, allerdings fehlt die Möglichkeit zum PBT und auch das einstellbare Kerbfilter sucht man vergebens. Das beim Icom oft bemängelte Bedienungskonzept erscheint jedoch im Vergleich zum Bearcat und dessen eigenartiger Logik recht akzeptabel. Abstriche müssen nach wie vor bei der Großsignalfestigkeit gemacht werden, aber immerhin, der DX 1000 konnte in dieser Betriebsart die einzigen Pluspunkte verbuchen. ECSS ermöglicht dieser Empfänger jedoch nur sehr bedingt. Die Ablagen für LSB und USB sind zu unterschiedlich, der SSB-Oszillator hat weiterhin einen Grundfehler von +200 Hz (zwei Schritte) was eine sehr unangenehme Schwebung verursacht. Zum Glück kann mit der Feinabstimmung jederzeit korrigiert werden. Der wahlweise direkte Zugriff auf LSB oder USB wie beim Icom ist hier jedoch nicht möglich, die ECSS-Betriebsart erfordert stets gefühlvolles Nachstimmen. Das bei SSB fast zwangsläufig zu schaltende schmale Filter hat eine recht hohe Durchgangsdämpfung die nicht schaltungstechnisch kompensiert wird. In Verbindung mit dem recht hohen Grundrauschen und der reduzierten NF (-4 dB) sinkt die Nutzempfindlichkeit. Die auch bei diesem schmalen Filter fast stets im Hintergrund hörbaren Signale sind nicht auf mangelhafte Selektion zurückzuführen. Es sind Störmodulationen aus anderen Frequenzbereichen.
Zu keiner Zeit konnte das Endprodukt (die NF aus dem Lautsprecher) befriedigen, weder bei AM noch bei SSB. Es ist stets eine Klangkorrektur notwendig.
Der DX 1000 wurde im direkten Vergleich mit den Geräten Satellit 600, Icom IC-R70 und FRG 7700 an gleicher Antenne betrieben. Im AM-Bereich ist der DX 1000 diesen Geräten unterlegen, er ist nur bei SSB besser als der Satellit 600 und kann bei schwachen Afu-Signalen fast mit dem Icom gleichziehen, solange das Signalangebot im Dynamikbereich des Bearcat bleibt.

Allgemein ist der Icom (auch mit dem bemängelten Standard AM-Filter) dem Bearcat deutlich überlegen. Unserer Einschätzung nach erreicht der DX 1000 knapp die Qualitäten eines FRG 7700 mit Speicher, bietet aber zusätzlich die Möglichkeit des Batteriebetriebes, modernere Bedienungstechnik und 100-Hz-Abstimmung. Von der Verarbeitungsqualität her ist der DX 1000 jedoch allen Geräten deutlich unterlegen. Insgesamt ist beim Bearcat DX 1000 die Preis-Qualitätsrelation ungünstig. Zwar liegt hier ein interessantes Design und ein äußerst vielseitiges Bedienungskonzept vor, andererseits geben Aufmachung und Verarbeitung sowie die dem äußeren nicht entsprechende Empfangsleistung Anlaß zur Kritik. Dem Tastenfeld fehlt eine durchdachte Logik und die für einen Empfänger dieser Art erforderliche Leichtgängigkeit. Das Empfangsteil kann in Teilbereichen glänzen (SSB, CW), entspricht aber nicht dem Niveau dieser Preisklasse.
Ein schlechter Empfänger ist dies nicht, wohl aber ein relativ teurer Empfänger. Lobenswert bleibt das Konzept, Tastenfeld, Logiksteuerung und Eingangsteil bedürfen jedoch der überarbeitung.

Bearcat DX 1000: Technische Daten und Meßwerte
Gerät Bearcat DX 1000
Hersteller / Vertrieb: Electra Company, Cumberland, Indiana, USA, 300 East Country Line Road / alpina funk, Postfach 1126, 5102 Würselen
Gerätetyp / Schaltungstyp: Stationsempfänger / Doppelsuper, PLL-Synthese
Frequenzbereich: 10 kHz - 30 MHz
Ablesegenauigkeit: +/- 1 kHz
Absolute Genauigkeit: - 17Hz
Frequenzstabilität: +/- 76 Hz

Bemerkungen: Grosser, modern konzipierter KW/LW/ MW-Empfänger mit vielseitiger Ausstattung, 10 Speicher, drei schaltbare Filter, Mehrfach- Schaltuhr. Kleinster Abstimmschritt 100 Hz.

HF-Teil

  MHz schmal mittel breit SSB
  0.15 82 84 85 -
Empfindlichkeit 0.5 60 55 55 -
0.15 - 1.5 MHz 1.0 41 35 38 -
für 26 dB S+N/N 1.5 36 30 30 -
  2.0 1.8 1.4 2.1 0.9
2 MHz - 30 MHz 5.0 1.9 1.5 2.3 0.9
für 10 dB S+N/N 7.0 1.6 1.5 2.1 0.8
  10.0 1.8 1.4 2.0 0.9
  15.0 1.8 1.4 2.0 0.9
  30.0 2.4 1.3 2.1 1.1
Selektion 6/60 dB 2.6/5.8 6.2/15.4 13/31 2.6/5.4

Spiegelfrequenzsicherheit 64 dB
AGC-Regelbereich 52 dB

Anzeigeinstrument
S1 1 uV
Mitte 58 uV
Ende 5250 uV

Eingebaute Antennen Teleskopantenne 120 cm, anschraubbar
Externe Antennen PL-Buchse 50 Ohm, Schraubklemmen 50 / 500 Ohm
Sonstiges Antennen umschaltbar; schaltbarer HF- Abschwächer 0, 23, 47 dB, Mute-Schaltung

NF-Teil
Leistung, 10 % THD 1.4 Watt
Frequenzgang + 3 dB 230 - 6200 Hz
Klang +/- 8 dB / 1 kHz
Störimpulsunterdrückung zweifach schaltbar
Lautsprecher 2 Watt, 8 Ohm, 10 cm durchmessend
Anschlüsse Kopfhörer, Tonaufnahme, ext. Lautsprecher

Sonstiges
Stromversorgung 8 x Mono, externes Netzteil 12 Volt
Leistungsaufnahme 8.2 VA
Abmessungen 37 x 13.5 x 24.5 cm BHT
Gewicht 8.5 kg mit Batterien
Zubehör Teleskopantenne, Drahtantenne, Bed.Anleitung, Steckernetzteil, 12 V - Anschlußkabel
FTZ-Nummer nein
Preis ca. DM ca 1898.- DM

© Rainer Lichte, wwh 5 / 1984