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R. L. Drake Company, Miamisburg, OH

Softwaresteuerung Drake R-8A - © M. Bösch

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überarbeitet am 23.7.2010

Softwaresteuerung des Drake R - 8 A

   

In Ergänzung zur Vorstellung des Drake R-8A Kurzwellenempfängers möchte ich auf die PC-Steuerung dieses Empfängers anhand der Steuersoftware SMART R-8 CONTROL von Marc Fine näher eingehen.

Der R- 8 A ist über eine serienmässige RS-232C - Schnittstelle, welche sich auf der Rückseite befindet durch einen Computer steuerbar. Vom PC aus lassen sich sämtliche Funktionen fernsteuern, welche nicht durch analoge Potis auf der Frontplatte eingestellt werden, d. h. Lautstärke, RF-Gain, Passband Tuning, Notch - Frequenz, Tonregelung und Squelch sind nicht fernsteuerbar. Unter externer Steuerung reagiert der R-8 als Vorgängermodell sobald ein Computer die Kontrolle übernommen hat, nicht mehr auf Tastendrucke am Gerät selbst. Beim R-8 A können Funktionen auch bei aktiver PC-Steuerung wie gewohnt auch am Empfänger selbst aktiviert werden, man kann beispielsweise rasch mit dem Abstimmknopf etwas weiter drehen.

Im Handbuch sind die Schnittstellenbelegung wie auch sämtliche Befehle zur Empfängersteuerung gut dokumentiert, auch die Datenübertragungseinstellungen zur Ansteuerung via das Windowszubehörprogramm "Terminal" sind dort festgehalten.

Steuersoftware wird von der Hertellerfirma Drake selber nicht angeboten, mehrere kommerzielle erhältliche Empfänger-Steuerprogramme können aber auch den Drake R-8 ansteuern. Im Internet wurde ich auf der Suche nach einer preisgünstigen Steuersoftware fündig, SMART R-8 CONTROL von Mark Fine, USA - Remington VA, stand mit einer Sharewareversion zum Download bereit.

Anschluss:
Zunächst ist eine freie serielle Schnittstelle am PC zu identifizieren, meist ist dies COM 2, der Anschluss COM 1 ist bei mir von der Maus belegt. Dann wird ein sogenanntes "Modemkabel" vom seriellen Anschluss des PC zum Empfänger angeschlossen, die RS-232-Buchse des Drake ist als "9-polig female" ausgeführt, also benötigte ich noch einen "gender changer", um die zwei 9-poligen "Buchsen" zu verbinden.

Das Programm konnte ich als selbstentpackende Datei vom Internet laden, Interessenten kann ich die Sharwareversion der Software auf Anfrage gern zur Verfügung stellen. Mit dem Installationsprogramm gestaltete sich die Installation auf dem PC problemlos, es werden ca. 4 MB Festplattenplatz benötigt, das Programm ist für DOS, Windows 3.1 und Windows 95 verfügbar. Die Verbindungsaufnahme mit meinem Drake gestaltete sich problemlos, ein Symbol mit einem grünen "Stecker" zeigt die erfolgreiche Kontaktaufnahme an. Die Voreinstellungen konnte ich übernehmen, die Einstellungen können aber auch von Hand angepasst werden. Nach Anwählen der Schnittstellenbezeichnung (COM2), des Empfängertyps (R-8A, auch der R-8B als neueste Version wird bereits unterstützt) und der Abweichung der Lokalzeit von UTC, dass auch die vom PC übernommene Uhrzeit korrekt als UTC angezeigt wird, kann es losgehen.

Empfängerbildschirm:
Im Grundbildschirm erwacht auf einen Click auf die Power-Taste der Empfänger zum Leben, in ähnlichem Hellgrün wie das Display des R-8 A wird in der Mitte die Empfangsfrequenz angezeigt, daneben gibt das S-Meter die Stärke des im Moment empfangenen Signals an, in der rechten unteren Ecke auch als Zahlenwert.

Ein Abstimmknopf fehlt, den gibt’s ja am Empfänger selber. Aber mit einem Zifferntastenblock können Frequenzen per Maus eingeclickt werden. Viel rascher geht’s mit dem Zifferntastenblock auf der PC-Tastatur, mit den Pfeiltasten springt man gleich in einem einstellbaren Abstimmraster auf- oder abwärts. Mit der Maus lassen sich Betriebsart, Bandbreite, AGC, Antenneneingang, Abschwächer/ Vorverstärker und ein OFFSET genannter Frequenzversatz, beim Empfang von beispielsweise RTTY-Sendungen zusammen mit einem Decoder, einstellen.

Sämtliche bisher erwähnten Einstellungen können problemlos auch am Empfänger selbst getätigt werden, Mark Fine legte den Schwerpunkt seiner Programmierarbeit nicht auf die Darstellung einer möglichst der Realität nachempfundenen Empfängerfront auf dem Computerbildschirm, sondern auf den praktischen Einsatz von Frequenz- und Stationsdatenbanken und deren Verknüpfung.

Unter der Empfangsfrequenz wird respektive werden die auf der eingestellten Frequenz im Moment in englischer Sprache aktive(n) Station(en) angezeigt. Die Software ist stark auf den englischsprachigen amerikanischen Markt zugeschnitten und unterstützt in der aktuellen Version nur die englischsprachigen Rundfunkstationen, die deutschsprachigen Sendungen habe ich selbst erfasst. Beim Absuchen eines Kurzwellenbandes gibt das Programm bei jeder englischsprachigen Station so einen Identifikationsvorschlag. Mit einem Mausclick auf die Frequenz wird unter "Who else?" ein Fenster mit sämtlichen auf dieser Frequenz in englischer Sprache aktiven Stationen mit den entsprechenden Sendezeiten ausgegeben.

Rundfunkdatenbank:

Mit einem Click auf eines der Datenbanksymbole öffnet sich ein Fenster mit dem Auszug der im Moment aktiven Stationen aus dem englischsprachigen Hörfahrplan, aus der Utilities-Liste oder der Aufstellung der amerikanischen MW-Stationen. In der Hörübersicht bringt ein Click auf eine der aktiven Stationen aus der Liste ein Fenster mit den eingesetzten Frequenzen, mit einem Doppelclick darauf wird die Frequenz am Empfänger eingestellt, so einfach liess sich noch nie ein Hörfahrplan oder eine Liste von Parallelfrequenzen rasch durchchecken.

In jedem Datensatz ist neben der Sendezeit, den Sendetagen, dem Stationsnamen und mehreren Frequenzen auch für jede Frequenz das Zielgebiet der Ausstrahlung festgehalten. Die deutschsprachigen Sendezeiten musste ich selbst eintragen und habe anstelle des Kürzels für das Zielgebiet hierzu "de" als Bezeichnung der Sendesprache gewählt. Mit einem Click auf die rechte Maustaste kann eine Frequenz als gehört markiert werden.

Mit einem Click auf "Full Sced" wird das vollständige registrierte Sendeschema einer Station angezeigt.

Als Dreingabe ist die Frequenzdatenbank mit einer Datenbank von vor allem hobbyorientierten Programmen gekoppelt, in einem eigenen Fenster werden die am jeweiligen Tage aktiven Hobby- und Briefkastensendungen angezeigt.

Erweiterte Möglichkeiten mit der registrierten Version:

Die Sharewareversion von SMART R-8 erlaubt die vollständige Empfängersteuerung ohne Einschränkungen, sie lädt aber als Einschränkung nur eine Standard-Datenbank von Rundfunk- und Utility-Sendern, die mitgeliefert wird. Veränderungen in dieser Datenbank und Wechsel zwischen verschiedenen Datenbanken sind nur mit der registrierten erweiterten Programmversion möglich. Auf Knopfdruck schaltet das Programm zwischen der mitgelieferten Originaldatenbank und einer zusätzlich nachladbaren Datenbank hin- und her. Die Daten können als Textdatei nachbearbeitet, verändert und auch ausgedruckt werden.

Mark Fine bietet als Zusatzservice ein Frequenz- - Datenbank Abonnement an. Über die Internet - Seite können aktualisierte Datenbanken geladen werden, die zu den DX-Spitzenzeiten, beispielsweise um die Umstellung vom Winter- auf den Sommersendeplan, alle paar Tage aktualisiert werden. Zu schade, dass die Frequenzinformationen bisher auf die Sendungen in englischer Sprache beschränkt sind, dafür werden die US-amerikanischen Privatstationen ausgesprochen aktuell und ausführlich abgedeckt.

Logbuch:

SMART R-8 CONTROL verfügt über eine integrierte Logbuchfunktion, mit einem Doppelclick auf den angezeigten Stationsnamen wird die Logbuchdatei geöffnet und direkt ein Eintrag mit den aktuellen Daten der empfangenen Station angefügt. Die Logbuchdaten können in eine Textdatei exportiert werden, mit vorbereiteten Formatschablonen gibt SMART R-8 CONTROL die Daten in den von den verschiedenen DX-Publikationen verlangten Formaten resp. Reihenfolge der Daten aus. Mit einer problemlos selber zu erstellenden Schablone kann ich die Daten in der wwh-üblichen Reihenfolge ausgeben, ausdrucken, oder die Datei per email übermitteln.

Die Logbuchdaten können auch in ein Empfangsberichtformular übernommen werden. Die Berichtsschablose kann frei zusammengestellt werden, das Programm steuert Daten des Dxers wie Adresse und Angaben über den eingesetzten Empfänger bei. Leider werden die gesamten Logdaten als fixer Block übernommen.

Speicher- und Timermanagement:

Die Empfängersteuerungssoftware kann auch mehr aus den 440 Speicherplätzen des R-8 A machen: Unter dem Menüpunkt "Memory" können die Speicherkanäle des R-8A ausgelesen, abgespeichert, verändert und ganze neue Speicherbelegungen auf den Empfänger überspielt werden. So können Speicherbelegungen für eine Tropenbandnacht oder für Südamerika-Stationen, für einen persönlichen Hörfahrplan, etc. auf dem PC vorbereitet und nach Bedarf auf den R-8 geladen werden. Diese Massnahme verbessert den Empfangskomfort auch dann noch, wenn der QRM-verursachende PC endlich abgeschaltet ist.

Funkprognose:

Für registrierte Benutzer hat Mark Fine noch einen Zusatz in sein Programmpaket eingebaut - ein ausgewachsenes Funkprognoseprogramm: nach Eingabe von Sonnenfleckenzahl und solarem Flux errechnet das Programm die niedrigste, optimale und maximal einsetzbare Frequenz für eine Funkverbindunge zwischen zwei Punkten und stellt sie über 24 Stunden graphisch dar. Natürlich ist die Software auch hier intelligent genug, dass als Station im Zielgebiet automatisch die letzte Station eingetragen wird, die mit dem R-8 gehört wurde und in der Frequenzdatenbank registriert ist. Praktisch heisst das, das SMART R-8 CONTROL nach dem Empfang(sversuch) von VL8K Katherine in Australien auf Tastendruck die LUF/MUF und die optimale Frequenz für eine Verbindung nach Australien auf 120 m im ganzen Tagesverlauf als Graphik darstellt.

Bezugsmöglichkeiten der Software SMART R - 8 CONTROL für alle, die dies selber versuchen wollen:

Die Sharewareversion ist bis auf Rückporto kostenlos, für die registrierte Version sind 25 $ für die DOS-Version, 40 $ für die Windows 3.1 und 60 $ für die Windows 95 - Version zu berappen.

- Download übers Internet, Homepage von Fineware: http://www.crosslink.net/~mfine/

- per Post: Mark J. Fine, 11252 Cardinal Drive, Remington, Virginia 22734-2032, USA

- die Shareversion kann auch beim Autor bezogen werden