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Grundig, Fürth

Testbericht Satellit 400
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überarbeitet am 24.7.2010

Grundig Satellit 400

praktisch erprobt von Günther Schellhorn
Grundig Satellit 400

Doppelsuper, ZF 54 MHz, 450 kHz

Digitalanzeige, 1 kHz

UKW, LW, MW, KW - 26,1 (30 intl.) MHz

AM, SSB (BFO), FM-UKW

Empfindlichkeit

Selektivität (-6 dB) 4,6 / 7,2 kHz

S-Meter, AGC, Quartzuhr, Keypad, 24 Speicher

Mit den Abmessungen 304 x 180 x 70 mm (BxHxT) ist das Gerät auch auf einem Hotel-Nachttisch noch gut unterzubringen. Das Gewicht von 2,5 kg (einschließlich Batterien) ist dabei noch so, daß das Gerät aber auch über längere Strecken, etwa zum Urlaubsstrand, transportiert werden kann.
Die Stromversorgung kann auf dreierlei Weise erfolgen. Entweder über 6 Babyzellen, über das Lichtnetz (Netzteil eingebaut) oder über eine 12-Volt-Autobatterie mittels Normstecker. Letztere könnte natürlich auch eine irgendwo in der Wohnung untergebrachte ortsfeste und an ein Puffer-Ladegerät angeschlossene Autobatterie sein, vgl. WWH 11/ 85, S. 8.

Empfangbar sind alle Wellenbereiche von Langwelle bis UKW. Und zwar 148-353 kHz, 513-1611 kHz, 1612-26100 kHz und 83,5-108 MHz. Das gilt für die deutsche Ausführung "Satellit 400 Professional". Bei der (internationalen) Exportausführung "Satellit 400 international" reicht der Kurzwellenbereich von 1612-30000 kHz.

Als Antenne ist für MW/LW eine Ferrit-Stabantenne fest eingebaut. Für KW und UKW ist eine ausziehbare Teleskop - Stabantenne mit einer Maximallänge von 1,15 m vorgesehen. Entsprechend moderner Technik ist noch eine Koaxial-Antennenbuchse vorhanden. Diese ist für alle (!) Wellenbereiche vorgesehen, also von LW bis UKW. Sie dient vorzugsweise für den Anschluß eines sog. "AMConnectors" von Hirschmann. Das ist ein kleines Kästchen, welches in das Empfänger-Anschlußkabel einer üblichen Gemeinschafts- oder Einzelantennenanlage zwischengesteckt wird. Durch eine schlaue "elektrische Weiche" in dem Kästchen werden die von dem Mantel (!) des Antennenverteilernetzes empfangenen MW-, LW- und KW-Frequenzen auf den Innenleiter des Koaxial-Abgangskabels des AM-Connectors übertragen. Demgemäß liefert der Koaxial-Geräte-Anschlußstecker des AM-Connectors tatsächlich alle Frequenzen an ein Radiogerät. Der historischen Wahrheit halber sei erwähnt, daß der versierte Kurzwellenhörer schon seit sehr langer Zeit den Mantel eines Gemeinschafts-Antennenkabels als Antenne für die AM-Bereiche verwandte, das Prinzip an sich also bekannt ist. Die Antennen-Koaxialbuchse ist genormt und besitzt einen Kontaktsatz, welcher beim Einführen des Koaxialsteckers die eingebauten Antennen abschaltet. Leider ist die Normung nicht problemlos gelungen und manche Koaxialsteckertypen werden von einer Feder schon bei leichter Berührung wieder hinausbefördert. Grundig empfiehlt daher für eine Übergangszeit den Hirschmann-Stecker "Kok l"; Hirschmann-Bestell-Nr. 931296-307 (weiß) oder 931-296-3UU (schwarz). Diese Stecker haben eine angerauhte Hülse.

Die Bedienungsorgane sind "reiseempfängerfreundlich" ausgebildet. Außer dem Abstimmknopf und einem SSB / BFO-Drehknopf an der rechten Gehäuseseite gibt es keine Drehknöpfe! Alles wird durch Tipptasten oder Schieber bewirkt. Das ist auch außerordentlich blindenfreundlich! Die Stellung der Schieber ist leicht zu erfühlen. Links Lautstärke, Mitte Bässe, rechts Höhen. Rechts vom Höhensteller ist eine Taschenrechner-Tastatur. Sie dient zur Eingabe von Senderfrequenzen und Speicherplatz-Nummern. Rechts von diesem Tableau sind zwei großflächige Aktivierungstasten für den eingebauten Mikrocomputer. Ganz rechts sind übereinander eine Frei-Prüftaste für die eingebauten 24 (!) Speicherplätze, eine Einspeicher - Aktivierungstaste "store" und drei Tasten für die Uhr, welche Teil des Mikrocomputers ist. Sie kann auch als Schaltuhr verwendet werden.
Je zwei lange Tipptasten über und unter dem Taschenrechner-Tableau dienen Suchlaufzwecken. Auch die einzelnen Wellenbereiche sind durch Tipptasten wählbar. Wegen Einzelheiten muß auf die Bedienungsanleitung verwiesen werden.
Bedeutsam ist noch, daß alle sonstigen Bedienungsorgane und Kontaktelemente (z. B. Netzanschlusskabel, Kopfhöreranschluß, Tonbandbuchse) auf den beiden Seitenwänden angeordnet sind, die Rückseite des Gerätes also völlig frei ist (vgl. auch WWH H. 2/86, S. 11). Aus der Geräterückseite ist ein Winkel herausklappbar. Mit ihm kann das Gerät pultartig auf den Tisch gestellt werden.

Das Gerät verfügt über drei getrennte Empfangszweige: Kurzwelle, MW/LW und UKW. Daher konnten diese drei Zweige getrennt und nach eventuellen, besonderen Gesichtspunkten dimensioniert werden. Bei Kurzwelle beträgt die Bandbreite bei -6 db 4,6 kHz, bei -60 dB 7,2 kHz. Sie wird vor allem durch ein 6-Pol-Keramikfilter erzielt. Auch bei MW/LW ist ein 6-Pol-Keramikfilter eingebaut, welches einen breiteren Durchlaß hat. Zusammen mit tonfrequenten Maßnahmen beträgt der NR-Übertragungsbereich bei KW 60 Hz bis 1,8 kHz, bei MW / LW 60 Hz bis 2,7 kHz und bei UKW (ebenfalls Keramikfilter) 20 Hz bis 20 kHz.
Bei KW arbeitet das Gerät als Doppelsuper ( 1te ZF 54 MHz, 2te ZF 450 kHz). Dementsprechend ist die Spiegelfrequenzsicherheit sehr hoch (80 dB). Bei MW/LW als Einfachsuper (ZF 450 kHz), ebenso bei UKW (ZF 10,7 MHz). Die angegebenen Bandbreiten sind nicht veränderbar; das Gerät empfängt daher auf den AM-Bereichen immer mit höchster Trennschärfe. Man mag das bedauern oder nicht - für einen "Weltempfänger" ist das vertretbar.

Die Einstellung eines Senders kann auf zweierlei Weise erfolgen:
1.) Man kann in ganz üblicher Weise eine der Wellenbereichstasten drücken und mit dem Abstimmknopf auf der rechten Gehäuseseite den Bereich abkurbeln. Elektronisch erfolgt das über den eingebauten Mikrocomputer. Nämlich in magnetisch gerasteten I kHz-Schritten bei KW, MW und LW; in 10-kHz-Schritten bei UKW. Und dies dank der PPL-Automatik mit der Stabilität eines eingebauten Mutterquarzes. Der gesamte Kurzwellenbereich von 1612 kHz bis 26 100 kHz wird dabei ohne Umschaltung lückenlos bestrichen. Hierbei ermöglicht die Leichtgängigkeit des Abstimmknopfes und eine Fingermulde in demselben ein schnelles Durchdrehen. Das 1-kHz-Raster stellt sich dabei bedienungstechnisch als eine exzellente "Kurzwellenlupe" dar mit gleichen Drehwinkel-Abständen der Rastpunkte bis zur obersten Empfangsfrequenz.
2.) Eine bekannte Frequenz kann direkt eingegeben werden. Hierbei braucht überhaupt keine Wellenbereichstaste mehr betätigt zu werden (!). Der Computer machts möglich. Dies geht praktisch tatsächlich wie bei einem Taschenrechner vor sich. Es sind zwei Schritte erforderlich: Zunächst die Eingabe der Frequenz mit der Taschenrechner-Tastatur in ein Register und hernach (mit einer anderen Taste) die eigentliche Aktivierung ("Herholung") dieser Frequenz durch den Mikrocomputer Wie beim Taschenrechner ermöglicht dabei eine Korrekturtaste eine Änderung der eingegebenen Daten. Das alles kann erfolgen, während ein beliebiger Sender empfangen wird. Außerordentlich angenehm ist bei alledem, daß man sich hier überhaupt nicht um Wellenbereiche zu kümmern braucht! Tastet man Werte in MHz ein (mit Komma!), so erkennt das der Computer als UKW-Frequenz und steuert die Elektronik entsprechend. Frequenzen, die das Gerät nicht empfangen darf (Post) werden auf dem Display mit "error" angezeigt und nicht hergebracht. Der Computer macht’s wieder möglich.

Von ganz besonderem Wert ist, wie schon erwähnt, daß die 24 Speicherplätze in ganz beliebiger bunter Reihenfolge mit Frequenzen aus allen Wellenbereichen belegt werden können. Hierzu wird einfach nach der Einstellung des gewünschten Senders in der vorbeschriebenen Weise die Adresse des gewünschten Speicherplatzes (also 1 bis 24) eingetippt und mit der Aktivierungstaste "store" die Einspeicherung bewirkt; fertig. Auf Einzelheiten soll hier nicht eingegangen werden.
Zwei Suchläufe sind vorhanden. Mit "search" kann, von einem beliebigen empfangenen Sender ausgehend, der betreffende Wellenbereich in aufsteigender oder absteigender Frequenz selbsttätig auf empfangswürdige Sender abgeklappert werden. Das erfolgt im UKW-Bereich in 0,05 MHz ( = 50 kHz) Schritten, in den Bereichen MW / LW in 9-kHz-Schritten, entsprechend den Senderabständen in diesen Bereichen. Ist dabei ein Bereichsende erreicht, so beginnt das Spiel vom anderen Bereichsende her erneut. Eine Besonderheit weist der Kurzwellenbereich auf. Hier bringen die Tasten "search" direkt die Rundfunk- und Amateurbänder. Die Rundfunkbänder mit ihren Mittenfrequenzen (im 49-mBand z. B. 6075 kHz = Deutsche Welle), die Amateurbänder mit ihren unteren Band-Grenzfrequenzen.Mit den Tasten "scan" kann man die 24 Speicherplatze der Reihe nach absuchen. Hat man beispielsweise vergessen, was in den einzelnen Plätzen für Sender abgespeichert sind, so kann man die einzelnen Frequenzen auf das Display zaubern, sich beispielsweise ein Verzeichnis anlegen oder auch uninteressant gewordene Speicherplätze neu belegen.

Der Satellit 400 wäre kein echter "Satellit", wenn er nicht die Möglichkeit des SSB-Empfanges böte. Die Abstimmung in festen 1-kHz-Schritten läßt nun befürchten, daß dies recht schwierig sein wird. Das Gegenteil ist der Fall! Dank der Verkopplung mit einer Quarz-Mutterfrequenz kann man hier das interessierende Seitenband bombenfest hereinholen (lautestes Brabbeln). An dem BFO-Abstimmknopf dreht man dann einfach so lange, bis der SSB-Sender klar empfangen wird. Beim SSB-Empfang existiert m. a. Worten eine Unsicherheit weniger gegenüber Empfängern, bei denen man das Seitenband stufenlos einstellen kann und muß. Mit einem kleinen Druckschalter unter dem BFO-Drehknopf kann man dabei den BFO bequem und schnell ein- und ausschalten. Eine feine Sache.
An die Kreuzmodulationsfestigkeit (auch als Großsignalfestigkeit bezeichnet) derartiger Geräte, so auch der Satellit 400, darf man keine hohen Erwartungen knüpfen. Die ist bei wesentlich teureren Geräten auch nicht besser! Die Kreuzmodulationsfestigkeit darf dabei nicht verwechselt werden mit der (beim Satellit 400 sehr hohen) Spiegelfrequenzsicherheit. Unter Kreuzmodulation (engl. "intermodulation") versteht man den Effekt, daß ein gleichzeitig mit einem sehr schwachen Sender an den Empfängereingang gelangender sehr starker Sender sich dem schwachen Sender aufmoduliert und dann mit keinen Mitteln mehr von ihm zu trennen ist. Verantwortlich dafür sind Nichtlinearitäten, vor allem in den Eingangs-Verstärkerstufen. Wären diese elektrisch absolut linear, so könnten keine Kreuzmodulationen entstehen. Zusätzliche Preselektoren helfen da nur wenig, weil ein starker Sender nur um 5 kHz neben einem schwachen Sender liegen kann und Presselektoren aus physikalischen Gründen eine wesentlich größere Durchlaßbreite haben. Diese nimmt dabei auch noch mit steigender Frequenz zu. Immerhin trägt eine Preselektion dazu bei, die Anzahl der auf den Empfängereingang wirkenden Sender zu verringern, so daß indirekt eine scheinbare Erhöhung der Kreuzmodulationsfestigkeit resultiert . Es muß dazu aber angemerkt werden, daß eine hohe Kreuzmodulationsfestigkeit einen erheblichen Aufwand erfordert, der besonders bei PLL-abgestimmten Empfängern - wie hier - besonders hoch ist.
Zur Abhilfe sieht man dann in aller Regel einen Abschwächer ("attenuator") vor, auch bei wesentlich teureren Geräten. Mit demselben läßt sich die Antennenspannung um ein bestimmtes Maß herabsetzen und an unzureichende Großsignalfestigkeiten der Empfänger anpassen. Selbstredend ist das nur eine Notlösung. Denn noch immer gilt der Satz: "Eine gute Antenne ist der beste Hochfrequenzverstärker" und es ist daher irgendwie schizophren, wenn man das von einer guten Antenne gelieferte Signalgemisch erst kaputtmachen muß, damit es ein Empfänger verträgt. Nach eingehenden Empfangsversuchen läßt sich sagen, daß die Großsignalfestigkeit des Satellit 400 auf Kurzwellen nicht schlechter ist als die eines vergleichsweise betriebenen Satellit 3400, aber auch nicht besser. Der Satellit 400 hat dabei auf Kurzwellen keine Eingangsselektion. Dafür sind im Eingang sorgfältig ausgewählte DUAL-GATE-Feldeffekttransistoren eingesetzt mit gegenüber üblichen bipolaren Transistoren erheblich besserem Grosssignalverhalten. Das Fehlen einer Eingangs-Selektion einerseits und das Vorhandensein der Koaxial-Antennenbuchse andererseits erlaubt dafür eine völlig problemlose Vorschaltung eines Preselektors.

Die Empfangsleistungen des Gerätes sind durchaus als gut zu bezeichnen. Die PLL-Schaltung bringt dabei gegenüber einem Satellit 3400 einen etwas höheren Rauschpegel mit sich. Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem Rauschen eines Empfängers bei der maximalen Empfindlichkeit, welche physikalisch bedingt ist. Bei UKW und MW/LW wird die Demodulation durch einen gemeinsamen IC vorgenommen (TDA 4100) Dadurch ist in den genannten Bereichen ein sehr gutes, durchsichtiges Klangbild zu verzeichnen, insbesondere auf den bislang meistens vernachlässigten MW- und LW-Bereichen. Auch hat man offensichtlich nicht am Lautsprecher gespart. Das werden alle die zu schätzen wissen, die oft AFN, Deutschlandfunk oder Fußballübertragungen auf MW hören. Die NF-Spitzenleistung von 6 Watt läßt dabei die Anschaltung einer kleinen Hifi-Box sinnvoll erscheinen. Leider fehlt ein entsprechender Aussenlautsprecheranschluß. Versierte Hörer können aber hierfür den Kopfhöreranschluß umfunktionieren, indem sie die beiden 47 Ohm - Widerstände vor der 3 ,5 mm-Klinkenbuchse entfernen oder kurzschließen.

Die Trennschärfe ist auf UKW hervorragend. So ist schon bei 87,52 MHz von dem darunter liegenden Eurosignalsender der Bundespost nichts mehr zu hören. Auf MW/LW und Kurzwelle ist die Trennschärfe dank der 6-Pol-Keramikfilter ausreichend, wenn auch ab und zu ein Herüberzischen der höchsten Modulationsfrequenzen von den Nachbarkanälen vorkommt. Es ist aber durchaus nicht auszuschließen, daß manche KW-Rundfunkanstalten ein breiteres Frequenzband als die der Kanalbreite entsprechenden 5 kHz ausstrahlen. Hier wäre eine Synchron-Detektion das Mittel der Wahl, vgl. WWH H. 3/86, S. l 6 f. Im Wesentlichen läßt sich sagen, daß die Trennschärfe des Satellit 400 bei MW/ LW derjenigen eines Satellit 3400 in Stellung "mittel" entspricht und auf Kurzwelle derjenigen in Stellung "schmal".
Die Empfindlichkeit auf MW/LW mit der eingebauten Ferritantenne ist sehr gut. Die vorhandene Koaxialbuchse für eine Außenantenne ist mit 75 Ohm sehr niederohmig. Der Anschluß einer Zusatzantenne von ein paar Metern Länge (hochohmig!) bringt daher auf MW/LW sehr wenig. Ein kurz vor Testende erhaltener AM-Connector konnte nicht ausführlich getestet werden. Immerhin konnte festgestellt werden, daß der AM-Connector, wie nicht anders zu erwarten, alle auf dem Lichtnetz oder sonstwie im Haus vorhandene Störsignale ungeschwächt bringt. Denn das Gemeinschafts-Antennenkabel-Netzwerk liegt voll im Störnebel des Hauses. Die Leistung des AM-Connectors hängt daher wesentlich ab von dem Störnebel im Hause. Ein Ersatz für eine Außenantenne kann er also keinesfalls sein.
Auf Kurzwelle ist der Empfängereingang optimal an die Teleskopantenne angepaßt. Da der Empfängereingang aperiodisch ist, kann man zur Verstärkung eine Zusatzantenne von ein paar Metern Länge sehr einfach direkt an den Teleskopstab anschließen; es kann nichts verstimmt werden. Das bringt relativ viel. Man kann dann die Teleskopantenne auch bis auf ein paar Zentimeter eingeschoben lassen, wenn sie stört, z. B. auf einem Hotel-Nachttisch. Bei Netzbetrieb oder Betrieb an Auto- oder Bootsbatterie wirken die Zuleitungen dorthin als Gegengewicht zur Teleskopantenne. Bei Betrieb mit den eingebauten Batterien fehlt ein solches, an sich immer erforderliches Gegengewicht und der Empfang ist wesentlich schwächer. Hier bringen ein paar Meter beliebige Litze sehr viel, welche man mit der Masse des Gerätes verbindet. Da ein Erdanschluß fehlt, läßt sich hierzu am Einfachsten die AUX-Buchse auf der linken Geräteseite verwenden. Die Gegengewichtslitze lötet man an den mittleren Stift eines 3-, 5- oder 7-poligen "Diodensteckers" an, oder auch an dessen Abschirmung. Dieser Tip mit dem Gegengewicht gilt übrigens für alle Reiseempfänger.

Die Zahl von 24 Speicherplätzen für Festsender mögen Manchem als übertrieben oder nicht erforderlich erscheinen. Dem ist aber durchaus nicht so. Mit etwas Phantasie lassen sich auch für solche Hörer Anwendungen finden, die nicht in Berlin oder einem Drei-Länder-Eck wohnen. Man kann z.B. schon zuhause die im Urlaubsgebiet empfangbaren einheimischen- oder Kurzwellensender deutscher Sprache einprogrammieren. Blinde Mitbürger könnten sich auf MW/LW von einem Sehenden alle 100 oder 200 kHz feste Frequenzen als Bezugsfrequenzen einprogrammieren lassen. Von da ab könnten sie dann durch einfaches Abzählen die Sender identifizieren.
In dem Display wird nicht nur die eingestellte Frequenz bzw. die Uhrzeit angezeigt, sondern auch alle gerade laufenden Funktionen, etwa der Wellenbereich, die Nummer eines eingeschalteten Festspeichers oder auch ob Handabstimmung läuft. Mit einem kleinen Druckknopf auf der linken Geräteseite kann bei Betrieb mit den eingebauten Batterien die Displaybeleuchtung eingeschaltet werden.
Nach den vorstehenden Zeilen stellt sich der Satellit 400 dar als ein Reise- (und auch Heim-) Empfänger mit hohem Gebrauchswert zu einem angemessenen Preis (ca. DM 600 ... 650).

Technische Einzelheiten:
Doppel - Überlagerungsempfänger für die AM - Bereiche (LW, MW, KW)
Ausgangsleistung: 6 W
Wellenbereiche: FM 87,5 - 108 MHz
SW 1612 - 26 100 kHz (Satellit professional 400)
SW 1612 - 30 000 kHz (Satellit international 400)
MW 513 - 1611 kHz
LW 148 - 353 kHz

Abstimmschritte: AM: 1 kHz - Schritte
FM: 10 Khz - Schritte

Antennen: Ferritstab für LW / MW (150 - 1620 kHz)
Teleskopantenne für KW (1620 - 26 100 kHz) und UKW
Anschluss für Aussenantenne für KW / UKW (75 Ohm koaxial)

Anschlüsse für: Netzkabel mit Batterieumschalter, 12 Volt =, Stereokopfhörer mit 3,5 mm Stecker, Tonbandaufnahme (7 Pol), Aussenantenne DIN 45 325 (75 Ohm)

Stromversorgung: 6 x 1,5 V Babyzellen IEC - R14 oder UM-2
Stützbatterie für Mikroprozessor 3 x 1,5 V Mignonzelle IEC - R6 oder UM - 3
externe Spannungsquelle 12 V =,
220 ... 240 oder 110 ... 127 V, 50 - 60 Hz

Gewicht: 2,15 kg ohne Batterien
Abmessungen (B x H x T) 304 x 180 x 70 mm

© Günther Schellhorn, wwh 4 / 1986