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Grundig, Fürth

Testbericht Satellit 500
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überarbeitet am 24.7.2010

Grundig Satellit 500

Eine Fürther Entwicklung mit Pfiff
Grundig Satellit 500

Doppelsuper,

Digitalanzeige, 100 Hz

UKW, LW, MW, KW - 26,1 (30 intl.) MHz

AM, AM-Sync., SSB, FM-UKW

Empfindlichkeit

Selektivität (-6 dB)

S-Meter, AGC, Quarzuhr, Keypad, 42 Speicher + ROM-Tabelle

Ruhig war es in den letzten Jahren um die Empfänger dieses Herstellers geworden. Einige befürchteten sogar, daß nach dem Rückzug aus dem Amateurfunk- und CB-Gerätemarkt bald auch die Weltempfänger nicht mehr für das Unternehmen interessant sein könnten. Nach knapp zwei Jahren Entwicklung ist man aber nun mit einem Gerät auf den Markt gekommen, das echte Neuigkeiten in sich birgt. Es trifft sich dabei gut, daß just 1989 das 25. Jahr der Satellitenfertigung bei Grundig ist, zudem im Herbst die Internationale Funkausstellung in Berlin stattfindet.

Eine neue Generation
Der Satellit 500 hat in etwa die Maße seines Vorgängers mit der Typenbezeichnung 400. Aber schon in der Projektionsstufe, zu der auch Fachredakteure hinzugezogen wurden, zeichnete sich ab, daß hier eine echte Innovation angesagt war. Das Gerät muß nun auch in eine andere Geräteklasse eingeordnet werden: Wurde der Typ 400 noch mit dem Sony ICF 7600 D verglichen, so bleibt heute nur der Vergleich mit dem Sony ICF 2001 D. Die Vergleichsmöglichkeit beschränkt sich dabei nicht nur auf die Technik, auch der Preis von unter 800 DM beim Grundig Satellit 500 läßt aufhorchen.

Fangen wir einmal ganz vorne an und packen das Gerät aus. Etwas großvolumig ist der Karton, aber trotz der styroporarmen Verpackung kann dieses Gerät auch unsanften Transport, z.B. vom Produktionsort in Portugal zum Händler, gut überstehen. Ein Netzgerät ist beigepackt, je nach Ländergruppe sind die Stecker vorbereitet. Unser Vorseriengerät in der Ausführung "Professional" war für den deutschen Markt ausgelegt, also auf 148 bis 26100 kHz "kastriert", die internationale Ausführung geht selbstverständlich bis 30 MHz. Ebenfalls beigepackt sind drei Broschüren. Die eigentliche Betriebsanleitung ist ausführlich und übersichtlich gegliedert, für Reisen usw. Iiegt eine Kurzanleitung bei, des weiteren eine "ROM-Tabelle", auf die wir noch zu sprechen kommen.

Die Gestaltung der Bedienungselemente wie auch des Äußeren des Gerätes verrät schon, wieviel Mühe man sich auch mit den kleinsten Details gemacht hat. Unsere Gespräche mit dem Produkt-Team wie dem Produktmanager bei Grundig verstärkten unseren Eindruck, daß hier nicht nur ein Radio mit guten Klangeigenschaften auf den Markt kommt, sondern ein echter Grundig Satellit, ein Gerät, das die Leistungsfähigkeit des Hauses beweist und, anders als der Satellit 300, die Bezeichnung "Satellit" zurecht trägt. Erfahrungen aus anderen Produktlinien wie Videorecorder und Autoradios sind hier eingeflossen . Das Gehäuse besteht aus einem anthrazitfarbenen Kunststoff mit starker Silberpigmentierung. Optisch gut darauf abgestimmt sind die zumeist in Grautönen gehaltenen Flächen und Bedienelemente. Wo immer möglich, sind die Kanten des Gehäuses abgerundet. Die Abdeckung des großen Lautsprechers ist aus Metall, was sich positiv auf den Klang auswirkt. Über die Bedienflächen ist eine durchsichtige rauchfarbene und stabile Kunststoffabdeckung gesteckt, die leicht abzunehmen ist, ohne daß etwas abbricht oder verkratzt.

Die seitlichen Drehknöpfe (Bässe und Höhen, Lautstärke, HF-Kontrolle, Frequenzabstimmung und Transportverriegelung) sind bündig untergebracht. Sie bestehen aus einem besonders griffsympathischen Kunststoff. Nebenbei: Grundig ist einer der größten Kunststoffverarbeiter Europas und kann hier auf einen beträchtlichen Erfahrungsschatz (neu deutsch: Know-How) zurückgreifen.
Die Zeitzonenkarte auf der Oberfläche des Gerätes mag für manchen überflüssig erscheinen, die Tabelle mit den Rundfunk- und Amateurfunkbereichen ist es sicherlich nicht. Die rund 102 cm lange Teleskopantenne rechts außen kann voll versenkt werden. Die Krankheiten der Vorgängermodelle sind hier offensichtlich beseitigt, so fällt das Gerät nicht um, wenn die Antenne voll ausgefahren schräg gestellt wird.
Verschiedene Schalter und Anschlüsse findet man auf den Schmalseiten, wie die Drehknöpfe leicht versenkt. Die Kopfhörerbuchse ist für den Stereobetrieb ausgelegt. Der Satellit 500 verarbeitet auf UKW auch Stereosendungen) der Decoder und die zweite Endstufe (linker Kanal) sind vorhanden. Der Anschluß für Tonbandgeräte usw. ist als Cinchbuchse ausgeführt und kann nur ein Monosignal liefern. Will man Stereoaufnahmen machen, so ist die Kopfhörerbuchse zu benutzen, die auf AUX- bzw. LlNE-Eingangsbuchsen von Stereoanlagen abgestimmt ist. Praktisch und stromsparend ist hierbei, daß der Stereoteil des Empfängers erst dann aktiviert wird, wenn ein Stecker in der Lautsprecher- bzw. Kopfhörerbuchse steckt.
Auf der rechten Schmalseite sind die Anschlüsse für eine externe Antenne (Koax nach DIN 45325), der Antennenschalter intern/extern und ein Antennenabschwächer (- 20 dB) für den Kurzwellenempfang untergebracht. Die Antennenbuchse ist, wie auch die anderen Buchsen und Ausgänge, solide konstruiert und montiert. Der externe Antennenanschluß gilt für alle Wellenbereiche, bei Mittelwelle und Langwelle wird das Signal mittels einer kleinen Hilfsspule auf die eingebaute Ferritantenne gekoppelt. Die Eingangsimpedanz beträgt auf UKW 75 Ohm, was der (deutschen) Norm entspricht. Im LMK-Bereich ist sie auf 50 Ohm eingerichtet. Das Gerät kann übrigens auch an Kabelanlagen und Gemeinschaftsantennen angeschlossen werden. Soweit diese den Normen entsprechen, sind keine Probleme mit dem Großsignalverhalten zu erwarten.
Der 10 cm große Lautsprecher und die getrennte Einstellmöglichkeit für Höhen und Bässe bringen bei optimaler Lautstärkeeinstellung einen guten Klang. Dies war schon immer eine Stärke der Weltempfänger von Grundig. Der Sony ICF 2001 D klingt daneben etwas "künstlich". Die Ausgangsleistung wird beim Satellit 500 mit 0,5 W bei Batteriebetrieb und 1,5 W bei Netzbetrieb angegeben, ist also mit der des Kontrahenten nahezu identisch.
Das Gerät steht auf rutschfesten Füssen, wenn man die kurzen Erhebungen auf der Unterseite so nennen möchte. Die Bohrungen ermöglichen Verankerungen mit M4-Schrauben, z.B. auf Booten und in Wohnmobilen, aber auch die Abwehr aufräumwütiger Mitbewohner(innen) ...
Auf der Rückseite befindet sich eine praktische ausklappbare Stütze für den stationären Betrieb. Ebenfalls von der Rückseite zugängig ist das Batteriefach. Hier kann man wahlweise vier Monozellen oder vier Akkus (NiCd) im Monozellenformat einsetzen. Die Akkus können im Gerät selbst aufgeladen werden, dazu ist lediglich ein kleiner Schalter im Batteriefach zu betätigen. Neben der Stromversorgung über das mitgelieferte Netzteil kann man aber auch externe Gleichspannungen von 6 bis 9 Volt verwenden. Beim Betrieb an einem 12-V-Netz ist ein entsprechender Adapter notwendig. Bei Netzausfall schaltet das Gerät sofort auf die interne Stromquelle um. Im Batteriefach ist übrigens auch der Umschalter des MW-Rasters von 9 kHz (Europa) auf 10 kHz (Nordamerika) zu suchen.
Optimiert wurde auch der Stromverbrauch des Gerätes. Die nicht mitgelieferten Batterien (Alkali-Mangan) ermöglichen eine Spieldauer von über 90 Stunden, der Sony ICF 2001 D hat einen stärkeren Verbrauch.

Das Innere eröffnet sich nach dem Lösen von vier versenkten Kreuzschlitzschrauben. Die einzelnen Teile sind ohne Lötarbeiten gut zugänglich, lediglich Steck- und Schraubverbindungen müssen gelöst werden. Der Aufbau der Platinen ist übersichtlich. Die Bauteile sind in SMD-Technik aufgebracht. Das bedeutet für notorische Bastler und Halb-Profis nur: Finger weg! Hinzu kommt noch, daß viele Bauteile, wohl auch wegen ihrer Winzigkeit, nicht beschriftet sind.

Der technischen Beschreibung ist zu entnehmen, daß der Satellit 500 von 148 kHz bis 26100 kHz (Exportversion bis 30000 kHz) als Doppelsuper ausgelegt ist. Die erste ZF beträgt 54,5 MHz, die zweite 450 kHz, Spiegelfrequenzen sind schon aus dieser Sicht unwahrscheinlich. Die mitlaufende Vorselektion ist für ein Gerät dieser Preisklasse neu. Sie wirkt in allen Bereichen und ist z.B. auf Kurzwelle in vier Durchlaßbereiche geschaltet. Ein Mikroprozessor übernimmt die automatische Abstimmung. Die Feinabstimmung von Hand ist möglich, in der Praxis aber wohl selten nötig.
Nach dem externen Antenneneingang ist ein HF-Transformator geschaltet. Hierdurch sollen die jeweiligen Impedanzen auf die in diesem Empfänger verwendete 50-Ohm-Technik umgesetzt werden. Hinter dem ersten Mischer, einem Ringmischer mit zwei FETs, sitzen ein mehrpoliges Quarzfilter mit 18 kHz Durchlaßbreite bei - 6 dB und dahinter ein zweistufiger ZF-Verstärker. Nach dem zweiten Mischer folgen Keramikfilter für die Nahselektion. Eingesetzt werden MURATA-Filter von ca. 6,8 kHz und ca. 3,8 kHz Bandbreite. Die Filter sind hintereinander geschaltet. Das Signal muß somit zuerst durch dass breitere Filter, wenn die Bandbreite "schmal" eingestellt ist. Dies wirkt sich positiv auf die Flankensteilheit des Signals und damit auf den Schutz vor dem Durch schlagen starker Nachbarstationen aus.
Der weitere Signalverlauf hängt von der gewählten Modulationsart ab. Interessant ist hier der Synchrondemodulator (s. hierzu auch wwh 3 und 7/86), der stets mit dem vollen Signal arbeitet. Der Verstimmbereich liegt bei rund 2,5 kHz (+/). Verzerrungseffekte können hiermit spürbar herabgesetzt werden, was das Hören von manchen Kurzwellensendungen angenehmer macht.
Auf die Baß und Höhenregelung wird bei Grundig stets hohen Wert gelegt, schließlich kommt der Klang des Lautsprechers nicht von ungefähr. Beim Baßregler werden -37dB/10 kHz und beim Höhenregler -17 dB / 60 Hz genannt.

Das eigentliche Herz des Empfängers ist einer der leistungsfähigsten Mikroprozessoren (NEC D-75108G), die für solch komplexe Ermpfängerschaltungen verfügbar sind. Er enthält die gesamte Steuerlogik für die Bedienung, die PLL-Steuerung, die Oszillatoren sowie einige Treiberschaltungen und Speicherbereiche, über die noch zu sprechen ist. Nicht dokumentiert ist, daß der Speicher über eine interne Schnittstelle zugänglich ist. Auch gewieften Bastlern und Programmierern wird dieses Wissen wohl keine Vorteile bringen, zu komplex ist dieser Bereich.
Die Flüssigkristallanzeige verdient besondere Beachtung. Es ist die größte die jemals für ein Produkt bei Grundig verwendet wurde. Mehr als 100 Segmente bzw. Zeichen werden angesteuert. Zur flimmerfreien Anzeige werden zwei Treiberschaltungen notwendig. Das ganze Feld wie auch das rechte Tastenfeld sind bei Netzbetrieb dauernd beleuchtet ("Nachtdesign"). Wird das Gerät mit Batterien bzw. Akkus betrieben, so schaltet sich die Beleuchtung für 10 Sekunden ein, sobald eine der Tasten gedrückt wurde.

Komplexe Funktionen
Die große gegliederte Anzeige läßt schon ahnen, welche Möglichkeiten der Bedienung und Steuerung sich bei diesem Gerät auftun. Was bei jedem elektrischen und noch eher für jedes elektronische Gerät dringend anzuraten ist, gilt auch hier: Die beigepackte Gebrauchsanleitung in aller Ruhe studieren. Dann kann es auch nicht wie einem unserer Tester passieren, daß dem Gerät nur Rauschen entlockt werden konnte, weil der Antennenschalter falsch eingestellt war. Aber ansonsten protestiert das Gerät gegen Fehlbedienung prompt mit "error". Kein Wunder, daß die Programmierung der Steuerlogik bei Grundig viel Zeit in Anspruch nahm. Die ROM-Tabelle, welche die meisten erstaunen wird, ist an sich nur ein Abfallprodukt, da hier lediglich auf dem Speicherbaustein zur Verfügung stehender Speicherplatz sinnvoll genutzt wurde. Die fest programmierte Sendertabelle ("ROM-Tabelle") enthält 40 Stationen mit 156 Frequenzen. Die Stationen und Frequenzen wurden auf den Einsatz des Gerätes in Mitteleuropa abgestimmt und umfassen hauptsächlich Sender mit deutschsprachigen und englischen Programmen. Man sollte sich übrigens nicht wundern, daß hier so viele Missionsstationen versammelt sind, dafür aber die Voice of America fehlt. Wichtig war bei der Belegung u.a., daß keine Frequenz doppelt vorhanden sein durfte. Die Deutsche Welle erscheint hier mit 13 Frequenzen, die BBC mit sechs, dagegen ist Radio Sofia mit mit einer vertreten. Die Vorarbeiten zu dieser Tabelle waren umfangreich, denn jede in Frage kommende Station mußte nach ihren "Hausfrequenzen" befragt werden. So nebenbei ergab sich da auch, daß der ORF die derzeit nicht benützte 6000 kHz noch immer als Hausfrequenz ansieht. Nicht jeder wird sich mit dieser Philosophie der unveränderlichen Programmierung anfreunden können. Für die meisten Programmhörer ist es eine große Hilfe, mittels einer Eingabe von wenigen Ziffern die Station relativ sicher einstellen zu können. Die ROM-Tabelle ist übrigens in der internationalen Geräteversion nicht verfügbar. Selbst programmieren kann man aber die Speicherung von 42 Sendern. Hierbei kann überprüft werden, ob eine Doppelbelegung vorliegt. Jedem Speicher können bis zu vier Zeichen zugeordnet werden, die mittels Drehung am Abstimmknopf ("Tuning") einzugeben sind! z.B. "ABY1" für die erste Frequenz von Antenne Bayern oder "VOA6" für eine Frequenz der VoA, die ab 6 Uhr zu hören ist. Die Speicher lassen sich beliebig belegen, ob einer Mittelwellenfrequenz eine auf Kurzwelle oder UKW folgt, ist belanglos. Die Speicher kann man auch auf Verfügbarkeit überprüfen, fortlaufend abfragen (MEMORY SCAN), einzeln abfragen (MEMORY STEP) oder löschen. Die vergebenen Namen lassen sich auch ändern, ohne daß die anderen Parameter verloren gehen. Die Pufferung der Speicher erfolgt durch einen Lithiumakku, der intern nachgeladen wird. Kommen wir aber auf die Frequenzeinstellung zurück. Am einfachsten ist die Eingabe per Tastenfeld. Es wurde eine Erhebung auf der Fünfer-Taste vorgenommen, sodaß auch blinde Hörer dieses Gerät bedienen können. Angenehm ist auch der gute Druckpunkt der Tastatur. Die Handabstimmung der Frequenz erfolgt in Schritten von 1 kHz bei AM, in Schritten von 100 Hz bei SYNCH und SSB, sowie in Schritten von 25 kHz bei UKW. Wichtig hierbei ist, daß beim Drehen des Knopfes die Schritte fühlbar, aber kaum hörbar sind. Auf Kurzwelle kann in 5-kHz-Schritten das Frequenzband abgesucht werden, auf Mittelwelle in Schritten von 9 bzw. 10 kHz, auf UKW mit 50 kHz. Schaltet man zwischen verschiedenen Bereichen um, z.B. von UKW auf Kurzwelle, so wird stets die in diesem Band zuletzt gehörte Station eingestellt.

Uhrenfunktionen
Nicht nur auf (Geschäfts-)Reisen ist es vorteilhaft, wenn der mitgenommene Empfänger über Schaltfunktionen verfügt, damit das Gerät als "Wecker" mißbraucht werden kann. Der Satellit verfügt über zwei programmierbare Schaltuhren. Es können damit beliebige Ein- und Ausschaltzeiten eingegeben werden, die sich auch überlappen können. Intern wird die Einschaltzeit auf maximal 24 Stunden begrenzt. Die Einschlafautomatik kann mit Vorlaufzeiten mit bis zu einer Stunde eingegeben werden.
Im ausgeschaltetem Zustand wird die gewählte Zeit (UTC oder Ortszeit) vergrößert auf der Anzeige sichtbar. Im Betrieb springt die Zeitanzeige von rechts nach links oben und ist nun etwas kleiner.
Weitere Uhrenfunktionen sind in der Betriebsanleitung ausführlich geschildert.

Der Empfang
Die linke obere Taste des Bedienfeldes muß schon deutlich gedrückt werden, damit das Gerät munter und aktiv wird. Ein Batterietest wird sofort und automatisch vorgenommen, die noch vorhandene Ladekapazität der eingelegten Akkus bzw. Batterien über eine Skala gemeldet. Die Skalenbeleuchtung ist dabei eingeschaltet. Bei unzureichenden Energievorräten wird das Gerät umgehend inaktiv. Ist aber der Batterietest positiv verlaufen, wird aus der Anzeige für den Batteriezustand ein S-Meter, die Markierungen liegen bei S0 bis S5. Das aktive der 16 vertikalen Elemente zeigt zuverlässig und schnell die Signalstärke an, nur teure Zeigerinstrumente könnten dies besser tun.

Auf Langwelle und Mittelwelle zeigt der Satellit 500 eine gute bis sehr gute Empfindlichkeit, wohingegen der Sony 2001 D nicht so gut abschneidet. In Sichtweite des Mittelwellensenders Würzburg des BR konnte dieser auf den Frequenzen anderer Mittelwellenstationen nicht vernommen werden, wohl aber beim Sony. Auf Mittelwelle können sowohl die Bandbreitenumschaltung, die Synchrondemodulation und ggf. die Einseitenbandabstimmung benützt werden. Die HF-Verstärkung ist auf Handbetrieb umstellbar, in Grenzsituationen sicherlich sehr wirkungsvoll. Die eingebaute Ferritantenne ist richtungswirksam und man kann mit ihr eventuelle Gleichkanalstörer gut aus blenden.

Auf Kurzwelle ist auch der Empfang schwieriger Stationen möglich, wobei wir sowohl die eingebaute Teleskopantenne als auch externe Antennen wie die adx 30 von fellecs und die ara 30 von dressler einsetzten. Etwas schwächer war der Satellit 500 im 60 m Tropenband gegenüber dem Sony ICF-2001 D: der obligate Test BR auf 6085 gegen RTL auf 6090 bei Tageslicht wurde sogar in der Filterstellung "breit" gut bewältigt. Die Empfindlichkeit ist insgesamt als gut zu bezeichnen, die Großsignalfestigkelt als gut bis sehr gut. Beim SSB-Empfang kann es Probleme geben, wenn die Stationen zu eng aufeinander sitzen bzw. daneben abgestimmt haben. Meist kann die manuelle HF-Abstimmung dann ein klareres Signal liefern. 4 Hierzu sei gesagt, daß der Satellit 500 nicht auf höchste Empfindlichkeit getrimmt ist, sondern die Sprach- und Klangqualitat im Vordergrund stehen Eine deutliche Verbesserung könnte wahrscheinlich nur mit einer stärkeren Stromaufnahme erkauft werden, von anderen Nebeneffekten ganz zu schweigen.

Auf UKW ist der Satellit 500 ohne Konkurrenz. Die im süddeutschen Raum dicht an dicht sitzenden Stationen mit unterschiedlichen Sendeleistungen von 160 W bis 100 kW werden sauber getrennt, die Teleskopantenne konnte erfolgreich eingesetzt werden. Diesen Empfänger am Kabel zu betreiben ist zwar schlicht eine Sünde, aber auch hier gibt es keine Probleme: Das trennscharfe Filter leistet mehr, als so manches HiFi-Stereogerät, von Koffergeräten wollen wir hier nicht sprechen, da denen zumeist die entsprechende Buchse fehlt.

Fazit
Mit dem Satellit 500 hat Grundig gezeigt, daß auch aus dem Frankenland noch immer Innovationen und neue Ideen zu erwarten sind. Vergessen sollte damit der Patzer mit der Bezeichnung Satellit 300 sein. Eine konsequente Produktvorbereitung, ein motiviertes Entwicklerteam in Zusammenarbeit mit einem engagierten Produktmanager sind gute Ausgangspositionen. Wie die Marktdurchdringung sein wird, bleibt noch abzuwarten. Sind auch wesentliche Bauteile mit japanischen und amerikanischen Firmennamen gekennzeichnet und der Produktionsort in Portugal: Erst die qualifizierte Verbindung einzelner Komponenten brachte dieses überaus positive Ergebnis.

In der Bedienungsfreundlichkeit liegt das Gerät in seiner Klasse vorne, gut verständliche Unterlagen unterstützen dies. Was fehlt sind nur aktuelle Hinweise auf Hörer- und Hobbyvereinigungen wie die AGDX und deren aktuelle Informationen über Sender und Frequenzen. Die ROM-Tabelle, zusammen mit den genügend vorhandenen frei programmierbaren Speichern, erleichtert das Hören für die heute überwiegenden Programmhörer. Ihnen kommt auch die Klangqualität entgegen. Die Empfangsleistungen auf Langwelle, Mittelwelle und Kurzwelle sind gut bis sehr gut, auf UKW von anderen Marktteilnehmern unerreicht. Kleine Schwächen zeigen sich beim SSB-Empfang und beim Synchrondemodulator. Das Gerät ist ergonomisch gut durchdacht. Die vielen Details, die in diesem Test nicht alle aufgezeigt werden konnten, lassen dieses Gerät zum Maßstab für die Konkurrenz aus Fernost werden. Zudem ist der von Fachhändlern genannte Preis von 748 bis 788 DM für die von uns getestete Ausführung auch eine Herausforderung an den direkten Konkurrenten Sony ICF 2001 D, der rund 100 DM teurer angeboten wird.

Technische Einzelheiten:
Wellenbereiche: FM 87,5 - 108 MHz
SW 1612 - 26 100 kHz (Satellit professional 500)
SW 1612 - 30 000 kHz (Satellit international 500)
MW 513 - 1611 kHz
LW 148 - 353 kHz

Abstimmschritte: AM: 100 Hz - Schritte
FM: 25 Khz - Schritte

Speicher: 42 frei programmierbar, ROM - Tabelle mit 40 Stationen und 156 Frequenzen

Antennen: Ferritstab, Teleskopantenne 102 cm
Anschlüsse für: Stereokopfhörer, Tonbandaufnahme, Aussenantenne (schaltbar)

Stromversorgung: 4 x 1,5 V Monozellen
externe Spannungsquelle 12 V =, 220 ... 240 oder 110 ... 127 V, 50 - 60 Hz
Leistungsaufnahme: 0,8 VA

Besonderheiten: Synchrondemodulator für AM, mitlaufende Vorselektion, einbauter Impedanzwandler für Teleskopantenne, aktive Klangregelung, automatische Batterieprüfung, Akkulademöglichkeit

Gewicht: 1,8 kg ohne Batterien
Abmessungen (B x H x T) 304 x 178 x 66 mm

Preis: 748 - 788.- DM

weitere Lektüre:
d: Grundig Satellit 500 - ein kleiner Satellit überholt die japanische Konkurrenz, kurier 4/89

© tte, Fotos: WE, wwh 3 / 1989