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Grundig, FürthSatellit 650 |
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überarbeitet am 24.7.2010 |
Beim Grundig Satellit 650 handelt es sich um einen kosmetisch überarbeiten Satellit 600, der nur minime Veränderungen an den Bedienelementen mit Hinzufügen eines abschaltbaren Anschlusses für eine Langwellen- Peilantenne auf der Frontplatte erfuhr, so dass auch dieser Empfänger die begehrte Seefunkzulassung erhielt. Zum Abschluss der Serie grossformatiger Kurzwellenempfänger brachte Grundig den Satellit 650 in einer auf 1000 Stück limitierten Final Edition mit speziellem Schriftzug und Seriennummer auf der Frontplatte und speziellem Zubehör heraus. Versionen:
Das Gehäuse des in Schwarz gehaltenen Empfängers ist
querformatig, mit 50,5 x 24,5 x 20,5 cm und 8,5 kg
Gewicht gehört auch der Satellit 650 zu den voluminösen
Empfängern aus dem Hause Grundig, es gab ihn in einer grauen Gehäusefarbe mit farbigen
Tastenfeldern und in einer schwarzgrau - metallic Version. Hochfrequenzmässig erfolgt die PLL-Frequenzaufbereitung durch einen Mikroprozessor kontrolliert, digital, die Frequenz kann über eine Zehnertastatur oder mit dem Abstimmknopf mit elektronischem Schwungradeffekt und somit bei schneller Drehung grösseren Schrittweiten eingegeben oder - allerdings nur im entsprechenden Bandbereich - aus einem von 32 Kurzwellen- Speicherplätzen abgerufen werden. Manuell oder automatisch wird ein Variometer-Preselektor auf Durchlass der gewünschten Frequenz eingestellt, beim Automatikbetrieb fährt ein Motor über eine Antriebsschnur den Preselektor in die vorprogrammiert Stellung, wie von Geisterhand bewegt sich dabei begleitet von einem leisen Sirren der Zeiger auf der Preselektorskala an die richtige Stelle. Im LW und MW-Bereich trifft die Automatik das Mximum zuverlässig, auf der Kurzwelle kann das Signal durch minimes Nachstellen des Preselektors von Hand oft noch maximiert werden. Im ersten Mischer wird auf die erste ZF von 54,5 MHZ umgesetzt, dank der hochliegenden ZF und dem Preselektor ist der Satellit 600 übersteuerungsfest und resistent gegenüber Intermodulationen, die zum Auftreten von Geisterstationen führen. Nach einem zweistufigen Quartzfilter wird im nächsten Mischer die zweite Zwischenfrequenz von 460 kHz generiert, danach werden die zwei verschieden breiten ZF-Filter in den Signalweg geschaltet. Auch der Satellit 600 verfügt hochfrequenzmässig nur über zwei Bandbreiten, in Stellung schmal wird der NF-Frequenzgang zusätzlich beschnitten, im Stellung breit eliminiert ein 5 kHz-NF-Filter das lästige Pfeifen, das beim Empfang von zwei im 5 kHz-Raster auseinanderliegenden Kurzwellenstationen auftritt. In Stellung superweit wird das gleiche nicht eben steilflankige ZF-Filter eingesetzt, der NF-Frequenzgang wird hier zudem nicht beschnitten, diese Stellung eignet sich zum Empfang ungestörter starker Kurzwellensender und lokaler Mittelwellenstationen. Zum SSB-Empfang wird ein Hilfsträger von 459 resp. 461 kHz zugemischt. Nach der Demodulation wird das Signal der mit 10 W Sinus / 15 W Musikleistung traditionell grosszügig dimensionierten NF-Stufe übergeben, das Doppellaut- sprechersystem trägt das seine dazu bei, den Empfang starker Stationen mit dem Grundig Satellit 600 fast zum Ohrenschmaus werden zu lassen. Die integrierte Quartzuhr zeigt nicht nur die aktuelle Zeit und das Datum an, sondern ermöglicht mit Timerfunktion und einem Steuerkabel auch nicht überwachte timerkontrollierte Tonbandaufnahmen zu nachtschlafener Zeit. Empfangmässig kann der Grundig Satellit 600 im
vorderen Mittelfeld mit Stationsempfängern im gleichen
Preissegment mithalten, wegen der Ausmasse erscheint er
als Reiseempfänger ungeeignet. Internationale
Kurzwellendienste lassen sich in guter Qualität
aufnehmen. Zum DX kann nur das schmale ZF-Filter
eingesetzt werden, damit und mit der BFO-SSB-Empfangslösung
lässt sich der Satellit 650 nur beschränkt für den
Amateurfunk- und Funkdienstempfang empfehlen. Für den
Programmhörer und zum Einstieg ins schwierigere DX ist
der letzte grosse Grundig als Gebrauchtgerät sicher eine
gute Option. Ein Verdienst dieses Empfängers ist es,
aufzuzeigen, dass auch der Kurzwellenempfang bei
einigermassen ungestörter Empfangssituation einmal zum (Hör-)
Genuss werden kann. weitere Lektüre: © Martin Bösch 25.7.1999
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