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Grundig, Fürth

Testbericht Yacht Boy 220 - © AgDX
weltweit hören 5 / 1989

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überarbeitet am 24.7.2010

Praxistest: Grundig Yacht Boy 220

Eine DX Maschine ist er nicht, soll er auch nicht sein. Aber er kann so manches, was in seiner Preisklasse nicht selbstverständlich ist.
Wir haben ein Exemplar aus der Vorserie mit der Nummer 018 in Händen. Es ist der derzeit kleinste Empfänger aus der Yacht Boy Serie, mit den taschenbuchgroßen Maßen geht er wirklich auch in jede größere Jackentasche. Natürlich kann man ihn auch lässig mit der fest montierten Schlaufe am Handgelenk tragen, das Gewicht liegt ja nur bei rund 340 g. Für alle Fälle ist aber dem Gerät eine mit Klettverschluß verschließbare Kunstledertasche beigepackt. Als Standhilfe ist auf der Rückseite des Gerätes eine ausklappbare Stütze angebracht, die auch für robusten Gebrauch ausgelegt ist.

Die rund 55 cm lange Teleskopantenne wird auf der Geräteoberseite abgeklappt. Ein externer Antennenanschluß ist nicht vorhanden, das wäre auch eine Neuheit in dieser Preisklasse, zumal die optimal angepaßte Teleskopantenne den Anforderungen mehr als genügt. Wenn wir noch bei den "Äußerlichkeiten" sind: Ein Kopfhöreranschluß (3,5 mm) und ein Gleichspannungsanschluß (Netzteil) für 4,5 V sind auf der rechten Seite eingebaut. Als Zubehör kann das passende Steckernetzteil NR 30-75 bezogen werden. Wir haben das Gerät während des Testes mit drei Batterien mit je 1,5 V betrieben, aber auch entsprechende Akkus können eingesetzt werden. Wiederum gut gelungen ist übrigens die Bedienungsanleitung: Kurz, ausführlich und doch präzise.

Nach dem Einschalten mit dem farblich abgesetzten Schiebeschalter links unten überraschte uns der für die Größe des Lautsprechers wirklich gute Klang. Der Klang läßt sich übrigens gut variieren: Auf der rechten Geräteseite unter dem Tuning-Knopf befindet sich ein Schiebeschalter für die Klangfarben "Sprache", "Linear" und "Tiefenbetonung". Auf UKW sind z.B. der DLF auf 100,3 MHz und Antenne Bayern auf 100,6 ohne Schwierigkeiten klar aufzunehmen. Auf Kurzwelle machten wir den Standardtest mit RTL auf 6090 und Bayerischer Rundfunk auf 6085 kHz. Mit etwas Fingerspitzengefühl sind diese Stationen relativ klar zu trennen, wenn auch die Seitenkanalbeeinflußung nicht zu überhören ist. Eine gute Hilfe ist die Tuning-LED, welche die Feinabstimmung durch entsprechende Anzeige erleichtert. Besonders hervorzuheben ist die gute Empfindlichkeit auf allen neun Kurzwellenbändern, wie auch auf Langwelle. Weniger gut ist die Mittelwelle zu bewerten. Positiv zu vermerken ist, daß auch das 22-m-Band vorhanden ist. Nicht stören sollte die meisten potentiellen Käufer, daß die Stationen, die außerhalb der regulären Bänder senden, nicht empfangen werden können. Elegant gelöst ist die Bandwahl mit einem Wippschalter und einer LED-Anzeige des gewählten Bandes. Eine Besonderheit ist die elektronische Lautstärkeregelung mit einer automatischen Loudness, ebenfalls als Wippschalter ausgeführt. Die Frequenzanzeige ist übrigens nur analog, wobei natürlich ein genaue Ablesung der Frequenz trotz guter Skalierung nicht möglich ist. Eine digitale Frequenzanzeige wäre natürlich viel besser, aber bei dem angedachten Endverbraucherpreis von rund 180 DM wohl derzeit kaum zu realisieren.

Insgesamt ist dies ein gelungenes Gerät für die Reise. Nicht stören sollte dabei, daß es aus Kostengründen in Taiwan gebaut wurde, denn die hochintegrierten elektronischen Innereien wurden von Grundig konzipiert.

© tte , wwh 5 / 1989

Grundig Yacht Boy 220
Frequenzbereiche: UKW: 87,5 - 108 MHz
MW: 515 - 1630 kHz
LW: 140 - 290 kHz

KW: 9 Bänder 3,9 - 21,85 MHz
SW1 75-m-Band 3900 - 4000 kHz; SW2 49-m-Band 5950 - 6200 kHz
SW3 41-m-Band 7100 - 7300 kHz; SW4 31-m-Band 9500 - 9900 kHz
SW5 25-m-Band 11650 - 12050 kHz; SW6 22-m-Band 13600 - 13800 kHz
SW7 19-m-Band 15100 - 15600 kHz; SW8 16-m-Rand 17550 - 17900 kHz
SW9 13-m-Band 21450 - 21850 kHz

Ausgangsleistung: 0,5 W Spitze
ZF: 10,7 MHz und 455 kHz
Antennen: Teleskop für UKW und KW
Ferritstab für MW und LW

Stromversorgung: 3 Batterien mit 1,5 V
4,5 V Steckernetzteil NR 30-75 (extra)
Abmessungen: 140x90x35 mm
Gewicht: ca. 340 g
DBP-Zulassungsnummer: G600732W
Preis: ca. 178 DM