the Hallicrafters Co., Chicago

TW - 1000 A

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TW-1000A
 
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überarbeitet am 24.7.2010

Die Inspiration für den TW-1000A dürfte sich Hallicrafters bei Zenith geholt haben, der mit dem in verschiedenen Varianten produzierten Trans Oceanic als Reise - Weltempfänger einen enormen Erfolg gelandet hatte. Das Gerät gleicht stark dem H600 und ist sogar mit einer Tonregelung entsprechend dem "Radioorgan" ausgestattet und verfügt auch über eine absetzbar zu betreibende Antenne.

Einfachsuper, ZF 455 kHz

Analoganzeige mit Bandspreizung

AM

Batteriebetrieb (Anodenbatterien !), Netzbetrieb 110V AC/DC, mit Ballastadapter 1X1438 auch AC/DC-Betrieb mit 220V möglich.

Als grosse Kofferempfänger ist der Hallicrafters TW-1000A dem Zenith Trans Oceanic H600 fast aus dem Gesicht geschnitten: angesichts der Abmessungen von 43 x 30 x 20 cm und einem Gewicht von etwa 10 kg kann man sich vorstellen, wie beschwerlich der Empfang von Nachrichten aus der Heimat vor fünfzig Jahren noch gewesen war.

Der Empfänger verfügt, gleich wie der Trans Oceanic, über einen nach oben aufklappbaren Deckel, der die Bedienelemente beim Transport schützt. Oben neben dem Tragegriff kann eine Teleskopantenne für die Kurzwellenbereiche herausgezogen werden. Bei aufgeklappter Rückwand findet sich im Innern eine Mittelwellen - Ferritantenne und eine absetzbar zu betreibende weitere Kurzwellenantenne, die beispielsweise auf einer Bahnfahrt oder im Hotel mit einem Saugnapf am Fenster befestigt werden kann. Das oberste Fach ist dafür vorgesehen, die schweren Anoden- und Heizbatterien, die schon lange nicht mehr lieferbar sind, aufzunehmen.

Es fällt leicht, sich auf der Frontplatte einen Überblick zu verschaffen: Links und rechts neben dem nach vorn abstrahlenden Ovallautsprecher sind der Einschalter/Lautstärkeregler und der Bandschalter plaziert. Vier kleine Schiebeschalterchen dienen der Klangbeeinflussung, eienr verbesserten Sprache- / Musikumschaltung entsprechend.
Die Frequenzskala ist als Linearskala konzipiert und deutlich breiter, als die des Zenith - Pendants. Eine kleine rote Marke weist auf das aktuell eingeschaltete Band hin.
Die Verteilung der Frequenzbänder auf der Skala ist - gelinde gesagt - gewöhnungsbedürftig: gelb unterlegt in der Mitte der Skala ist der Langwellenbereich, als NAVIGATION bezeichnet und zum Empfang von Funkbaken für die Schiffart vorgesehen, in den USA gibt es keinen Langwellenrundfunk.
Der Mittelwellenbereich findet sich zuunterst, er ist als STANDARD BROADCAST bezeichnet und mit Marken für "Civil Defense", Aussendungen der amerikanischen Zivilschutzorganisation im Katastrophenfall, versehen.
Ein Grenzwellenbereich mit 1,6 - 3,9 MHz findet sich zuoberst, Band 5 deckt mit 3,9 - 8 MHz die Tropenbandbereiche 75 - 60 Meter und das 49 sowie das in USA ungebräuchliche 41 m Rundfunkband ab.
Die gespreizten Bandbereiche für das 31m-Band (9,22 - 10,3 MHz) ist Band 4, das 25 m-Band (11.4 - 12,3) Band 6 und die Bereiche 19 und 16 m (14,2 - 15,7 respektive 17,3 - 18,2 MHz) finden sich als Band 2 und 3 weit oben auf der Skala.
Wenn auch die Bandverteilung erratisch erscheint, scheint Hallicrafters die Nutzung der out-of-band - Frequenzen durch amerikanische private Kurzwellenstationen vorweggenommen zu haben.

Das Gerät ist heute als Sammlerstück zu beurteilen, niemand wird wohl mehr daran denken, einen Batterieröhrenempfänger auf die Reise mitzuschleppen. Die Batterien sind seit langem nicht mehr erhältlich, mit dem US-Modell ist in Europa nur Betrieb über einen Vorschalttrafo möglich.
In der Sammlung markiert der TW-1000A einen Meilenstein, kurz bevor die viel kleineren und leichteren Transistorempfänger mit teils auch schwächeren Empfangsleistungen verfügbar wurden.

© Martin Boesch, 20.3.2008