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Icom, Osaka

Testbericht IC - R 7100 - © weltweit hören, 2 / 1991

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überarbeitet am 24.7.2010

ICOM IC - R 7100 - Hohe Frequenzen - hohe Qualität

Ein Hör- und Erlebnisbericht von Nils Schiffhauer, DK 8 0K

Bereits im Februar 1990 wurde er in einer deutschen Fachzeitschrift per Inserat angepriesen, auf der HAM-RADIO vorgeführt, aber erst Ende des Jahres in Stückzahlen auch in Deutschland ausgeliefert. Seine Vorgänger IC-R70 und IC-R71 hatten bekanntlich Geburtsschwierigkeiten, also offenbar nichts Außergewöhnliches für ein ICOM-Gerät.

Was nur ist mit ICOM (Europe) los? Da fertigt das Stammhaus in Osaka seit Jahr und Tag gute bis weit überdurchschnittliche Empfänger wie Transceiver, muß sich aber in einem Teil Europas aus seine Düsseldorfer Depandance mit durchaus umstrittenen Ruf stützen. Wer selbst schon einmal in der dortigen Himmelgeister Str. 100 Informationen angefordert oder gar technische Fragen gestellt hat, weiß was ich meine. Das Niveau des geschäftlichen wie sozialen Umgangs tendiert gegen Null und unterschreitet diese Grenze gegenüber z.B. einigen Journalisten auch noch. Wer die Konsequenzen ziehen kann, der zieht sie. So ist die Mitarbeiter-Fluktuation bei ICOM (Europe) legendär. Auch viele der drei Handvoll autorisierten ICOM-Händler sind mit dem amateurhaften bis bräsig-patzigen Stil aus Düsseldorf mehr als nur unzufrieden. Wer als "autorisierter" Händler nicht zum Zuge kam, ist den anderen sogar oft eine Nasenlänge voraus: mit schöner Regelmäßigkeit sind die ICOM-Neuheiten zumeist wochen- bis monatelang erst bei den inoffiziellen Händlern zu kaufen, bevor die autorisierten ICOM-Händler auch nur das erste Prospektstückchen in der Hand haben - von einem Gerät mit dann oft noch skurrilen Frequenzgrenzen ganz zu schweigen! Aber selbst diese Informationen werden bei ICOM (Europe) restriktiv gehandhabt. Wer aus Düsseldorf eine "Vertraulich" gestempelte Kopie eines englischsprachigen Prospektes zu einem Zeitpunkt bekommt, nachdem der inoffizielle Händler sogar das Gerät schon auf den Tisch des Testers gestellt hatte, der sieht diese Lachnummer nur mit Kopfschütteln. Daß überdies die verschiedenen Händlergruppen noch wegen scheinbarer Banalitäten gerichtlich überkreuz liegen, vervollständigt diesen Eindruck. ICOM (Europe) schadet durch seine unprofessionelle Art und Weise nicht nur dem Ruf seiner Produkte und seiner eigenen Händlerschaft, sondern setzt den Durchschnitt eines ohnehin nicht immer atemberaubend hohen Stil des branchenüblichen Umganges signifikant herab. Da dieser Umgang mit Personen zu tun hat, war dieser StiI nicht immer so bodenlos und muß dies auch nicht für alle Zukunft so bleiben.

Was man über 30 MHz hören kann
Lasset uns aber von etwas Angenehmerem sprechen, dem neuen ICOM-Empfänger IC-R7100, dem Nachfolger des IC-R7000. Dieser VHF/UHF/SHF-Empfänger wurde im März in Japan vorgestellt, Anfang Juni hatten wir von Difona das erste Testgerät auf dem Tisch - nachdem einige Anfragen an ICOM (Europe) unbeantwortet blieben. Difona mit seinem Chef Alfred Kramer zählt ebenso wie Telcom (Krefeld) - nicht zum Kreis der sogenannten "autorisierten" ICOM-Händler und kauft seine Geräte auf dem japanischen Inlandsmarkt ein.
Der IC-R7100 wird dem Kurzwellenempfänger IC-R72 ebenso zur Seite gestellt, wie schon die Vorgänger IC-R71 und IC-R7000 ein zum Verwechseln ähnliches Paar abgaben. Der IC-R7100 überstreicht den gesamten Frequenzbereich von 25 MHz bis 2 GHz, der aus mehreren Gründen immer populärer wird. Da sind zum einen die Aktivitäten der Funkamateure mit ihren inzwischen weltweiten Kontakten auf 6 m, da sind zum anderen die interessanten Möglichkeiten der Wellenausbreitung gerade zwischen 30 MHz und 80 MHz. Vom Empfang 100 W starker Community - Feuerwehren in den USA über osteuropäische Rundfunksender bis zu Feeder- Sendungen für italienische, britische oder südamerikanische Rundfunkanstalten ist in diesen Bereichen alles drin. Auch der Betriebsfunk mit seinen Sparten Polizei, Feuerwehr, DRK, BGS, Bundeswehr usw. Der Empfang dieser Dienste ist im übrigen verboten, und die Bundespost setzt dieses Empfangsverbot damit durch, daß selbst das betriebsfertige Bereithalten eines solchen Empfängers ein Verstoß gegen das Femmeldeanlagen- Gesetz ist. Die strafen sind drakonisch. Trotz allem gibt es mit den Funkamateuren eine Gruppe, die gefahrlos einen solchen Empfänger betreiben darf. Allerdings auch nur für bestimmte Zwecke - z.B. zum Abhören anderer Funkamateure (neuerdings ist sogar das britische 60-MHz-Band in Deutschland empfangsseitig zugelassen), für Empfang von Wettersendungen (viele Flughäfen sind hier zu hören), zum Rundfunkempfang (noch und völlig unverständlicherweise ist allerdings der Empfang osteuropäischer UKW-Sender im OIRT-Band unter 73 MHz verboten) oder zum Zeitzeichenempfang über Satelliten. Interessant ist es auch. die oft recht hohen Pegel der Harmonischen (Grundfrequenz mal 2 oder drei oder 4. . .) von Rundfunksendern oberhalb von 30 MHz zu empfangen - was auf der eigentlichen Grundfrequenz wegen Interferenzen oder Ausbreitungsbedingungen oft nur Mangelhaft kommt, ist dann auf der Harmonischen vielfach nicht übel zu hören. Leider werden Empfangsberichte auf diesen Frequenzen (z.B. BBC 30.140 kHz zur Grundfrequenz 15.070) von den jeweiligen Technischen Direktionen nicht mit offenen Armen aufgenommen und vielfach lieber zunächst ein Fehler im Empfänger suggeriert.
Wer näher in diese faszinierende Welt oberhalb 30 MHz einsteigen will, dem seien zwei Fachbücher aus dem Siebel-Verlag empfohlen: im "UKW-Sprechfunk-Handbuch" kann man nachschlagen, auf welchen Frequenzen welche Dienste zu finden sind, während das Buch "Scanner" Informationen und Testberichte zu diesem Thema bringt. Wer sich als Fortgeschrittener fühlt, der kommt an der FM-LIST nicht vorbei, die Günter Lorenz nicht zuletzt durch eigene Beobachtungen zusammengetragen hat. Es handelt sich dabei um professionelle Computerausdrucke (Laserprinter), die (fast) alle Rundfunksender, TV-Audio-Kanäle und Zuspielfrequenzen zwischen 40 MHz und 108 MHz nach Regionen getrennt aufführen.
Diese bunte Vielfalt von Diensten zeigt auch schon, daß ein bemerkenswerter Empfänger oberhalb von 30 MHz ebenso sorgfältig konstruiert sein muß wie ein Gerät mit Frequenzen unter 30 MHz. Wer allerdings nur die umliegenden Amateurfunk-Relais auf 2 m empfangen will oder gelegentlich an Sporadic-E-Überreichweiten mit ihren starken Signalen teilnehmen möchte, der braucht die etwa 2300 DM für einen IC-R7100 nicht auszugeben. Einsteiger und selbst Fortgeschrittene sind mit Scannern wie dem Standard AX-700E oder dem YAESU FRG-9600 (mit SSB) bestens bedient. Wer allerdings alles haben möchte, der kommt am IC-R7100 ebenso wenig vorbei, wie vormals am IC-R7000, der vielfach verstärkt mit Computeranbindung und ausgefuchster Software - auch im professionellen Bereich eingesetzt wird. Und der Empfangsteil des IC-R9000 gleicht oberhalb von 30 MHz dem Blockschaltbild des IC-R7000 wie ein Ei dem anderen.

Professionelles Konzept
Was den IC-R7100 so einzigartig macht, ist sein kompromißlos professionelles Konzept sowie seine einfache Bedienung. Ob man WetterFAX von umlaufen Satelliten empfangen möchte, einen Funkamateur in Gambia auf 6 m, eine Diskussion im Moskauer Stadtsowjet über einen OIRT-Sender, den Tonkanal des israelischen Fernsehens, Baken auf 23 cm, Sprechfunk von den Golanhöhen - was auch immer, der IC-R7100 bietet hierfür eine rundum gelungene Lösung. Er begründet auch hinsichtlich seines Großsignalverhaltens und seiner Trennschärfe eine eigene Geräteklasse, der sich allenfalls - und wie ich meine, mit leichten Abstrichen - der AR-3000 von AOR zur Seite stellen läßt.
Der Empfänger überstreicht den Frequenzbereich von 25 MHz bis 2 GHz in wählbaren Schritten zu 100 Hz, 1 kHz, 5 kHz, 10 kHz, 12,5 kHz, 20 kHz, 25 kHz, 100 kHz und 1 MHz. Das läßt eine gute SSB-Abstimmung (100 Hz) ebenso zu wie man in größeren Bereichen beim 100-kHz-Raster eine Übersicht behält. Im Bereich von 25 MHz - I GHz sowie im 23-cm-Amateurtunkband sind die Daten garantiert. Der Empfänger arbeitet als Dreifachsuper in den Betriebsarten SSB, AM und FM-Schmal, während er für FM-Breit (Rundfunk) unter Weglassen der letzten ZF als Doppelsuper geschaltet ist. Zwischen 25 MHz und 512 MHz liegt die 1. ZF bei 778,700 MHz; zwischen 512 MHz und 1,025 GHz beträgt sie 266,700 MHz. In beiden Fällen liegt die 2. ZF bei 10,7 MHz. Der Bereich oberhalb von 1,025 GHz wird durch einen zusätzlichen, internen Quarzkonverter erschlossen. Herausragendes Feature ist die mitlaufende Vorselektion ("Tracking Preselektion"), die alle in diesem Bereich besonders gefürchteten Nebenwellen auf mehr als 50 dB Abstand hält und außerdem für ein überragendes Rausch- und Großsignalverhalten sorgt. Auch die Trennschärfe ist auf die vielen Einsatzfälle ausgerichtet. Sie liegt für SSB (und CW) bei 2,4 kHz, während für AM und FM-Schmal zwei Bandbreiten zur Verfügung stehen 6 kHz und 15 kHz. Ergänzt wird dieses durch FM-Breit mit gut 150 kHz Bandbreite. SSB verwendet man nicht nur in SSB, sondern auch für einige FAX-Ausstrahlungen und selbstverständlich Harmonische von SSB-Sendungen. AM wird im zivilen Flugfunkbereich fast durchgehend verwendet. Die umliegenden Flughäfen können gut mit 15 kHz Bandbreite abgehört werden, während sich das Signal-/Rauschverhältnis vor allem bei schwächeren Signalen in Stellung 6 kHz bedeutend verbessert. FM-Schmal sollte zunächst mit 15 kHz Bandbreite versucht werden. Hiermit ist Sprechfunk am besten zu hören. Liegt das Signal jedoch dicht an der Rauschschwelle, so können vor allem Sprachsendungen durch Umschalten auf 6 kHz in ihrer Verständlichkeit bedeutend verbessert werden. Das geht sogar soweit, dass durch diese Einengung der Bandbreite vorher nicht hörbare Stationen aus dem Rauschen auftauchen. FM-Breit ist für den normalen Rundfunkempfang sowie für den Empfang des Fernsehtons eingebaut. Für die Darstellung auch des Fernsehbildes auf einem separaten Monitor steht übrigens der als Zubehör erhältliche Konverter TV-R7100 zur Verfügung. Wenn man mit 150 kHz Bandbreite bei Rundfunkempfang nicht mehr weiterkommt - z.B. bei Interferenzen oder schwachen Signalen -, so kann man auch für Rundfunkempfang auf 15 kHz Bandbreite schalten. Musiksendungen werden dann zwar verzerrt sein, Sprache aber kommt in vielen Fällen noch verständlich. Mancher DX-Empfang kann dadurch noch gerettet werden.
Die Empfindlichkeit entspricht mit 0,2 uV für SSB bei 10 dB S+N/N in SSB (0,35 uV für FM / 12 dB SINAD) der guten Amateurfunkgeräte. Das Kunststück ist beim IC-R7100 allerdings, diese hohe Empfindlichkeit über den gesamten Frequenzbereich bemerkenswert gleichmäßig hoch zu halten. Hoher Bedienungskomfort mit vielen Suchlaufmöglichkeiten.
Soweit zu einigen Aspekten der technischen Leistungsfähigkeit diese Gerätes. Aber auch der Bedienungskomfort ist nicht zu verachten. Insgesamt stehen 900 Speicherfrequenzen zur Verfügung, die in neun verschiedenen "Banken" mit je 100 Frequenzen organisierbar sind. Jeder Speicherplatz kann mit einer individuellen Nummer von 1 bis 9 markiert werden; Speicher mit einer gemeinsamen Nummer lassen sich dann auch gemeinsam scannen. Zehn Bereiche lassen sich durch jeweils untere und obere Eckfrequenzen markieren und dann auch scannen. Man denke hier an Rundfunk- wie Amateurfunkbereiche, auf die sich der große Empfangsbereich dann für diesen Zweck einschränken läßt. Der Zugriff zu den Speicherfrequenzen kann übrigens auch mit der Hauptabstimmung erfolgen, was ich im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten - UP/DOWN-Tasten oder numerische Eingabe - am angenehmsten empfinde.
Wichtig für die Abstimmung in allen FM-Betriebsarten ist die Mittenanzeige. Mußte beim IC-R7000 noch immer das S-Meter auf Diskriminator-Anzeige umgeschaltet werden, so verfügt der IC-R7100 nun im gut ablesbaren und hintergrund- beleuchteten Display über ein System von zwei Pfeilen und einem Quadrat zur exakten Anzeige. Das ganze arbeitet so ähnlich wie die Lichtwaage der Sucherkamera Leica M6: man weiß immer genau, in welche Richtung man für eine optimale Einstellung drehen muß. Unterstützt wird diese Einstellung durch die AFC, die das Signal automatisch innerhalb eines gewissen Bereiches auf Mitte zieht. So lassen sich auch kleine Ablagen von der Normfrequenz sehr genau bestimmen - beispielsweise beim sogenannten Präzisions- Offset der Fernsehsender In AM/SSB dient dieselbe Taste (AFC) zur Aktivierung des Störaustasters, der die gerade in diesen Bereichen allfälligen Knack-Störungen durch Haushaltsgeräte fast komplett beseitigt.

Um den Riesen-Frequenzbereich des Empfängers vernünftig handhaben zu können, sind eine Vielzahl von Suchlauf-Möglichkeiten vorgesehen

  • im Programm-Scan wird ein durch Eckfrequenzen markierter Abschnitt im eingestellten Frequenzraster abgetastet
  • im Speicher-Scan werden alle belegten Speicher abgetastet, auf Wunsch lassen sich markierte Speicherplätze dabei überspringen (SKIP)
  • im Betriebsarten-Speicher-Scan werden nur die Speicher abgetastet, die mit einer gemeinsamen Betriebsart gespeichert sind (also nur SSB oder nur FM-schmal usw.)
  • im Nummern-Speicher-Scan werden alle die Speicher abgetastet, die mit einer gemeinsamen Nummer (1 - 9) markiert
  • im Window-Scan lassen sich zwei Frequenzen alternierend und mit mehr als 40 Kombinationen überwachen
  • sehr effektiv ist der AUTO-Scan, mit dem belegte Frequenzen automatisch in einen vorgesehenen Speicherbereich eingeschrieben werden.

Besonders AUTO-Scan ist wichtig, um die oft nur sporadischen Aktivitäten innerhalb eines großen Frequenzbereiches herauszufinden: man programmiert den Frequenzbereich und läßt ihn einen Tag lang in AUTO-Scan durchlaufen. Am nächsten Tag weiß man dann ziemlich genau, welche Frequenzen aktiv sind und kann diese separat abspeichem. Sie lassen sich dann im normalen Speichersuchlauf gezielt überwachen.
Eine Erleichterung beim Scannen ist die - schaltbare - VSC-Funktion: damit stoppt der Scanner nur auf solchen Kanälen, auf denen auch gesendet wird. Unmodulierte Träger werden dabei übergangen.
Mit der ebenfalls eingebauten Zeitschaltuhr kann der Empfang noch weiter automatisiert werden: sie läßt sich auf fünf Ein- und Ausschaltzeiten programmieren, wobei jeder dieser fünf Timer für jeweils eine andere Speicherfrequenz arbeiten kann. Mit einem auf der Rückseite anschließbaren Cassettenrecorder kann dann auch der Inhalt der Sendung aufgenommen werden. Geradezu unendlich viele Möglichkeiten biete eine Computer-Ansteuerung, für die das Interface CT- 17 (Option) erhältlich ist. Gerade blinde Hörer werden die nachrüstbare Frequenzansage (in Englisch) zu schätzen wissen.

Leistungsstark in der Praxis
Wie führt sich nun diese ganze Herrlichkeit in der Praxis auf? Wir haben den IC-R7100 mit dem IC-R9000 verglichen und dafür sowohl an eine Discone-Antenne als auch an eine logarithmisch- periodische Antenne von Create anschließen können. Am meisten interessierte uns dabei der Bereich bis etwa 100MHz, bei besonderer Konzentration auf die Frequenzen unter 70 MHz. Hier sind ja die vielfältigsten Ausbreitungsphänomene zu beobachten, und hier werden auch große Ansprüche an den Empfänger gestellt. So konnten wir im 10-m-Band der Funkamateure eine sehr gute Empfindlichkeit und eine sehr gute Trennschärfe feststellen, die mit einem Amateurfunkempfänger ziemlich gleichzieht. Allerdings scheint der NF-Teil auf die breiteste Bandbreite - also FM - ausgelegt zu sein und weist deshalb in SSB ein höheres Rauschen als bei einem auf SSB spezialisierten Amateurfunkempfänger auf. Es kann leicht mit einem nachgeschalteten NF-Filter unterdrückt werden. Auf 29 MHz konnten wir allerhand Amateurfunksender hören, die diesen Frequenzbereich vor allem zum europaweiten Klönen mit Leistungen zwischen 100 mW und 50 W nutzen. Von Vorteil ist hier die AFC, da es in diesem Bereich kein etabliertes Frequenzraster gibt und so manch umgebauter CB-Transceiver auch "wandert".
SSB und CW konnten wir weiter auf 6 m ausprobieren, wo die britische Bake GB3NGI (CW) ebenso problemlos wie der britische Funkamateur G4UPS (SSB) zu empfangen war. Weiter ging es im OIRT-Band, das sich von 68 MHz bis 73 MHz erstreckt und in dem viele Sender Osteuropas senden. Dank der Sporadic-E-Bedingungen fanden wir dort Station an Station - von Ungarn über Rumänien bis zur UdSSR. Auch im westeuropäischen UKW-Rundfunkbereich konnten Empfindlichkeit, Trennschärfe und Großsignalverhalten überzeugen, den 20-dB-Abschwächer haben wir niemals einschalten müssen. Auch der Empfang der umlaufenden Wettersatelliten um 136 MHz warf keinerlei Probleme auf. Ergebnis eines langen Praxistestes: wer sich ernsthaft und intensiv für Frequenzen oberhalb von 30 MHz interessiert, für den ist in dieser Preisklasse der IC-R7100 die erste Wahl.

Bezugsquellen: DIFONA, Sprendlinger Landstr. 76, D-6050 Offenbach

Technische Daten IC - R 7100
Gerätebezeichnung: IC - R 7100
Frequenzbereich: 25 MHz - 2 GHz
Betriebsarten: AM SSB (USB / LSB), FM-breit, FM-schmal
Speicher: 900
Empfangssystem / Zwischenfrequenz(en): Doppel- bzw. Dreifachsuper mit den ZFs 778,700 (25 - 512 MHz) bzw. 266,700 (512 - 1025 MHz) als 1. ZF, 10,7 MHz als 2. ZF, 455 kHz als 3. ZF (außer FM - breit).
Der Bereich 1025 MHz - 2 Ghz wird durch einen zusätzlichen Quarzkonverter erschlossen

Empfindlichkeit: 0,2 uV für 10 dB S+N / N in SSB, 1,6 uV für 10 dB S+N/N in AM, 1,0 uV bei 12 dB SINAD in FM - breit, 0,35 uV für 12 dB SINAD in FM - schmal

Trennschärfe (-6dB): SSB 2,4 kHz; AM und FM schmal 6 kHz; FM - schmal und AM - breit 15 kHz, FM - breit 150 kHz
Spiegelfrequenzsicherheit: besser als 50 dB

Antennenanschlüsse: 1 x N-Buchse
NF-Teil: 2 W Ausgangsleistung an 8 Ohm, mehr als 1 W in FM-schmal Stromversorgung: 220 V
Abmessungen: B 241 x H 94 x T 229 mm
Gewicht: ca. 6 kg
Preis: unter DM 2400

Zubehör: Breitband-Discone-AntenneAH-7000, Femseh-KonverterTV-R7100, drei externe Lautsprecher

Hersteller: ICOM (Osaka)
Vertrieb: (Amateurfunk-) Fachhandel

© Nils Schiffhauer, 28. Juni 1991, wwh 8 / 1991

weitere Lektüre:
d: Icom IC - R 7100 - Scanner für Profis, Harald Kuhl, Radio hören 7 / 1997