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Japan Radio Company Ltd., Tokyo

NRD - 1E

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überarbeitet am 24.6.2012

Der NRD-1107D ist ein einfach zubedienender professionell aufgebauter Seefunkempfänger, der ganz auf die Bedürfnisse des Funkverkehrs mit Stationen auf Fixfrequenzen zugeschnitten ist.

Doppelsuper über 7 MHz,

Analoganzeige auf 1 kHz genau,
90 kHz - 30 MHz.

AM, CW, SSB (BFO)

Empfindlichkeit < 2 uV (CW)

Selektivität -6 dB
1 / 3 / 6 kHz

RF-Gain, drei AGC-Geschwindigkeiten, Crystal calibrator, Motorabstimmung

Der NRD-1E ist ein im Marinefunk und im kommerziellen Bereich eingesetzter Allwellenempfänger, der sich im Design recht stark an den Collins 51J-4 anlehnt. Eventuell könnte der auf einer finnischen Website erwähnte NRD-143, der vom Design her extrem stark an den 51J-4 angelehnt ist, das Zwischenglied sein.
Der röhrenbestückte Empfänger wurde um 1965 entwickelt und deck einen Bereich von 90 kHz - 30 MHz ab, bis 7 MHz arbeitet er als Dreifachsuper, darüber als Doppelsuper.

Vom Gerät existiert eine Rack- und eine Desktop-Version, letztere wiegt 23 kg und ist mit 48,9 x 24 x 40 cm recht wuchtig ausgefallen. Das Gerät ist für den japanischen Markt konzipiert und ist zum Betrieb an die dort üblichen 110-120 V vorgesehen, zum Betrieb am europäischen Netz ist ein Vorschalttransformer sowie ebenfalls ein externer Lautsprecher (Original JRC SP-101) erforderlich.

JRC NRD-1E FrontDie Frontplatte ist bereits sehr ähnlich wie die von späteren NRD-Empfängern aufgebaut. In der Mitte findet sich die Frequenzskala: mit dem Frequenzbandschalter links unten wird der 1 MHz-Bereich gewählt, eine Leuchtmarke zeigt den Bereich auf der oberen Skala an. Der Abstimmknopf bewegt eine weitere Leuchtmarke, die auf der unteren Linearskala zwischen den 100 kHz-Marken die 100 kHz-Position anzeigt, an der rotierenden Skala über dem Abstimmknopf werden die kHz-Stellen angezeigt. Mit einem 100 kHz-Eichmarkengeber (Calibrate) kann die 0 kHz-Position lokalisiert und der Ablesestrich der Analogskala entsprechend verschoben werden.
JRC NRD-1E Skala
Der Empfänger ist mit einer Motorabstimmung ausgestattet, ein Druck auf die AUTO-Taste genügt und der Abstimmknopf bewegt sich wie von Geisterhand, wenn nicht das Motorgeräusch unüberhörbar wäre.

Der Regler für die HF-Verstärkung RF-Gain liegt links der Hauptabstimmung, mit dem Schalter in der rechten oberen Ecke können drei Abstimmgeschwindigkeiten gewählt oder der RF Gain manuell eingestellt werden, rechts neben der Hauptabstimmung findet sich der mit AF Gain bezeichnete Lautstärkeregler, gleich daneben der Bandbreitenschalter und die Buchsen für Kopfhörer und Lautsprecher.
Links und rechts der kHz-Skala finden sich der Schalter und der Regler für den BFO zum CW- und Einseitenbandempfang.
Die Hauptschalter finden sich rechts und sind mit POWER A und B bezeichnet, die Funktion ist mir nicht ganz klar, zum Betrieb müssen beide eingeschaltet sein, wahrscheinlich aktiviert der eine Schalter die Röhrenheizungen (zum Vorwärmen) und der zweite die Anodenspannung zum Betrieb, ähnlich wie beim HRO, bei dem B+ ebenfalls die Anodenspannung schaltet.

Auf der Rückseite findet sich oben rechts der Antennenanschluss des Preselektors, dieser ist mit einem Kabel mit dem Antenneneingang des Empfängers unten auf dem Chassis verbunden. Neben einem ZF-Ausgang findet sich ein Multipolverbinder, an den beiden horizontalen Kontakten in der rechten unteren Ecke kann das Audiosignal abgenommen werden.

Das Innenleben des NRD-1E ist eindrücklich und erinnert mit dem in der Mitte angeordneten runden PTO (mit schöner japanischer Beschriftung) an den 51J-4, die Mechanik ist allerdings weit weniger aufwendig.

Die mechanischen Filter sind in der rechten vorderen Ecke des Chassis angeordnet, das Innenleben des Geräts ist dank des aufklappbaren Deckels problemlso zugänglich und der innere Aufbau wie bei späteren NRD-Empfängern vorbildlich schön gelöst.
NRD-1E Filter

Nach Anschluss einer entsprechenden Spannungsquelle stellt die Bedienung für jeden, der einmal vor einem 51J-4 gesessen hat (oder der einen NRD-505/515 sein eigen nennt), keinerlei Problem dar: MHz-Band mit dem Bandschalter wählen, Frequenz einstellen (wer nicht lange kurbeln mag, kann auf den AUTO-Knopf drücken und sich an der Motorabstimmung freuen), RF-Gain auf dem rechten Anschlag, AGC auf L, Bandwidth auf 6 oder bei Nachbarkanalstörungen auf 3 KHz und schon kanns in den Rundfunkbändern losgehen, zum CW-Empfang ist das schmale Filter zu wählen und der BFO zu aktivieren.
Nach ungewiss langer Standzeit und ohne Abgleich brachte der NRD-1E an der Behelfsantenne gleich mehrere Stationen im 25m-Band mit schönen Pegeln und angenehmer Verständlichkeit aus dem Lautsprecher. Klar, der NRD-1E ist ein Sammlergerät, die neueren solid state - NRD's werden ihn wohl rasch deklassieren, was Frequenzstabilität und Ablesegenauigkeit angeht, als JRC-Liebhaber ist es aber ein tolles Gefühl, vor einem röhrenbestückten Empfänger zu sitzen, der sich nicht nur wie ein NRD-515 bedienen lässt sondern auch ein NRD ist.

keine gefunden, ich wäre dankbar um Serviceunterlagen

© Martin Bösch 24.6.2012