Home

Japan Radio Company Ltd., Tokyo

Testbericht NRD-505 - © ADDX, kurier

Logo
Reiseempfänger
Portable Empfänger
Stations-Empfänger
Oldie - Empfänger
"Boatanchors"
Militärisches Gerät
 
JRC
 
NRD - 1107
NRD - 505
NRD - 515
NRD - 525
NRD - 535
NRD - 545
NRD - 345
 
Empfängerliste
Empfänger - Manuals

überarbeitet am 25.7.2010

JRC NRD-505 - 10 kg Technik mit Kurzzeitgedächtnis
getestet von Bernd Ehlers

Doppelsuper, ZF 70,455 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige auf 100 Hz genau, 100 kHz - 30 MHz.

AM, CW, USB/LSB

Empfindlichkeit SSB <0,5 uV

Selektivität -6 dB
4,4 kHz, 2,0 kHz

S-Meter, RF-Gain, AGCx2, Noise blanker, 4 Speicher

Gerätebeschreibung
In einem sehr soliden Metallgehäuse mit den Abmessungen 340x158x352 mm und dem Gewicht von ungefähr 10 kg verbergen sich in vollem Ausbau 10 steckbare Printplatten sowie der VFO und das Netzteil. Die Frontplatte ist zwar ebenfalls solide, wirkt aber, wie häufig bei kommerziellen Geräten, ein wenig zusammengebastelt. Ausserdem sind ergonomische Gesichtspunkte nur zum Teil berücksichtigt, so ist die Abgleichschraube für die Analogskala sehr scharfkantig ausgefallen und ausserdem unglücklich angeordnet, daß man beim Betätigen des Hauptabstimmknopfes Angst um seine Fingernägel haben muß. Ferner ist unverständlich, daß die letzte Stelle der Digitalanzeige, die den 100-Hz - Wert angibt, nicht von den übrigen durch einen leuchtenden Punkt abgetrennt ist. So muß man mehrfach hinsehen, um die Frequenz richtig zu erkennen. Bemerkungen hierzu: Der Delta f-Knopf (Bereich +/- 3 kHz) wirkt nicht auf die Digitalanzeige und der BFO nur bei CW-Betrieb.

Ein besonderer Leckerbissen ist der Speicher, der 4 Frequenzen für ungefähr 10 Stunden speichern kann. Er ist immer dann nützlich, wenn z. B. eine Station auf mehreren Frequenzen sendet und man die optimale, die sich ja leicht ändern kann, schnell parat haben will. Leider wird hierfür ein Aufpreis von etwa DM 400,- verlangt.

Beim NRD-505 handelt es sich um einen typischen Stationsempfänger, der nicht für Batteriebetrieb ausgelegt ist und auch nicht über eingebaute Antennen und einen Lautsprecher verfügt. Vor der ersten; Inbetriebnahme muß an einem 8-poligen Stecker an der Rückseite eine Brücke eingelötet werden, im übrigen dient dieser Stecker dazu, bei der Zusammenschaltung mit einem Sender die notwendigen Verbindungen herzustellen. Ist diese Tat vollbracht, und sind Lautsprecher und Antenne angeschlossen alle erforderlichen Stecker sind dem Gerät beigelegt-kann der Empfang losgehen. Über einen griffigen Schalter können die MHz-Bereiche vorgewählt werden und über den Hauptabstimmknopf der Rest. Die Untersetzungen betragen 100 kHz pro Umdrehung bzw. 33 kHz für die Feinabstimmung. Die Funktionen der übrigen Bedienungselemente ergeben sich aus der Beschriftung der Frontplatte.

Das Blockschaltbild gibt einen Eindruck von dem hohen Schaltungsaufwand, der beim NRD-505 getrieben wurde. Über einen zuschaltbaren Abschwächer gelangt das Antennensignal über 5 Bandfilter, die automatisch umgeschaltet werden, zum HF-Verstärker. Der Oszillator ist nach dem PLL-Prinzip aufgebaut und arbeitet im Bereich von 70,555 bis 100,455 MHz, daraus resultiert eine 1. ZF von 70,455 MHz, die durch eine Gegentaktmischstufe erzeugt wird. Durch Mischung mit einem quarzgesteuerten Oszillator von 70 MHz ergibt sich dann die übliche 2. ZF von 455 kHz. Bei den folgenden ZF-Stufen können wahlweise 3 Bandbreiten benutzt werden: ein keramisches Filter für den AM-breit-Betrieb bzw. ein mechanisches Filter für AM-schmal SSB und CW-breit sowie gegen Aufpreis ein weiteres mechanisches Filter für CW-schmal. Beim SSB-Betrieb wird ein Produktdetektor benutzt, ausserdem wird je nach Wahl des Seitenbandes die Digitalanzeige um + 1,5 bzw. - 1,5 kHz korrigiert. Die NF-Ausgangsleistung mit ungefähr 1 W liegt im Rahmen des Üblichen, vermisst wird jedoch die Möglichkeit, den Frequenzgang zu beeinflussen.

2. Meßergebnisse
Die Messergebnisse übertreffen die Herstellerangaben fast immer deutlich. Besonders bemerkenswert sind die sehr guten Werte der Spiegelfrequenzsicherheit und die hervorragenden Ergebnisse bei der Prüfung des Frequenzzählerfehlers und der Stabilität.

Neben der getesteten Ausführung ohne FTZ-Nummer werden 2 Versionen mit dieser Nummer angeboten; eine für den Rundfunkempfang (Bereichsanfang 145 kHz) und eine für die Verwendung im einseitigen Seefunkdienst.

3. Empfangsergebnisse
Es bedarf nur einer kurzen Eingewöhnungszeit, um den NRD-505 sicher zu bedienen. Erfreulich exakt arbeiten Haupt- und Feinabstimmknopf jedoch mit dem schon eingangs erwähnten Mangel der Verletzungsgefahr. Ausserdem fehlt für den Hauptabstimmknopf etwas Schwungmasse, der Frequenzwechsel von Anschlag zu Anschlag dauert somit circa 10 Sekunden. Die Digitalanzeige ist ausreichend hell und flackerfrei, doch wird auch bei längerer Gewöhnung ein leuchtender Dezimalpunkt vermisst. Das S-Meter sieht zwar sehr dekorativ aus, ist aber selbst als Abstimmhilfe kaum geeignet, da es viel zu hohe Werte vorgaukelt, die sich fast immer im Bereich von S 8 bis S 9 + 10 dB bewegen. Dies gilt aber auch nur dann, wenn die Schwundregelung eingeschaltet ist und der HF-Regler am rechten Anschlag steht, andernfalls werden - schaltungsbedingt - willkürliche Werte angezeigt. Die zuschaltbare Störaustastung ist eine brauchbare Hilfe bei Störungen durch elektrische Maschinen allerdings auf Kosten der Tonqualität.

a. Mittel- und Langwelle
Recht enttäuschend ist der Empfang in diesen Bereichen. Es standen für den Test zwar nur eine Teleskop- und eine 12-m-Langdrahtantenne zur Verfügung, aber selbst mit letzter und zugeschaltetem Pi-Filter konnten, im Vergleich zum Sony ICF 6800-W mit der eingebauten Ferritantenne, allenfalls gleichwertige Ergebnisse erzielt werden.

b. Kurzwelle BC
Erfreulicher sieht es hingegen auf der KW aus, auch wenn die Empfangsleistungen bei gleicher Antenne die des Sony nicht erreichen. Merklich besser ist jedoch das Verhalten bei starken Signalen, die in keinem Fall den NRD-505 zustopfen konnten, und das, obwohl der Abschwächer nie benutzt wurde. Für den üblichen 5-kHz-Senderabstand genügt fast immer das breite AM-Filter, das schmale wurde fast nie benutzt, denn die Sprachverständlichkeit des ohnehin schon dünnen Tons, sinkt unter das akzeptable Maß. Abhilfe ist jedoch möglich, wenn man von kritischen AM-Sendern nur das LSB bzw. USB benutzt. Dank der Feinabstimmung und der hohen Stabilität ist dies problemlos möglich und führte besonders im telegrafieverseuchten 60m-Band zu merklich besseren Ergebnissen als mit dem Sony.

c. SSB-Empfang
Den besten Eindruck machte der NRD-505 beim Abhören von AFu-Stationen. Hier kommen die Feinabstimmung und die Stabilität voll zum Tragen. Stationen die mit billigen Geräten im Rauschen verschwinden oder wegen zu wenig präziser Abstimmöglichkeit nicht gefunden werden können, lassen sich sicher und genau einstellen. Man wundert sich, daß das 10-m-Band zu manchen Zeiten fast so überfüllt ist wie die BC-Bänder.

In einem anderen Test des NRD-505 wurden mit einfachen Antennen ähnliche, nicht gerade überzeugende, Ergebnisse erzielt, de jedoch mit Spezialantennen merklich verbessert werden konnten. Mangels Möglichkeiten konnte dieses leider nicht nachvollzogen werden.

4. Abschlußbewertung
Zusammenfassend läßt sich zweifelsohne sagen, daß es sich beim NRD-505 um ein gutes Gerät handelt, kleine Mängel lassen sich sicher werksseitig ohne viel Aufwand beseitigen. Die Frage, ob der Preis, der ja immerhin etwa DM 5.000,- beträgt, gerechtfertigt ist, ist schwer zu beantworten. Sicherlich wurden hier technischer Aufwand und Fertigungsqualität sehr hoch getrieben, aber schließlich zählen für den "normalen" DXer die Empfangsergebnisse.

Meßergebnisse JRC NRD-505

Empfindlichkeit in uV
30 % Modulation 1 kHz bei 10 dB (S + N)/N

Frequenz AM breit AM schmal
0,25 MHz 11,0 5,5
1,00 MHz 7,5 3,7
4,00 MHz 1,5 0,4
10 MHz 1,6 0,5
25 MHz 1,2 0,6

Spiegelfrequenzsicherheit Frequenz

0,25 MHz 70 dB
1 MHz 86 dB
4 MHz 83 dB
10 MHz 91 dB
25 MHz 89 dB

S-Metereichung: AM schmal 4 MHz

S 1 0,3 uV S 6 1,3 uV
S 2 0,4 uV S 7 2,8 uV
S 3 0,5 uV S 8 12 uV
S 4 0,6 uV S 9 100 uV
S 5 0,9 uV S 9 + 20 dB 2 mV
    S 9 + 40 dB 20 mV
    S 9 + 60 dB 100 mV

Eigenpfeifstellen 5 MHz entsprechend 3 uV; 10 MHz entsprechend 1 uV; 13 MHz entsprechend 1,5 uV; alle übrigen entsprechend < 0,5 uV

Bandbreite in kHz

  AM-breit AM-schmal CW-schmal
- 6 dB 4,8 2,3 0,8
- 20 dB 6,6 2,8 1,2
- 40 dB 7,3 3,4 1,6
- 60 dB 8,5 4,3 2,2

Stabilität 20 Hz 2 Stunden nach Einschalten
Frequenzzählerfehler max. 30 Hz
Skalenfehler max. 700 Hz

Frequenzbereiche 100kHz (Herstellerangabe) - 30042 kHz; in 30 Bereichen je 1 MHz
Überlappung +/- 42 kHz

Stromverbrauch 34 VA bei 220 V ~
Abmessungen; 340 x 158 x 352 B x H x T in mm einschließlich vorstehender Teile
Gesamtvolumen 19 l
Gewicht 10 kg

weitere Lektüre:
d: Vergleichstest NRD-505 und AOR AR-7030, Dieter Schäfer
d: der "1.Preiswerte" von der Japan Radio Company: JRC NRD-505, Nils Schiffhauer, Oldie-KW-Empfänger
d: JRC NRD-505, Rainer Lichte, Kurzwellenempfänger - Qual der Wahl