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Kenwood / Trio - Kenwood Communications, Tokyo

R - 2000

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überarbeitet am 26.7.2010

Der Kenwood R - 2000 kam 1983 auf den Markt und trat in Konkurrenz zum kostspieligeren JRC NRD-515 und zu Icom's R-70 mit seiner nicht ganz intuitiven Bedienung, im Gegensatz zu den beiden geannten Geräten verfügt der R-2000 über zehn VFO's / Speicehrplätze, dafür sind die Abstimmschritte zum SSB- und vor allem ECSS-Empfang mit 50 Hz etwas gar weit geraten.

Dreifachsuper: 45,9 MHz; 9,9 MHz; 455 kHz

Digitalanzeige, 100 Hz

AM, CW, USB / LSB, FM - narrow

200 kHz - 30 MHz

Empfindlichkeit SSB < 0.4 uV; AM < 4 uV

Selektivität -6/-60 dB
6/19,5 kHz / 2,7/6 kHz AM, 0,5/0,82 kHz CW optional

S-Meter, Noise Blanker, ATT x 3, Uhr/ Timer, 10 Senderspeicher

Der Kenwood R-2000 ist ein mikroprozessorgesteuerter Dreifachsuperempfänger mit digitaler PLL-Frequenzaufbereitung der mit 37,5 x 11,5 x 21,0 cm und einem Gewicht von 5,5 kg in etwa die Abmessungen vergleichbarer Stationsempfänger hat.
Der R-200 kann mit Netzspannungen von 110 7 120 und 220 / 240 V oder einer Gleichspannung von 13,8 V betrieben werden.

Die Frontplatte gliedert sich in drei Teile: Links liegen der Haupt- und der Timerschalter, die Buchsen für Kopfhörer und Tonbandausgang und der Lautsprecher.
Zur Rechten über dem grossen Haupt - Abstimmknopf finden sich Tipptasten für die verschiedenen Abstimmgeschwindigkeiten und die elektronische Blockierung der Abstimmung, die BAND - Tasten unter dem Abstimmknopf lassen den Empfänger zügig in 1 MHz - Schritten auf- oder abwärtslaufen.
Im Mittelbereich der Frontplatte liegen ganz oben das analog ausgeführte S-Meter, die Anzeige des gewählten Frequenzspeichers, die Empfangsfrequenzanzeige und klein daneben der NAROW / WIDE - Schalter für die ZF-Filter. Im Feld darunter ganz rechts eine Reihe Tipptasten, welche die Betriebsarten schalten, die in zwei Zeilen (schon fast Kenwood - typisch zu nennen) angeordneten Nummerntasten zur direkten Frequenzeingabe, darunter eine Reihe Tasten für die Scanfunktionen und linkerhand ein Drehschalter für die Uhr- und Timerfunktionen.
In der untersten Reihe der Bedienelemente finden sich die Drehregler für Lautstärke (A.F.Gain) und und Tonblende, der Squelchregler, der dreistufige Abschwächer (ein R.F. Gain - Regler ist nicht vorgesehen) und noch kleine Tipptasten für AGC-Geschwindigkeit, Störaustaster und Dimmer für die Skalenbeleuchtung.

Technisch ist das Gerät als Dreifachsuper ausgeführt: nach dem schaltbaren Ab- schwächer durchläuft das Signal eine als Oktavfilter durchgeführte Vorselektion, und wird auf die erste hochliegende Zwischenfrequenz von 45,9 MHz, dann die zweite Z.F. von 9,9 MHz und nach einem Quarzfilter die dritte ZF von 455 kHz gemischt. Hier wird die Selektion durch schaltbare Keramikfilter mit leider nicht überragender Flankensteilheit durchgeführt, dann gelangt das Signal auf den Demodulator.

Der Empfänger zeigt eine gute Empfindlichkeit auf den Kurzwellenbereichen und ist dank der hochliegenden ersten Zwischenfrequenz relativ immun gegenüber Spiegelfrequenzen. Das weite AM - Filter ist schon etwas sehr weit geraten und verhilft lediglich einem ungestörten out of - Band Signal zu gutem Klang, besser ist da das AM - narrow - Filter, dass auch zum SSB-Empfang zum Einsatz kommt. Dass der kleinste Abstimmschritt 50 Hz beträgt und eine Empfängerfeinverstimmung wie beim NRD-515 fehlt, ist beim AM-Empfang kaum merkbar. Beim Einseitenband vor allem in der ECSS-Technik zum Empfang nur eines Seitenbands eines AM-Signals kann der Frequenzversatz bis 25 Hz betragen und sich dann doch recht störend mit falscher Tonhöhe bei Musikdarbietungen und etwas eigenartigen Stimmen bemerkbar machen.
Mit den Möglichkeiten der direkten Frequenzeingabe, der Speicherung nicht nur der Frequenz sondern auch der Betirebsart und den Scan - Möglichkeiten war der R-2000 seiner Zeit voraus, der R-70 merkte sich nur zwei Frequenzen, der NRD-515 mit dem externen Frequenzspeicher zwar mehr, allerdings ohne die Betrisbartinformation.

Kenwood's R-2000 ist ein guter Kurzwellenempfänger der die etwas stärkeren Signale der internationen Stationen gut hereinbringt und DX-tauglich ist, Freundes des Funkdienstempfangs werden die etwas groben Abstimmschritte und die Cracks die ungenügenden Möglichkeiten der Signalnachbearbeitung mittels Notch- und Passbandtuning etwas bemängeln - etwas muss der NRD-515 ja auch voraushaben. Zu einem akzeptablen Preis und technisch gut erhalten gekauft, ist der R-2000 ein ernstzunehmender universell einsetzbarer Stationsempfänger.

© Martin Bösch 27.7.2010