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Kenwood / Trio - Kenwood Communications, Tokyo

R - 300

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überarbeitet am 26.7.2010

Technisch entsprach der Kenwood R-300 dem Vorgängermodell QR-666, die Frontplatte wurde kosmetisch an die Erfordernisse der Mitte der Siebzigerjahre angepasst.

Doppelsuper, ZF 4034 / 455 kHz

Analoganzeige nicht linear, im MW-Bereich auf maximal 10 kHz genau, gegen 30 MHz nur noch 100 kHz abschätzbar, gespreizte Afu-Bänder 80, 40, 20, 15, 10 m (alt. Version BC-Bänder 75, 41, 31, 25, 19, 16, 13, 11 m)

AM, CW/SSB mit BFO

Empfindlichkeit

Selektivität -6/-60 dB

S-Meter, RF-Gain, Noise limiter, Antennentrimmer, Eichmarkengeber

Der Kenwood R-300 war das erste Gerät aus der R-xxxx Reihe und verfügte im Gegensatz zu den späteren Geräten nur über eine analoge Frequenzskala, die späteren Geräte verfügten über digitale Frequenzanzeigen.
Der volltransistorisierte Allwellenempfänger misst 36 x 16,5 x 30 cm und verfügt über ein schwarzes Metallgehäuse, die Bedienelemente wurden der Zeit angepasst, anstelle der an Schraubsicherungshalter erinnernden Knöpfe des QR-666 sind beim R-300 schwarze Knöpfe mit silbrigen Akzenten getreten. Die Frequenzeinstellung erfolgt zum einen mit einer Grobabstimmskala, zum andern können auf einer Bandspreizskala Frequenzen in den Amateurfunkbändern präziser eingestellt werden.

Die Frontplatte wird von den zwei horizontalen Trommelskalen mit den danebenliegenden Abstimmknöpfen dominiert.
Ganz links auf der Frontplatte liegen unter dem in S-Stufen geeichten S-Meter die Drucktasten für Skalenbeleuchtung und den Eichmarkengeber, darunter ganz links der Hauptschalter, daneben der BFO-Regler für den Einseitenbandempfang. An der unteren Leiste kann von vorn ein Kopfhörer und ein Aufnahmegerät angeschlossen werden.

In der Mitte liegen übereinander die grün hintergrundbeleuchteten Skalen, die obere Skala deckt die Langwelle, Mittelwelle und in vier Segmenten den ganzen Kurzwellenbereich bis 30 MHz ab. Auf der unteren Skala können mit dem danebenliegenden Abstimmknopf die gespreizten Amateurfunkbänder eingestellt werden.

Rechts von den Trommelskalen findet sich oben die Tastenreihe für die Betriebsart, AM oder CW/SSB (zum SSB-Empfang wird ein BFO zugeschaltet, mit dem BFO-Regler links unterhalb der Skalen wird der Beat-Ton resp. das Seitenband eingestellt). Die weiteren Tasten betätigen den Störaustaster / Noise limiter ANL ), den Tonwahlschalter und schalten vom breiten auf das schmalere ZF-Filter um. Rechts von den Betriebsartenschaltern liegt der RF-Gain (HF-Verstärkungsregler).
Mit dem Bereichsschalter unterhalb der Betriebsartentasten wird das Bandsegment von der Langwelle, Mittelwelle bis zu den vier Kurzwellenbereichen gewählt. Rechts davon ist ein Antennenanpasstrimmer und ganz rechts unten der Lautstärkeregler (als AF-Gain bezeichnet) angeordnet.

Ein Lautsprecher ist an der linken Geräteschmalseite eingebaut. An der Geräterückseite finden sich die Klemmanschlüsse für Langdrahtantennen, die Anschlüsse für die Netzspeisung und für 13,8 V Gleichstrom zum Autobatteriebetrieb und die klinkenuchse für einen externen Lautsprecher. Oben sind einige Abgleichelemente von der Geräterückseite her direkt zugänglich, ähnlich wie beim 9R59DS kann auch die S-Meter-Empfindlichkeit eingstellt werden.

Nun zur Empfangspraxis: Nach dem Einschalten mit dem Netzschalter links unten wird der RF-Gain-Regler voll aufgedreht, dann mit dem AF-Gain auf ein mittelstarkes Rauschen eingestellt. Zum Empfang der Deutschen Welle auf 6075 kHz muss die Betriebsart AM gewählt werden, der Bandbereichschalter aud D stehen und auf der Skala D zwischen die Marken von 6 und 6,1 MHz eingestellt werden. Wenn nun die Nachrichten der DW hörbar werden, kann mit der Feinskala noch optimal abgestimmt werden und ggf. der Antennentrimmer auf Signalmaximum eingestellt werden.
Bei Einsatz des Eichmarkengebers kann, wenn dieser aktiviert ist und die untere Skala auf der Logskala auf 7.0 MHz steht, das Signal des Eichmarkengebers um 6.0 MHz aufgesucht auf maximalen S-Meterausschlag eingestellt werden. Die Plexiglasskalenscheibe mit der roten Ableselinie kann dann vorsichtig verschoben werden, bis sie sich genau mit der 6.0 MHz-Markierung deckt und von da aus die Frequenz besser eingestellt werden. Wenn die untere Skala / Feineinstellung auf einer ganz anderen Stellung steht, kann es vorkommen, dass der Empfänger auf einer ganz anderen, als auf der auf der Hauptskala angezeigten Frequenz empfängt.
Da der R-300 im Gegensatz zu den Nachfolgemodellen nicht über eine digitale Frequenzanzeige verfügt, muss man die Belegung in den Kurzwellenrundfunkbändern recht gut im Kopf haben, um eine empfangene Station zu identifizieren, ansonsten heisst es bis zur Stations- Ansage abwarten und hoffen, dass sich die gesuchte afrikanische Lokalstation nicht als französischer Dienst der Voice of Russia entpuppt.

Zusammenfassend ist der Kenwood R-300 als Allwellenempfänger zum Suchempfang auf den Kurzwellenbändern brauchbar und erlaubt den Empfang manch einer exotischen Station, auch Amateurfunker können in CW und SSB gehört werden. Ohne Speichermöglichkeiten und bei nur rudimentärer Möglichkeit der Bestimmung der Frequenz einer empfangenen Station ist zum Einstieg in den Kurzwellenempfang ein Gerät mit digitaler Frequenzanzeige eher zu empfehlen.

© Martin Bösch 10.6.2004