Vorselektion / Preselector

 
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überarbeitet am 27.8.2010

Eine (nicht selektive) Antenne liefert die Signale des gesamten Bandspektrums, vom in der Nähe gelegenen Langwellen- und Mittelwellenortssender über die Starken Signale im 49 m-Band abends in Mitteleuropa bis zu den schwachen SSB-Signalen von einer Inselt im Pazifik an den Antenneneingang des Empfängers, der die ganzen Signale sortieren muss.

Die Verstärkung des Gesamtsignals führt zu einer Überlastung der Mischstufen, zu sich mit krächzend - schepperndem Empfang äussernder Übersteuerung und vor allem zum Auftreten von Intermodulationen, Spiegelfrequenzen, sog. "Geisterstationen" als Spiegelbilder von starken Signalen treten einer Fata morgana gleich an Stellen im Band- Spektrum auf, in die sie gar nicht gehören, und können zum einen Verwirrung stiften (statt den Nachrichten von Radio Lomé im Togo hat man mit Mühe die Sendung des französischen Dienstes von Radio Moskau verfolgt) und zum andern schwache Nutzsignale überdecken.

Aus diesem Grund ist man schon lange dazu übergangen, vor einer Verstärkung des Hochfrequenzsignals den gewünschten Bereich des Nutzsignals aus dem Gesamtsignal hauszuschneiden und nur diesen relativ schmalen Bereich weiterzuverstärken.

Bandpässe schneiden über- oder unter einer Frequenz gar kein Signal mehr durch, in vielen Kommunikationsempfängern wird so der Mittelwellenbereich mit sehr starken Signalen oder der Bereich ab 30 MHz ganz gekappt.

Die weitere Eingrenzung des Gesamtsignals kann als Vorselektion mit geschalteten Bandpässen, elektronisch umgeschalteten Bandpässen oder einem Preselektor, einem abgestimmten Vorkreis erfolgen.

Bei modernen Kommunikationsempfängern ist die Vorselektion elektronisch mitlaufend ausgeführt, hier muss gar nichts mehr von Hand eingestellt werden. Bei älteren Spitzenempfängern wie dem Collins 51-S1 erfolgte das Mitführen des Preselektors mechanisch mit aufwendigen Zahnradgetrieben... Der Grundig Satellits 600 / 650 verfügte gar über einen motorisch angetriebenen Preselektor, nach Eintippen einer neuen Frequenz kann beobachtet werden, wie der Motor surrt und der Zeiger des Preselektors über die Skala huscht, zum Optimieren kann dann aber noch von Hand nachgestimmt werden.

Günstigere ältere Kommunikations- und Weltempfänger verfügen über einen Preselector-Regler zur manuellen Einstellung der Vorselektion. Bei diesen muss nach Einstellen der gewünschten Empfangsfrequenz undbedingt der Preselektor auf die entsprechende grobe Frequenzmarke (bei Empfang der "Deutschen Welle" auf 6075 kHz auf 6) eingestellt und dann unter Beobachtung des S-Meter-Ausschlags auf Maximum eingestellt werden, bei falsch eingestelltem Preselektor "geht sonst gar nichts". Bei Suchempfang beispielsweise im Tropenband kann auch auf maximales Rauschen eingestellt oder eine CW- oder RTTY-Station zum Einstellen des Preselektors verwendet werden.

Bei den modernen Empfängerkonzepten gilt es als unfein, den Benutzer noch mit der Einstellung eines Vorkreises zu belasten. Ich arbeite allerdings viel lieber an einem Empfänger mit manuell einstellbarem schmalem Preselektor, der bei geringem Rauschteppich gute Signale reproduziert, als mich mit einem Billig-Weltempfänger mit fehlender Vorselektion und tausend Übersterungseffekten und Geisterstationen herumzuärgern. Klassische Empfänger mit Einsatz des Preselektors sind der Sony ICF-6800W, der Drake-Empfänger der R-4 Reihe oder der FRG-7, welche alle Spitzenempfänge zulassen.