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Lowe Electronics Ltd., Matlock, U.K.

Testbericht HF-150 - © kurier 8 / 1999

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überarbeitet am 27.8.2010

Der letzte seiner Art ? Lowe HF-150 Europa

Doppelsuper, 45 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige auf 1 kHz genau, 30 kHz - 30 MHz

AM, AM-sync, CW, USB / LSB

Empfindlichkeit SSB < 0.5 uV

Selektivität -6/-60 dB
2,6/4,1 / 6,5/10,2 kHz

AP-150 S-Meter optional,
Preselector optional,
Batteriepack & Teleskopantenne optional

60 Speicher

Als der britische Hersteller Lowe zu Beginn der 90er Jahre seinen HF- 150 vorstellte, sorgte der kleinformatige Kommunikationsempfänger bei einem Großteil der Kurzwellenhörer auf Anhieb für Begeisterung. Endlich war für AM- und SSB-Empfang ein ernstzunehmender Empfänger verfügbar, der sich auch sehr gut für portablen oder mobilen Empfangsbetrieb eignete. Darüber hinaus entwickelte sich der HF-150 schnell zum Geheimtip für an Mittelwellen-Fernempfang interessierte DXer, denn eine hervorragende AM-Wiedergabe wurde durch eine unvermindert hohe Empfindlichkeit auch unterhalb der Kurzwelle ergänzt.
Größtes Manko des HF-150, von dem nach Firmenangaben mehr als 10.000 Exemplare verkauft wurden, war jedoch seine Unverträglichkeit gegenüber leistungsfähigen Empfangsantennen, deren Empfangssignale die Eingangsstufe schnell überforderten und für Übersteuerungen sorgten. Daher gehörte zum erfolgreichen Betrieb eines HF-150 auch immer ein guter externer Preselector. Mit dem neuen HF-150E (E=Europa) setzt Lowe nun die Firmentradition fort, bewährte Modelle zu überarbeiten und als dann verjüngte Europa-Version erneut auf den Markt zu bringen. Wir haben uns den HF- 150E genau angehört und konnten auch direkte Vergleiche mit dem HF- 150 durchführen.

Ausstattung
Der HF-150E empfängt Signale im Bereich 30 kHz bis 30 MHz in den Betriebsarten AM, USB und LSB; für den Empfang von CW, RTTY und Fax schaltet man ebenfalls in USB/LSB. Für SSB und AM-schmal ist ein hochwertiges 2.6 kHzBandbreitenfilter eingebaut, bei AM-breit wird auf 6.5 kHz Bandbreite umgeschaltet. Bei AM-Empfang hilft zusätzlich ein Synchrondemodulator mit wählbaren Seitenbändern bei der Unterdrückung von eventuellen Seitenband- Störungen und bei der Vermeidung von Verzerrungen durch selektives Fading. Ist die Empfangsfrequenz ungestört, kann der Synchrondemodulator auch mit beiden Seitenbändern betrieben werden (DSB), wodurch man eine für AM-Empfang ungewöhnlich gute Klangqualität erhält, die insbesondere Programmhörer begeistert, Auf der Frontseite des HF-150E befinden sich lediglich 5 Bedienungselemente, mit deren Hilfe sämtliche Funktionen kontrolliert werden. Darüber hinaus findet sich dort ein großzügig bemessenes Display, das wahlweise die Empfangsfrequenz, die Betriebsart oder die Nummer eines der insgesamt 60 Speicherplätze anzeigt. Die Anzeige der Frequenz erfolgt wie schon beim HF-150 auf 1 kHz genau- die tatsächliche Abstimmrate in SSB beträgt 8 Hz.
Die Rückseite des Empfängers bietet Platz für zwei Batteriefächer sowie Anschlußmöglichkeiten für einen externen Lautsprecher, einen Cassettenrecorder oder RTTY-Decoder (fester Ausgangspegel), eine externe Frequenztastatur bzw. Computersteuerung, zwei Antennen (50 bzw. 600 Ohm), sowie einen kombinierten Schalter für Abschwächer, Vorverstärker und Antennenwahl. Außerdem befindet sich dort eine Buchse für die externe Stromversorgung. Ein kleiner Lautsprecher, dessen NF-Leistung und Wiedergabequalität für den Normalbetrieb ausreichen sollte, ist auf der Oberseite des HF-150E eingebaut. Wie bereits der Lowe HF- 150 verfügt auch der HF-150E weder über eine Anzeige der relativen Signalstärke (S-Meter), noch über Passbandtuning, Notchfilter oder eine regelbare AGC. Die Bedienung des Empfängers ist sehr schnell zu erlernen, logisch konzipiert und wird durch die übersichtliche Anordnung der Schaltknöpfe unterstützt. Auf die meisten Fragen geben die beiliegenden Bedienungsanleitungen in Englisch und Deutsch Antwort. Der Empfänger wiegt ca. 1.300 Gramm (ohne Batterien) und hat das Format 185x80x175 mm (BxHxT).
Der Lowe HF-150E kann entweder mit internen Batterien (8 x Mignon) oder an einer externen Stromversorgung (10-15 Volt) betrieben werden und wird werksseitig mit einem passenden 12 Volt-Netzteil ausgehefert. Für einen netzunabhängigen Betrieb können Batterien oder Akkus eingesetzt werden. Letztere werden automatisch aufgeladen, sobald das Netzteil am HF-150 angeschlossen wird. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, daß bei Netzbetrieb nicht versehentlich Einwegbatterien im Gerät verbleiben und dann mit Ladestrom versorgt werden! Weiterhin nur als Zubehör und gegen Aufpreis ist auch für den HF-150E eine externe Frequenztastatur erhältlich, mit deren Hilfe sich Empfangsfrequenzen direkt eingeben bzw. schnell einer der insgesamt 60 zur Verfügung stehenden Speicherplätze für Frequenz und Betriebsart abrufen lassen. Allerdings erlaubt die Frequenztastatur auch beim HF-150E nur die Eingabe voller kHz, so daß bei SSB-Empfang eine eventuelle zusätzliche Feinabstimmung über das Handrad geschehen muß. Doch auch wer nicht in die externe Tastatur investieren will, kommt recht schnell zur gewünschten Frequenz, denn die Abstimmung läßt sich bei Bedarf auf 100 kHz-Schritte umstellen. Als weiteres Zubehör für den HF-150E ist die Aktivantenne Lowe AA-150 erhältlich, die speziell für diesen Empfänger von RF Systems entwickelt wurde.

Neuerungen
Welche Änderungen wurden gegenüber dem HF-150 beim neuen HF-150E vorgenommen? Dem HF-150E wurde ein neues externes Netzteil spendiert, eine (rötliche) Beleuchtung des Displays und eine verbesserte Immunität gegen Übersteuerungen der Eingangsstufe. Zudem wurde die manuelle Frequenzabstimmung gegenüber der des HF-150 geändert, wenn auch nicht unbedingt zum Vorteil. Denn der Regler zur manuellen Frequenzabstimmung ist - wie bereits beim HF-250E - nun derart leichtgängig, daß die durch die Fingermulde im Knopf verursachte Unwucht mitunter bereits für ein selbstständiges Verstellen der Frequenz ausreicht. Dies ist insbesondere bei SSB-Empfang lästig. Auch die Übersetzung der SSB-Frequenzabstimmung wurde geändert, was sich positiv wie negativ beurteilen läßt: Einerseits kann man nun noch feinfühliger in SSB abstimmen als zuvor; andererseits dreht man sich - überspitzt ausgedrückt - selbst im "kleinen" 40m-Amateurfunkband schnell den Finger wund. Geschmacksache? Beim HF-150 ergab in SSB eine volle Umdrehung der manuellen Frequenzabstimmung exakt 1 kHz Frequenzveränderung. Beim HF150E sind dafür nun mehr als zwei Umdrehungen nötig.

HF-150 vs. HF-150E
Beim Empfang von kräftigen AM-Signalen war während eines Vergleichstests zunächst kein wirklich spürbarer Unterschied im Empfangsverhalten zwischen HF-150E und dem Vorgänger HF-150 feststellbar. Bei SSB-Empfang fiel zwar recht bald eine etwas präsentere Wiedergabe schwacher Signale auf, doch dieser Eindruck mag auch auf meinen natürlich rein subjektiven Hörgewohnheiten basieren. Ein von mir gerne durchgeführter Standard-Test ist der Empfang von Radio HCJB aus Quito auf 21455 kHz USB (übrigens auch bestens geeignet zur schnellen Überprüfung der 15m-Bedingungen in Richtung nördliches Südarnerika). Mein bewährter HF-150 brachte hier überraschenderweise ein deutlich stärkeres Signal an den Lautsprecher als der neue HF-150E. Auch im 10m-Amateurfunkband war der HF-150 offensichtlich merkbar empfindlicher als sein Nachfolger. Erst nach Zuschalten des integrierten Vorverstärkers konnte der HF-150E mit dem HF-150 wieder gleichziehen. Auch am anderen Ende der Skala ließ die Empfindlichkeit des HF-150E ein wenig zu wünschen übrig: Auf Längstwelle brachte der HF-150 die dort aktiven Sender deutlich lauter und klarer. Dieser Eindruck ließ sich im Anschluß auch in anderen Frequenzbereichen der Kurzwelle bestätigen: Der HF-150 war durchweg empfindlicher als der HF- 150E.
Dies ist möglicherweise eine Folge der Bemühungen des Herstellers, die noch beim HF- 150 häufig beklagte Neigung zur Übersteuerung, sobald eine etwas leistungsfähigere Antenne in die Nähe des Antenneneingangs kam, durch eine zusätzliche VorseIektion in den Griff zu bekommen. In der Tat übersteuerte während der Tests die Eingangsstufe des IIF-150E weitaus seltener (aber immer noch häufiger als die eines HF4E, AR7030 oder gar NRD-525), so daß Programmhörer ohne übertriebene DX-Ambitionen kaum noch Probleme mit Mischprodukten bekommen werden. Für ausgesprochene BC- und Funkdienst-DXer ist die nun geringere Empfindlichkeit jedoch beinahe eine tragische Entwicklung, denn häufig erst nach Zuschalten des Vorverstärkers erreichte der HF-150E das Signallevel des HF-150 ohne Aktivierung von dessen Vorverstärker. Für transatlantischen Mittelwellen-Fernempfang erscheint der HF-150 daher als die geeignetere Wahl, dann natürlich unterstützt durch einen leistungsfähigen Preselector.
Zur Ehrenrettung des HF-150E muß an dieser Stelle allerdings dringend klargestellt werden, daß der neue Kommunikationsempfänger aus dem Hause Lowe nach wie vor sehr respektable Empfangsleistungen bietet. Insbesondere beim Empfang gestörter Signale boten die Bandbreitenfilter des HF-150E deutlich merkbare Vorteile beispielsweise gegenüber denen eines NASA HF-4E. Auch die größeren Koffergeräte wie den Sony ICF-SW77 oder den Grundig Satellit 700 läßt der HF-150E deutlich hinter sich. Darüber hinaus ist die Wiedergabequalität starker wie mittlerer und schwacher SSB- und AM-Signale wie bereits beim Vorgänger auch beim HF-150E ohne übertreiben zu müssen, als brilliant zu bezeichnen. Hier glänzt der Empfänger auch weiterhin und wird in dieser Hinsicht erst wieder von Empfängern erreicht, die deutlich mehr kosten. Die Frequenzabstimmung in SSB ist mit 8 Hz auch für den Empfang spezieller Fernschreibarten fein genug. Allerdings ist in solchen Fällen die Verwendung eines hochwertigen externen NF-Filters wie das neue GD 86 NF von Dierking hilfreich, um auf diese Weise die dem Empfänger für derartige Zwecke fehlenden schmalen Bandbreiten auszugleichen. Während eines entsprechenden Tests ergänzten sich HF-150E und GD 86 NF in hervorragender Weise; und auch der CW- Empfang mit dem neuen Lowe konnte nun überzeugen. Schließlich: Beim HF-150E handelt es sich auch weiterhin um eines der robustesten Radios auf dem Amateurmarkt.

Fazit
Der HF-150E hinterläßt nach einem intensiven Praxis- und Vergleichstest gemischte Gefühle, Denn anders als noch beim HF-225, dessen Weiterentwicklung zum HF-225E ein merkbarer Schritt nach vorne war, konnten die beim HF150E vorgenommenen Änderungen nicht durchweg für Begeisterung sorgen. Das offensichtlichste Manko ist die zu leichtgängige manuelle Frequenzabstimmung, die insbesondere bei SSB-Empfang und bei der Nutzung des Synchrondemodulators in AM für vermeidbare Probleme sorgen könnte. Ausgesprochene DXer und Stationsjäger werden zudem die gegenüber dem HF150 herabgesetzte Empfindlichkeit des HF-15OE, beklagen. Für Programmhörer hingegen oder für den Empfang kräftiger SSB-Signale beispielsweise auf 80/40m bietet der HF-150E in der Tat eine Reihe von Vorteilen gegenüber dem Vorgängermodell, wobei insbesondere eine durch die neuen Vorfilter deutlich geringere Tendenz zu Übersteuerungen der Eingangsstufe hervorzuheben ist. Und wer bei ungünstigen Lichtverhältnissen auf Sendersuche gehen möchte, wird die nun vorhandene Beleuchtung der Frequenzanzeige zu schätzen wissen. Der Empfangsbetrieb mit dem HF-150E ist durch die beschriebenen Maßnahmen insgesamt nochmals erleichtert worden, wodurch sich das Gerät insbesondere für den Einsteiger eignet, aber auch als leistungsfähiger Zweitempfänger für den Gartentisch oder als Nachrichtenzentrale für den Empfangsbetrieb unterwegs empfohlen werden kann. Der HF-150E ist im Fachhandel für rund 1.500,- DM erhältlich. Für den Betrieb im maritimen Bereich ist eine spezielle Version des HF-150E verfügbar.

© Harald Kuhl, kurier 8/99

d: Ein neuer Empfänger: LOWE HF 150, Jürgen Semmler / tth, wwh 6 / 92
d: Lowe HF-150, Joachim Salisch, kurier 15 / 92
d: Der letzte seiner Art ? Lowe HF-150 Europa, Harald Kuhl, kurier 8/99
d: Modifikation Lowe HF-150, Mehr Komfort für ein DX-Gerät, Thomas Adam /tte, wwh
e: Lowe HF-150, Radio Netherlands, Receiver Shopping List
e: two British Boxes - Lowe's HF-225 & HF-150 receivers, Elton Byington, N2KXT, fine tuning's proceedings