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Lowe Electronics Ltd., Matlock, U.K.

Medifikationsbericht HF-150 - © weltweit hören 5 / 1992

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überarbeitet am 27.8.2010

Mehr Komfort für ein DX-Gerät

Doppelsuper, 45 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige auf 1 kHz genau, 30 kHz - 30 MHz

AM, AM-sync, CW, USB / LSB

Empfindlichkeit SSB < 0.5 uV

Selektivität -6/-60 dB
2,6/4,1 / 6,5/10,2 kHz

AP-150 S-Meter optional,
Preselector optional,
Batteriepack & Teleskopantenne optional

60 Speicher

Ich besitze seit 1992 einen HF- 150 mit dem Keypad KPAD-I sowie eine Grahn Antenne, und seither begleitet mich diese Ausrüstung auf meinen Dienst- und Urlaubsreisen. Die Empfangseigenschaften des HF-150 sind recht gut, besonders dann, wenn man eine selektive Antenne verwendet. In der Praxis fehlen aber vor allem ein S-Meter, eine beleuchtete Anzeige und eine Uhrenfunktion. Außerdem sind die 60 Speicherplätze unübersichtlich, man muß sich eine Liste anlegen.
Ausgangspunkt für meine Überlegungen war daher, im bestehenden Empfängergehäuse und ohne mechanische Veränderung desselben einen Umbau vorzunehmen. Ausserdem ist für ein noch so kleines S-Meter bei den beengten mechanischen Verhältnissen ohnehin kein Platz, und ein externes Kästchen wollte ich nicht verwenden. Grundvoraussetzung, diese Funktionen unterzubringen, war daher die Suche nach einem LCD-Display, das hinter der Frontplatte Platz findet und die gewünschten Darstellungsmöglichkeiten hat. Es wurde ein graphisches Display mit 100 mal 32 Bildpunkten gefunden, das es auch in beleuchtbarer Ausführung gibt und das gut hinter das Sichtfenster des HF-150 passt (siehe Bild 1). Nachdem die Software wegen des Displays ohnehin neu geschrieben werden mußte, plante ich eine wesentliche Funktionserweiterung. Die nachfolgende Aufstellung zeigt, was schließlich realisiert wurde:
*) Frequenzanzeige auf 100 Hz genau
*) S-Meter - Balkenanzeige mit bis zu 15 frei definierbaren Skalenmarken
*) Menüsteuerung aller Funktionen über die drei Gerätetasten und das Keypad KPAD- I
*) Eingebaute Uhrenfunktion (Clock-Baustein)
*) Tausend Speicherplätze verfügbar, wobei für jeden Sender die Frequenz, die Betriebsart, die Senderbezeichnung im Klartext, eine Speichergruppe und die Hörzeit ausfallsicher abgespeichert werden.
*) Vielfältige Suchkriterien und Editiermöglichkeiten der Senderspeicher
*) RS-232 - Schnittstelle für bidirektionale Kommunikation mit einem PC, es können beliebige Datensätze erstellt, aus dem Empfänger ausgelesen, verändert und wieder im HF-150 abgespeichert werden.
*) Stellen von Frequenz und Modus über die serielle Schnittstelle
*) Auslesen von Uhrzeit und S-Meter-Wert über die Schnittstelle

Mit diesen neu hinzugekommenen Funktionen kann der Mikrocontroller des HF-150 natürlich nichts anfangen, außerdem muss die Software folgende Hardwarekomponenten zusätzlich bedienen: Das neue graphische LCD, den Analog-Digital-Wandler für die S-Meter-Funktion, den Speicherbaustein für die 1000 Speicherplätze, den Uhrenbaustein und den RS-232-Schnittstellenbaustein. Diese Bauelemente sind nun mit dem neuen Mikrocontroller, der auch das Programm "eingebrannt" hat, auf einer zusätzlichen Leiterplatte untergebracht. die mit Steckverbindern an den Bedienelementen des HF-150 (Tasten, Tuning-Encoder) und dem HF-Teil des Empfängers, der völlig unverändert bleibt und daher in seinen Empfangseigenschaften auch nicht beeinflußt wird, angeschlossen ist (siehe Bild 2, Blick von oben in den geöffneten Empfänger).
Damit sei genug zur Technik gesagt, im folgenden soll auf die betrieblichen Möglichkeiten des Empfängers eingegangen werden:
*) Das S-Meter: Diese im Originalgerät wohl am meisten vermißte Option wird auf dem graphischen LCD als Balken dargestellt, wobei auf der Prozessorplatine mit zwei Spindelpotentiometern Anfangs- und Endausschlag eingestellt werden können. Als Skala werden 15 Marken gezeichnet, die über die serielle Schnittstelle beliebig verändert werden können (Erstellen einer Skala nach eigenem Empfinden) und die ausfallgesichert gespeichert sind.
*) Die LCD - Anzeige: je nach Betriebsart zeigt das Display folgendes: Betriebsfrequenz sechsstellig, auf 100 Hz genau und den S-Meter-Balken, Uhrzeit sechsstellig und den S-Meter-Balken, ein drei- oder vierzeiliges Menü, aus dem verschiedene Betriebsarten gewählt werden können oder einen Datensatz für einen Sender. Die Darstellungsmöglichkeit des Displays im Textmodus umfasst den vollständigen ASCII - Zeichensatz (Groß- und Kleinbuchstaben) sowie Umlaute.
*) Die Uhrenfunktion: Durch Einbau eines Uhrenbausteines ist die aktuelle Uhrzeit, speziell für die nachfolgend beschriebenen Suchfunktionen, verfügbar. Mit dem Menüpunkt ‘Uhrzeit adjustieren’ kann die Uhr (z.B. bei Empfang eines Zeitzeichensenders) um plus/minus 30 Sekunden justiert werden.
*) Das Auswahlmenü: Aus der normalen Betriebsart, das heißt Anzeige von Frequenz und S-Meter, kann mit der linken der drei Gerätetasten in ein Hauptmenü verzweigt werden (Memory-Funktionen, Zeitanzeige und Einstellungen). Mit der linken bzw. der rechten Taste wird der Cursor auf einen Menüpunkt gestellt und dieser mit der mittleren Taste ausgewählt. Diese Funktion wird nun ausgeführt oder es erfolgt die Verzweigung in ein weitere Untermenü. Mit der mittleren Taste gelangt man in jedem Fall wieder zur Hauptbetriebsart.
*) Das Keypad KPAD-1: Dieser sehr nützliche Zusatz zum HF-150 wurde ebenfalls voll in die Software integriert und in seinen Funktionen erweitert. So sind jetzt die drei Tasten des Empfängers mit den Keypad - Tasten *, 0 und # in ihrer Funktion identisch, so daß mit Ausnahme der Bedienung von Abstimmknopf und Lautstärkeregler die Steuerung des Empfängers auch vom Keypad aus durchgeführt werden kann.
*) Der Senderspeicher: In dem jetzt eingebauten Speicher können Datensätze für 1000 Sender abgespeichert werden. Jeder Datensatz enthält folgende Merkmale eines Senders: Frequenz, Betriebsart, Senderbezeichnung in Klartext (bis 16 Zeichen), eine dreistellige Senderkennung sowie Beginn und Endzeit der Aussendung. In den Suchfunktionen wird der komplette Datensatz für den gewählten Sender angezeigt, ein Beispiel zeigt Bild 3. Mit der Senderkennung können die Sender in Gruppen geteilt werden (z.B. FAX für Fax-Sender, 49m für das entsprechende Rundfunkband, TR2 für Tropenband, MWD für deutschsprachige Mittelwellen-Sender ...). Die Unterteilung ist nur durch Phantasie und Sinnhaftigkeit begrenzt.

Interessante Sender, die während des Empfangsbetriebes per Menüpunkt ‘Speichern’ im Empfänger abgespeichert werden, erhalten die Kennung ‘NEU’ und können später im PC editiert werden.
*) Die serielle Schnittstelle: Zum Erstellen der Datensätze und deren Abspeichern im Empfänger ist an diesem eine RS-232 Schnittstelle nötig. Die Kommunikation zwischen HF-150 und PC erfolgt mit einem QBASIC-Programm, das folgende Funktionen ermöglicht: Laden von Datensätzen zum und vom Empfänger, Verändern, Löschen oder Generieren von Daten, Verändern der S-Meter-Skala am Empfänger, Stellen von Frequenz und Betriebsmodus vom PC aus sowie Lesen der Empfänger - Uhrzeit und des S-Meter - Wertes in den PC. Mit einem entsprechenden PC - Programm ermöglichen diese Funktionen das automatische Überwachen und langfristige Beobachten der Ausbreitungsbedingungen von mehreren Sendern gleichzeitig (Scanner-Funktion). Die Kommandostruktur zur Empfängerbedienung über die serielle Schnittstelle ist genau beschrieben, es können deshalb auch eigene Programme geschrieben werden.
*) Die Suchfunktionen: Da das reine Speichern von 1000 Sendern nicht sinnvoll ist (man verliert schon bei den 60 Speicherplätzen den Überblick), kann im Empfänger (ohne Verwendung eines PC!) nach folgenden Kriterien gesucht werden: Nach alle Sendern mit derselben Senderkennung (z.B. nach allen abgespeicherten FAX - Sendern), nach Sendern, die laut eingegebenem Sendezeitintervall gerade aktiv sind und nach der Kombination von beiden Kriterien. Mit dieser Funktion, die meines Wissens für einen Empfänger dieser Größenordnung einzigartig ist, kann z.B. ermittelt werden, welcher Sender gerade Wetterfax-Bilder sendet oder welche Sender des 60m-Tropenbandes gerade hörbar sein sollten. Der Suchvorgang arbeitet sehr rasch, das Durchsuchen von 1000 Datensätzen dauert weniger als eine Sekunde.

Die Menüführung wurde soweit als möglich der Bedienung des Originalgerätes angepaßt. Die mittlere Taste führt zur Auswahl des Betriebsmodus (Bild 4), die rechte Taste in die Betriebsart ‘FAST TUNING’, wobei in 2-kHz-Schritten abgestimmt wird. Die Abstimmgeschwindigkeit ist in allen Betriebsarten incrementell ausgeführt und dem jeweiligen Modus angepaßt.

Zusammenfassung: Mit minimalen Eingriffen in den HF-150 ist es möglich, bei Beibehaltung seiner guten Empfangseigenschaften den Bedienungskomfort und Betriebsmöglichkeiten ganz wesentlich zu erweitern. Sämtliche Funktionen sind menügesteuert und selbsterklärend, so daß die Bedienung trotz der Funktionserweiterung problemlos ist. Bei Interesse bitte ich um Anfrage unter Beilage des Antwortportos an

Wolfgang FRANTA, OE3WFA, Karl Föderlstrasse 10, A - 3032 Eichgraben

Modifikation Lowe HF-150
Die Verbesserung der Anzeigegenauigkeit ist ganz sicher eine gute Idee. Insbesondere im Tropenband ist eine genaue Frequenzbestimmung wichtig.
Ein S-Meter: Wir sind darüber geteilter Meinung. Einerseits sicher eine Erleichterung, wenn es geeicht ist. Andererseits: Wenn man den Unterschied in der Abstimmung nicht akustisch wahrnehmen kann, dann kann man ihn vernachlässigen. Ob das S-Meter eine Stufe mehr oder weniger anzeigt, ist für die Verständlichkeit (S/N-Ratio) nebensächlich.
Bei der Menüsteuerung und den erweiterten Funktionen wurde ein guter Ansatz gemacht. Wie leicht die Menüstruktur zu bedienen ist kann aber ohne Gerät nicht beurteilt werden. Die eingebaute Uhr ist sinnvoll. Die lästige Kopplung von Bandbreite und Betriebsart wurde leider nicht aufgegeben.
Die Erweiterung der Speicherdaten (insbes. Sendername in Klartext) ist sicher angebracht. Wer sich aber die Frequenzen gut merken kann oder anderweitig schnell zugreifen kann ist über die Tastatur sicher schneller. Um 1000 QRGs vernünftig handhaben zu können ist ein PC notwendig. Über eine Dreitasten-Bedienung wird die Verwaltung zum Alptraum.
Eine drehzahlsensitive Abstimmung ist nett, aber nicht lebensnotwendig. Notwendiger ist da schon ein beleuchtetes Display, insbesondere bei DX-Camps usw.
Die vorgeschlagenen Modifikationen machen die Bedienung des Empfängers sicher komfortabler. Die Empfangsqualitat wird dadurch aber nicht verbessert.

Thomas Adam /tte

d: Ein neuer Empfänger: LOWE HF 150, Jürgen Semmler / tth, wwh 6 / 92
d: Lowe HF-150, Joachim Salisch, kurier 15 / 92
d: Der letzte seiner Art ? Lowe HF-150 Europa, Harald Kuhl, kurier 8/99
d: Modifikation Lowe HF-150, Mehr Komfort für ein DX-Gerät, Thomas Adam /tte, wwh
e: Lowe HF-150, Radio Netherlands, Receiver Shopping List
e: two British Boxes - Lowe's HF-225 & HF-150 receivers, Elton Byington, N2KXT, fine tuning's proceedings