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Lowe Electronics Ltd., Matlock, U.K.

Testbericht HF-225 - © kurier 1 / 1994

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überarbeitet am 27.8.2010

Doppelsuper

Digitalanzeige auf 1 kHz genau, 30 kHz - 30 MHz

AM, CW, USB / LSB, FM opt.

Empfindlichkeit SSB < 0.5 uV

Selektivität -6 dB
10 / 7 / 4 / 2,2 kHz

S-Meter, ATT, CW NF-Filter

30 Speicher

Anfang 1987 erschien ein neuer Kommunikationsempfänger auf dem europäischen Markt, der LOWE HF-125. Mittlerweile wird eine aufgewertete Variante mit der Typenbezeichnung HF-225 angeboten. Der LOWE HF-225 arbeitet als Doppelsuper mit einer ersten Zwischenfrequenz von 45 MHz. Der Empfänger zeichnet sich durch seine kompakten Abmessungen aus (253 x 109 x 204 mm) und wiegt in der Grundausstattung nur 1,9 kg, mit eingesetzten NiCd-Akkus sind es gerade mal 2,6 kg. Das Gerät wird mit einem externen 12V-Netzteil ausgeliefert, das keine Probleme bereitet, so fern es nicht in unmittelbarer Nähe des Empfängers plaziert wird. Bei zu geringem Abstand können Störungen im Empfänger auftreten. Der Anschluß einer Antenne, des Kopfhörers oder eines Kassettenrecorders bietet keinerlei Schwierigkeiten. LOWE electronics hat dem Gerät eine klar und logisch aufgebaute Bedienungsanleitung und eine Broschüre, in der der Kurzwellenempfang erläutert wird, beigelegt. Der Empfänger verfügt über 30 Speicherplätze, die nach Abschallen des Gerätes dank einer Lithiumbatterie erhalten bleiben. Die Speicher können mit dem Abstimmknopf schnell und bequem angewählt werden. Der Abstimmknopf liegt gut in der Hand und hat eine Fingermulde.

Abstimmung
Eine große hintergrundbeleuchtete grüne LCD-Anzeige zeigt die Frequenz auf ein Kilohertz genau, wobei in jeder Betriebsart immer die tatsächliche Trägerfrequenz angezeigt wird. Abhängig von der Betriebsart und der Geschwindigkeit, mit der am Abstimmknopf gedreht wird, erfolgt die Abstimmung in zwei Schrittweiten, die der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen sind.

Modulationsart normal schnell
LSB, USB, CW 8 Hz 250 Hz
AM 50Hz 500Hz
FM 125 Hz 500 Hz
AM sync 8 Hz  

Die Abstimmschritte in AM erweisen sich als ausreichend für ein komfortables Einstellen der gewünschten Frequenz. Beim Empfang von SSB-, CW-Signalen oder Funkfernschreiben, Betriebsarten, wie sie auch von Funkamateuren angewandt werden, läßt sich der Empfänger in 8-Hz-Schritten abstimmen. Dies ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem alten LOWE HF-125. Da der Empfänger auch eine große Frequenzstabilität aufweist, läßt sich der HF-225 problemlos auf RTTY-Signale abstimmen. Der AM-Synchrondetektor arbeitet ebenfalls mit Abstimmschritten von 8 Hertz und läßt sich somit feinfühlig bedienen. Ein gravierender Nachteil ist jedoch, daß das obere bzw. untere Seitenband nicht angewählt werden kann.
Für schmalbandigen FM-Empfang, wie beispielsweise CB-Funk im 27 MHz-Bereich, kann der Empfänger nachgerüstet werden. Eine Tastatur zur Frequenzeingabe ist als Zusatzgerät für ca. DM 130.- erhältlich. Die Eingabetastatur ist sehr empfehlenswert, erleichtert sie doch die Frequenzabstimmung ganz erheblich. Die Tastatur kann flach auf den Tisch gelegt werden und die Bedienung bereitet keinerlei Probleme.

Frequenzstabilität & Pfeifstellen
Der Empfänger wurde bei einer konstanten Umgebungstemperatur von 18 Grad Celsius auf seine Stabilität getestet. Auf 12100 kHz abgestimmt betrug die Frequenzdrift nach einer Stunde obwohl in USB als auch in LSB weniger als 40 Hz. Dieser Wert ist mit Empfängern einer weitaus höheren Preisklasse vergleichbar. Plaziert man einen Empfänger in einem Metallkäfig, so daß er von der Umwelt vollkommen abgeschirmt ist, kann man Geistersignale empfangen, die das Gerät selbst produziert. In AM sind diese Signale als Träger zu erkennen, in SSB machen sie sich als Pfeifstellen bemerkbar. Die meisten Empfänger dieser Preisklasse leiden unter diesen sogenannten "birdies", die man nur unter erheblichem Aufwand beseitigen kann, was den Gerätepreis zwangsläufig verteuert. Bereits beim Konstruieren eines Empfängers versucht man daher, daß die Pfeifstellen so schwach wie möglich in Erscheinung treten und ausserhalb von wichtigen Rundfunk- und Amateurfunkbändern fallen.
Beim LOWE HF-225 konnten mehr als 25 Pfeifstellen (stärker als 0,5 uV) festgestellt werden. Bei Anschluß einer Antenne liegen die meisten unterhalb des Rauschpegels und bleiben unhörbar. Sechs birdies allerdings lagen über 1 uV und waren somit wahrnehmbar. Stimmt man auf eine Station ab, die auf einer solchen Pfeifstelle liegt, kommt es zu Störungen und Interferenzen, die vom Empfänger selbst verursacht werden. Teurere Empfangsgeräte wie etwa der FRG 8800 und der ICOM IC R-71 weisen ungefähr die gleiche Anzahl von Pfeifstellen auf. Für einen Empfänger dieser Preisklasse ist die Anzahl der Pfeifstellen als gut zu bezeichnen und besser als beim LOWE HF-125.

Empfindlichkeit
Im Test wurde überprüft, wie stark ein Signal am 50-Ohm-Antenneneingang sein muß, um einen Rauschsignalabstand von 10 dB zu erhalten. Da die Empfindlichkeit oft frequenzabhängig ist, wurden die Messungen auf verschiedenen Frequenzen durchgeführt, und zwar in AM bei 60% Modulation und in SSB. Zum Einsatz kam das 4 kHz breite ZF-Filter, das von Kurzwellenhörern am häufigsten eingesetzt wird.

MHz AM SSB
0,2 0.66 0.22
2,2 0.63 0.20
8,0 0.70 0.20
12,1 0.73 0.19
16,0 0.68 0.18
26,0 0.71 0.28

Der eingebaute Synthesizer produziert unterhalb der Langwelle zwischen 30 und 70 kHz viel Eigenrauschen und verdeckt alle eingehenden Signale. Von 100 kHz bis 30 MHz jedoch ist die Empfindlichkeit erstaunlich gleichmässig und ohne Einbrüche.
Da die Empfindlichkeit auch von der benutzten Bandbreite abhängt, wurde sie bei 12100 kHz mit unterschiedlichen Filtern untersucht. Die Messwerte sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.

IF-Filter (kHz) Empfindlichkeit
2.5 0.49
4.0 0.71
7.0 0.70
10.0 0.78

Das analoge S-Meter ist gut geeicht und ist so mehr als nur eine Abstimmhilfe.

Abschwächer & Schwundregelung
Der Empfänger verfügt über einen Abschwächer, der bei 12 MHz das Signal um etwa 17 dB abschwächt. Der Abschwächer ist als Widerstandsnetzwerk konzipiert und wird mittels einer Diode ein- bzw. ausgeschaltet. Das Einschalten des Abschwächers ist nur am Rückgang des S-Meterausschlages zu erkennen. Eine Kontrolleuchte ist nicht vorhanden und an der Schalterstellung läßt sich nicht erkennen, ob der Abschwächer aktiviert ist.
Die automatische Schwundregelung (AGC) hat die Aufgabe, die Lautstärke annähernd konstant zu halten, auch wenn das Eingangssignal Fading aufweist. Bei AM, 60% Modulation und einem 1000 Hz-Ton auf 12 MHz schwankt die Lautstärke um 3 dB, wenn das Eingangssignal zwischen 0,7 ,uV und 120 mV schwankt. Die Zeitkonstante läßt sich nicht umschalten, aber der vorgegebene Wert ist zufriedenstellend.

ZF-Filter
Der LOWE HF-225 verfügt über vier Bandbreiten. Das 10 kHz-Filter eignet sich am besten für den Empfang lokaler Mittelwellensender. Dieses Filter zeichnet sich durch geringe Verzerrungen aus (weniger als 3% bei 100 mW) und der Klang ist auch für europäische Ohren angenehm.
Das 7 kHz-Filter läßt sich bei starken und wenig gestörten Kurzwellensignalen einsetzen. Bei Interferenzen ist die Bandbreite von 4 kHz von Vorteil und bei starken Störungen oder beim Empfang von SSB- und Utility-Sendern ist das 2,2 kHz-Filter zu empfehlen. In der ersten Zwischenfrequenzstufe bei 45 MHz arbeitet der Empfänger mit einer festen Bandbreite von 15 kHz.
In der zweiten ZF-Stufe liegen dann die schaltbaren Bandbreiten. Es kommen hier Keramikfilter zum Einsatz, die, um eine bessere Trennscharfe zu erreichen, kaskadenförmig angeordnet sind. Der Formfaktor 6:60 dB beträgt 1:1,7. Auch dieser Wert liegt über dem in dieser Preisklasse üblichen Durchschnitt.

Guter Dynamikbereich
Unter Dynamikbereich versteht man jenes Mass an Feldstärkedifferenzen, die zwischen schwachen und starken Signalen bis Interferenzen durch starke Signale auftreten. Nach der CEPT-Meßmethode, bei der zwei Signale im Abstand von 20 kHz (10000 kHz und 10020 kHz) erzeugt werden, beträgt der Dynamikbereich des LOWE 88 dB.

Keine Aktivantennen
Die Bedienungsanleitung des LOWE HF-225 warnt davor, überdimensionierte Antennen anzuschliessen. Aktivantennen wie etwa die Datong AD-270 oder die Dressler ARA 30 sind am HF-225 hier in Europa absolut ungeeignet. Bei eingeschaltetem Abschwächer von 20 dB liefern die Aktivantennen eine Signalstärke, die der Empfänger gerade noch verkraften kann. Mit einem Langdraht von 10 Metern Länge oder einem Dipol, Antennen, die in der Bedienungsanleitung empfohlen werden, erzielt man wesentlich bessere Ergebnisse. LOWE bietet auch eine spezielle Aktivantenne für diesen Empfänger an, die allerdings noch nicht getestet wurde. Auch der Empfang auf Mittelwelle stellte sich als gut heraus. Unter Verwendung einer Rahmenantenne konnten (in Holland) bei guten Bedingungen Stationen von der amerikanischen Ostküste empfangen werden

Preise & Zubehör
Der HF-225 kostet in Grossbritannien ca. 395 britische Pfund. An Zubehör bietet LOWE eine Eingabetastatur, eine FM-Platine und einen AM-Synchrondetektor an, der dem Empfänger, insbesondere bei Fading, zu besserem Klang verhilft. Leider rastet der Synchrondetektor bei sehr schwachen Signalen nicht und im Gegensatz zum preiswerteren SONY ICF-2001 D kann nicht zwischen oberem und unterem Seitenband gewählt werden. Der Synchrondetektor ist daher eher als mässig zu bezeichnen.
Des weiteren sind ein aufladbarer Akkusatz, ein Zusatzlautsprecher, der vor allem bei Mittelwelle einen besseren Klang liefern soll, und eine Transporttasche erhältlich.

Fazit
Die vom Hersteller gemachten Angaben trafen genau zu, und LOWE electronics hat die sich selbst gesetzten Ziele erreicht. Die beigepackte Bedienungsanleitung ist klar und präzise.
Der LOWE HF-225 ist für den ernsthaften Kurzwellenhörer und für DX-Einsteiger, die einen großsignalfesten Empfänger mit gutem Klang und solider Grundausstattung suchen, gleichermassen geeignet. Das Gehäuse ist einfach und robust, leider schlecht zu tragen, da ein Griff fehlt, was für den portablen Einsatz von Bedeutung sein mag. Der Dynamikbereich ist für einen Empfänger dieser Klasse gut, der Interceptpunkt 3. Ordnung weist mit 13 dBm einen akzeptablen Wert auf. Für weitere Informationen kann man sich an den Hersteller wenden: LOWE electronics, Chesterfield Road, Matlock, Derbyshire, DE4 5LE, England. Auskunft erteilt auch der Technische Clubdienst der ADDX in Remscheid.

Technische Daten und Meßwerte sind Copyright Radio Nederland,
Übersetzung & Bearbeitung Winfried Werb , © kurier 13 / 93

Erfahrungsbericht Lowe HF 225 (2)
(Ergänzung zum Testbericht KURIER 13-14/93)
Die Masse der Kurzwellenempfänger kommt aus Fernost, so gehörte schon unternehmerischer Mut der Firma Lowe dazu, in England einen eigenen Receiver zu entwickeln und herzustellen. Um sich Marktchancen auszurechnen, lag die Orientierung an europäische Empfangsverhältnisse nahe. Der Einsatz aufwendiger Technik im HF 225, so zum Beispiel hochwertige Empfänger-Chips der Firma Plessey, selektive keramische Filter, wurde 1989 mit dem "Industry Award" als "bester tragbarer Empfänger" des WRTH belohnt.

Mobiler Einsatz
Haupteinsatzgebiet des Lowe HF 225 ist der mobile Einsatz. Daher ist es nicht korrekt zu sagen, daß das Gerät "schlecht zu tragen ist" (vgl. Testbericht KURIER 13-14/93), wenn für zirka 90 DM eine ausgezeichnete Tragetasche mit Schulterriemen erhältlich ist. Die Tasche ist so konzipiert, daß das Gerät mit einem Kunststoffeinsatz gegen Stösse geschützt ist. Ausserdem sind die Antennenanschlüsse von hinten frei zugänglich, ohne daß das Gerät aus der Tasche genommen werden muß. Für den Anschluß der externen Tastatur musste allerdings der Ausschnitt, wenn auch ohne Probleme, geringfügig vergrössert werden. Im praktischen Betrieb vermisst man lediglich ein Fach für Zubehör.

Bedienung
Die Bedienungselemente beschränken sich auf das Notwendigste. Um einen möglichst optimalen Empfang bei geringem Bedienungsaufwand - insbesondere bei häufigem Frequenz- und Betriebsartenwechsel zu gewährleisten, wurde bewusst auf eine manuelle Verstärkungsregelung verzichtet. Die automatische Regelung (AGC) arbeitet meiner Meinung nach sowohl bei AM- wie SSB-Betrieb optimal.
Für den Mobilbetrieb gilt es möglichst Strom zu sparen, daher fehlt eine ständige Betriebsartenanzeige. Der Wechsel der Bandbreite, das Zuschalten des Abschwächers werden jedoch kurz angezeigt bzw. lassen sich durch Antippen anzeigen (vgl. oben genannten Testbericht). Das analoge S-Meter zeigt die für die SINPO-Beurteilung erforderliche Signalstärke ausreichend genau an, im Gegensatz zu anderen Empfängern, die meist zu gute Ergebnisse anzeigen.

CW-Filter, ECSS, Synchron-Detektor
Bei der Beschreibung der Filter wurde im genannten Testbericht zum Lowe HF 225 vergessen zu erwähnen, daß es einen zusätzlichen Filter mit 170 Hz Bandbreite für Morse und CW gibt. Während bei einer Bandbreite von 2,2 kHz ein Morsesignal oft im QRM "untergeht", konnte ein befreundeter Funkamateur in vielen Fällen das Signal nach dem Zuschalten des CW-Filters einwandfrei "aufnehmen".
Auch bleibt unerwähnt, daß der Empfänger - wie zum Beispiel der NRD 535DG - ECSS-tauglich ist. Der Einseitenband-Empfang mit Trägeranhebung (Exalted Carrier Single Sideband - ECSS) hängt von der Einstellgenauigkeit des Empfängers, seiner Frequenzstabilität und der Güte der ZF-Filter ab. Gerade beim Trtopenbandempfang erwies es sich daher als sehr vorteilhaft, wenn Störungen zum Beispiel von RTTY-Stationen mit Hilfe dieser Methode eliminiert werden. Bei der Sprachwiedergabe waren die Ergebnisse gut, bei Musik eher ausreichend.
Aufgrund der Tatsache, daß man im Gegensatz zum Sony ICF-2001 D nicht zwischen dem unteren und oberen Seitenband wählen kann. den "Synchron-Detektor ... als mässig zu bezeichnen" (vgl. oben genannten Testbericht) ist eine zu einseitige Beurteilung. In Verbindung mit dem 7 oder 4 kHz-Filter verbessert der als Zubehör erhältliche Synchrondetektor (ca. 140 DM) deutlich das selektive Fading. Dies natürlich nur, solange nicht ein Seitenband erheblich gestört wird, dann hilft nur die ECSS-Methode weiter. Der Synchrondetektor rastet so lange bei sehr schwachen Stationen ein, bis nach meinen Erfahrungen auch bei der Seitenband-Umschaltung die Station nicht mehr zu verstehen ist (vgl. oben genannten Testbericht).

Lautsprecher, Tonblende
Der eingebaute Lautsprecher wird den Möglichkeiten des Lowe nicht gerecht: der Klang ist eine Zumutung. Erheblich besser ist der Anschluß eines geeigneten Kopfhörers mit Schwerpunkt auf Sprachwiedergabe. Wer jedoch zu denjenigen gehört, die meinen, letztlich ist die Klangqualität eines alten Grundig Satelliten nicht mehr erreichbar, der sollte einen externen Lautsprecher anschließen. Ein selbstgebautes 4 Liter-Gehäuse, mit einem guten Auto-HiFi-Mittel-Toner bestückt, konnte meinem alten Grundig Transistor 6000 Paroli bieten. Die Jazz-Hour von VoA wurde zum Genuß, deutlich war der Kontrabaß von Ray Brown zu hören.
Wichtiger für Dxer ist jedoch die Möglichkeit mit Hilfe der Tonblende, die als Hoch- bzw. Tiefpaß ausgelegt ist, Störungen zu mildern. Leider läßt sich das Interferenzpfeifen beispielsweise im dichtbelegten 49 m Band nicht ganz ausblenden. Die vollständige Abhilfe war nur durch den Einsatz eines externen NF-Filters möglich.

Empfangspraxis mit Aktiv-, Magnetantenne
Der Lowe verfügt über einen 220 Ohm und 50 Ohm Antenneneingang. Sehr zu empfehlen ist der Einbau des Antennenverstärkers. Dieser wird als Aktivantennen-Modul W-225 mit 1,2 Meter langer anschraubbarer Teleskopantenne für zirka 70 DM angeboten. In der Praxis waren die Empfangsergebnisse enttäuschend. Auf dem 80 m Amateurfunkband beispielsweise waren Stationen nur sehr leise zu hören. Nachdem jedoch der ADDX Preselektor PRE1 zugeschaltet wurde, besserten sich die Ergebnisse deutlich. Viel interessanter ist jedoch der Einsatz einer magnetischen Antenne in Verbindung mit -diesem Antennenverstärker. Als Magnetantenne diente ein Eigenbau anhand der sehr guten Beschreibung von Axel Blechschmidt im KURIER 11-12/88. Diese läßt sich an den 50 Ohm Antenneneingang anschließen, wobei der Verstärker ein- und ausgeschaltet werden kann. Bei meinen Empfangsversuchen konnte immer der Verstärker zugeschaltet bleiben, es gab keinerlei Probleme. Im Gegenteil: Es gelang mir im Winter beispielsweise eine Vielzahl afrikanischer Stationen (unter anderem Brazzaville, RTG Libreville, RDN Tchadienne, GBC Accra, FRCN Kaduna) in guter Qualität zu hören, das heißt, die Programminhalte waren deutlich zu verstehen und es machte Spaß, längere Zeit zuzuhören. Im Vergleich dazu lieferte die "Aktivantenne" W-225 selbst in Verbindung mit dem PRE-1 deutlich schlechtere Ergebnisse.

...sowie mit Langdraht - Außenantenne
An dem 220 Ohm Eingang wurde eine T-förmig gespannte Außenantenne angeschlossen. Zwischen Empfänger und Antenneneingang wurde ein Antennentuner geschaltet um die 50 Ohm-Zuleitung an den 220 Ohm Eingang anzupassen. Diese Kombination erwies sich in der Praxis als sehr leistungsfähig. So gelang zum Beispiel am 23. Oktober 1993 auf 11092 kHz der bestätigte Empfang von Radio St. Helena im Pazifik. Im Vergleich zur Magnetantenne ist die angebotene Signalstärke der Außenantenne zirka zwei Stufen höher, sie läßt sich jedoch durch Zuschalten des Verstärkers in etwa ausgleichen. Viel interessanter ist, daß die Magnetantenne einen wesentlich ruhigeren Empfang bietet und durch ihre - wenn auch bescheidene - Richtwirkung in der Lage ist, Störsignale aus der Nachbarschaft, wie zum Beispiel durch Fernsehgeräte oder Personal Computer zu reduzieren. Verblüffend waren die Ergebnisse von Empfangsversuchen im Keller: Wahrend mit der Teleskopantenne kein Empfang möglich war, konnten zumindest die kilowattstarken Auslandsdienste in ausreichender Qualität gehört werden.

Fazit
Derjenige, der gern mit seinem Empfänger auch mobil sein möchte, ist mit dem - mit einem Akkusatz bestückten - Lowe HF 225 sehr gut beraten. Für Dxer wie Programmhörer ist der Einbau des Synchrondetektor-Moduls sowie ein zusätzlicher "besserer" Lautsprecher zu empfehlen.
In Verbindung mit einer HF-verstärkten Magnetantenne war in den meisten Fällen ein guter DX-Empfang möglich, der sich zuhause im Shack mit einer Außenantenne sicherlich noch steigern läßt. Gemessen am Komplettpreis für ca. 2.000 DM ist der Lowe HF 225 eine runde Sache.

© Wolfgang Rath, kurier 1/1994

d: Lowe HF-225 Europa - Sondermodell für alle?, Christoph Ratzer, wwh
d: Lowe HF-225, R.Netherlands in kurier 13/93 und 1/94
e: the Lowe HF-225 Europa, Chuck Mitchell
d: Modifikationen am Lowe HF-225, Georg Lechner