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Philips BX-925A

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überarbeitet am 1.5.2011

In der Mitte der fünfziger Jahre kam Philips mit einem schwergewichtigen Kommunikationsempfänger auf den Markt, der Sechsband- Einfachsuper wurde nur in kleinen Stückzahlen gefertigt.
Das Gerät wurde von den Schweizer PTT als Überwachungsempfänger evaluiert, ob und in welchen Stückzahlung eine Beschaffung erfolgte, ist mir nicht klar.

Einfachsuper, ZF 735 kHz

Analoganzeige

210-540 kHz, 1,45-3,6 / 3,5-9,1 / 9,1-13,7 / 13,7-20,7 / 20,7-32 MHz

AM, SSB/CW

Selektivität -6 dBdB
0,9 / 2,6 / 6 / 13 kHz; 8,4 KHz IF out

Sensitivität
< 5 uV

RF-Gain, AGC fast/slow, BFO, Crystal Filter, motorische Abstimmung

Beim BX925A handelt es sich um einen Kommunikationsempfänger aus dem Hause Philips, im Gegensatz zu den späteren Koffer - Weltempfängern handelt es sich beim BX-925A um einen "richtigen" schwergewichtigen "Boatanchor".
Der kommerzielle Erfolg dieses Geräts von Philips hielt sich wohl in Schranken, die Anzahl der gehandelten Geräte ist gering und bei Kurzwellenamateuren erfreute sich der Empfänger nie grosser Beliebtheit oder Verbeitung.
Eine Spezialität des Kurzwellenempfängers ist die motorgetriebene Abstimmung.

Der 16 Röhren - Empfänger kann mit 110 - 245 V Wechselstrom vom Netz betrieben werden, im Gehäuse mit den ausklappbaren Traggriffen bringt das Gerät 32 kg auf die Waage und misst 49 x 25,5 x 41,5 cm.

Auf der Frontplatte finden sich im oberen Bereich links die sektorförmige Frequenzskala, in der Mitte die Skala der Feinabstimmung und rechts das Feldstärkemessinstrument.
Der Hauptabstimmknopf findet sich ziemlich genau in der Mitte der Frontplatte, links davon der Bandbereichsschalter und rechts der Bandbreiten / Filterschalter.
Ganz zur Linken ist der Schalter für den eingebauten Eichmarkengeber und die Regler für Ton und Antennenanpassung plaziert, ganz rechts der Schalter für die AGC, welche abschaltbar und in der Ansprechgeschwindigkeit regelbar ist, der Regler für den Störbegrenzer und die Kopfhörerbuchsen.
In der untersten Reihe von Bedienelementen finden sich der Regler für die HF-Verstärkung RF Gain, der BFO-Schalter zum CW- und Einseitenbandempfang, die Regler für den BFO und das Quarzfilter, ein Empfang / Transmit - Umschalter und der Lautstärkeregler AF Gain.

Zum Betrieb muss die korrekte Netzspannung an der Rückseite gewählt und eine Antenne angeschlossen werden, eine asymmetrische Antenne an Klemme A1, ein Dipol an A1 und A2.
Der Sende- / Empfangsumschalter, der nur im Betrieb mit einem Sender benutzt wird, muss auf REC stehen, am Lautstärkeregler A.F. Gain wird der Empfänger eingeschaltet.
Zum Empfang der Deutschen Welle auf 6075 kHz wird der Bereich 3 gewählt, im Skalenfenster der Hauptskala wird die entsprechende Skala sichtbar. Mit dem Abstimmregler kann nun das Signal aus Köln oberhalb der 6 MHz - Marke gesucht werden, am einfachsten während der Nachrichten - im Gegensatz zu den Fünfzigerjahren wird heute darauf verzichtet, zur Sendersuche länger das Pausenzeichen auszustrahlen. Die Zahl in der kleinen Logskala der Hauptabstimmung und die Zahl der mechanisch gekoppelten 0 - 100 Feintriebsskala kann notiert werden, um später die Station einfach wiederzufinden, diese Möglichkeit der Logskalen und Tabellen ersetzte früher die Frequenzspeicher. Mit aktiviertem Eichmarkengeber kann durch Marken n Abständen von 500 kHz die Skaleneichung kontrolliert werden.
Der R.F. Gain sollte voll aufgedreht sein, die AGC auf 2 (fast) oder 3 (slow), die Bandbreite auf BROAD (bei dem üblicherweise starken ungestörten Signal), zum AM-Empfang ist der BFO abgeschaltet.
Mit eingeschaltetem BFO können in den Amateurfunkbereichen CW- und SSB-Signale aufgefangen werden, die Feinabstimmung der Tonhöhe des CW-Tons geschieht mit dem BFO-Regler.
Überlicherweise wird mit herausgezogenem Abstimmknopf manuell abgestimmt. Der BX925A verfügt als Besonderheit über eine motorische Abstimmung, mit gedrücktem Knopf kann durch Drehen nach links oder rechts der Empfänger nach unten oder oben abgestimmt werden.

Der Empfänger kann mit entsprechenden Quarzen (Empfangsfrequenz + 735 kHz in den Bereichen 1-3 resp. Empfangsfrequenz - 735 kHz in den Bereichen 3-6, gem. Manual) auf Fixfrequenzen betrieben werden, nach erfolgter Abstimmung und Umschaltung mittels eines Schraubenziehens wird in kleinen Sichtfeld ein "X" anstelle des "N" für Normalbetrieb sichtbar.

Zusammenfassend handelt es sich beim BX925A um einen ziemlich klassisch ausgestatteten Allwellenempfänger, der vom Gewicht her als Boatanchor dem Namen alle Ehre macht. Die Darstellung der Frequenzanzeige mit einer Grob- und einer linearen Logskala und einem Eichmarkengeber verhilft dem Gerät nur zu einer mässigen Genauigkeit, eine Station auf einer bekannten Frequenz einzustellen, die Wiederfindegenauigkeit ist mit einer Logtabelle relativ gut - diese Punkte hat das Gerät aber mit den meisten "grossen" Allwellenempfängern von Hammarlund, Hallicrafters oder Eddystone gemeinsam, Collins beschritt mit dem 51J4 und dem R390(A) einen anderen Weg.

weitere Lektüre:
d: BX925A in www.radiomuseum.org

© Martin Bösch, 1.5.2011