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überarbeitet am 18.9.2010

Weltempfänger-Duo von Philips "Nur UKW überzeugt . . ."

Kurzwelle ist "out", das hört man immer wieder; doch ist das richtig? Nachdem japanische Hersteller interessante Weltempfänger auf den Markt brachten und Grundig seine Satellit-Reihe dem neusten Stand anpasste, begann auch Philips um die Gunst der Kurzwellenhörer zu werben, und zwar gleich mit zwei Geräten: Dem D 2935 und D 2999. Ich beginne mit dem Erfahrungsbericht über den D 2999.

Mit Batterien wiegt das Gerät 6,9 kg und ist 32 cm breit, 25 cm tief und ungefähr 10 cm hoch. Ein Netzteil ist eingebaut.
Wer das Gerät einfach mal einschaltet, hört zunächst nur einen durchdringenden Pfeifton und stellt fest, daß sich das Gerät nicht bedienen läßt. Der Grund: Auch bei Netzbetrieb müssen drei Mignon-Zellen als Stützbatterien eingelegt werden.
Wenn man nun das Gerät vor sich liegen hat und die "Stützbatterien" eingelegt sind, befinden sich die Bedienungselemente alle an der Vorderseite des Gerätes. Oben ist zunächst eine lange Reihe von Tasten. Wenn die erste (links) nicht gedrückt ist, wird nur ein kleiner Frontlautsprecher benutzt, der eigentliche Speaker auf der Oberseite des Gerätes ist außer Betrieb. Erst nach Betätigen dieser Taste hat man also den vollen Klang.
Ebenfalls recht wichtig ist das Drücken der nächsten Taste: Wird sie nicht betätigt, zeigt das Display nur den Batteriezustand an, und nicht die Frequenz. Nach diesen beiden Tasten kommen Knöpfe für die Wahl folgender Bereiche: Langwelle, Mittelwelle, KW: 120, 90, 60, 49, 41, 31, 25, 19, 16, 13 und 11 Meterband sowie UKW. (Das neue 22 Meterband ist bei den Bereichstasten nicht vorhanden). An der rechten Seiten oben befindet sich der Netzschalter.
In der Mitte befinden sich die sehr leichtgängigen Tasten für den Mikroprozessor und für die Einstellung der Uhr, die für den 12- und 24-Stunden-Betrieb eingerichtet ist und auch über eine Weckeinrichtung verfügt.
Mit den Tipptasten für die Frequenzeingabe kann man von jedem Bereich in einen anderen hineinwählen. Beispiel: Ist man gerade auf Langwelle 153 kHz und möchte auf UKW 99,2 MHz anwählen, dann tippe ich 99 Komma 2 ein, und bin im entsprechenden UKW-Bereich. Will ich nun 891 kHz hören, tippe ich wiederum 891 ein und befinde mich im Mittelwellenbereich. Diese Möglichkeit, ohne drücken der Wahlbereichstasten den Frequenzbereich zu wechseln, ist sehr vorteilhaft.
Die Speichereinheit des Philips umfasst 16 Stationen. Die Eingabe ist aber recht kompliziert. Manuelle Frequenzwahl kann mit Hilfe eines Drehknopfes erfolgen. Bei langsamer Drehung bewegt man sich in 1-kHz-Schritten (UKW 10 kHz). Darüberhinaus kann der Sendersuchlauf benutzt werden, der allerdings nur innerhalb der per Taste einzustellenden Wellenbereiche arbeitet und lediglich bei sehr starken Stationen anhält.
An der unteren Vorderseite hat der D 2999 noch Bedienelemente für die Lautstärke, Tonblende, SSB und Filter.
Nun zu den Empfangseigenschaften: Da ist zunächst die Empfindlichkeit. Sie liegt oberhalb von 9 MHz zwischen der des ICF 7600 D und des ICF 2001 D. Unterhalb von 9 MHz ist sie allerdings teilweise unter der des ICF 7600 D. Die Empfindlichkeit im UKW-Bereich ist recht ordentlich.
In der Stellung "Wide" ist die Trennschärfe mässig und reicht lediglich für den Empfang auf Lang und Mittelwelle sowie das Hören, starker störungsfreier KW-Sender aus Bei "narrow" können Sender, die 5 kHz Abstand voneinander haben, zwar gut getrennt werden, schon bei einem Abstand von ca. 3 kHz treten jedoch enorme Probleme auf. Der eingebaute BFO ermöglicht SSB-Empfang. Die vorhandene Feinabstimmung ermöglicht dabei zwar die Unterdrückung des jeweils unerwünschten Seitenbandes, kann jedoch ein SSB-Filter nicht ersetzen.

Gesamtbewertung: Der D 2999 ist preislich wie auch leistungsmässig zwischen dem ICF 7600 und dem ICF 2001 D angesiedelt. Allerdings nur die Leistungen auf UKW überzeugen voll und erreichen teilweise die des Satelliten 600, wobei die Grundig Geräte einen viel besseren Klang haben.
Nun zum kleinen Bruder, dem D 2935. Er wiegt 3,8 kg, ist in Höhe und Tiefe wesentlich kleiner wie der D 2999 und einfacher ausgestattet. Das Gerät hat nur eine Filterstellung. Der eingebaute BFO stimmt mit dem des großen Bruders überein. Die Handabstimmung funktioniert bei langsamer Drehung auch im 1-kHz-Bereich, bei schneller Drehung wird auf 10-kHz Schritte umgeschaltet. Die Wellenbereiche sind wie beim D 2999 unterteilt, auch beim kleinen Modell kann man in jeden Frequenzbereich hineinwählen.
Im unteren Frequenzbereich entspricht die Empfindlichkeit etwa der des ICF 7600 D und ist im 49-m-Band sogar besser. Im oberen Bereich nimmt sie jedoch stetig ab, bis im 13-m-Band fast nur noch Sender zu hören sind, die da eigentlich gar nicht hingehören. Die Trennschärfe reicht für Lang- und Mittelwelle (wo die Leistungen des D 2935 mit denen des großen Modells übereinstimmen) voll aus und ist auch auf Kurzwelle noch zufriedenstellend. Sobald aber ein Sender weniger als 5 kHz von einem anderen entfernt ist, tritt starkes Interferenzpfeifen auf. Daher ist das Filter für den Tropenband-Empfang - der sonst durchaus denkbar wäre - überhaupt nicht geeignet.
Man kann zusammenfassend sagen, daß der Philips fast genau so gut ist wie der ICF 7600 D, auch wenn er diesen auf UKW sogar bei weitem übertrifft (außerdem klingt der D 2935 besser).
Der kleine Philips ist also durchaus für den Programmhörer und auch den Gelegenheits-DXer gut geeignet, wahrend er jedoch dem DX-Profi nicht reichen wird. Erwähnt sei noch, daß sich das Gerät aufgrund der versenkten Bedienungstasten so gut wie gar nicht für sehbehinderte SWL's eignet.

weitere Lektüre:
d: Oldtimer: der Philips D2999, Mario Gongolsky, wwh 3 / 98

© Kurier 20 / 1986