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Philips D-2999

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überarbeitet am 18.9.2010

Der in der Mitte der achziger Jahre erschiene Philips D-2999 ist ein mikroprozessor - kontrollierter Doppelsuperhet, der als Stationsempfänger in einem ähnlichen Format wie die typischen Anateurfunktransceiver aufgebaut ist, technisch ist er dem etwas kompakteren D-2935 sehr ähnlich. Die beiden Geräten waren die einzigen brauchbaren Weltempfänger mit denen das Haus Philips den Geräten von Grundig und Sony nacheifern wollte, sie wurden mit einem Handbuch, einer Anleitung zum Kurzwellenempfang und einem brauchbaren Frequenzhandbuch ausgeliefert. Nach diesem Achtungserfolg folgen nur noch einige Analog- Reiseempfänger zu günstigen Preisen mit mässigen Empfangseigenschaften.

Doppelsuper, ZF 55 MHz, 468 kHz / UKW:Einfachsuper 10,7 MHz

Digitalanzeige, 1 kHz

146 - 29'999 kHz (Version /02 für D nur bis 26'100 kHz), 87,5 - 108 MHz

AM, SSB (BFO), FM

Selektivität -6 dB/ -90 dB
6,3 / 19 kHz

Sensitivität

Abschwächer -20dB, BFO, Tonregler
Keypad, 9 Speicher

Der Philips D-2999 hat das Format eines Amateurfunk - Transceivers oder -empfängers mit den Dimensionen von 32 x 10 x 25 cm und einem Gewicht von 3,7 kg, er verfügt über einen Tragegriff, der zurückgeklappt als Aufstellbügel dient.
Der Empfänger kann vom eingebauten 110 / 220 V Netzteil oder zum portablen Betrieb mit 6 UM-1 / Monozellen oder alternativ von einer Fahrzeugbatterie mit 9 - 14 Volt Gleichstrom betrieben werden, zum Speichererhalt und zum Betrieb der Quartzuhr sind weitere 3 Mignonzellen UM-3 notwendig. Diese Batterien müssen stets, also auch zum Netzbetrieb, eingelegt werden, der Empfänger verweigert ansonsten die Mitarbeit und gibt nur laute Piepstöne von sich.

Der grosse Gerätelautsprecher strahlt nach oben ab.

Zuoberst auf der Frontplatte zieht sich eine lange Reihe von Tipptasten quer über die ganze Front. Die drei obersten Tasten von links schalten den Lautsprecher ein, schalten das Instrument von S-Meterfunktion auf Batteriespannungskontrolle um und aktivieren die Skalenbeleuchtung. Ganz oben rechts findet sich der Radio- Hauptschalter, die vielen Tasten dazwischen mit kleinen Leuchtmarken dienen zum direkten Aufruf der Langwellen, der Mittelwellen und der verschiedenen Kurzwellenbänder.
Gleich neben dem nach vorn abstrahlenden Hochtonlautsprecher findet sich das als Analoginstrument ausgeführte Signalstärkeinstrument, gleich daneben die Digitalanzeige, diese kann die Empfangsfrequenz, die Uhrzeit oder eine Alarmzeit anzeigen. Kleine Tasten unter dem Display dienen zur Programmierung der Uhrzeit und für die Timerfunktionen.
Die kleinen Tasten der Zifferntastatur dienen der direkten Eingabe einer Empfangsfrequenz, der Empfänger reagiert recht intuitiv auf die Eingabe und akzeptiert die Eingabe eines Punktes als MHz-Trennzeichen (für KW und UKW), EXECUTE schliesst die Frequenzeingabe ab und die Station auf der eingestellten Frequenz ertönt im Lausprecher.
Die acht Tasten zur rechten dienen zum Speichern einer eingestellten Frequenz. Die Speicherbezeichnung setzt sich aus den Ziffern 1-4 und Buchstaben A-D zusammen, es sind also 16 Frequenzen auf den Speicherplätzen A1, A2, ... D4 speicherbar. Ein Druck auf die Taste STORE PRESET gefolgt von einer Ziffern und einer Buchstabentaste speichert die Frequenz, mit Druck auf dieselbe Buchstaben und dann Zahlentaste ruft den Speicherinhalt wieder auf. Der gleich darunter liegende Abstimmknopf ist magnetisch gerastet, bei schnellerem Drehen nimmt die Abstimmschrittweise von 1 auf 10 kHz zu.

In der untersten Reihe der Bedienelemente finden sich der Lautstärkeregler gefolgt von den separaten Bass- und Höhen- Tonreglern. Die zwei kleinen Tasten links von der Kopfhörerbuchse schalten die breite und schmale AM-Bandbreite und die Abschwächer und der Stellung LOCAL. Die weiteren beiden kleinen Tasten dienen zum Einschalten des BFO- (zum CW/Einseitenbandempfang) und des RF Gain- (zur manuellen Regelung der HF-Verstärkung) Reglers.

Auf der Geräterückseite sind unter dem Batteriefach die Aussenantennen anschlüsse angeordnet, die mittels Schiebeschaltern aktiviert werden. In der Mitte finden sich der DIN-Tonband- und ein Klinken-NF-Ausgang, zur Rechten etwas versenkt der Netzeingang mit dem Spannungswähler.
Die Schalter zur Wahl des 12/24 h - Anzeigeformats der Uhrzeit und des Mittelwellen- Abstimmrasters von 9 oder 10 kHz sind im Batteriefach lokalisiert, sie müssen korrekt eingestellt werden, bevor die Speicherbatterien eingelegt werden.

Technisch arbeitet der Philips D-2999 als Doppelsuper mit hochliegender erster Zwischenfrequenz von 55 MHz, Mischersignal von 55,164 - 84,999 kHz stammt aus einem stabilen PLL-Synthesizer, über ein Quarzfilter wird auf das Signal auf den zweiten Mischer übergeleitet, an dessen Ausgang dann 468 kHz anliegen. Hier erfolgt die endgültige Selektion mit einem Keramikfilter, als AM-Demodulator kommt ein Diodendetektor zum Einsatz, zum SSB-Empfang lässt sich hier ein BFO zuschalten.
Es fehlt eine Preselektion vor dem ersten Mischer, was den Empfänger auf lange Antennen empfindlich reagieren lässt, der Einsatz eines externen Preselektors erscheint beim Betrieb an Langdrahtantennen ratsam.

In der Praxis empfängt der D-2999 die europäischen Kurzwellenauslandsdienste problemlos, das Filter trennt im 5 kHz-Raster ausreichend, die DW auf 6075 die hier mit starkem Signal einfällt verursacht bis 6070 Splatterstörungen und ist auf 6068 nicht mehr zu erahnen. In den Amateurfunkbereichen sind die deutschen Amateure aus der Nähe in SSB und CW problemlos aufnehmbar, wenn auch die Abstimmung mit dem BFO etwas spitzfingrig erfolgen muss. Der Synthesizer verursacht etliche Eigenpfeifstellen (sog. Birdies).
Das Aufsuchen einer Station gestaltet sich problemlos: mittels Druck auf die Band Selection Taste wird der Wellenbereich vorgewählt, SW springt zum 120m Band, mit jedem weiteren Tastendruck wird ins nächste Kurzwellenrundfunkband gewechselt, auch das 21m-Band ist programmiert. Im Band kann mit dem angenehm leicht gerasteten Tuningknopf eingestellt werden, bei hoher Drehgeschwindigkeit wird die Schrittweite auf 100 kHz erhöht, so sind Wechsel ans obere Bandende problemlos möglich.
Zur direkten Frequenzeingabe kann die gewünschte Frequenz ohne führende Null direkt eingegeben werden, mit 6 0 7 5 Exec landet man bei der deutschen Welle, mit 6 . 0 7 5 Exec ebenfalls. Zahlen bis 2 6 . werden als MHz-Angabe interpretiert, Zahlen ab 8 8 . als MHz im UKW-Band, es muss keine separate Umschaltung für die UKW-FM Betriebsart erfolgen.
Ein eingestellter Sender kann mit Tastendruck auf STORE PRESET gefolgt von der Speicherbezeichnung, beispielsweise STORE PRESET A 1, in den folgenden 5 Sekunden erfolgen. Mit Druck auf A 1 kann der eben gespeicherte Sender später wieder aufgerufen werden, als Spezialität am Philips wechselt ein Druck auf die Taste B dann auf den Speicher B 1. Die Möglichkeiten der Mikroprozessorkontrolle sind beim Philips D-2935 recht brauchbar umgesetzt und auch ohne langes Studium der Bedienungsanleitung intuitiv einsetzbar.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der D-2999, der teils recht preisgünstig angetroffen werden kann, dank der soliden Empfangseigenschaften und der guten Ausgangsleistung als Reiseempfänger beim Camping gute Dienste leistet, und als Stationsempfänger auf den ersten Schritten ins Kurzwellenhobby ein Einsteigerempfänger ist, der nicht zu Enttäuschungen führt.

weitere Lektüre:
d: Klanggenuss auf allen Bändern: Philips D2999, Werner Kant, wwh 1 / 1987
d: Oldtimer: der Philips D2999, Mario Gongolsky, wwh 3 / 1998
d: Weltempfänger Duo von Philips, kurier 20 / 86

© Martin Bösch, 20.7.2003