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Philips DC-777: Testbericht © kurier 12 / 1991

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überarbeitet am 18.9.2010

Autoradio,

Digitalanzeige, 1 kHz

AM, SSB (BFO), FM (UKW)

UKW, MW, KW - 30 MHz

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Keypad, 20 Speicher

Im KURIER - Dezember - Doppelheft stellten wir unter der Rubrik Markt dieses neue Autoradio mit Kurzwellenteil vor, welches jetzt schon seit einigen Monaten auf dem Markt erhältlich ist. Ralph Brandi von NASWA in den USA hatte Gelegenheit diesen Empfänger ausgiebig zu testen. Der DC777 hat Normformat für Autoradios und ist, wenn ein Standard-Installationsschacht vorhanden ist, schnell montiert.

Empfangseigenschaften
Der Empfang auf Mittelwelle und UKW beurteile ich als gut, wenn auch nicht überragend. Die Stereoerkennung auf UKW erfolgt automatisch und ist nicht manuell einzustellen. Der hierfür eingesetzte Prozessor arbeitet recht gut und scheint Rauschstörungen nach Möglichkeit zu verhindern. Für den Test wählte ich einen Sender, der in etwa 120 Kilometer Entfernung vor meinem Haus liegt und den mein Sony 2010 in einigen Teilen des Hauses gut empfangen kann. Mein bisheriges Autoradio konnte diesen Sender auch relativ gut empfangen. Der Empfang beim DC-777 war nicht ganz so gut. Die Möglichkeit zeitweise die fünf stärksten Sender auf Mittelwelle und UKW automatisch in die Memory einzuspeichern ist sehr nützlich, wenn man unterwegs ist. Die Leistungen des eingebauten Cassettendecks ist durchschnittlich. Dolby ist nicht vorhanden. Die Empfangsleistungen auf Kurzwelle haben mich sehr beeindruckt. Man wird auf diesem Empfänger zwar kein echtes DXing betreiben können, aber sämtliche grösseren Stationen kamen in brauchbarer Qualität herein. Der Empfänger scheint speziell auf den Kurzwellenempfang ausgelegt zu sein. Die Bandbreite ist so gewählt, daß bei grösseren Stationen eine angenehme Tonqualität vorhanden ist, jedoch so eng, daß Nachbarkanalstörungen grösstenteils vermieden werden. Bedienungsfreundlichkeit

Die Bedienungsfreundlichkeit des Empfängers läßt einiges zu wünschen übrig. Bei vielen Bedienungselementen handelt es sich um Multifunktionsknöpfe. Die Lautstärkeregelung dient, in Verbindung mit einem anderen Knopf, auch zur Einstellung der Balance, der Höhen und der Tiefen. Manuelle Frequenzeingabe wird durch gleichzeitiges Drücken beider Search-Tasten bewerkstelligt, wobei man warten muss bis ein Piep ertönt, um dann über die Zahlentasten die Frequenz eintippen zu können. Drückt man eine der Search-Tasten, so wird die automatische Suchfunktion ausgelöst, die besser arbeitet, als die aller von mir bisher getesteten Geräte. Diese Funktion ist sehr nützlich für ein Band-Scanning, während man fährt. Zur direkten Frequenzeingabe, die ich persönlich bevorzuge, muß man ein kleines Bedienfeld aufklappen, auf dem sich die Zahlen-Tastatur, eine Bestätigungstaste sowie eine Taste für die Zeitangabe befinden. Sämtliche Tasten sind so klein, daß ich nur bei roter Ampel oder stehendem Verkehr Frequenzen direkt eingeben konnte. Ausserdem scheint mir dieses Bedienelement auch nicht allzu robust konstruiert zu sein.

Speicherplätze
Allein auf Kurzwelle verfügt der DC-777 über 20 Speicherplätze. Die Art und Weise, wie diese Speicher aufgerufen werden können, macht Sinn und ist funktionell. Es gibt fünf Knöpfe. Jeder der ersten vier kann fünf Frequenzen speichern. Mit dem fünften Knopf kann man zwischen den fünf pro Knopf gespeicherten Frequenzen wählen. Bei jedem Speicherkanal-Wechsel ist ein Piepton zu hören, der für meine Begriffe etwas zu laut geraten ist. Alles in allem funktioniert die Speicherverwaltung sehr gut. Die Bandauswahl erfolgt über zwei Knöpfe. Einer ist zuständig für Mittelwelle, Langwelle und UKW. Mit dem anderen kann man zwischen den verschiedenen Kurzwellenbändern auswählen. Innerhalb der einzelnen Bänder kann man mit der Search-Funktion die stärksten Stationen heraussuchen lassen. Leider sind die Begrenzungen der Meterbänder hardwaremäßig im Radio festgelegt und sehr eng gewählt. Das 31 m Band reicht zum Beispiel nur von 9500 bis 9900 kHz, das heisst im Scanning-Modus wird der Empfänger BBC auf 9915 kHz oder WCSN auf 9445 kHz nicht finden. (Bei direkter Frequenzeingabe sind natürlich diese Sender auch zu empfangen). Zu begrüßen wäre es, wenn die Begrenzungen der Meterbänder durch den Benutzer definiert werden könnten.

Gesamtbewertung
Der DC-777 gefällt mir und ich möchte ihn nicht mehr missen. Da ich mich bei der Fahrt nicht zu sehr um die Bedienung des Empfängers kümmern kann, denke ich, daß die bereits erwähnten Kompromisse bei der Scan-Funktion akzeptabel sind. Man merkt dem Empfänger ein äusserst durchdachtes und praxisnahes Konzept an.

Ralph Brandi im NASWA-Journal 5/91

Die gleichen positiven Erfahrungen konnten wir mit einem von der Firma Philips zur Verfügung gestellten Gerät machen. Redaktion

weitere Lektüre:
e: the Philips DX777 - shortwave listening in the car is now a realistic choice, Terry Palmersheim, John Grimley

© kurier 12 / 1991