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Racal Engineering Ltd.,
GB - Bracknell

RA - 1217

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überarbeitet am 19.9.2010

Der RA-17 leistete nicht nur über Jahre bei der englischen Marine gute Dienste, das Prinzip wurde weiterentwickelt und begründete eine ganze Reihe hervorragender Empfänger aus dem Hause Racal. Beim RA-1217 handelt es sich um eine miniaturisierte halbleiterbestückte Variante mit einer mechanisch digitalen Frequenzanzeige in Form eines “Kilometerzählers”.

Racal RA-1217
Doppelsuper, ZF 47,21 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige, mechanisch, 1 kHz

AM, SSB, FM

980 kHz - 30 MHz

Selektivität -6 dB
13 / 6 / 3 / 1 / 0,2 kHz

Sensitivität
0,5 uV SSB

RF-Gain, ATT 4-stufig

Das kompakte Gerät im Metallgehäuse ist mit 48,3 x 8,9 cm flach geraten und bringt 11,3 kg auf die Waage. Das Gerät wird üblicherweise mit 220 V Wechselstrom betrieben und verträgt hohe Signalpegel von Langdrahtantennen.
Netterweise wurde dem Empfänger eine von K + W Thun eine Einstellhilfe in Form einer Aluminium - Platte mit graphischer Darstellung der Standardeinstellungen beigelegt- was die etwas komplexe Bedienung des Gerätes vereinfacht.
Racal RA-1217 - Einstellungen

Mit dem Schalter D wird das Gerät nicht nur eingeschaltet, sondern auch die AGC gewählt - die Position “AGC med” wie gezeigt ist für den Anfang in Ordnung.
Um den Empfang nicht durch eine Fehlmanipulation zu beeinträchtigen, soll der interne VFO (Schalter F) gewählt werden, der Abschwächer (Schalter C) soll auf Min(imum) stehen, die HF-Verstärkungsregelung RF Gain (Regler O) auf dem rechten Anschlag, mit dem Lautstärkeregler (AF Gain, Regler N) auf ein mittelstarkes Rauschen im Kopfhörer eingestellt werden.br /> Mit dem linken Abstimmknopf E wird die MHz - Stelle der Empfangsfrequenz eingestellt, mit dem rechten Abstimmknopf J werden dann die kHz-Stellen der Empfangsfrequenz gewählt. Die Bedienung des Preselektors ist- wie bei anderen Empfängern nach dem Wadley-Prinzip - von grosser Bedeutung, es muss der zur Empfangsfrequenz passende Bereich gewählt und auf Signalmaximum abgestimmt werden (Regler A, B). Zum AM - Telephonieempfang soll der Betriebartenschalter (Schalter K) in Stellung “am” stehen.
Mit dem Betriebartenschalter kann auch aus SSB - Betrieb geschaltet werden, mit dem zweiten Schalter (L) lassen sich die schmalen SSB-Bandbreiten 1.2, 3 und 8 MHz wählen, in der Stellung det-bfo wird zum Telegraphieempfang der BFO zugeschaltet, die Tonhöhe des Überlagerungstons wird mit dem Regler M gewählt. Für spezielle Empfangssituationen kann mit dem Schalter D die AGC Abfallzeit gewählt werden, zum Suchempfang sh(ort), zum SSB/CW - Empfang eher auf l(on)g oder auf manuelle Regelung, der RF - Gain wird dann mit dem Regler O unter Beobachtung des S-Meters eingestellt.

Der Signalweg ist bei dem Empfänger aufgrund des “Drift cancelling system” respektive der von Racal entwickelten “Wadley Loop” Schaltung etwas komplex:
Im Gegensatz zu den üblichen Superhets wird kein konventioneller Bandschalter eingesetzt: mittels der MHz-Abstimmung wird ein 1 MHz breites Frequenzband selektiert, die kHz-Abstimmung arbeitet als Interpolationsempfänger und extrahiert die gewünschte Empfangsfrequenz aus dem eingestellten 1 MHz-Bereich. Um Grosssignaleffekte zu verhindern, wird oftmals ein Preselektor vorgeschaltet.

Die Schaltung basiert auf zwei vom ersten VFO (der MHz-Abstimmung) gesteuerten Loops, eigentlichen Signalschleifen - dem “Signal Loop” und dem “Harmonic Mixer Loop”. Im “Signal Loop” wird der Output des ersten VFO mit dem Hochfrequenz - Signal gemischt, es entsteht ein gut 1 MHz breites Bandspektrum. Im “Harmonic Mixer Loop” wird der zweite Teil des Outputs des ersten VFO mit Oberwellen eines 1 MHz - Referenzquarzes gemischt.
Die beiden Mischprodukte werden in der zweiten Mischerstufe subtrahiert. Eine Frequenzdrift des VFO wird aufgrund der parallel laufenden Signalverarbeitung in beiden “Loops” subtrahiert und letztendlich aufgehoben, was zur Folge hat, das das Signal am zweiten Mischer ausserordentlich stabil ist, die Frequenzstabilität kann durch Ersatz des 1 MHz-Referenzquarzsignals durch ein externes Frequenznormal noch zusätzlich erhöht werden.

Im Falle des Racal RA-1217 wird das HF-Signal am Eingang nach Durchlaufen des Preselektors im “Signal Loop” mit dem Output des ersten VFO (von 41,5 MHz (1 MHz-Bereich) bis 69,5 MHz (29 MHz-Bereich)) auf eine Zwischenfrequenz von 40 +/- 0,65 MHz umgesetzt, nur dieser Bereich kann das 40 MHz - Bandpassfilter passieren.
Im “Harmonic Mixer Loop” wird der Output des ersten VFO im Harmonic Mixer mit den Oberwellen eines 1 MHz-Quarzes, die ebenfalls im 1 MHz - Abstand liegen gemischt, das Mischprodukt durchläuft ein schmalbandiges 37,5 MHz - Bandpassfilter.
Im zweiten Mischer wird das Signal aus dem “Signal Loop”, der 1 MHz breite Bereich um 40 MHz mit dem derselben VFO-Drift unterworfenen 37,5 MHz-Signal aus dem “Harmonic Mixer Loop” auf eine zweite Zwischenfrequenz von 2 - 3 MHz (ein genau 1 MHz breiter Bereich) umgesetzt.
Diese Signal wird nun mit dem Signal des zweiten VFO, in dem die kHz-Abstimmung vorgenommen wird, gemischt: das Frequenzband von 2 - 3 MHz wird mit dem VFO-Signal, das linear im Bereich von 3,6 - 4,6 MHz abgestimmt wird, gemischt, es entsteht die dritte Zwischenfrequenz von 1,6 MHz. Diese durchläuft vier ZF-Verstärkerstufen und die Quarzfilterbank, für Zusatzanwendungen wird kann es auf zusätzliche Zwischenfrequenzen von 100 oder 455 kHz umgesetzt werden. Die dritte ZF von 1,6 MHz wird zum AM-Empfang normal demoduliert, zum SSB-Empfang wird ein Produktdetektor eingesetzt, für LSB und LSB-Empfang ist je ein quarzstabiler BFO geschaltet, zum CW-Empfang kann die Frequenz des Überlagerungsoszillators mit dem BFO-Regler verändert werden.

In der Standardausführung erlaubt der Empfänger mit der geringen Ausgangsleistung von 10 mW nur Kopfhörerempfang, üblicherweise wird ein externer Lautsprecherverstärker nachgeschaltet.
Zum Empfang des VLF-Bereichs unter 0,98 MHz wird in einem separat erhältlichen VLF-Konverter auf die ZF von 2 - 3 MHz umgesetzt, das Ausgangssignal in diesem Bereich kann auch einem ebenfalls als Option erhältlichen Panoramaadapter zugeführt werden, der die Bandbelegung auf einem Bildschirm anzeigt.

© Martin Bösch 24.11.1999