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Rohde & Schwarz,
München

EK 07

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überarbeitet am 20.9.2010

In der Mitte der fünfziger Jahre brachte die traditionsreiche Münchner Firma Rohde & Schwarz mit dem EK 07 einen grossformatigen schwergewichtigen Kommunikationsempfänger heraus, der qualitativ vom Aufbau wie von den Empfangsleistungen her durchaus mit der amerikanischen Konkurrenz mithalten konnte. Zum Einsatz auf Empfangsfunkstellen konnte der Empfänger mit einem mechanischen Fernsteuersatz und einem Panoramaschreiber ausgerüstet werden.
Der EK 047 war 1969 ein würdiger Nachfolger mit erstmals eingesetzter digitaler Frequenzanzeige mit Nixieröhren und ISB- Möglichkeiten, es folgten mit dem EK 070 zehn Jahre später, dem EK 085 im Jahre 1987 und dem EK 890 / 891 ab 1991 weitere Spitzenempfänger bis zum 1994 erschienen EK 896 mit PC- Steuerung und DSP- Signalverarbeitung.

Doppelsuper, 1. ZF 3,3 MHz, 2. ZF 300 kHz

Analoganzeige, linear, ca. 1 kHz, 500 kHz - 30,1 MHz

AM, CW

Selektivität -6 dB
12 / 6 / 3 / 1 / 0.2 kHz
resp. für den EK 07 D
12 / 6 / 3 / 1.5 / 0.6 / 0.3 kHz

RF-Gain, AGC x3, Noise Blanker, S-/ AF- Meter, Röhrenspannungscheck, Eichmarkengeber

Mit einer Frontplattenbreite von 52 cm und seinen Ausmassen von 54 x 33 x 55 cm ist der Rohde & Schwarz EK 07 nicht nur grossvolumig, er stellt den Collins R-390 von den Ausmassen in den Schatten, sondern mit dem Gewicht von 66.3 kg auch ein ausgesprochen schwerer Empfänger. Vier kräftige Handgriffe aussen am Tischgehäuse erlauben es, das Radio auf den Tisch zu hieven. Der Empfänger kann mit verschiedenen Netzspannungen von 110 - 235 V betrieben werden und nimmt zum Betrieb der 27 Röhren ca. 130 Watt Leistung auf.

Die Frontplatte mit den zwei gleichfalls robusten Schutzbügeln wird dominiert von der Frequenzskala in ihrem 34 cm langen Skalenfenster, darunter zwischen zwei grossformatigen Anzeigeinstrumenten für Signalstärke und NF-Ausgangspegel das kleine Fenster der Frequenzskala für die kHz-Stelle und zuunterst die Bedienelemente, der grosse Haupt- Abstimmknopf und der Bandwahlschalter.
Die verschiedenen Bandbereiche werden mit dem grossen länglichen Knebelschalter an der rechten Unterseite der Frontplatte geschaltet, im schlitzförmigen Skalenfenster wird jeweils der entsprechende Ausschnitt der Trommelskala sichtbar. Der Bereich I umfasst die untere Hälfte der Mittelwelle von 0,5 - 1,1 MHz, in den Bereichen II und III wird über die Skalenbreite von 1,1 - 2,1 resp. 2,1 - 3,1 MHz jeweils ein MHz überstrichen. Oberhalb von 3 MHz werden in den Bereichen IV bis XII jeweils 3 MHz bis 30,15 abgedeckt, in diesen Bereichen wird auf der Längsskala grob zwischen zwei 0,1 MHz- Marken abgestimmt. Auf einer mechanisch mitlaufenden Rundskala in einem Ausschnitt rechts in der Mitte der Frontplatte sind in diesen Bereichen die 1 kHz-Stellen ablesbar. Die Frequenzeinstellung erfolgt mit dem grossen mechanisch blockierbaren Drehknopf, der äussere Ring dienst mittels mechanischer Übersetzung (30 : 1) zur Feinabstimmung.
Das linke Messinstrument zeigt in der Stellung 600 Ohm den NF-Pegel und in Stellung 16 Ohm die Lautsprecherleistung an. In den weiteren Schalterstellungen "Überwachung" können zahlreiche Betriebsspannungen, von 27 Messpunkten abgegriffen, gemessen werden, wenn der Zeiger beim Durchdrehen immer im rot markierten Bereich bleibt, ist der Empfänger schaltungstechnisch in Ordnung. Das rechte Messinstrument zeigt den HF-Signalpegel in uV an. Gleich neben dem S- Meter liegt eine kleine durch 90°-Drehung verriegelbare Taste für den 300 kHz- Eichmarkengeber.
Die weiteren Bedienelemente liegen im untersten Frontplattenabschnitt links des Abstimmknopfes in zwei Reihen. Unten links zunächst der Netzschalter, der über eine Standby-Stellung, in der die Röhren beheizt sind, und eine Stellung mit gedimmter Skalenbeleuchtung verfügt. Darüber der Lautstärkeregler. Gleich neben dem Netzschalter liegt der Bandbreitenschalter, mit dem die 5 resp. (EK 07 D) 6 ZF- Bandbreiten geschaltet werden. Der BFO- Einschalter und -Regler liegt darüber. Der dritte Knopf in der untersten Reihe schaltet den Störbegrenzer und regelt dessen Einsatzstufe, darüber kann die AGC- Abfallzeit zwischen 0,1 und 10 sec. gewählt werden. Rechts unten der Schalter für automatische, gemischte und manuelle HF-Verstärkungsregelung und darüber der dazu notwendige RF-Gain- Regler. Ganz links und rechts aussen auf der unteren Frontplattenhälfte noch die Kopfhörerbuchsen, eine ganze weitere Reihe von Anschlüssen für Antennen, das Haupt- und 300 kHz- Eichoszillatorsignal etc. liegt auf der Geräterückseite.

Das Antennensignal durchläuft zunächst einen automatisch abgestimmten Vorkreis mit zwölf Teilbereichen und nach einer Verstärkerstufe auf einen synchron abgestimmten Bandpass, danach wird es in den Bereichen V -XII auf die erste ZF von 3,3 MHz und dann auf die zweite ZF von 300 kHz umgesetzt, unterhalb 6 MHz erfolgt die Umsetzung direkt auf die ZF von 300 kHz. Über mehrere Verstärkerstufen mit dazwischen geschalteten Vierkreisfiltern, die die in 6 Stufen schaltbare ZF-Bandbreite bestimmen, gelangt das Signal zum Demodulator, zuvor wird die AGC-Regelspannung entnommen. Die Demodulation geschieht in AM mit einem Diodendemodulator, der CW und SSB-Empfang ist mit einem BFO möglich. Zum perfekten Einseitenbandempfang gab es einen speziellen Einseitenbanddemodulator NZ 10. Zum Fernschreibempfang gab es einen Telegraphiedecoder, der einen mechanischen Fernschreiber ansteuern kann. Als weiteres Zubehör gab es zum EK 07 eine mechanische Fernsteuermaschine, mit der über Schaltimpulse mit Motoren die verschiedenen Regler mechanisch ferngesteuert verstellt werden konnten.

Im praktischen Betrieb kann der EK 07 vor allem im AM- Betrieb mit den High End- Empfängern der sechziger Jahre, den Geräten aus dem Hause Collins mithalten. Ähnlich wie bei Collins R-390A liegen die Schwerpunkte im AM- und A1- Empfang, SSB-Empfang ist mit dem Grundgerät nur mittels BFO mit einigen Abstrichen resp. mit dem zusätzlichen SSB-Zusatz in einwandfreier Qualität möglich. Dank der guten Linearität ist die Frequenzablesung auf 1 kHz zuverlässig, der Empfänger ist sehr übersteuerungsfest und dank dem mitlaufenden Preselektor weitgehend frei von Spiegelfrequenzen. Im AM-Betrieb glänzt das Gerät mit überdurchschnittlicher Klangqualität. Wie bei allen deutschen kommerziellen Empfängern der fünfziger und sechziger Jahre muss leider auf die im Amateurbereich aufkommenden Möglichkeiten der Interferenzreduktion wie Crystal phasing- oder Notchfilter oder Passbandtuning verzichtet werden.
Zum Suchempfang in einem Band, solange zahlreiche Bandwechsel vermieden werden können, glänzt der Rohde & Schwarz auch heute noch im praktischen Einsatz.

weitere Lektüre:
d: Die deutsche Antwort auf Collins ? Rohde & Schwarz EK 07, Nils Schiffhauer, Oldie- KW- Empfänger

© Martin Bösch