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EK 070

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überarbeitet am 8.2.2012

Der Allwellenempfänger EK 070 wurde 1979 eingeführt, er verfügte über eine PLL-Syntheseschaltung, die digitale Frequenzanzeige gibt die Empfangsfrequenz auf 10 Hz genau an, als einer der ersten Kurzwellenempfänger von R&S verfügt der EK 070 über die Möglichkeiten der direkten Frequenzeingabe und über dreissig Frequenzspeicher.

Doppelsuper, 1. ZF 81,4 MHz, 2. ZF 1400 kHz

Digitalanzeige, 10 Hz, LED- oder LCD-Anzeige

10 kHz - 30 MHz

AM, USB/LSB, CW

Selektivität -6 dB
0,15 kHz, 0,3 kHz, 0,6 kHz, 1 kHz, 1,5 kHz, 3 kHz, 12 kHz sowie + und - 3,1 kHz SSB

Empfindlichkeit: CW bis 0,1 uV, SSB < 1 uV, AM < 5 uV

RF-Gain, AGC fast/slow

Der Rohde & Schwarz EK 070 wurde im Tischgehäuse oder als 19 Zoll- Rackeinschub angeboten, er misst als Rackgerät 48,3 x 13,2 x 51,5 cm und bringt für die Abmessungen erstaunliche 23 kg auf die Waage.
Der Empfänger kann mit verschiedenen Netzspannungen von 110 / 120 und 220 / 240 V betrieben werden.

Die Frontplatte des hochkomplexen kommerziellen Geräts ist erfreulich geradlinig strukturiert, ein Grund, weshalb die Arbeit mit solchen kommerziellen Empfängern doppelten Spass macht:
Links findet sich das Signalstärkeinstrument, rechts oben der Monitorlautsprecher, dazwischen die rote LED-Anzeige, welche über alle wesentlichen Betriebsparameter Auskunft gibt.
Unter dem Signalstärkemessinstrument ist der Abstimmknopf lokalisiert, mit den drei grauen Tasten in der linken Gruppe von Drucktasten wird die Schrittgeschwindigkeit gewählt. Mit den mittleren Tasten wird die Betriebsart eingestellt, A1 steht für CW-Empfang mit aktiviertem BFO, A3 für konventionellen AM und -/+A3J für Einseitenbandempfang. F1+/- aktiviert des FSK-EMpfang für Funkfernschreiben, der EK 070 verfügt über einen Linienstromausgang zum direkten Ansteuern einer Fernschriebmaschine, dieser kann mit STOP TTY ein- und ausgeschaltet werden.
Die grauen Tasten zur rechten aktivieren die rasche und langsame AGC und in Stellung MGC die manuelle Regelung der HF-Verstärkung mittels RF Gain-Regler.

Mit den grauen Zifferntasten im rechten Tastenblock kann die Empfangsfrequenz (mit führender 0) direkt eingegeben werden, die CLear Taste löscht falsch eingegebene Ziffern, bei Eingabe der letzten Ziffer springt der Empfänger direkt auf die Zielfrequenz. Ähnlich wird die BFO-Ablagefrequenz durch Druck auf die BFO-Taste gefolgt von +/- und zwei Ziffern eingegeben. Das gewünschte ZF-Filter wird durch Druck auf BBR/BW gefolgt von einer der Zifferntasten aktiviert, mit den +/- Tasten kann auch das nächstweitere resp. schmalere Filter angewählt werden.
Mit STO CHAN gefolgt von zwei Zifferntasten kann eine Frequenz in einem der dreissig Frequenzspeicher abgelegt werden, RCL CHAN gefolgt von den Zifferntasten ruft die gespeicherte Frequenz wieder auf.
Mit dem EK 070 können die gespeicherten Frequenzen in einem Suchlauf mit wählbarer Ansprechschwelle durchsucht werden, mit einem Bediengerät GB 170 können mehrere Empfänger vom Typ EK 070 fernbedient werden, über die Funktionen gibt das ausführliche Handbuch Auskunft.

Rechts unter dem Monitorlautsprecher findet sich der Lautstärkeregler NF - AF, rechts unten der Kopfhörerausgang und dazwischen eine Taste zur Sperrung des gesamten Tastenfelds. Der Monitorlautsprecher ist schaltbar, ebenfalls die Intensität der Beleuchtung der Frontplattenelemente.

Die Bedienung ist nach Anschluss von Netz und Antenne unkompliziert: rechts oben einschalten, Betriebsart (A1 (CW), A3E/J3E (SSB) oder A3B (AM)) anwählen, ein geeignetes ZF-Filter wird automatisch vorgeschlagen. Für die AM-Betriebsart sollte die schnelle, sonst die langsame AGC gewählt werden. Nun kann die Frequenz mit dem Abstimmknopf mit schaltbarer Schrittweite gewählt oder mit den Frequenztasten (mit einer führenden "0") auf 10 Hz genau eingegeben werden, bei Eingabe der letzten Ziffer springt der Empfänger direkt auf die Zielfrequenz.
Der Empfänger ist hochstabil, sehr empfindlich, trennscharf und mit dem Auftreten von Spiegelfrequenzen und sonstigen "Geister"stationen muss wie bei Rohde & Schwarz üblich nicht gerechnet werden: man sitzt vor einem professionellen Empfänger.

Technisch durchläuft das Signal nach einem schaltbaren Abschwächer zunächst einen Tiefpass (< 500 kHz), einen Bandpass 500-1500 kHz für die Mittelwelle oder einen Hochpass für Frequenzen über 1,5 MHz. Optional ist eine automatische Präselektion aus 8 Suboktavfiltern vorgesehen.
Zunächst wird das Antennensignal auf 81,4 MHz umgesetzt und durchläuft ein 12 kHz - Quarzfilter. Nach der Umsetzung auf die zweite ZF von 1400 kHz passiert das Signal die Filterbank, nach der automatisch geregelten ZF-Verstärkerstufe wird das Signal einem Hüllkurvendemodulator für AM-Empfang zugeführt, beim CW- & SSB-Empfang wird der BFO zugeschaltet, zum F1 / FSK-Empfang wird das Signal verstärkt, begrenzt und dann phasendemoduliert. Der FSK-Demodulator steuert die FSK-Abstimmanzeige und kann direkt eine Fernschreibmaschine ansteuern.

Der EK 070 ist ein hervorragender universell einsetzbarer Allwellenempfänger, der bereits in der Standardbestückung sämtliche üblichen Betriebsarten abdeckt, mit einem zusätzlichen Demodulator als Option ist ISB-Empfang möglich.
Die Stabilität ist hervorragend, der Empfänger kann mit einem hochstabilen Frequenznormal (Eichsender oder Träger eines hochstabilen Rundfunksenders) nachgeeicht werden, die Frequenzstabilität des Frequenznormals muss schon sehr hoch sein, um den Synthesizer des Empfängers zu übertreffen.
Die Empfindlichkeit ist hervorragend und die ZF-Filterauswahl für praktisch alle Situationen passend, das Gerät war auch mit verschiedenen Spezialfiltern für spezielle Aufgaben lieferbar, vor dem Kauf lohnt es sich, die eingebauten Optionen abzuchecken.
Abgesehen von der - in meinen Augen völlig ausreichenden - Anzahl Frequenzspeicher und dem nicht gerade alltäglichen Steuerprotokoll über den IEC-Bus (IEC625-1) ist das Gerät auch vierzig Jahre nach seiner Markteinführung ein nahezu perfekter Allwellenempfänger und erfüllt in meinen Augen praktisch alle Wünsche des DXers, lediglich auf in kommerziellen Geräten typischerweise nicht verfügbaren Goodies wie Passband Tuning / ZF Shift und ein Notchfilter zur Optimierung sehr schwacher und gestörter Signale muss verzichtet werden, ein Diesking Notchfilter kann da gute Dienste leisten.

© Martin Bösch 7. Feb. 2012