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ATS 803 A / Siemens RK 651 / Supertech SR 16 Testbericht: © weltweit hören 5 / 1986

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überarbeitet am 18.9.2010

ESKA RX 33 - mehr als ein Reiseempfänger ?

Doppelsuper, 1. ZF 55,845 MHz, 2. ZF 450 kHz

Digitalanzeige, 1 kHz

AM, SSB (BFO), FM (UKW)

UKW, LW, MW, KW 150 kHz - 30 MHz

Selektivität -6 dB
Selektivität 2,8 / 6,5 kHz

Sensitivität

Filter narrow/wide, RF Gain

Keypad, 9 Speicher, Uhr, Timer

Die Firma ESKA, die dem Hobbyfreund durch den Spitzenempfänger RX99PL (siehe wwh 2/85) und die Modifikationen für den NRD 515 (siehe wwh 9/85) als eine Firma mit guten (und teueren) Produkten bekannt ist, bringt mit dem RX 33 erstmals einen durchstimmbaren tragbaren Reiseempfänger heraus. Produziert wird das Gerät aber in Fernost. Empfänger dieser Klasse werden als günstiger Einstieg in unser Hobby betrachtet und der versierte Hobbyfreund schätzt sie als Zweitgeräte und häufig auch als Reisebegleiter.
Das Gerät ist mit den Maßen 31 x 16 x 6 cm nicht gerade ein Zwerg unter den tragbaren Kurzwellenempfängern, zumal wenn man die 1,38 m lange Teleskopantenne herauszieht, jedoch ist dies in etwa die Größe des SONY ICF 2001 D. Zur Stromversorgung benötigt man 6 Monozellen (IEC R 20) oder ein 9 V Netzgerät. Empfohlen wird das MONACOR Netzgerät. Zur Speicherung der Uhrzeit, der Weckzeit und der einprogrammierten Senderfrequenzen sind zwei Mignonzellen (IEC R 6) notwendig. Während des Testbetriebs konnte das Gerät ca. 15 Stunden mit einem Batteriesatz betrieben werden.
Etwas ungewöhnlich für einen modernen Kurzwellenempfänger ist die Einteilung des gesamten Frequenzbereiches mittels Wellenbereichstasten: Mit der Taste AM kann der durchgehende Frequenzbereich (150 - 29999 kHz), mit der Taste LW der Langwellenbereich (150 - 281 kHz), mit der Taste MW der Mittelwellenbereich (150 - 1620 kHz) und mit der Taste FM der UKW-Bereich (87,5 - 108 MHz) einzeln angewählt werden. Zusätzlich ist der Kurzwellenbereich 12-fach unterteilt. Mit der Taste SW wird das nächst niedere Kurzwellenband mit der jeweils zuletzt eingestellten Frequenz geschaltet (von 120 m bis 11 m, leider noch ohne 22 m Band). Dies erscheint zunächst umständlich, ist jedoch höchst vorteilhaft, da sich die Anzahl der belegbaren Speicher um 15 (plus UKW 16) erhöht. Belegt man den 12-fach unterteilten Kurzwellenteil mit den jeweiligen Frequenzen oft gehörter Stationen, die auf verschiedenen Bändern aktiv sind (z. B. DW, BBC), so findet man durch einfaches, aufeinanderfolgendes Drücken der Taste SW (ggf. zusätzlich der Taste MW oder LW) schnell die beste Frequenz für einen guten Empfang. Ein praktischer Gesichtspunkt, wenn man das Gerät auf Reisen benutzt, wo ein Sendeplan selten griffbereit liegt. Wie auch aus dem Frequenzbereich ersichtlich, besitzt das Gerät keine amtliche Zulassungsnummer der Deutschen Bundespost und ist, wie auch in den Inseraten deutlich verzeichnet ist, nur für den Export bestimmt.
Neben den vorgenannten Speichern ist das Gerät mit 9 weiteren Programmspeicherplätzen ausgestattet. Jeder Speicherplatz kann mit der Frequenz eines beliebigen Senders aus einem beliebigen Wellenbereich belegt werden. Zuerst wird die gewünschte Frequenz direkt mit den Zifferntasten und EXECUTE eingegeben oder aber mittels automatischem Sendersuchlauf (siehe unten) eingestellt. Die Frequenzwahl ist auch mit manuellem Sendersuchlauf (UP/ DOWN) oder durch kontinuierliches Drehen des an der rechten Seite befindlichen Drehknopfes möglich. Beim Drehen macht sich der eingebaute Optokoppler sehr deutlich und störend bemerkbar. Die Frequenzeinstellung per Drehknopf ist eine deutliche Schwachstelle des Gerätes, zumal ein Verstimmen zu leicht möglich ist. Zum Belegen eines Speicherplatzes muß nun noch STORE gedrückt werden. Zum Abrufen des Speichers müssen zwei Tasten (CALL MEMO und eine Zifferntaste) bedient werden.
Der automatische Sendersuchlauf wird beim ESKA RX 33 nach gewähltem Wellenbereich durch START/STOP aktiviert. Er stoppt, sobald ein Sender mit genügend starkem Signal empfangen wird. Durch erneutes Antippen der START/STOP-Taste wird der Suchlauf angehalten oder, wenn das Gerät einen Sender gefunden hat, zum Fortsetzen der Sendersuche veranlaßt. Den automatischen Sendersuchlauf findet man bei fast allen neuen tragbaren Kurzwellenempfängern, jedoch erscheint er wegen der teils übermäßig belegten Rundfunkbänder (oft) überflüssig.
Neben dem AM-Empfang ist auch SSB- und CW-Empfang möglich. Dazu muß der BFO mit BFO ON/OFF zugeschaltet werden. Die Sprachverständlichkeit bzw. die Tonhöhe der Telegrafiesignale wird mit BFO-PITCH eingestellt. Leider ist PL-AM-Empfang (Phased-Locked-AM) nicht möglich, der z. B. beim SONY ICF 2001 D deutliche Verbesserungen des Empfangs bringt. Die NF kann neben dem Lautstärkeregler auch durch einen Höhen- (TREBLE) und Tiefenklangregler (BASS) verändert werden. Bemerkenswert ist die Hörqualität im UKW-Bereich mit einem Kopfhörer, der über eine eingebaute 3,5 mm Stereo-Klinkensteckerbuchse an das Gerät angeschlossen werden kann. UKW-Sendungen können bei Kopfhörerbetrieb Stereo wiedergegeben werden, die akustische Balance mit dem BALANCE eingestellt werden.
Für den Lang- und Mittelwellenempfang ist eine Ferritstabantenne in das Gerät eingebaut. In diesen Wellenbereichen ist der ESKA RX 33 im Hörvergleich dem SONY ICF 7600 D ebenbürtig. Für den UKW- und Kurzwellenempfang besteht neben der eingebauten Teleskopantenne noch die Möglichkeit, eine Außenantenne, die mit einem 3,5 mm Bananenstecker angeschlossen wird, für den Empfang zu nutzen. Bei Verwendung einer Außenantenne wird der Antennenschalter, der sich auf der Rückseite des Gerätes befindet, auf EXT geschaltet. Leider fehlt eine Anschlußklemme für eine Erdung des Gerätes, die erfahrungsgemäß oft eine Empfangsverbesserung zur Folge hat. In den Tropenbändern zeigt der ESKA RX 33 eine durchschnittliche Empfangsleistung und ist dem SONY ICF 7600 D unterlegen. Im Kurzwellenbereich waren zwischen beiden Geräten keine deutlichen Unterschiede in der Empfängerempfindlichkeit festzustellen.
Im AM-, SSB- und CW-Betrieb sind zwei Bandbreiten (WIDE/NARROW) wählbar. Für den UKW-Empfang kann zwischen Mono- und Stereobetrieb gewählt werden.
Interessant sind die Möglichkeiten mit der eingebauten Digitaluhr Neben dem schon fast zum Standard gehörenden automatischen Ausschalten (SLEEP) nach 90 bis 10 Minuten (in 10-Minutenschritten einstellbar) ist der RX 33 auch als "Weckradio" zu benutzen. Beide Betriebsarten können miteinander gekoppelt werden: z. B. mit SLEEP einschlafen und mit dem TIMER geweckt werden.
Die Signalstärke soll durch die fünf LEDs angezeigt werden. Beim Beginn des Tests zeigten sich schon für die Signalstärke ungewöhnliche Empfangsergebnisse, die jedoch durch die Bedienungsanleitung geklärt wurden: "Die Indikatoren sind jedoch kein Maßstab für die Empfindlichkeit des Gerätes Die deutschsprachige Bedienungsanleitung (es soll auch eine in Englisch vorhanden sein) ist in gutem Stile geschrieben. Es wurde hier aber eine kurze Einführung in den Rundfunkfernempfang vermißt, wie sie z. B. in Form der DX-Fibel der AGDX vorliegt.
Abschließend soll die fünfpolige Buchse für DIN-Stecker zum Anschluß an Tonbandgeräte und das beleuchtbare LCD-Display wie auch ein veränderbarer HF-Regler nicht unerwähnt bleiben.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß es sich beim ESKA RX 33 um einen guten durchschnittlichen (Reise-)Empfänger handelt, der eine Vielzahl von Bedienungsmöglichkeiten bietet, jedoch nicht unbedingt mehr als Reisebegleiter bei vergleichsweise großen Abmessungen ist.

Die Vertriebsfirma alltronic legt Wert auf die Feststellung, daß der ESKA RX 33 keinesfalls baugleich ist mit äußerlich ähnlichen Geräten im Vertrieb der Firmen Lange bzw. Quelle.

Technische Einzelheiten:
Doppel - Überlagerungsempfänger für die AM - Bereiche (LW, MW, KW)
Zwischenfrequenz: AM 1. ZF: 55845 kHz, AM 2. ZF 450 kHz, UKW 10,7 MHz
Bandbreite: AM weit 6,5 kHz, schmal 2,8 kHz
ZF - Unterdrückung: AM 50 dB, UKW 60 dB
Stereokanaltrennung: UKW 25 dB
AM - Unterdrückung: UKW 30 dB
Klangregelung: + 8 dB bei 10 kHz, + 8 dB bei 100 Hz
Ausgangsleistung: 1200 mW nach DIN
Klirrfaktor: 10 %

Wellenbereiche: AM 150 kHz - 29 999 kHz
UKW 87,5 - 108 MHz
Antennen: Ferritantenne für LW / MW (150 - 1620 kHz)
Teleskopantenne für KW (1620 - 26 100 kHz) und UKW
Anschluss für Aussenantenne für KW / UKW
Anschlüsse für: 9V-Netzgerät, Stereokopfhörer mit 3,5 mm Stecker, Tonbandaufnahme (DIN 5 Pol, 1 mV an 1 kOhm), Aussenantenne
Stroversorgung: 6 x 1,5 V Monozellen IEC - R20 oder UM-1 oder 9 V - Netzanschluss 400 mA
Stützbatterie für Mikroprozessor 2 x 1,5 V Mignonzelle IEC - R6 oder UM - 3

© Stephan Eberlein, wwh 5 / 1986