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überarbeitet am 25.9.2010
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Der Sony ICF-6700 W/L präsentiert sich im quaderförmigen "Brotkasten"format, ganz ähnlich,
wie der wesentlich bekanntere Sony ICF-6800W. Bei dem "Zwilling" handelt es sich
um einen konventionell aufgebauten Doppelsuper mit Lang- / Mittelwellen und
drei jeweils etwa 10 MHz breiten Kurzwellenbereichen, manuell einstellbarem
Preselektor und digitalem Frequenzzähler:
| ICF - 6700 W |
der kleine Schalter neben dem Bandschalter aktiviert die
AFC im UKW-Bereich, keine Abdeckung der Langwelle |
| ICF - 6700 L |
der kleine Schalter neben dem Bandschalter schaltet
zwischen Lang- und Mittelwelle um. |
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Doppelsuper, 1. ZF 10,7 MHz, 2. ZF 455 kHz
Digitalanzeige, 1 kHz
AM, USB/LSB, FM-UKW
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Selektivität -6 dB/ -60 dB
3,2/9,1 (N) / 5,2/21 (W) kHz
Sensitivität 6 kHz AM 1,2 - 1,3 uV, SSB 0,8 - 0,9 uV
RF-Gain, Preselektor
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Als kleine "Schwester" des Sony ICF-6800W hat verfügt der ICF-6700
ebenfalls über die diesen Sony-Geräten eigene Brotkastenform, das
anthrazitgraue Gerät misst 45,3 x 18,4 x 22,7 cm und bringt 5,5 kg
auf die Waage. Die Stromversorgung kann mit 110/220
V Wechselstrom übers Netz wie auch mit 6 UM-1 -
Batterien, die ins Batteriefach unter dem mit einer
Weltzeituhrtabelle und einer Rundfunkbandübersicht
bedruckten Klappdeckel auf der Geräteoberseite eingelegt
werden, erfolgen.
Der gelochte Lautsprechergrill dominiert das linke Drittel der Frontplatte,
eingenommen, darunter liegen Kopfhörerbuchse, die
getrennten Höhen- und Bassregler und der Lautstärkeregler.
Im mittleren Drittel der Frontplatte liegt links oben der Netzschalter,
daneben das klassische runde S-Meter, das allerdings mit 0 - 9 bezeichnet ist.
Ein darunterliegender kleiner Drucktaster aktiviert bei
Batteriebetrieb die Skalenbeleuchtung und zeigt die
Batteriespannung am S-Meter an, ein Kippschalter aktiviert die digitale
Frequenzanzeige. Darunter liegt der als Drehschalter ausgeführte
Bandschalter, es werden die Stellungen SW1 - SW3 und FM geschaltet. Die
letzte Position ist beim ICF-6700L mit MW/LW bezeichnet, der Kippschalter
zur Linken schaltet zwischen den Bereichen um. Beim ICF-6700W belegt
diese Position nur den Mittelwellenbereich, der Kippschalter aktiviert die
AFC-Funktion im UKW-Bereich.
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Auf der rechten Frontplattenseite findet sich zuoberst die dunkelrote LED-
Anzeige des Frequenzzählers, daneben die rudimentäre Preselektorskala und
der zugehörige Einstellknopf.
Die Linearskalen im Skalenfenster eignen sich nur als grobe Bereichsskalen,
das aktivierte Bandsegment wird mit einem orangefarbenen Pfeil angezeigt.
Die Skala hilft, die Region eines Rundfunkbands aufzusuchen, hilft aber bei
der Einstellung einer Station nicht weiter. Zum Glück gibt's dafür die
Digitalanzeige.
Links unter den Skalen findet sich der Betriebsarten - Drehschalter,
mit dem in AM die beiden ZF- Filterbandbreiten und im SSB-Empfang
die beiden Seitenbänder unabhängig gewählt werden können.
Rechts daneben finden sich als der RF-Gain / HF-Verstärkungsregler
und der Abstimmknopf. Er verfügt über einen recht schönen Schwungradeffekt,
der auch nötig ist, um mit 39 Umdrehungen die gesamte Skala durchzukurbeln.
Aber es kommt beinahe das Gefühl auf, ein schönes altes Heimradio aus den
Fünfzigern abzustimmen.
Das Hochfrequenzsignal im KW-Betrieb durchläuft einen Tiefpass
zur Elimination von FM-Signalen, dann den Preselektor und wird auf die
erste Zwischenfrequenz von 10,7 MHz umgesetzt. Nach der Umsetzung auf die
zweite ZF von 455 kHz und den ZF-Filtern wird das Signal auf den AM-Demodulator
gegeben, hier wird auch zum SSB-Empfang der Hilfsträger
des BFO zugemischt. Nach weiterer Verstärkung,
Klangregelstufe gelangt das Signal über den Endverstärker
an den Lautsprecher. Die in UKW-Geräten übliche ZF von 10,7 MHz
ist Grund dafür, dass zwischen 10 - 11,5 MHz (zwischen SW1 und SW2) eine
Empfangslücke besteht, dafür konnte mit vergleichsweise günstigen und gut
verfügbaren Bauteilen gearbeitet werden.
Im praktischen Einsatz ist der Sony ICF-6700W unkompliziert in der Handhabung -
den einzigen Fallstrick bildet der Preselektor:
Nach dem Einschalten wird mit dem Bandselector der entsprechende Frequenzbereich
gewählt: SW1 (1,6 - 10 MHz), SW2 (11,5 - 20 MHz), SW3 (20-29,5 MHz) resp.
Mittelwelle oder UKW, und - zweckmässigerweise mit aktivierter digitaler Frequenzanzeige -
die gewünschte Frequenz mit dem Hauptabstimmknopf eingestellt. Die 6 1 5 5 kHz
mit dem Signal aus Wie ist im Bereich der Markierung 49m im Bereich SW1
zu finden. Nun sollte schon etwas Walzermusik hörbar werden, in einem nächsten
Schritt muss unbedingt mit dem Knopf oben rechts der PRESELECTOR eingestellt
werden, der richtige Punkt knapp rechts der 5 (MHZ) Marke findet sich
durch Beobachtung von lauter werdendem Klang und des S-Meters, dass voll nach
rechts ausschlagen sollte. Der Preselektor muss teils bei Abstimmen innerhalb
eines Kurzwellenrundunfkbandes und sicher bei Frequenzwechseln über mehr als 0,5 - 1 MHz
jedesmal auf Signalmaximum abgestimmt werden.
Die Empfangstechnik mit manuell nachzuführendem Vorkreis (Preselektor) ist etwas mühsam,
belohnt aber mit einem recht guten Spiegelfrequenzverhalten und Unterdrückung von
Zustopfeffekten beim Betrieb an Langdrahtantennen - der Preselektor lässt nur Signale
aus einem schmalen Bereich des ganzen Kurzwellenspektrums passieren. Schwache Signale
in Amateufunkbereichen macht der Sony ICF-6700W so recht gut hörbar, ohne dass die
Bombensignale von BBC oder R.Moskau aus dem benachbarten Rundfunkband dauernd durchschlagen.
Der SSB-Empfang ist möglich, die Seitenbänder sind getrennt schaltbar, da aber
bereits eine Abstimmung auf 1 kHz mühsam ist und ein BFO-Feinregler fehlt,
ist der ECSS-Empfang mühselig.
Im Gegensatz zum Sony ICF-6800 W leidet des Gerät nicht an den Synthesizerproblemen,
die das Gerät reparaturanfällig und Reparaturen zum Alptraum machen würden. Der ICF-6700W
erscheint mir insgesamt seltener zu finden (wer genug schon genug Geld aufbringen konnte, der
sparte meist auf den 6800W), die Geräte scheinen aber recht zuverlässig zu laufen, was
sich bei auf eBay angepriesenen 6800Ws keineswegs sagen lässt.
Natürlich ist bei dem Analoggerät ohne Speichermöglichkeit der rasche Frequenzvergleich
von Parallel - Aussendungen in verschiedenen Bändern mühsam, die Filter könnten steilflankiger
sein, eine (Funk)uhr muss sich der Hörer selber berappen.
Dennoch bleibt der ICF-6700W nicht allein ein Sammlergerät sondern auch ein gut
brauchbares Einstiegsgerät in den Kurzwellenempfang, der es auch erlaubt, einmal in SSB-
Aussendungen der Funkamateure hineinzuhören und zum Lang- / MittelwellenDX taugt.
weitere Lektüre:
d: Sony ICF 6700 W, Kurzwellenempfänger,
Qual der Wahl, Rainer Lichte
© Martin Bösch, 12.2.2005
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