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Sony Corporation, Tokyo

ICF-6800 W: Testbericht © addx Rainer Lichte

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überarbeitet am 25.9.2010

Doppelsuper, 1. ZF 19,055 MHz, 2. ZF 455 kHz

Digitalanzeige, 1 kHz

AM, USB/LSB, CW, FM-UKW

Selektivität -6 dB/ -46 dB
3,1/7,8 kHz, 4,8/xx kHz (WA) resp. 4,5 kHz/ 9 kHz (W)

Sensitivität
AM 1,3 - 2 uV, SSB 0,3 - 0,6 uV

RF-Gain, Preselektor

Der ICF-6800 ist ein tragbarer Weltempfänger für Netz- und Batteriebetrieb. Er empfängt Kurzwelle lückenlos von 1 MHz bis 30 MHz und hat zusätzlich getrennte MW- und UKW- Teile. Die Frequenzanzeige ist digital, mit Ausnahme des UKW-Bereiches. Der KW-Teil ist in 29 Bänder zu je 1 MHz aufgeteilt; die Schaltung arbeitet als Doppelsuper in PLL- Technik. Die jeweiligen Oszillatoren sind quarzgesteuert. Ein aktiver Preselector, HF-Handregelung, schaltbare Bandbreite und SSB-Empfangsmöglichkeit zeigen, daß hier ein kompromißloses DX-Gerät kunstruiert wurde. Das handliche Gerät im Quaderformat ist sauber verarbeitet, Antennenanschlüsse und Batteriefach sind gut zugänglich.

Das Gerät
Die Bedienungselemente sind handgerecht plaziert - mit Ausnahme des Lautstärkestellers, der ganz links außen sitzen sollte. Der Abstimmknopf ist wohltuend groß und sehr griffig. Neben der Digitalanzeige hat das Gerät eine sehr große, gut lesbare Analogskala. Diese ist mechanisch nacheichbar und kann flutlichtartig beleuchtet werden. Für UKW ist eine getrennte Kreisskala mit eigenem Abstimmknopf vorhanden.
Die gewünschten Wellenbereiche werden mit den drei Drucktasten in der Mitte oben gewählt. Rechts schließt sich der Betriebsartenschalter an, mit den Stellungen AM wide, AM narrow, USB und LSB/ CW. Mittels des konzentrischen Zweifach-Rastschalters daneben werden die je 1 MHz breiten KW-Bänder gewählt.
Dieser Schalter arbeitet in Dekadenstufen: der KnebeIschalter außen selektiert 0, 10, 20 MHz, der Drehschalter innen die Einerstellen von 0 - 9. Beispiel: Einstellung auf 6.155 MHz. Dekadenschalter auf 0, Einerschalter auf 6, Digitalanzeige/ Analogskala auf .155 bringen, fertig. Die Analogskala ist sehr genau geeicht. Bei Mittelwelle kann der gesamte Bereich auf dieser Skala wie auch auf der Digitalanzeige abgelesen werden.
Die HF-Regelung ist stets automatisch, läßt sich jedoch mittels des Einstellers RF-Gain in wäiten Grenzen beeinflussen. Darunter liegt der Knopf für den bei KW stets getrennt abzustimmenden Preselector. Das große, gut lesbare S-Meter ist von 1 bis 10 geteilt und besitzt eine zusätzliche Skala zur Batteriekontrolle. Unter diesem Instrument befinden sich kleine Drucktasten, die über elektronische Schalter geräuschlos Beleuchtung und Digitalanzeige ein- und ausschalten. Der große Knebelschalter links neben dem S-Meter schaltet den Empfänger ein und aus. Einsteller für Lautstärke, Bässe und Höhen befinden sich am unteren linken Geräterand. Kopfhörer, Ohrhörer, Tonaufnahmegerät und ggf. eine Schaltuhr lassen sich über Buchsen auf der Vorderseite anschließen.
Die vorderen Gerätefüße sind höhenverstellbar. Das Batteriefach befindet sich unter der großen Weltkarte (mit Zeitzonen) auf der Oberseite des Gehäuses. Dieser Deckel äßt sich in aufgeklapptem Zustand arretieren. Die 120 cm lange Teleskopantenne besitzt ein Dreh-/Knickgelenk und liegt in einer Aussparung am hinteren Geräterand. Die Stabantenne kann abgeschaltet werden; als externe Antennenanschlüsse sind vorhanden: Koaxbuchse SO-239 (UHF) sowie Klemmtasten für hochohmige Drahtantennen, getrennt für Kurzund Mittelwelle.
Netzbuchse und Netzspannungsumschalter sind zusammen mit dem Sicherungshalter auf der Peräterückseite zu finden. Dort befindet sich auch eine Buchse für den Anschluß einer externen Gleichspannungsquelle (9 Volt). Damit ist über einen Reduzieradapter mobiler Betrieb möglich. Die Griffe an den Seiten stehen etwas vor; hier kann ein Tragegurt befestigt werden.

Betriebsergebnisse
Die mit diesem Empfänger erzielten Ergebnisse sind ganz ausgezeichnet, wie schon die bemerkenswerten technischen Daten ahnen lassen. Trotzdem sagen Empfindlichkeitswerte nichts darüber aus, wie außerordentlich leicht sich dieses Gerät schwierigen Empfangssituationen anpassen läßt. Mit der eingebauten Stabantenne kommen, wenn das Band "offen" ist, Stationen aus USA im 1 1 -m-Rand auf Anhieb ein. Nach Anschluß einer angepaßten Außenantenne wurden die Leistungen mit einem vollkommerziellen Gerät verglichen. Dem Sony konnten nur wenige Schwächen nachgewiesen werden, die in der Bandbreitenschaltung und dem Großsignalverhalten des Eingangskreises liegen.
Der Preselector arbeitet gut und erlaubt optimale Anpassung an Außenantennen, auch Langdrahttypen. Die beim ICF 6700 bemängelte Abflachung der Selektionskurve ab 20 MHz konnte hier nur bedingt festgestellt werden. Ein Nachstimmen des Preselektors innerhalb eines 1 MHz-Bandes ist nur in Ausnahmefällen nötig: eine große Bedienungserleichterung. Die Frequenzbezeichnung auf dieser Skala könnte allerdings genauer sein. Bei der Prüfung der Anzeigegenauigkeit und Stabilität des Gerätes ergab sich ein Grundfehler der Anzeige von + 82 Hz; die Langzeitkonstanz ist mit +/- 120 Hz/12 Std. bemerkenswert gut. Sinkende Batteriespannung bis zum Ende des grünen Feldes im Anzeigeinstrument hat keinerlei Einfluß auf die Frequenzgenauigkeit.
Das Anzeigeinstrument hat eine ideale Charakteristik. Es ist sehr flink und Fluttererscheinungen lassen sich sehr gut erkennen. Leider ist die Treiberschaltung des Instrumentes zu empfindlich ausgelegt bzw. die Kennlinie ist nicht logarithmisch.
Die "Zugriffszeit" zu einer beliebigen Frequenz liegt für die erreichbare Absolutgenauigkeit von 1 kHz bei weniger als 10 sec., einschließlich abgestimmtem Preselector! Schon mit der eingebauten Stabantenne ist ernsthaftes DXen möglich; leider schränken die ungünstig plazierten Tragegriffe die Mobilität stark ein.

Wertung und Kritik
Die Kritik an diesem Empfänger beschränkt sich auf wenige Details. Vermißt wurde eine Umschaltung der Frequenzeinstellung von grob auf fein; eine Feinabstimmung ist nicht vorhanden. Mit neun Umdrehungen des Abstimmknopfes werden 1 MHz abgedeckt; saubere SSB-Abstimmung erfordert da eine sehr ruhige Hand. Für normale Gegebenheiten arbeitet die Bandbreite "schmal" recht gut. Es fehlt aber doch die den Empfangsmöglichkeiten des Gerätes angepaßte Filtersteilheit. Hier könnte ein besseres Filter Wunder wirken. Die Stellung "breit" ist nur bei wirklich leeren Nachbarkanälen einsetzbar. Das Großsignalverhalten ist leider nicht optimal und damit verbunden ist ein Spiegelfrequenzprublem. Dies tritt aber nur auf, wenn der Eingang deutlich überladen wurde, z.B. Tropenbandempfang mit Langdraht. Die Beleuchtung der Preselectorskala und deren Markierungen lassen zu wünschen übrig. SSB-Betrieb ist - bis auf die Einstellung der Station - problemlos möglich; die um 2 kHz versetzte Anzeige des "echten" Trägers auf der Digitalanzeige ist eine Arbeitserleichterung. Der RF-Gain-Einsteller erlaubt bestmögliche Pegelanpassung für die Signalaufbereitung im Produktdetektor. Anzeigegenauigkeit, Stabilitat, Bedienbarkeit und verwertbare Empfindlichkeit der Gesamtschaltung sind gut bis sehr gut. Auch der MW-Teil kann erfolgreich für DX eingesetzt werden. Dazu sollte man eine Rahmen- oder Ferritantenne benutzen.
Der UKW-Empfang ist sauber und trennscharf, eine brauchbare Zugabe für gelegentliche Musikberieselung oder den Straßenzustandsbericht. Insgesamt ist der Klang nur mittelmäßig; mit knapp 1 Watt läßt sich nun einmal kein Hi-Fi machen.

Zusammenfassung
In Anbetracht der Relation Preis/ Leistung/ Bedienbarkeit/ Mobilität ist der ICF 6800 W derzeit kaum zu übertreffen. Von der Konzeption her ein Kofferradio, erreicht dieses Gerät durchaus die Leistung eines Stationsempfangers. Diese Vielseitigkeit, verbunden mit den guten Empfangsleistungen, macht diesen RX empfehlenswert. Für den ambitionierten DXer ist hier ein vielseitiges Gerät mit erheblichem Bedienungskomfort verfügbar, für Amateure ein brauchbarer Allzweckempfänger, der überall gute Dienste tut und praktisch jeder Empfangssituation gerecht wird.

Sony ICF 6800 W: Technische Daten und Meßwerte
Hersteller Sony
Vertrieb Fachhandel
Gerätetyp tragbarer Stationsempfänger
Schaltungstyp PLL-Synthesizer
Frequenzbereiche KW 1 - 30 MHz in 29 Bändern, MW, UKW
Frequenzanzeige rote fünfstellige digitale Anzeige, gute Analogskalen
Ablesegenauigkeit +/- 1 kHz
Absolute Genauigkeit +/- 82 Hz
Frequenzstabilität bei DeltaT von 10°C +/- 445 Hz; innerhalb 1 Stunde +/- 200 Hz
Besonderheiten Mobiler, gut ausgestatteter DX-Empfänger mit eingebauten Antennen und Lautsprecher. Vielseitige Einsatzmöglichkeiten, gute Empfangsleistungen

HF-Teil
Empfindlichkeit: in uV an 50 Ohm bzw. 1 KOhm bei BC
0,1 MHz - 1.5 MHz für 26 dB S+ N/N
2 MHz - 30 MHz für 6dB S+N/N
Modulation AM, 400 Hz, 30 Prozent

Frequenz (MHz) AM breit AM schmal SSB
0.2 - - -
0.5 31 18 -
1 24.5 14.6 -
1.5 24.5 14.5 -
2 1.3 0.8 0.3
5 1.3 0.7 0.3
7 1.5 1.1 0.3
10 1.8 1.2 0.4
15 1.8 1.2 0.6
20 2 2.1 0.5
25 1.8 1.3 0.3
30 1.9 1.3 0.3

Trennschärfe (kHz) 7 MHz + 1 MHz

  -6 dB -60 dB
breit 4.8 17.3
schmal 3.1 7.8

Spiegelfrequenzsicherheit besser als 58 dB
Zf-Festigkeit besser als 65 dB
AGC-Regelbereich mehr als 70 dB
Abstimminstrument S1 = 1 uVolt, Mitte = 5 uVolt, Ende = 100 uVolt
Antennen Stabantenne 120 cm, Ferritentenne abschaltbar
Antennenanschlüsse Koax SO-239, getrennte Klemmtasten für MW und KW
Sonstiges Preselector, abstimmbar und geregelt. Analogskala nacheichbar. UKW-Empfindlichkeit 2.6 uV/26 dB S+N/N
NF-Teil
Leistung, Sinus 0.9 Watt, 10% THD
Frequenzgang 70 - 6 200 Hz, +/- 3 dB
Tonblende Höhen, Tiefen, jeweils +/- 7 dB
Störbegrenzer -
Lautsprecher 8 Ohm, 10 cm Durchmesser
Anschlüsse Ohrhörer, Kopfhörer, Aufnahme, Zeitschaltuhr
Stromversorgung Netz 110/220 Volt eingebaut; Batterie sechs Monozellen; Externe Gleichspannung 9 Volt
Leistungsaufnahme ca. 6.5 Watt; Batteriebetrieb 4.2 Watt
Maße 45.3 x 18.4 x 23 BHT in cm
Gewicht 6.4 kg mit Batterien
Bestückung 7 lCs, 10 FET, 56 Transistoren, 33 Dioden
Zubehör Anleitung, DX-Einführung
FTZ -Nummer ja
Preis ca. DM 1400.-

© Kurzwellenempfänger, Qual der Wahl, Rainer Lichte