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Sony Corporation, Tokyo

ICF - SW1000 T: Testbericht © addx kurier 22 / 1996

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Empfängerliste
Empfänger - Manuals

überarbeitet am 26.9.2010

Doppelsuper

Digitalanzeige, 1 kHz

AM, AM-sync, SSB, UKW-FM

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Keypad, 40 Speicher, Uhr, Timer, Cassettenrecorder

Verpackungskünstler: Sony ICF - SW 1000T

Schaut man sich einmal die Entwicklung der letzten Jahre im Bereich mobiler Geräte der Unterhaltungselektronik an, so ist unschwer ein deutlicher Trend in Richtung Miniaturisierung zu erkennen. Der sogenannte Walkman beispielsweise ist nur noch unbedeutend größer als die Musik-Cassette selbst. Und auch Weltempfänger haben teilweise eine beeindruckende Winzigkeit erreicht bei gleichzeitig erstaunlicher Bedienungsvielfalt. So schien es nur konsequent, sich an die Entwicklung einer reisetauglichen Weltempfänger / Radiorecorder-Kombination zu wagen. Mit dem neuen ICFSWIOOOT bietet Sony als Vorreiter der Miniatuisierung - beinahe schon erwartungsgemäß - nun ein solches Gerät an.Fairerweise soll nicht verschwiegen werden, daß es bereits mehrere Ansätze für derartige Geräte gegeben hat. Sowohl Grundig als auch Sony hatten schon Weltempfänger mit integriertem Cassettenrecorder im Programm. Beide Geräte verfügten allerdings nur über einen eingeschränkten Frequenzbereich und eine analoge Frequenzanzeige, deren Ablesegenauigkeit sehr zu wünschen übrig ließ. Aktuell bietet Siemens mit dem RK-670 bzw. RK-770 einen - bei Verwendung einer zusätzlichen externen Antenne recht leistungsfähigen und zudem preiswer ten Weltempfänger mit integriertem Cassettenteil an, der gerne zur automatischen Aufzeichnung von AM- oder FM-Sendungen (also Hörfunk) verwendet wird. Dessen Größe macht das Gerät allerdings nur für den heimischen, jedoch im Normalfall kaum für Empfangsbetrieb auf Reisen geeignet. Und auch für den Mitschnitt von Wetterfunksendungen in SSB eigneten sich bisherige integrierte Weltempfänger- Recorder- Kombinationen nur sehr bedingt.

Der Empfänger
Es ist schon erstaunlich: Auf der IFA '95 in Berlin war der ICF-SW1000T erstmals mehr zufällig und unangekündigt - am Stand von Sony zu entdecken. Es fand sich am ansonsten durchaus beeindruckenden Pressestand jedoch niemand, der über das neue Gerät Auskunft geben konnte. Kurz vor Weihnachten kam der SW1000T dann - erneut unangekündigt und nur durch Zufall im Schaufenster zu entdecken - in den Handel. Keine der sonst üblichen Pressemitteilungen oder sonstiges Material war zuvor verschickt worden. Ob man bei Sony herausfinden will, mit wie wenig Informationsarbeit man ein neues und durchaus interessantes Gerät in den Handel bringen kann? Auch in anderen europäischen Ländern scheint man bei Sony diese merkwürdige Form der Markteinführung gewählt zu haben. Es darf darüber spekuliert werden, welche Ursachen zu dieser völligen Vernachlässigung von PR geführt haben.
Auf den ersten Blick hat der Empfänger eine gewisse Ähnlichkeit mit dem ICF-SW 7600G. Tatsächlich hat man jedoch das weitgehend unveränderte Empfangsteil des Sony ICF-SW 100 genommen und in ein (deutlich) gröberes Gehäuse gesetzt. Zur Erinnerung: Beim SW 100 handelt es sich um den derzeit kleinsten Weltempfänger mit Digitalanzeige, Frequenzbereich 150 kHz - 30 MHz in AM, LSB/CW, USB und Synchrondetektor mit schaltbaren Seitenbändern, außerdem UKW 76-108 MHz (über Kopfhörer in stereo). Zudem verfügt der SW-100 über eine ganze Reihe von Speicherplätzen, die zur besseren Übersicht auch noch alphanumerisch benannt werden können. Dies alles findet Platz in einem Gehäuse von der Größe einer Compact Cassette. Ohne zu übertreiben ein Wunderwerk der Technik. Nach diesem Exkurs in die aktuelle Modellandschaft der Weltempfänger zurück zum neuen ICF-SW 1000T. Das Gerät hat das Format 16,5 x 10,5 x 4 cm (Breite x Höhe x Tiefe) und wiegt ca. 500 Gramm (einschließlich Batterien). Vom Erscheinungsbild her ist der Empfänger damit etwas gedrungener geraten im Vergleich zu anderen Geräten der Taschenbuch-Größenkategorie. Für Empfangsbetrieb verlangt der SW 1000T nach lediglich zwei Mignonzellen für die Stromversorgung. Will man auch den Recorder nutzen, ist dafür eine zusätzliche Mignonzelle nötig. Zum Lieferumfang gehören Schutztasche, Stereo-Ohrhörer, Trageschlaufe (inkl. Gerätestütze), Ansteck- Stereomikrofon für externe Aufnahmen, externe Drahtantenne AN-7 1, ein wie gewohnt hoffnungslos veraltetes "Wave Handbook" mit Frequenzangaben und Anschriften internationaler Sender, und eine mehrsprachige Bedienungsanleitung. Letztere kann man als durchaus gelungen bezeichnen, wenn auch teilweise etwas konfus gegliedert. Es werden dort eine Menge praktischer Tips gegeben, die Anfängerfehler vermeiden helfen; man erklärt sogar Zweck und Empfang der Betriebsarten SSB und CW.
Empfangen wird der gesamte Frequenzbereich von 150 kHz bis 30 MHz (Lang-, Mittel-, Grenz- und Kurzwelle) sowie UKW 76.0-108.0 MHz (in stereo über Kopfhörer). Für Hörfunkempfang im Bereich 150 kHz bis 30 MHz stehen die Betriebsarten AM und AM-SYNCH (oberes und unteres Seitenband getrennt schaltbar) in Abstimmschritten von I oder 5 kHz zur Verfügung (Lang- und Mittelwelle: I oder 9 bzw. 10 kHz-Schritte). Auf UKW kann in 50 Hz-Schritten abgestimmt werden. Anders als etwa bei vergleichbaren Weltempfängern anderer Hersteller der Fall, haben die Sony-Techniker ihrer neuesten Entwicklung wie zuvor schon bei den Modellen SW7600G und SW100 - keine schaltbare zweite Bandbreite mit auf den Weg gegeben. So steht eine Bandbreite von etwa 6 kHz im Normalbetrieb auf Lang-, Mittel-und Kurzwelle zur Verfügung. Die Möglichkeit einer Bandbreitenumschaltung von "breit" auf "schmal" ist nützlich zur Unterdrückung von möglichen Nachbarkanalstörungen. In den auf Kurzwelle für Hörfunk vorgesehenen Frequenzbereichen wird in einem Kanalabstand von lediglich 5 kHz gesendet, so daß Störungen von stark einfallenden Nachbarkanälen recht häufig vorkommen. Beim SW1000T hilft hier die bereits erwähnte Betriebsart AM-SYNCH recht effektiv weiter, die die fehlende Bandbreitenumschaltung ersetzt.
SYNCH steht für eine technische Einrichtung namens Synchrondetektor, die einerseits eine Unterdrückung von Nachbarkanälen erlaubt, und andererseits dazu dient, die auf Kurzwelle häufig als Folge von Empfangsschwankungen (Fading) auftretenden Verzerrungen auszugleichen. Zur Beseitigung des Fadings wird das vom Sender ausgestrahlte Trägersignal im Empfänger unterdrückt und statt dessen intern ein eigenes - stabiles - Trägersignal erzeugt, das exakt mit dem Trägersignal des Senders synchronisiert ist. Darüber hinaus erlaubt diese Technik den Empfang nur eines der beiden Seitenbänder (oberes bzw. unteres Seitenband), aus denen ein amplitudenmoduliertes (AM) Signal zusätzlich zum Trägersignal besteht. Befindet sich die störende Station beispielsweise oberhalb des zu empfangenden AM-Senders, so schaltet man im SYNCH-Betrieb auf das untere Seitenband um und von dem Störer ist im Idealfall kaum noch etwas zu hören. Nachdem Sony diese Technik zu Beginn der 80er Jahre erstmals in dem Modell ICF-2001D präsentierte, starten heute Immer mehr Hersteller ihre Spitzenmodelle mit einer entsprechenden Schaltung aus.

SSB-Empfang
Auch die Ausstattung eines portablen Weltempfängers ist heute nicht mehr komplett, wenn neben einem durchgängigen Empfangsbereich nicht auch die Möglichkeit des Einseitenbandempfangs (SSB bzw. USB und LSB) vorgesehen ist. Zwar experimentieren auch einige wenige Hörfunksender noch mit der Einseitenbandtechnik (SSB - Single Side Band), der Haupteinsatzbereich von SSB liegt jedoch - abgesehen natürlich von den Funkamateuren - bei den professionellen Funkdiensten, die nach wie vor zahlreich die Kurzwelle nutzen. Am ehesten für den nicht-Profi nutzbar sind wohl noch die Wetterberichte, die regelmäßig und zu festgelegten Zeiten von Seefunkstationen rund um den Globus für die zivile Seeschiffahrt ausgestrahlt werden. Wer also mit dem Segelboot unterwegs ist, kann sich mit Hilfe des ICF-SW1000G leicht über die jeweils aktuelle Wetterprognose informieren. Den SSB-Empfang mit einem Gerät dieser Größenordnung betreffend, bleibt kaum ein Wunsch offen: Abstimmung auf 100 Hz genau (Anzeige auf I kHz), zudem direkte Umschaltrnöglichkeit zwischen USB und LSB.

Frequenzabstimmung
Mehrere Wege führen zur gewünschten Empfangsfrequenz: Zunächst einmal kann die direkte Frequenzeingabe über ein Tastenfeld erfolgen. Als Orientierungshilfe für sehbehinderte Nutzer ist die Zifferntaste "5" mit einer Erhebung versehen. Darüber hinaus besteht noch die Möglichkeit, per Tastendruck in den schon erwähnten Schrittweiten über die Bänder ab- oder aufwärts zu "wandern". Schließlich bietet das Gerät eine Suchlauffunktion, die auf UKW und Mittelwelle zwar ihren Sinn haben mag, auf Kurzwelle hingegen erfahrungsgemäß besser nicht eingesetzt werden sollte, will man den gesuchten Sender nicht versehentlich "überspringen", da dessen Signal für die Ansprechschwelle des Suchlaufs vielleicht gerade zu schwach ist.Wer nur bestimmte Sender hören will, kann deren Frequenzen auch in den insgesamt 30 vorhandenen Speicherplätzen ablegen, die unabhängig vom Frequenzbereich zur Verfügung stehen. Organisiert sind die Speicherplätze auf drei "Seiten" zu je 10 Speichern. Hat man die gewünschte "Seite" einmal gewählt, ruft man den gewünschten Sender durch einfaches Drücken einer der Zifferntasten auf. Gespeichert wird neben der Frequenz (in SSB auf 100 Hz genau; sonst mit einer Genauigkeit von 1 kHz bei Frequenzen unterhalb von 30 MHz bzw. 50 kHz auf UKW) auch die Betriebsart, also AM, SYNC-USB, SYNCH-LSB, USB, LSB/CW. Damit steht auf Tastendruck jederzeit die optimale Einstellung für den jeweiligen Sender zur Verfügung, ob nun Rundfunk, Wetterfunk oder die regionale SSB-Runde im 80m-Band. Darüber hinaus können zwei weitere Frequenzen auf den beiden zusätzlichen, für Weckbetrieb zugewiesenen Speicherplätzen abgelegt werden (dazu später mehr). Erstaunlicherweise können den Speicherplätzen nicht alphanumerischen Bezeichnungen gegeben werden und auch die Funktion Weltzeituhr ist nicht implementiert. Erstaunlich ist dies deshalb, weil der SW100, der ja dem SW1000T seinen Empfangschip spendiert hat, diese nützlichen Funktionen aufweist und damit prinzipiell auch beim neuen Gerät zur Verfügung stehen müssten.

Display & Uhr
Die jeweilige Empfangsfrequenz inklusive Betriebsart und der eventuell aufgerufene Speicherplatz werden über ein übersichtliches und kurzzeitig beleuchtbares LC-Display angezeigt, das am besten direkt von vorne ablesbar ist. Außerdem liefert das Display Informationen über den Betriebszustand des Cassettenlaufwerks. Ist der Empfänger ausgeschaltet, wird die aktuelle Uhrzeit angezeigt. Auch während des Empfangsbetriebs kann auf die aktuelle Uhrzeit umgestellt werden, allerdings nur für ca. 10 Sekunden. Danach springt die Anzeige wieder auf die Frequenz um. Zwei verschiedene Weckzeiten sind programmierbar, zu denen die in den beiden zusätzlichen Speicherplätzen abgelegten Frequenzen aktiviert werden. Die Programmierung wird auch dann ausgeführt, wenn der Empfänger bereits eingeschaltet ist und eventuell gerade eine andere Frequenz gehört wird. Eine Festlegung der Zeitspanne, die das Gerät eingeschaltet bleiben soll, ist möglich in 10 Minuten- Schritten zwischen 90 und 10 Minuten. Auch eine Einschlaffunktion ("Sleep") mit einer Dauer von 90-10 Minuten ist in 10er-Schritten definierbar.

Anschlüsse
Anschlußmöglichkeiten sind vorhanden für Kopfhörer, externes Mikrofon, externes Netzteil und externe Antenne. Der vorhandene Antennenausgang gibt 3 Volt zur Versorgung der als Zubehör erhältlichen Aktivantenne AN-100A ab. Bei Verwendung anderer externer Antennen, sollten diese also entweder induktiv gekoppelt oder per Klemme direkt an den (eingeschobenen) Teleskopstab angeschlossen werden! Auch die mitgelieferte Drahtantenne wird nicht am Antennenausgang, sondern per Klipp am Teleskopstab befestigt.

Bedienbarkeit
Sämtliche für Empfangsbetrieb wichtigen Bedienungselemente befinden sich gut erreichbar auf der Frontseite des Empfängers. Doppelbelegungen von Tasten wurden weitestgehend vermieden. Frequenzeingabe, Speicherung von Frequenzen und das Abrufen von Speicherinhalten sind unkompliziert gelöst. Etwas schwieriger wird es, wenn es um die Programmierung der beiden Timer geht. Man muß schon recht genau aufpassen, um nicht versehentlich den falschen Timer zu aktivieren. Dies gilt umso mehr, wenn man zusätzlich die Möglichkeit der automatischen Aufzeichnung von Sendungen nutzen will. Die Tasten für den Recorder fanden ihren Platz auf der Oberseite des SW1000T, wo sie während des Empfangsbetriebs etwas schwer zugänglich sind. Insgesamt muß man den Entwicklern jedoch ein trotz der Vielfalt der Funktionen noch übersichtliches Bedienungskonzept bescheinigen. Um beim Transport ein versehentliches Einschalten oder Verstellen zu verhinden, kann ein Grossteil der Tasten (einschließlich der Weckfunktion!) mittels eines rastenden Schiebeschalters gesperrt werden. An den Gehäuseseiten finden sich noch Schiebeschalter für Tonblende, Umschaltung stereo/mono, und Abschwächer.

Der Recorder
Den Technikern von Sony ist das Kunststück gelungen, in einem gegenüber dem bewährten Modell SW7600G im Prinzip kaum größeren Gehäuse - etwas tiefer, dafür die Front etwas kleiner - noch einen vollwertigen Stereo-Cassettenrecorder mit sämtlichen üblichen Recorder-Funktionen unterzubringen. Die Bandartenwahl (Normal/Ferro, Chrome, Metal) erfolgt bei Wiedergabe automatisch. Für die Aufnahme können hingegen kurioserweise nur Normal-Cassetten verwendet werden, nicht aber die qualitativ besseren und nur noch unwesentlich teureren Chrome-Cassetten. Die Ursache hierfür liegt in dem gegenüber der Wiedergabe (20-18.000 Hz) eingeschränktem Frequenzgang bei Aufnahmebetrieb (70-8.000 Hz), den das Gerät bietet. Vor- und Rückspulen mit Mithörton ist möglich (Cue/Review). Nach der Aktivierung der Aufnahmefunktion braucht das Gerät etwa 2 Sekunden bis zum tatsächlichen Start der Aufnahme, was für einen vollständigen Mitschnitt wichtiger Sendungen oder bei Mikrofonaufnahmen berücksichtigt werden sollte. Zur Unterdrückung eventuell durch den Recorder generierter Störtöne beim AM-Empfang verfügt der SW1000T über einen dreistufigen Schalter zur Aktivierung eines entsprechenden Filters. Die Ausstattung mit Autoreverse-Laufwerk (beide Cassettenseiten werden automatisch hintereinander gespielt) macht zunächst nicht recht Sinn und kann zu Verwirrungen führen: Welche Seite spielt denn nun gerade? Doch da diese Funktion auch bei Aufnahmebetrieb nutzbar ist, stehen bei Verwendung einer C90-Cassette die gesamten 90 Minuten für automatischen Aufnahmebetrieb zur Verfügung, was den praktischen Nutzen der automatischen Aufnahmefunktion ganz erheblich steigert. Die dafür notwendige Bedienung ist allerdings insgesamt recht komplex und man tut gut daran, sich zuvor intensiv mit den Bedienungsschritten zu beschäftigen. Über einen Mikrofonanschluß können auch externe Tonquellen über den Recorder des SW1000T mitgeschnitten werden ein geeignetes Stereo-Ansteckmikrofon wird mitgeliefert. Will man über die Mikrofonbuchse z.B. den Ton aus einem anderen Empfangsgerät dem Recorder zuführen, sollte man ein spezielles Überspielkabel mit integriertem Widerstand verwenden. Die Aussteuerung des aufzunehmenden Signals übernimmt zwar grundsätzlich eine Automatik, jedoch wird diese kaum mit den außerhalb von Mikrofonanwendungen üblicherweise wesentlich höheren Pegeln zurechtkommen: Verzerrungen wären die Folge.
Das Mikrofon wird übrigens automatisch aus dem Empfänger mit Strom versorgt ("Plug-in-Power") und sollte auch nur an Aufnahmegeräten mit dieser Technik verwendet werden. Da durch das auf der Rückseite des Empfängers zugängliche Cassettenlaufwerk keine ausklappbare Stütze mehr integriert werden konnte, um den SW1000T in eine bedienungsfreundlichere Schräglage zu bringen, hat man in die Trageschlaufe ein in die Rückseite steckbares Plättchen integriert, das bei Bedarf die Funktion der Stütze übernimmt. Eine einfache wie praktische Lösung.

Die Praxis
Das Empfangsverhalten des SW1000T wurde mit dem der Modelle SW100 und SW7600G verglichen, den derzeitigen Spitzenreitern in ihrer jeweiligen Größenklasse. Allen Empfängern wurden als Batterien frische Alkalizellen spendiert. Außer Konkurrenz wurde ein zehn Jahre alter ICF-2001D mit ins Rennen geschickt, dessen Empfangsleistungen nach wie vor überzeugen. Die Empfindlichkeit des SW1000T auf Kurzwelle reicht ohne Einschränkung für den Empfang der stärkeren Sender aus, wobei sich vor allem auf den oberen Bändern der Einsatz der mitgelieferten Drahtantenne empfiehlt. Beim Rundfunk-DX in den Tropenbändern bei 5 MHz erwies sich der SW1000T ebenfalls als recht tauglich, jedenfalls die gängigen Sender aus Afrika, Asien und Südamerika betreffend. Der erste Eindruck: Durchaus respektabel. Für Überraschung sorgten Empfangsversuche im 80m-Amateurfunkhand: 8P9DX kam ohne Zusatzantenne auf 3800 kHz LSB schwach aber doch deutlich lesbar durch. Die sehr klare SSB-Wiedergabe fiel bei dieser Gelegenheil positiv auf. Bei S8B-Empfang muß - wie schon beim SW100 - um ca. 200 Hz von der tatsächlichen Frequenz verstimmt werden, um eine optimale Verständlichkeit Zu erzielen. Auf 20m kam EA9AU mit dem SW7600G einen Hauch besser als mit dem SW1000T, der Unterschied in der Empfindlichkeit in diesem Frequenzbereich ist jedoch unerheblich. CW-Empfang ist mit einem Gerät dieser Art wegen der zu großen Filterbandbreite naturgemäß kein Vergnügen. Der Empfang mit dem Doppelsuper zwischen 150 kHz und 30 MHz kann insgesamt als gut bezeichnet werden, auch im Vergleich zu anderen Empfängern dieser Größe. Auf UKW (Einfachsuper) reicht das Gerät lange nicht an einen Yacht Boy 500 heran, bringt aber die lokalen Sender in einwandfreier Qualität.
Beim Einsatz der SYNCH-Funktion fiel auf, daß diese mit frischen Batterien recht gut funktioniert. Sind die Batterien hingegen nicht mehr ganz so frisch, rastet der SYNCH auch bei stärksten Signalen nur widerwillig ein. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint die Verwendung von Akkus nicht ratsam, da diese nicht an die Leistung von Alkalizellen heranreichen. Zudem konnte festgestellt werden, daß dem kräftigen Signal der Deutschen Welle auf 6075 kHz nach Aktivierung der SYNCH-Funktionen ein bei Kopfhörerbetrieb deutlich merkbares Brummen hinzugefügt wurde. So ganz überzeugen konnte die SYNCH-Funktion also leider nicht. Das Gerät geht sparsam mit Batteriestrom um: ca.20 Stunden Empfang, um die 3 Stunden Aufnahmebetrieb sind möglich. Werden die Batterien für den Empfangsbetrieb zu schwach, blinkt ein entsprechendes Symbol, das zum baldigen Batteriewechseln mahnt. Dieses Symbol geht über zur dauernden Präsenz, wenn die Batterien nicht mehr für einen weiteren Empfangsbetrieb ausreichen: das Gerät schaltet sich aus bzw. läßt sich nicht mehr anschalten. Für Radio und Recorder sind jeweils ein eigenes Symbol zur Anzeige des Batteriezustands vorgesehen.
Aus gutem Grund verfügt der SW1000T über eine Reset-Taste, die bei Bedarf - weil versenkt angebracht - nur mit einem Bleistift oder einer Nadel betätigt werden kann. Wer mit einem Computer arbeitet, wird die "Reset-Taste" kennen, die als letzter Rettungsanker dient, wenn einmal "nichts mehr geht" (Stichwort: Programmabsturz). Wie zuvor schon beim SW100 der Fall, kann es nämlich vorkommen, daß sich keine der Funktionen mehr aufrufen läßt. Zu einer Art "Programmabsturz" kann es auch beim SW1000T kommen, nämlich wenn die Batterien zu schwach geworden sind - erkenntlich am entsprechenden Symbol im Display -, diese aber nicht baldigst ausgetauscht werden. Selbst wenn man nun frische Batterien einsetzt, kann es vorkommen, daß der Empfänger sich noch immer nicht einschalten läßt und das Symbol für die zuvor zu schwachen Batterien unverändert erscheint. Verhält sich der Empfänger wie beschrieben, so ist mit Sicherheit das "Programm" des SW1000T abgestürzt, um einen Reset kommt man nicht herum. Die Bedienungsanleitung geht an keiner Stelle in ausreichendem Maße auf diese Möglichkeit ein, erst recht nicht auf den Seiten mit dem Titel "Störungsüberprüfungen"! Sony hätte sich potentielle Garantiefälle oder Kundennachfragen ersparen können, wenn man sich in der Bedienungsanleitung ein wenig mehr mit der Funktion "Reset" beschäftigt hätte. Dieses Problem(chen) läßt sich umgehen, wenn man das (als Zubehör und gegen Aufpreis) erhältliche Steckernetzteil verwendet. Wer jedoch auf Batteriebetrieb angewiesen ist, tut gut daran, sich den Inhalt der Speicherplätze sicherheitshalber zusätzlich auf einem Zettel zu notieren, denn mit dem Reset geht nicht nur die aktuelle Uhrzeit, sondern auch der selbstprogrammierte Inhalt der Speicherplätze verloren.
Andere Weltempfänger dieser Größe arbeiten mit vier Mignonzellen. Doch da man die Empfangstechnik des SW100 in den SW1000T übernommen hat, muß auch dieser mit nur zwei Mignonzellen auskommen (drei bei Recorderbetrieb). Diese reichen zwar wie erwähnt für durchaus ansehnliche ca. 20 Stunden Empfangsbetrieb aus (bei Verwendung von Alkalizellen), jedoch entzieht der Empfänger auch im ausgeschalteten Zustand den Batterien Leistung. Dieser schon vom SW100 her bekannte Umstand kann für Überraschung sorgen, wenn der SW1000T über längere Zeit nicht eingesetzt wurde und dennoch die Batterien verbraucht sind! Ein weiteres Argument dafür, wichtige Frequenzen zusätzlich zu notieren, und immer einen Satz frische Ersatzbatterien in Reserve zu halten. Dies bewahrt vor unangenehmen Ueberraschungen, die laut Murphy sowieso immer erst dann eintreten, wenn man es überhaupt nicht gebrauchen kann.
Das Cassettenlaufwerk wird elektronisch über Drucktasten gesteuert. Bei der Programmierung von automatischen Aufnahmen wird die Mechanik tatsächlich auch erst dann in Betrieb gesetzt, wenn die programmierte Zeit erreicht ist, wodurch die Andruckrolle geschont wird. Ein kleiner Nachteil dieser Technik ist, daß man beim Spulen keinen unmittelbaren Zugriff hat, wenn man sich eine kurze Stelle mehrmals anhören möchte. Weder ein System zur Rauschunterdrückung noch ein Bandzählwerk sind vorhandlen. Vor allem letzteres wäre nützlich gewesen. Vermißt wurde auch ein Line-Ausgang für den Einsatz externer Aufnahmegeräte (geht zur Not auch über den Kopfhörerausgang). Insgesamt gesehen arbeitet das Cassetten-Laufwerk mit seiner Möglichkeit der automatischen Aufzeichnung von Sendungen einwandfrei.

Fazit
Bei Sony achtet man sehr genau darauf, daß sich die verschiedenen Modelle in ihren Features und Bedienungsmöglichkeiten nicht allzu sehr ins Gehege kommen und man sich nicht eine etwaige Konkurrenz im eigenen Haus schafft. Nur so ist zu erklären, daß man zwar im wesentlichen die Empfangsschaltung des SW 100 in den SW1000T übernommen hat, ohne jedoch die Möglichkeit der alphanumerischen Speicherbenennung ebenfalls zu übernehmen.
Der Empfang mit dem Gerät macht Spaß, beim ICF-SW1000T handelt es sich zweifellos um einen vollwertigen Weltempfänger. An diesem Allround-Gerät gibt es nur wenig auszusetzen, vom recht ansehnlichen Verkaufspreis vielleicht einmal abgesehen. Denn für deutlich weniger als die rund 800.- DM, die man derzeit für den SW1000T hinblättern muß, bekommt man separate Weltempfänger und Mini-Cassettenrecoder, die man einfach per Überspielkabel miteinander verbinden kann. Doch wer unbedingt ein kompromißlos reisetaugliches Universalgerät haben will, das Empfänger und Cassettengerät (und Diktiergerät und Reisewecker) in sich vereint, für den ist der SW1000T nicht nur die erste, sondern auch die derzeit einzige Wahl. Allerdings hätte zumindest ein externes Steckernetzteil gerne zum Lieferumfang gehören dürfen. Das Gerät ist auch besonders interessant für Skipper, die automatisch Seewetterberichte aufzeichnen wollen, ob diese nun über Hörfunk in AM oder über Seefunk in USB ausgestrahlt werden. Funkamateure werden die für ein derartiges Gerät ungewöhnlich gute SSB-Wiedergabe schätzen, die allerdings immer noch nicht an einen Reise-Kommunikationsempfängers wie den Lowe HF- 150 heranreicht.

© Harald Kuhl, kurier 22 / 1996