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Sony Corporation, Tokyo

ICF - SW12 / SW22: Testbericht © addx kurier 18 / 1998

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überarbeitet am 26.9.2010

Doppelsuper

Analoganzeige

AM, UKW-FM

UKW, MW, 9 x SW (60 - 13 m)

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Uhr

Sony ICF SW-12 und ICF SW-22

Alle reden von Digitaltechnik, sogar im ZF- Bereich der Empfänger. Aber was ist mit dem anderen Ende der Technikskala, der Analogtechnik? Es gibt sie noch, sogar bei der Frequenzanzeige. Was vor rund 15 Jahren noch vollkommen normal war, wirkt heute eher exotisch und antiquiert. Sony bietet hier zwei preiswerte, unkomplizierte Empfänger an, und zwar den ICF SW-12 und den ICF SW-22.

ICF SW-12
Der SW- 12 ist durch das aufklappbare Gehäuse vom Design her an das kleine High-Tech-Wunder SW- 100 angelehnt, ist jedoch einen knappen Zentimeter dicker als dieser. Nach dem Aufklappen des Gehäuses kommt im oberen Teil nun doch wieder Digitaltechnik zum Vorschein, allerdings nur in Form einer LCD-Weltzeituhr mit zusätzlicher Weckzeitanzeige. Unterhalb dieser Anzeige ist eine Weltkarte mit den einzelnen Zeitzonen aufgedruckt. Die jeweils aktive Zeitzone ist durch einen Pfeil im Display markiert. Per Knopfdruck kann man zwischen Sommerund Winterzeit umschalten. Mit denkenden'- und "Adj-"-Tasten lassen sich je nach Stellung eines seitlichen Schiebeschalters die Zeitzonen auswählen sowie die Uhrzeit oder die Weckzeit einstellen. Der Wecker selbst funktioniert nur als solcher und kann nicht als Einschalt-Tirner für den Empfänger verwendet werden.
Vorne im unteren Teil des Gehäuses gibt es einen kombinierten Hauptschiebeschalter, der den SW- 12 entweder ausschaltet oder einen Empfangsbereich anwählt. Zur Verfügung stehen hier: LW, MW, 13-,16-,19-,22-,25-,31-,41-,49und 60-m Band. Dazu muß man auf der Skala die Nummer unterhalb des gewünschten Bandes ablesen und den Schiebeschalter außerhalb des Skalenbereiches entsprechend positionieren. Das ist etwas umständlich; besser wäre hier eine direkte Kontrolle auf der Skala, so wie dies auch beim SW-22 möglich ist.
Seitlich befinden sich ein Lautstärkeregler und ein Tuning-Rad. Beide sind als eingelassene Rändelräder ausgeführt. Mehr läßt sich am Empfänger nicht bedienen. Die Frequenzanzeige mit ihrem glänzenden Zeiger dem sehr klein geratenen Skalenfeld ist ziemlich ungenau; man muß schon gut schätzen können, um zwischen zwei 100kHz-Markierungen einen Sender bekannter Frequenz auf Anhieb zu treffen. Teilweise sind sogar in den höheren Bändern 200-kHz-Abstände zwischen den Frequenzzahlen vorhanden. Vorne links gibt es noch eine Taste zur Beleuchtung der LCD-Uhr, die gleichzeitig zum Abschalten des Wecktons dient. An der linken Schmalseite kann man einen Ohrhörer einstecken.

Empfangspraxis
Es fällt schnell auf, daß die ZF-Bandbreite beim KW- und Mittelwellenbereich sehr breit ist, Das kommt zwar der NF zugute (hellerer Klang), jedoch können Stationen, die direkt im 5-kHz-Abstand nebeneinanderliegen, nicht sauber getrennt werden. Durch die hell abgestimmte NF ist auch das Grundrauschen stets deutlicher hörbar als beim SW-22. Auf UKW kann die helle NF ihre Vorzüge voll ausspielen und erzeugt so ein natürlicheres, kräftigeres Klangbild als beim SW-22. Wenn auf Kurzwelle oder Mittelwelle ein kräftiges, ungestörtes Ortssendersignal anliegt, gilt dies auch dort. Der SW-12 arbeitet als Doppelsuper; das Ziel dieser Schaltung (Spiegelfrequenzsicherheit) wird aber nur begrenzt erreicht ' denn das 60-m Band ist durch die auftretenden Spiegelfrequenzen nicht nutzbar. Besonders abends treten auch auf den übrigen Bändern Intermodulationsstörungen auf.

Fazit
Der ICF SW-12 ist ein gut verarbeitetes Uhrenradio für die Reise, mit dem man in befriedigender Qualität die großen internationalen Rundfunkstationen hören kann. Betrachtet man den eigentlichen Zweck des Gerätes, nämlich sich im Urlaub wecken zu lassen und die Deutsche Welle, die BBC, andere große Auslandsdienste oder auf UKW die Ortssender zu empfangen, dann kann man mit dem Gesamtergebnis trotz der angesprochenen Kritikpunkte recht zufrieden sein. Durch sein Klappgehäuse ist der SW-12 obendrein gut gegen mechanische Beanspruchung beim Transport geschützt. Er kostet 159.- DM.

ICF SW-22
Wer auf Reisen auf eine eingebaute Uhren- und Weckfunktion verzichten kann bzw. einen separaten Reisewecker mitnimmt, sollte sich den ICF SW-22 genauer ansehen. Er sieht aus wie die kleine Ausgabe eines "normalen" Radios, das aufrecht sieht. Links ist der Lautsprecher, rechts die relativ große Skala mit glänzendem Zeiger. Oben auf der Schmalseite ist der Schiebeschalter zur Einstellung der Kurzwellenbänder (49-, 41-, 31 -, 25-, 19-, 16- und 13-m Band. kein 22-, 60- und 90-m Hand). Je nachdem, welches Band man wählt, erscheint ein gelber Punkt auf der Analogskala. Diese Skala ist großzügiger bemessen als beim SW-12, in allen Bereichen sind 100-kHz-Schritte mit soviel Abstand zueinander aufgedruckt, daß man sehr oft bekannte Sender auf Anhieb trifft. Bei Mittelwelle sind ab 1000 kHz aufwärts, 200-kHz-Schritte aufgeführt, bei UKW 2-MHz-Schritte. Unter der Skala befindet sich ein "hold"-Schieber zum Sperren der Einschalttasten, die jeweils für FM, MW und Kurzwelle getrennt vorhanden sind, sowie für die Ausschalttaste. An der rechten Schmalseite findet man griffgünstig den ausreichend groß dimensionierten, leider etwas wackeligen Abstimmknopf, mit dem sich die Sender recht feinfühlig einstellen lassen. Darunter ist die Handschlaufe befestigt. Auf der linken Seite ist als Rändelrad der Lautstärkeregler eingelassen; darunter gibt es noch einen WahIschalter für "News" bzw. "Music", ferner noch eine Ohrhörerbuchse, Die obere Schmalseite beherbergt noch angeklappt die Teleskopantenne. Das ist alles, mehr Bedienelemente braucht man hier nicht, aber weniger sollten es auch nicht sein.
Beim SW-22 ist die Doppelsupertechnik anscheinend konsequenter angewendet worden, denn Intermodulations- und Spiegelfrequenzstörungen treten deutlich seltener auf als beim SW12. Auch die Trennschärfe ist besser, das ZF-Filter ist also schmaler. Dies bewirkt, daß die Wiedergabequalität etwas dumpfer als beim SW-12 ausfällt, was gleichzeitig aber auch verhindert, daß das typische "Kurzwellenpfeifen" auftritt. Das ganze Konzept ist so ausgelegt, daß man die starken, ungestörten Stationen in Ortssenderqualität vom Klang her nicht ganz so gut hören kann wie beim SW-12, dafür jedoch mehr schwache Sender brauchbar hereinbekommt. Die stufenlose Abstimmung ist ein großer Vorteil der Analogtechnik; teilweise ist sogar eine bessere Wiedergabequalität als beim SW- 1 zu erzielen, der ja in 5-kHz-Schritten abstimmt und manchmal eine geringere Empfindlichkeit aufweist. Das Kurbeln über die Rundfunkbänder macht bei Analoggeräten sowieso mehr Spaß als bei Digitalempfängern, bei denen zwischen den Rasterschritten oft ein lästiges Ploppen auftritt, Der Ohrhörerbetrieb ist sowohl beim SW- 12 als auch beim SW-22 nicht sonderlich empfehlenswert. weil hierbei ein ziemlich starkes Grundrauschen auftritt.

Fazit
Der ICF SW-22 ist ein zigarettenschachtelgroßes, gut verarbeitetes Radio, mit dem es durch das stimmige Gesamtkonzept Spaß macht "über die Bänder zu drehen". Die ordentlichen Empfangsleistungen verhelfen dem Gerät zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 149.- DM bekommt man viel Radio für's Geld - Mehr braucht man nicht auf Reisen, um die großen internationalen und gelegentlich auch kleineren Rundfunkstationen zu hören. Eben ein typisches Sony-Gerät, das auf kleinstem Raum viel Leistung für diese Klasse bietet.

© Thomas Domin, kurier 18 / 1998