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Sony Corporation, Tokyo

ICF - SW600: Testbericht © addx kurier 17 / 1996

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überarbeitet am 26.9.2010

Einfachsuper

Analoganzeige

AM, UKW-FM

UKW, LW, MW, KW x 9 (60m - 13m)

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Tonblende

"Toller Klang, kaum Knöpfe, viel Radio"

Erfahrungen mit dem neuen Sony SW - 600
Radiomodelle dieser Art hat die Firma Sony schon seit Jahren im Programm, natürlich boten die auch Kurzwellenempfang, üblicherweise mehrere Kurzwellenbänder auf einer Skalenlänge mit den bekannten Orientierungs- und Einstellungsschwierigkeiten.
Optisch ähnelt der neue Sony ICF SW-600 seinen Vorgängern zwar, mit dem kleinen aber wesentlichen Unterschied, daß ihn die Sony-Ingenieure mit gespreizten Kurzwellenbändern ausgestattet haben. Großzügig bemessen deckt das Gerät die Bänder 60m, 49m, 41m, 31m, 25m, 22m, 19m, 16m und 13m ab. Darüberhinaus bietet der SW-600 Langwellen-, Mittelwellen- und UKW- Empfang. Für Lang- und Mittelwelle ist eine Ferritantenne eingebaut, eine etwa 60 cm lange Teleskopantenne holt auf Kurzwelle und UKW die Sender aus dem Äther. Dank der handlichen Gehäusemaße und des eingebauten Netzteils eignet sich der Sony gut als "Küchenradio mit Weltempfang", oder als "Büroradio mit Kurzwellen-Spezialbegabung". Auch als portabler Reisebegleiter macht der Empfänger eine gute Figur. Vier Mignonzellen stillen den Energiehunger unterwegs, der sich im übrigen erfreulich in Grenzen hält.
Links oben wird das Gerät mit einer weich rastenden grauen Taste ein- und ausgeschaltet. Der gewünschte Frequenzbereich und die Kurzwellenbänder werden mit einem präzise arbeitenden Schiebeschalter angewählt, ein mitlaufender gelber "Standpunkt" am oberen Skalenrand zeigt deutlich an, wo die Wellenjagd gerade stattfindet. An der linken Gehäuseseite ist die Netzbuchse angebracht, etwas darüber kann ein (Mono-) Ohrhörer in eine Klinkenbuchse gestöpselt werden für’s "ganz private Hörerlebnis". Das Gerät hat einen beweglichen Tragebügel aus Kunststoff, der völlig in die Geräterückwand versenkt werden kann, wenn er nicht benötigt wird. Ein sinniger Federmechanismus stabilisiert und fixiert den Tragebügel zuverlässig in der Gebrauchs- und in der Ruheposition. Das Abstimmrad ist etwa bis zur Hälfte in die rechte, obere Gehäuseseite eingelassen. Eine grössere Mulde hinter dem Abstimmrad bietet befriedigenden Zugriff, aber der Weisheit letzter Schluss kann das noch nicht sein, denn für den Daumen, der das Abstimmrad vorne fasst, ist zu wenig Platz. Eine Alternative wäre sicherlich auch eine Fingermulde im Abstimmrad, das verhältnismässig leicht zu drehen ist. Leider ist es nicht ganz "spielfrei", fast ein wenig wackelig, die Befestigung des Rades an der Achse scheint nicht optimal zu sein. Unterhalb des Abstimmrades befindet sich ein Drehregler für die Lautstärke und noch etwas tiefer ein Knopf für die Klangregelung, der eine gefühlvolle Beschneidung der Höhen erlaubt.
Auf UKW fällt sofort die aussergewöhnlich gute Tonqualität auf. Ein feiner, luftiger Sound, sehr ausgewogen und angenehm. Auch im AM-Betrieb ist der Klang überraschend gut. Die erreichbare Lautstärke ist nicht besonders hoch, reicht aber aus für die Beschallung eines grösseren Zimmers. Selbst bei ganz aufgedrehter Lautstärke produziert das Gerät kaum Verzerrungen. Der SW-600 bietet auf Kurzwelle einen auffallend ruhigen und ausgewogenen Empfang ungestörter internationaler Stationen. Die Empfindlichkeit ist über den gesamten Frequenzbereich hinweg ausgezeichnet, auch schwache Sender "kommen" gut. Leider ist der SW-600 nicht frei von Spiegelfrequenzen, ein Nachteil des Einfachsuperprinzips. Sender im 5-kHz-Raster werden in der Regel befriedigend getrennt. Hervorzuheben ist die gute Ablesegenauigkeit der Skala, die BBC auf 9410 kHz war knapp über der weissen Skalenaufschrift 9.40 anzutreffen, HCJB auf 15550 kHz knapp unterhalb der Angabe 15.60 und die Deutsche Welle knapp unterhalb 6.10 mit ihrer Frequenz 6075 kHz. Nur wenige Analoggeräte in dieser Preisklasse sind ab Werk so sauber eingestellt.
Einen guten Eindruck macht das Gerät auch auf Mittel- und Langwelle. In meinem ansonsten "computerverseuchten" Büro, das schon manches teure Schätzchen mit Störausstrahlungen völlig taubgeballert hat, brachte der SW-600 z.B. den SWF auf 1017 kHz am Nachmittag verständlich und mit wenig Nebengeräuschen. Auf Langwelle könnte die Trennschärfe etwas besser sein.
Der UKW-Empfang war schon immer eine Stärke dieser Gerätekategorie. Der SW-600 bringt jede Menge Sender mit beeindruckender Sauberkeit an den Lautsprecher. Mit diesem Gerät beweist die Firma Sony eindrucksvoll, daß japanische Radios nicht zwangsläufig "Näselsound" liefern müssen.

Fazit
Der SW-600 ist ein "Radio für alle Fälle" für zuhause und unterwegs. Das bewährte Prinzip der gespreizten Kurzwellenbänder wertet dieses Allzweckradio zwar noch nicht zu einem echten Weltempfänger auf, zeigt aber deutlich, was für unter 100 Mark machbar ist: Der Kurzwellenempfang des SW-600 ist besser und ruhiger als bei so manchem digitalen Empfänger dieser Preisklasse. Die Langwelle ist Durchschnitt, die Mittelwelle läßt aufhorchen, der UKW- Empfang ist ordentlich. Kurz: Toller Klang, kaum Knöpfe, viel Radio. P.S. Womit hört eigentlich Ihre Frau...?!?

© Rolf-Dieter Wiedenmann, kurier 17 / 1996