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Sony Corporation, Tokyo

ICF - 2001 D: Testbericht © addx kurier 17 / 1998

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überarbeitet am 26.9.2010

Sony ICF 2001 D - "Teures Spielzeug oder ernstzunehmender Empfänger"

von Jürgen Bast
Doppelsuper, 1. ZF 19,055 MHz, 2. ZF 455 kHz

Digitalanzeige, 1 kHz

AM, USB/LSB, CW, FM-UKW

Selektivität -6 dB/ -46 dB
3,1/7,8 kHz, 4,8/xx kHz (WA) resp. 4,5 kHz/ 9 kHz (W)

Sensitivität
AM 1,3 - 2 uV, SSB 0,3 - 0,6 uV

RF-Gain, Preselektor

Sony machte in den vergangenen Jahren schon verschiedene Male mit Empfängern von sich reden. Zuerst kam der 2001, der etwas ganz neuartiges bot; ein Mikroprozessor übernahm das Tuning, die Serie wurde fortgesetzt mit dem 7600 D, dem Mini-Empfänger, der trotz seiner kleinen Abmessungen erstaunliche Ergebnisse brachte. Im vorigen Jahr kam nun ein weiteres Modell dieser Art auf den Markt, der ICF 2001 D. Das Gerät löste beim Konsumenten sehr verschiedene Reaktionen aus, vor allem wegen seines hohen Preises. Die einen jubelten ihn hoch, andere wollten davon kaum etwas wissen. So unterlag er auch im KURIER einer sehr kritischen Betrachtung. Das führte zu starken Diskussionen und so habe ich mich entschlossen, selbst einen Testbericht uber den ICF 2001 D zu schreiben.
Der 2001 D ist nicht für den stationären sondern für den portablen Betrieb gedacht. Man sollte möglichst keine Aussenantenne anschliessen und wenn, dann auf keinen Fall eine Aktivantenne, da das Gerät auf die eingebaute Teleskopantenne abgestimmt ist. In den AM-Bereichen hat er eine hohe Empfindlichkeit, so dass im Tropenband auch noch schwache Sender mit der Teleskopantenne gehört werden konnten. Ein eingebauter Antennentrimmer wäre gerade für den Anschlug von Außenantennen sinnvoll gewesen. Dieser Antennentrimmer hat sich beim 2001 bestens bewahrt. Die Trennscharfe des Gerätes ist problematisch, worauf ich im folgenden näher eingehe: Einerseits, wenn die Bandfilter zu breit sind, wie das beim ICF 2001 D bei der Einstellung "wide" der Fall ist, kann man nur noch die stärksten Kurzwellensender störungsfrei empfangen - dies setzt aber voraus, das wenigstens auf einer Bandseite ein Zwischenraum von 10 kHz bis zum nächsten Sender ist. Bei der Einstellung "narrow" (eng) sind 5 kHz gut zu trennen, für richtige DX-Empfänger reicht aber die Trennschärfe schon nicht mehr aus. (Der Technische Klubdienst arbeitet zur Zeit an einer Filtermodifikation für den 2001 D) Die meisten Kurzwellenhörer möchten mit einem portablen Gerät ganz normal "Radio hören", und dafür ist die Trennscharfe des Sony ICF 2001 D völlig ausreichend. (In Stellung "eng/narrow"). Wenn die Filter steilflankiger sind, wird das Audiosignal schlechter; denn es kommt ja nicht mehr so viel durch. Die Hersteller stehen praktisch vor einem Dilemma: Sie müssen einerseits einen Empfänger schaffen, der auch höheren Ansprüchen genügt - andererseits soll aber noch ein einigermassen guter Klang herauskommen. Beides zusammen ist schwer zu realisieren. Mein Vorschlag wäre, dass Gerate dieser Preisklasse ein Bandbreitenfilter von 6 kHz und für den Betrieb bei "narrow" ein 3 kHz-Filter haben sollten. Damit liesse sich ein guter Kompromiss für alle Seiten schliessen. Beim ICF 2001 kann aber die Trennschärfe noch mit einem Trick verändert werden und zwar gibt es die "Synchro - Taste" - hiermit lässt sich die Trennscharfe entscheidend verbessern. Mir war es möglich im Tropenband noch Sender zu loggen, wie Liberian Broadcasting Company auf 3255 kHz, SWABC auf 3270/3295 kHz, Radio Ghana auf 3366 kHz, dann Botswana auf 3356 kHz, Radio Oranje auf 3215 kHz und Radio 5 auf 3250 kHz. Das alles nur mit der Teleskopantenne. (Natürlich bei guten Bedingungen) Auf UKW sind Empfindlichkeit und Trennscharfe nicht besonders gut, aber erträglich.

Die Bedienbarkeit des ICF 2001 D ist unproblematisch, auch für sehbehinderte Hobbyfreunde. Die Tasten sind übersichtlich angeordnet und leichtgängig. Wenn man die Frequenz nicht weiss und handabstimmen mochte, dann findet man an der rechten Seite einen Drehknopf, mit dem man in 100- und 1 kHz- Schritten wählen kann. Das ist für SSB - Betrieb leider nicht sehr gut. In dem ICF 2001 D ist ein Produktdetektor eingebaut, das heisst, jedes Seitenband ist getrennt schaltbar. Leider hat das Gerät aber keine Feineinstellung, wie das sonst üblich ist. Dies bringt Probleme, da nicht alle SSB-Sender auf 100 Hz abgestimmt sind, wodurch es dann zu Tonverzerrungen kommt.
Zu erwähnen ist auch der "Timer", mit dem man vierfach ein- und ausschalten kann. Zum Beispiel ist es möglich eine Sendung um 15.30 Uhr mittels Timer beginnen zu lassen, dann wechselt das Gerät pünktlich um 16.00 Uhr die Frequenz und übertragt die nächste Sendung. Die Programmierung ist allerdings nur über Speicherfrequenzen wirksam. Man muss die Frequenz von 1 bis 4 nacheinander speichern, wie man die Programme hören will. Leider lässt sich nicht gleichzeitig über den Timer ein Cassettenrecorder einschalten. (In den USA soll es ein Vorschaltgerät geben, mit dem dies möglich wird. Näheres ist mir nicht bekannt ) Etwas näher eingehen mochte ich noch auf die 32 Speicher, womit man nicht nur einfach speichern, sondern auch gleich den "Modus" mit eingeben kann. Also nicht nur AM und FM, sondern auch oberes Seitenband, unteres Seitenband oder mit Syncro-Taste, wide oder narrow - das lässt sich alles gleich programmieren und so wieder abspeichern, wie man es wünscht.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der ICF 2001 ist ein Weltempfänger, der nicht nur dem "Einsteiger" genügt, sondern auch dem verwohnten DXer allerhand bietet: Gute Empfindlichkeit in allen AM-Bereichen sowie ein aufwendiger, aber leicht zu handhabender Bedienungskomfort. Es gibt in dieser Preisklasse kein portables Gerät, was an die Sony-Konzeption heranreicht, lediglich die Klangqualitat der Grundig-Satellit - Reihe ist wesentlich besser. Der ICF 2001 D ist meiner Meinung nach ein empfehlenswertes Kofferradio, das man als "Begleiter" einstufen kann, der einem viel Freude macht, wenn das stationäre Heimgerät nicht zur Verfügung steht.

Wenn dieser Testbericht von dem im Kurier 20/85 abweicht, so ist der Grund folgender: Das uns damals zur Verfügung gestellte Testgerät war gebraucht und nicht optimal abgeglichen worden. Diesmal stand uns ein optimal einjustiertes Gerät zur Verfügung, das keinen Grund zu Beanstandungen bot.

© addx kurier 17 - 18 / 1996