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Sony Corporation, TokyoICF - 2001 D / ICF - 2010 |
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überarbeitet am 26.9.2010 |
Als Sony im Jahre 1980 den ersten mikroprozessorkontrollierten Kurzwellenempfänger vorstellte, löste man damit eine Revolution im Design und Konzept von Reise- Kurzwellenempfängern aus. Dass auf eine Reise nicht mehr ein Kofferempfänger mit Schutzbügeln & einem grossen Handgriff, an dem das zwischen 6 und 10 kg schwere gute Stück getragen werden musste, mitzuschleppen war, sondern ein Kästchen, das eher einem grossgeratenen Taschenrechner glich, führte auch zur Verbreitung des Kurzwellenempfangs bei Ferienreisenden bei. Als erster Empfänger wurde beim ICF-2001 die direkte Frequenzeingabe per Tastatur realisiert. Der ICF-2001D war eine Weiterentwicklung des ungemein erfolgreichen Empfängers, mit dem das neue Gerät fast nur noch die Gehäuseabmessungen gemeinsam hatte. Als Innovation stellte Sony erstmals den automatisierten ECSS-Empfang mit dem Synchrondetektor vor, der 2001D war und blieb einer der erfolgreichsten und besten portablen Kurzwellenempfänger.
Der mit 29 x 16 x 5,5 cm mittelformatige 1,75 kg schwere Reiseempfänger kann mit einem externen 4,5V (!) - Netzteil oder 3 UM1-Batterien gespiesen werden. Über einen speziellen Adapter ist auch Betrieb an einer Autobatterie möglich. Ein versenkt angebrachter Hauptschalter, der unbeabsichtiges Einschalten bei Transport im Reisegepäck wirkungsvoll verhindert, aktiviert die Stromzufuhr, dass das Gerät mit dem oberhalb des grossen Lautsprechergrills gelegenen Schalter eingeschaltet werden kann. Die Fehlermeldung ERROR3 macht darauf aufmerksam, dass entweder Netzstrom oder Batterien fehlen - oder eben dieser Hauptschalter nicht auf ON steht. Eine kleine Taste unterhalb des Einschalters aktiviert für einige Sekunden die Beleuchtung der zwei zur Rechten liegenden Skalen. Links wird die aktuelle Uhrzeit (oder ggf. die Timer-Zeit oder verbleibende Betriebszeit im Sleep-Modus angegeben, rechts im LCD-Feld die Frequenz auf 0,1 kHz, die Betriebsart und ZF-Filterbreite. Das anschliessende Feldstärkemessinstrument ist als zehnteilige LED-Kette ausgeführt und gibt die relative Signal- oder Batteriestärke von 0 - 10 an, zwei kleine LEDs markieren, ob im Synchrondetektorbetrieb das obere oder untere Seitenband gewählt ist. Rechts oben, mit einer Griffmulde an der Längskante des Gehäuses, der leichtgängige Abstimmknopf, mit dem die Frequenz oder auch die Uhrzeit eingestellt wird, zum Verändern der Uhrzeit muss einfach die TIME SET-Taste gedrückt werden. Der weiter unten gelegene Schalter wird zum Wechsel der Abstimmgeschwindigkeit vom raschen Suchempfang zur Feineinstellung im Sync-Betrieb und SSB-Empfang eingesetzt und blockiert in der Stellung LOCK den Abstimmknopf ganz. Der Lautstärkeregler ist als Schieberegler ausgeführt. Ein zweiter Schieberegler an der rechten Schmalseite bedient die HF-Verstärkung, den RF-Gain, das Klangblende - Schiebeschalterchen findet ebenfalls auf der rechten Schmalseite Platz. Das grosse Tastenfeld hat dem Sony 2001D einige Kritik
eingebracht, ich versuche die grundlegendsten Funktionen
darzulegen. Die direkte Frequenzeingabe ist wie beim
alten 2001 ein Kinderspiel, 6 - 1 - 5 - 5 - Execute und
schon ertönt RÖI Wien aus dem Lautsprecher, wird eine
ausserhalb des entsprechenden Bereichs liegende Frequenz
eingegeben, meldet der 2001D einen ERROR1; für
sehschwache Hörer ist die Taste "5" mit einer
Noppe versehen. Das Tastenfeld mit den 32 Tasten in vier
Reihen dient dem Speicherzugriff, mit dem Druck auf die
kleine schwarze Entertaste und gleichzeitig auf eine der
Speichertasten wird die Frequenz inkl. Betriebsart und ZF-Filterbreite
versorgt. Mir entspricht die Lösung sehr, mit einem
Knopfdruck die Station dann wieder aufrufen zu können,
die vier Reihen habe ich mit verschiedenen
Stationsgruppen belegt (Tropenband 90m, 60m und "Brasilianer")
und kann so die Übersicht behalten, andere Hörer ziehen
die Eingabe von Nummern, um Speicherplätze anzuwählen,
vor... Ein Druck auf die blaue Shift-Taste erlaubt
Zugriff auf die Zweitfunktion, beispielsweise erlaubt der
Sony ICF-2001D mit Shift-c3 direkten Zugriff aufs 25m-Rundfunkband.
Die drei hellen Tasten links von den Speichertasten
starten und stoppen die Suchlauffunktionen, auch die
Eckfrequenzen und weitere Funktionen werden mit der
blauen Shift-Taste als Doppelfunktion aufgerufen. Die
drei hellen querformatigen Tasten oberhalb des
Speichertastenfeldes schalten zwischen AM, FM(UKW) und
AIR-Band (Flugfunkbereich 116 - 136 MHz, AM) um. Daneben
liegen die Betriebsartentasten zum Aktivieren von breitem
und schmalem ZF-Filter in AM, USB, LSB und
Synchrondetektor. Die kleinen Tasten in der Reihe
unterhalb des Displays werden für die Programmierung der
vier Timer- Programme benötigt. Im praktischen Einsatz vermag der Sony ICF-2001D schon
im Betrieb mit der Teleskopantenne zu begeistern. In
Punkto Empfindlichkeit gehört er zu den besten der
Portabelklasse und bringt die internationalen
Rundfunkdienste und auch einige Tropenbandstationen so
gut herein, wie manch einfacher Stationsempfänger. Eine
Langdrahtantenne einfach mit einem Klinkenstecker
angeschlossen, führt rasch nicht nur zu einem
Signalpegelanstieg sondern meist zu einem Brei an
Mischprodukten, dass die gewünschte Station im Gebrodel
kaum mehr aufzunehmen ist. Abgesichts des suboptimalen
Grosssignalverhaltens ist ein Antennenanpassgerät resp.
ein externer Preselektor beim Betrieb mit einer
Aussenantenne einfach Pflicht. Eingesetzt werden kann
beispielsweise der PRE-1 vom technischen Klubdienst der
ADDX, ich habe mit dem FRT-7700 von Yaesu beste
Erfahrungen gemacht. Eine damit korrekt angepasste 20 m-Antenne
wird verkraftet, der Empfänger ist ruhig und ich hatte
mit dieser Kombinationen im Urlaub immer wieder
hervorragende Empfänge von der NBC, australischen
Lokalstationen im Tropenband, über RN del Paraguay bis
zu R.Record im 19 m-Band konnte ich zahlreiche schwache
Stationen loggen. Auch mit dem magnetischen Loop von
Grahn mit seinen geringen Signalpegeln harmoniert der ICF-2001D
sehr gut, jedenfalls wesentlich besser als mit der
breitbandigen hoch verstärkenden zum Gerät gelieferten
AN-1 - Aktivantenne von Sony, mit der ich kaum je eine
Verbesserung der Verständlichkeit eines Signals aber
wiederholt Überladungserscheinungen erlebte. Zu den Überladungserscheinungen
bleibt noch zu erwähnen, dass der Frontend-Transistor in
der Nähe starker Lokalstationen mit hohen Signalpegeln
an einer Langdrahtantenne durchbrennen kann, in
amerikanischen Artikeln wurde empfohlen, sich gleich eine
Zehnerpackung Ersatztransistoren zu besorgen... Der im
Mittelwellenbereich aktive Abschwächer kann übrigens
mit einem Trick umgangen werden, der Antennenstecker wird
nicht vollständig eingesteckt, da die volle
Empfindlichkeit zum MW-DX erhalten bleibt, ist mit langen
Antennen mit hohen Signalpegeln doppelte Vorsicht am
Platz. weitere Lektüre: © Martin Bösch |
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