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Sony Corporation, Tokyo

ICF - 7600 D / ICF-2002 (Intl. Version)

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überarbeitet am 26.9.2010

Nach dem SONY im Jahre 1980 mit dem ICF-2001 als erstem mikroprozessorkontrolliertem Weltempfänger ein technologisch grosser Wurf gelungen war, folgte 1983 mit dem ICF-7600D der erste mikroprozessorkontrollierte Reiseempfänger im Klein- d.h. Taschenbuchformat, zwei Jahre später kam dann mit dem ICF-2001D der grosse Bruder auf den Markt.

Doppelsuper, ZF 55,395 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige, 5 kHz,
1 kHz-Marken auf Rändelrad

AM, SSB, UKW-FM

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Abschwächer DX / Local,

10 Speicher, Digitaluhr mit Timerfunktion Bedienungsanleitung

Das silberfarbene Kunststoffgehäuse des ICF-7600D war mit 18,4 x 11,8 x 3,2 cm Grösse und 650 g Gewicht kleiner als das bekannte World Radio TV Handbook, wie der Gerätetester Larry Magne im Handbook 1984 feststellte. Das Gerät steht hochkant nur unsicher auf der unteren Längsseite; die Absturzgefahr, eine Klappe an der Geräterückseite um den Empfänger schräg aufzustellen, war nicht vorgesehen, bewegte viele Hörer zu Bastelarbeiten. Die Teleskopantenne ist schwenkbar auf der Geräteoberseite angebracht, eine Klinkenbuchse erlaubt den Anschluss einer Aussenantenne, in der deutschen Version musste auf diese Anschlussmöglichkeit verzichtet werden.
Die linke Hälfte der Frontplatte wird vom Lautsprechergrill eingenommen, mit 200 mW bei Batterie- 400 mW bei Betrieb am Netzadapter reicht das Klangvolumen aus um einen Raum, nicht aber um eine Strandparty zu beschallen.
Oben rechts finden sich drei grosse Tasten, die den Empfänger ein- resp. ausschalten und den Sleep-Timer aktivieren. Ein Schiebeschalter an der Geräteoberseite dient als Hauptschalter, das unbeabsichtigte Einschalten des Radios im Koffer wird dadurch verhindert. Die "Standby"-Taste aktiviert den Timerbetrieb, drei nur mit sehr spitzen Fingern bedienbare Tasten weiter links neben dem Zeitdisplay dienen zum Einstellen der Uhrzeit, die Zeitanzeige des 7600D kann vom 12h auf das 24h-Format umgeschaltet werden. Unter dem Zeitdisplay - im Gegensatz zu zahlreichen teuren Stationsempfängern kann hier beim Empfang dauernd die Zeit abgelesen werden - liegt das Frequenzdisplay, auf eine Hintergrundbeleuchtung wurde leider verzichtet. Die Frequenz wird auf 5 kHz genau angezeigt, bei Frequenzen die in einem Kurzwellenrundfunkband liegen, wird zudem auch das entsprechende Meter-Band angezeigt. Eine kleine rote Leuchtdiode neben dem Display dienst als Feldstärkeindikator und leuchtet bei starken Signalen auf.
Mit dem weiter unten gelegenen Tastenfeld kann die Empfangsfrequenz direkt eingegeben und mit EXECUTE aufgerufen werden, zuvor muss mit der Taste AM resp FM zwischen dem AM-Bereich 153 - 29'995 kHz, der Lang-, Mittel- und Kurzwelle umfasst, und dem FM-Rundfunkband von 76 MHz in der internationalen und 87,5 MHz in der BRD-Version bis 108 MHz aufgerufen werden. Die Tastenfolge AM - 6 - 1 - 5 - 5 - Exec ruft beispielsweise Radio Oesterreich International aus Wien auf. Um eine gerade gehörte Frequenz abzuspeichern, wird gleichzeitig die ebenfalls im Sony-Miniaturformat ausgeführte ENTER-Taste und eine der Zifferntasten gedrückt, um die gespeicherte Station wieder abzurufen, reicht später ein Druck auf die entsprechende Taste. Ein + / - - Wippenschalter zur Linken dient dazu, den Empfänger in 5 kHz- Schritten nach oben und unten weiterabzustimmen, wird zusätzlich noch die kleine Band Select- Taste gedrückt, springt man gleich auf die untere Grenze des nächsten Kurzwellen- Rundfunkbandes. Ein Druck auf die Start-Stop- Taste startet eine Suchlauffunktion, der Empfänger hält bei der nächsten empfangswürdigen Station, spielt diese an und sucht nach 1,5 Sekunden automatisch weiter, wenn nicht die Stop- Taste gedrückt wird.
Weitere wichtige Bedienelemente, die ebenfalls mit spitzen Fingern bedient werden müssen, finden sich an den Geräte- Schmalseiten, zu rechten der Lautstärke- Schieberegler, ein Tonblendenschalter und der Betriebsartenschalter. Dieses kleine Schalterchen lässt den Empfänger in Normalstellung fix im 5 kHz-Raster abstimmen, im Fine Tuning- Modus kann die Frequenz - allerdings ohne Veränderung der Frequenzanzeige im Display - stufenlos zwischen den 5 kHz-Punkten verstellt werden. So kann bei einer Nachbarkanalstörung problemlos ein oder zwei kHz nach unten ausgewichen und das Signal so verständlicher gemacht werden. In der Stellung SSB wird der BFO aktiviert, mit dem kleinen Rändelrad der Feinabstimmung muss nun auf Zero Beat eingestellt werden.
Der kleine Sony kann mit insgesamt 6 UM-3 Batterien betrieben werden, zwei davon für die Speicher- und Uhrfunktionen, die lange durchhalten. Die anderen 4 Batterien für den Radiobetrieb lassen das Gerät etwas 12 Stunden lang spielen. Um den Batterienverbrauch in den Griff zu bekommen, kann der mitgelieferte Netzadapter oder ein spezielles 12V-Adapterkabel zum Autobatteriebetrieb eingesetzt werden. Da rasch klar wurde, dass die Empfangsleistungen beim Akkubetrieb mit der geringeren Spannung von 4,8 V von 4 NiCd-Akkus abfallen, wurden Modifikationen entwickelt. Ein Trick ist, die beiden Uhrenbatterien durch eine 3 Volt- Miniaturbatterie, wie sie im Photobereich eingesetzt wird, zu ersetzen, und einen fünften Akku im freiwerdenden Batteriefach unterzubringen, dadurch werden wieder die benötigten 6 Volt erreicht.
Die Empfangsleistungen des Sony 7600D waren zur Zeit seines Erscheinens für einen Kleinstempfänger überragend; auch heute kann das Gerät problemlos auf Reisen zum Empfang der internationalen Auslandsdienste zum Zug kommen. Die nicht maximale Empfindlichkeit macht sich in Europa mit der hohen Senderdichte und hohen Feldstärken weniger bemerkbar, als in Afrika oder im Pazifikraum. Mit dem eingebauten ZF-Filter können Sender im 5 kHz-Raster, vor allem bei Einsatz der Feinabstimmung und Ausweichen auf eine 1 - 2 kHz tiefere oder höhere Frequenz, getrennt werden. An Langdrahtantennen neigt der kleine Sony zur Überladung, auch breitbandige Aktivantennen - wie die zum Gerät propagierte AN-1 von Sony - erachte ich aufgrund des breitbandig verstärkten Signals als wenig geeignet. Mit meiner über ein Anpassgerät mit Abschwächer- Möglichkeit (Yaesu FRT-7700) geführten 20 m-Antenne hatte ich da weniger Probleme, auch mit der Magnetantenne GS-2 von Grahn kommt der kleine Sony gut zurecht. Die neueren Aktivantennen von Sony sind gemäss mir vorliegenden Berichten besser an die hohe Empfindlichkeit auch der kleinen Reiseempfänger angepasst. Nur mit 10 Stationsspeichern auskommen zu müssen, bereitete mir in den Ferien gelegentlich etwas Mühe, ich vermochte aber den Überblick über die Speicherinhalte zu behalten. Die Timer/ Sleepfunktion ist praktisch, wenn man auf eine nachts beleuchtete Anzeige der Uhrzeit verzichten kann, ersetzt der Sony ICF-7600D einen Reisewecker problemlos.
Der Preis des Sony 7600D lag stets etwas über dem der äusserlich gleichformatigen Konkurrenzgeräte, die Möglichkeit der Feinabstimmung - lange nicht bei jedem Reisempfänger mit Digitalanzeige möglich - und des SSB-Empfangs bei gleichzeitig erstaunlichen Empfangsleistungen und technisch hochstehendem Aufbau machten den 7600D mir stets zum Liebling der Reiseempfänger. Ich habe mein Gerät weitergegeben, um es kurz später durch den Nachfolger ICF-SW7600G zu ersetzen, der bei gleichen Abmessungen und Funktionsumfang noch durch einen Synchrondetektor erweitert wurde.

weitere Lektüre:
e: WRTH tests portable receivers, Larry Magne, WRTH 1984
e: the Sony ICF 7600 Confusion, WRTH 1988

© Martin Bösch