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Sony Corporation, Tokyo

ICF - 7600 DS

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überarbeitet am 26.9.2010

Der kleine Sony ICF-7600D kam 1983 auf den Markt und war als Nachfolger des Sony ICF-2001 der allererste Doppelsuperempfänger mit digitaler PLL-Frequenzsynthese im Taschenbuchformat, in den Jahren zuvor wurde vom WRTH die "Reisefreundlichkeit" noch daran gemessen, ob der Kofferempfänger unter einen Flugzeugsitz passte, der kleine Sony passt in die Manteltasche. Er verfügte über eine digitale Frequenzanzeige, einen BFO zum einfachen SSB-Empfang und zehn Senderspeicher.
1987 liess Sony den ICF-7600 DS folgen, der Empfänger erhielt mit einem anthrazit - dunkelgrau eine neue Farbe, die AM/FM-Funktions- und Bandbereichs- Tasten und die EXECUTE-Taste sind in aubergine - braunrot ausgeführt.
Doppelsuper, ZF 55,395 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige, 5 kHz,
1 kHz-Marken auf Rändelrad

AM, SSB, UKW-FM

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Abschwächer DX / Local,

10 Speicher, Digitaluhr mit Timerfunktion Bedienungsanleitung

Das Kunststoffgehäuse des ICF-7600 DS ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger anthrazitfarben, das mit 18 x 12 x 3,5 cm grosse Gerät bringt 650 g auf die Waage und hat die Grösse eines kräftigen Taschenbuchs, zum Schutz lieferte Sony eine graue Filzhülle mit. Das Gerät wird liegend betrieben, um es in Schräglage betreiben zu können betätigten sich viele Hörer bastlerisch, es wurden speziell zu den Sony-Geräten der 7600er-Reihe auch Plexiglasständer gebaut. Die Teleskopantenne ist schwenkbar auf der Geräteoberseite angebracht, eine Klinkenbuchse erlaubt den Anschluss einer Aussenantenne, gleich oberhalb davon ist der winzige Abschwächerschalter, auf eine Regelung der HF-Verstärkung wurde beim ICF-7600 DS verzichtet, was zu Überladungserscheinungen beim Betrieb an Langdraht- oder breitbandig verstärkenden Aktivantennen führen kann.

Die linke Hälfte der Frontplatte wird vom Lautsprechergrill eingenommen, oben rechts finden sich in einem Feld das Frequenz- und Uhrzeitdisplay und der Einschalter. Der untere Teil der rechten Hälfte der Frontplatte wird von den Zahlentasten zum Speicherabruf resp. der direkten Frequenzeingabe und den AM / FM / EXECUTE - Tasten belegt.

Oben rechts finden sich drei grosse Tasten, die den Empfänger ein- resp. ausschalten und den Sleep-Timer - eine Einschlafautomatik für 65 Minuten - aktivieren.
Ein Schiebeschalter an der Geräteoberseite dient als Hauptschalter, das unbeabsichtigte Einschalten des Radios im Koffer durch Druck auf die ON-Taste wird dadurch verhindert.
Bei gleichzeitig gedrückter winziger TIME-SET - Taste auf der Geräterückseite und der Stunden- resp. Minutentaste kann die Uhrzeit eingestellt werden, die Zeitanzeige des 7600D kann mit einem Schalterchen im Batteriefach vom 12h auf das 24h-Format umgeschaltet werden.
Durch Drücken der SET-Taste und gleichzeitig der Stunden / Minutentaste wird die Weckzeit eingegeben, Drücken der "Standby"-Taste aktiviert den Timerbetrieb, schon ist der Reisewecker gestellt.

Unter dem Zeitdisplay - im Gegensatz zu zahlreichen teuren Stationsempfängern kann hier beim Empfang dauernd die Zeit abgelesen werden - liegt das Frequenzdisplay, auf eine Hintergrundbeleuchtung wurde leider verzichtet. Die Frequenz wird auf 5 kHz genau angezeigt, bei Frequenzen die innerhalb der Grenzen eines Kurzwellenrundfunkbands liegen, werden zudem auch das entsprechende Meter-Band angezeigt. Eine kleine rote Leuchtdiode neben dem Display dienst als Feldstärkeindikator und leuchtet bei starken Signalen auf.

Durch Druck auf die Taste ON wird das Gerät eingeschaltet, wenn sich nichts regt, muss oben der Schiebeschalter MAIN POWER auf "on" gestellt werden. Spätestens dann sollte ein Rauschen aus dem Lautsprecher hörbar werden.
Zur Eingabe einer Empfangsfrequenz wird zunächst der Bandbereich mit der AM (Lang/Mittel/Kurzwelle resp. 153 - 29'995 kHz) oder FM-(UKW)-Taste gewählt.
Mit den Zahlentasten kann die Empfangsfrequenz direkt eingegeben und mit EXECUTE aufgerufen werden. Die Tastenfolge AM - 6 - 2 - 3 - 0 - EXECUTE ruft beispielsweise den Evangeliumsrundfunk mit seiner Nachmittagssendung aus Monte Carlo auf.
Um eine gerade gehörte Frequenz abzuspeichern, wird gleichzeitig die ebenfalls im Sony-Miniaturformat ausgeführte ENTER-Taste und eine der Zifferntasten gedrückt, um die gespeicherte Station wieder abzurufen, reicht später ein Druck auf die entsprechende Taste.

Ein +/- -Wippenschalter zur Linken dient dazu, den Empfänger in 5 kHz- Schritten nach oben und unten weiterabzustimmen. Wird zusätzlich noch die kleine Band Select- Taste gedrückt, springt man gleich auf die untere Grenze des nächsten Kurzwellen- Rundfunkbandes. Der ICF-7600 DS berückrichtigt auch das 21m-Band.
Ein Druck auf die Start-Stop- Taste startet eine Suchlauffunktion, der Empfänger hält bei der nächsten empfangswürdigen Station, spielt diese an und sucht nach 1,5 Sekunden automatisch weiter, wenn nicht die Stop- Taste gedrückt wird.

Weitere wichtige Bedienelemente, die ebenfalls mit spitzen Fingern bedient werden müssen, finden sich an den Geräte- Schmalseiten:

Zur Rechten der Lautstärke- Schieberegler, ein Tonblendenschalter und der Betriebsartenschalter.
Dieses kleine Schalterchen lässt den Empfänger in Normalstellung fix im 5 kHz-Raster abstimmen, im Fine Tuning- Modus kann die Frequenz - allerdings ohne Veränderung der Frequenzanzeige im Display - stufenlos zwischen den 5 kHz-Punkten verstellt werden. So kann bei einer Nachbarkanalstörung in der Stellung FINE problemlos ein oder zwei kHz nach unten ausgewichen und das Signal so verständlicher gemacht werden, die Empfangsfrequenz stimmt aber nur in der Mittelstellung des Rändelrades zwischen der dunklen und hellen Hälfte mit der Displayanzeige überein.
In der Stellung SSB wird der BFO aktiviert, mit dem kleinen Rändelrad der Feinabstimmung muss nun auf Zero Beat eingestellt werden. So ist der Empfang von Amateurfunkt- und Einseitenbandstationen möglich.

Auf der linken Geräteschmalseite finden sich von unten der Netzteilanschluss (auf die Sony-typischen Steckerdimensionen und vor allem Polung achten !), ein Ohrhörer- und ein Anschluss für ein Tonbandgerät zum Mitschneiden von Sendungen.

Der kleine Sony wird mit insgesamt 6 UM-3 Batterien betrieben, zwei davon für die Speicher- und Uhrfunktionen, halten lange durch. Die anderen 4 Batterien für den Radiobetrieb lassen das Gerät etwa 12 Stunden lang spielen. Um den Batterienverbrauch in den Griff zu bekommen, kann der mitgelieferte Netzadapter eingesetzt werden.

Die Empfangsleistungen des Sony 7600D waren zur Zeit seines Erscheinens für einen Kleinstempfänger überragend; auch heute kann das Gerät problemlos auf Reisen zum Empfang der internationalen Auslandsdienste zum Zug kommen. Die nicht maximale Empfindlichkeit macht sich in Europa mit der hohen Senderdichte und hohen Feldstärken weniger bemerkbar, als in Afrika oder im Pazifikraum. Mit dem eingebauten ZF-Filter können Sender im 5 kHz-Raster, vor allem bei Einsatz der Feinabstimmung und Ausweichen auf eine 1 - 2 kHz tiefere oder höhere Frequenz, getrennt werden.
An Langdrahtantennen neigt der kleine Sony zur Überladung, auch breitbandige Aktivantennen - wie die zum Gerät propagierte AN-1 von Sony - erachte ich aufgrund des breitbandig verstärkten Signals als wenig geeignet. Mit meiner über ein Anpassgerät mit Abschwächer- Möglichkeit (Yaesu FRT-7700) geführten 20 m-Antenne hatte ich da weniger Probleme, auch mit der Magnetantenne GS-2 von Grahn kommt der kleine Sony gut zurecht. Die neueren Aktivantennen von Sony sind gemäss mir vorliegenden Berichten besser an die hohe Empfindlichkeit auch der kleinen Reiseempfänger angepasst.
Nur mit 10 Stationsspeichern auskommen zu müssen, bereitete mir in den Ferien gelegentlich etwas Mühe, ich vermochte aber den Überblick über die Speicherinhalte zu behalten. Die Timer/ Sleepfunktion ist praktisch, wenn man auf eine nachts beleuchtete Anzeige der Uhrzeit verzichten kann, ersetzt der Sony ICF-7600D einen Reisewecker problemlos.
Der Preis des Sony 7600 DS wurde gegenüber dem ersten ICF-7600 D von ca. 600.- auf ca. 400.- sFr. gesenkt. Die Möglichkeit der Feinabstimmung - lange nicht bei jedem Reisempfänger mit Digitalanzeige möglich - und des SSB-Empfangs bei gleichzeitig erstaunlichen Empfangsleistungen und technisch hochstehendem Aufbau machten den 7600D mir stets zum Liebling der Reiseempfänger. Nachfolger war der ICF-SW7600G, der bei gleichen Abmessungen und Funktionsumfang noch durch einen Synchrondetektor erweitert wurde.

© Martin Bösch