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Telefunken / AEG - Telefunken AG, Ulm

E 104

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überarbeitet am 28.9.2010

Ein in der Schweiz selten anzutreffendes Gerät ist der Telefunken E 104, ein schwergewichtiger und grossvolumiger vor allem im Seefunk und für kommerzielle Funkverbindungen eingesetzter Empfänger.

Doppelsuper über 5,9 MHz, Einfachsuper unter 5,9 MHz, 2. resp. 1. ZF 525 kHz

Analoganzeige, max. 2 kHz

AM, CW, SSB, NFM

1,1 - 30,1 MHz

Selektivität -6 dB
200 / 500 Hz; 1 / 3 / 6 / 12 kHz

Sensitivität
AM < 1,5 uV, CW < 0,13 uV

RF-Gain, AGCx3, Eichmarkengeber 100 kHz

Der E 104 wurde von der Mitte der fünfziger bis in die sechziger Jahre in zahlreichen Varianten gefertigt und im Seefunk und für point-to-point - (Presse- / Wetterfunk) - Verbindungen eingesetzt; da das Gerät auch nach Frankreich exportiert wurde, tauchen gelegentlich Geräte mit französisch beschrifteter Frontplatte auf.
Verwandt mit dem Allwellenempfänger E 104 ist der Längst- bis Mittelwellenempfänger E 108.

Zum Leidwesen für den Sammler benötigt das Gerät mit 555 x 480 x 590 mm einen enormen Platz auf dem Stationstisch, dieser muss auch stabil gebaut sein, um unter dem Gewicht der Rackversion von 70 kg nicht zusammenzubrechen, das Gerät im Tischgehäuse mit seinen 86 kg kann ich bereits nicht mehr alleine heben...
Versorgt wird der Empfänger mit Wechselspannungen zwischen 110 und 240 V und nimmt mit seinen 24 Röhren und zwei Stabilisatoren 130 W auf.

Das oberste Drittel der Frontplatte nimmt die Linearskala ein, beim Drehen des Bandschalters wird die Skala nach oben und nach unten gedreht, in den höheren Frequenzbereichen verschieben sich lediglich die MHz-Bezeichnungen hinter kleinen Sichtfenstern.
Im linken unteren Frontplattenquadranten finden sich in drei Reihen die Bedien- elemente: zuoberst der Einstellknopf für den BFO mit +/- 3 kHz Regelbereich, der Schalter für den Eichmarkengeber und der Betriebsartenschalter. In der mittleren Reihe die Einstellung für den NF-Ausgangspegel und die Schwundregelungszeitkonstante und zuunterst der Bandbreitenschalter und die Regler für NF- und HF-Verstärkung.
Im rechten unteren Frontplattenquadranten finden sich oben oben zwei Messinstrumente, das linke kann auch zur Kontrolle der Betriebsspannungen verschiedener Röhren, die mit dem Schalter zwischen den Instrumenten gewählt werden, geschaltet werden. Das rechte unterstützt mit der Mittenanzeige die Abstimmung von FM-Sendern. Darunter sind der Hauptabstimmknopf (mit 1:10 Untersetzung) und der Bereichsschalter, der mit einiger Kraft betätigt werden muss, angeordnet.

Technisch arbeitet der Empfänger in den Bereichen unter 5,9 MHz als Einfachsuper mit einer Zwischenfrequenz von 525 kHz, in den höheren Frequenzbereichen wird je nach Bereich auf eine erste Zwischenfrequenz von 1,1-2,2 MHz, 1,9-4,1 oder 3,9-6,1 MHz und dann auf die zweite ZF von 525 kHz umgesetzt.
Nach Durchlaufen der ZF-Filterband wird das Signal nach Verstärkung dem AM- und ZF-Demodulator zugeführt, zum Empfang von CW- und SSB-Stationen kann ein BFO zugeschaltet werden.

Optional konnte der E 104 mit dem FSK-Demodulator Fs Tg 127 zum Funkfernschreib- Empfang eingesetzt werden und einen Fernschreiber ansteuern, der Zusatz BP 102 erlaubt den SSB-Empfang.

Der Telefunken E-104 ist ein klassisches Sammlergerät, das Aufgrund seiner Dimensionen wohl nicht den Weg in allzu viele Amateurfunkshacks gefunden hat, es erlaubt einen mit dem EK-07 oder einem R-390 vergleichbaren AM-Empfang, SSB-Empfang nur mit Abstrichen, die Ablesegenauigkeit war seinerzeit hervorragend, kann aber heute mit den Empfängern mit PLL-Synthese bei weitem nicht mehr mithalten.

p.s. falls jemand irgendwo noch eine Skalenblende für einen E-104 abzugeben hätte, wäre ich ein dankbarer Abnehmer...

© Martin Bösch 4.10.2008