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RP - F11: Testbericht © weltweit hören 4 / 1993

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Toshiba RP-F11
 
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überarbeitet am 27.9.2010

Toshiba RP- F11 L - Doppelsuper im Kleinformat

Doppelsuper,

Analoganzeige,

AM, FM (UKW)

LW, MW, KW x 8 (49 - 13 m-Band), UKW

Selektivität -6 dB/ -60 dB
4 / 13,8 kHz

Sensitivität

S-Meter

Dieser kleine Reiseempfänger war eine interessante Neuerscheinung auf der IFA ‘83. Das kompakte Gerät bietet neben LW, MW und UKW insgesamt acht Kurzwellenbereiche von 49 m bis 13 m. Auch das neue 22-m-Band ist als separater Bereich vorhanden.

Der schwarze RP-F11L ist nur unwesentlich größer als der ICF-7600AW. Die dichtgedrängte Beschriftung der Analogskalen für die KW-Bereiche wird mit einem Kunstgriff etwas aufgelockert. Die Markierungen wechseln von weiß nach grau, weiterhin stehen die Zahlen sauber in einer Reihe. Die Skalen für LW, MW und UKW befinden sich, abgesetzt vom KW-Teil, auf den äußeren Rändern der Plexiglasabdeckung des Skalenfensters. Insgesamt ergibt sich dadurch eine gute Lesbarkeit. Der jeweils gewählte Wellenbereich wird mit winzigen roten LED-Punkten gemeldet. Die Umschaltung ist elektronisch, mit kleinen viereckigen Tipptasten am unteren Gehäuserand. Das Tastenfeld kann elektrisch blockiert werden; dies ist wichtig weil mit der Wahl des Wellenbereichs das Gerät auch gleichzeitig eingeschaltet wird.
Der Schieber für die Einstellung der Lautstärke liegt griffgünstig am linken oberen Gehäuserand. Rechts findet sich, wie gewohnt, der Drehknopf für die Einstellung des Senders. Als besonderes Ausstattungsmerkmal muß das kleine Instrument zur Anzeige der Signalstärke genannt werden. Die schaltbare Tonblende beschneidet in der mit "Voice" gekennzeichneten Stellung den NF-Frequenzgang entsprechend dem Frequenzumfang der Sprache. Das Gerät besitzt Anschlüsse für Tonaufnahme, Kopfhörer und externe Gleichspannungsversorgung.
Die ausklappbare Stütze auf der Rückseite ermöglicht eine praxisgerechte geneigte Aufstellung. Die Teleskopantenne ist nicht versenkbar, hat aber ein Dreh-/Knickgelenk. Das Batteriefach nimmt vier Mignonzellen auf. Zum Lieferumfang gehören eine ansprechend gestaltete Schutztasche aus Jeans-Stoff und ein kleiner Ohrhörer.

Empfindlicher Doppelsuper
Der RP-F11L wurde direkt mit den Konkurrenzmodellen ICF 7600AW und ICF 7600D verglichen. Auch diese Geräte arbeiten mit der spiegelfrequenzsicheren Doppelsupertechnik. Der Sharp FV-610 war für diesen Test leider noch nicht verfügbar.
Die Nutzempfindiichkeit des RP-F11 L ist ausgezeichnet, sehr schwache Stationen kommen geringfügig besser als bei den Vergleichsgeräten. Bemerkenswert ist auch die lineare Spreizung der KW-Bänder. In jedem Bereich erfaßt eine Umdrehung. des Abstimmknopfes fast genau 180 kHz. Der leichtgängige Lautstärkesteller liegt ungewöhnlich gut zur Hand, der Platz am oberen linken Gehäuserand ist ideal. Der geriffelte Drehknopf für die Sendereinstellung läßt sich zwar gut handhaben, hat jedoch reichlich Spiel in der Kopplung zu den Abstimmelementen. Der Zeiger bewegt sich bei der geringsten Drehung des Knopfes, es gibt jedoch keine Frequenzänderung. Hier ist der ICF 7600AW besser konstruiert. Beim ICF 7600D ist dieses Problem wegen der anderen Frequenzaufbereitung und -einstellung gar nicht es vorhanden. Das Keramikfilter des RP-F11 L sichert ausreichende Trennschärfe, bei diesem Kriterium ist jedoch der ICF 7600D das deutlich bessere Gerät; dann erst folgt der Toshiba, der ICF

Die Frequenzbereiche

UKW 88 - 108 MHz LW 154 - 265 kHz MW 520 - 1615 kHz  
KW 1 5,8 - 6,3 MHz KW 2 7,0 - 7,5 MHz KW 3 9,4 - 9,9 MHz KW 4 11,6 - 12,1 MHz
KW 5 13,5 - 14,0 MHz KW 6 15,1 - 15,6 MHz KW 7 17,5 - 18,0 MHz KW 8 21,4 - 21,9 MHz

7600AW ist mit fast identischen Werten Dritter und Letzter in diesem Vergleich.

Das kleine Anzeigeinstrument des RP-F11 L gibt sehr viel besser Auskunft über die momentane Antennenspannung als die einzelnen LEDs der Sony-Geräte. Zwar geht der Zeiger schon bei mittleren Signalstärken an den Rechten Anschlag, die Teilung der Skala reicht aber immerhin von 1 bis 9; Zwischenwerte sind gut ablesbar.
Die Skalen des RP-F11L sind sehr genau, der kleinste ablesbare Schritt ist jedoch 50 kHz. Hier liegt die Schwachstelle dieses Konzepts. Eine numerische (digitale) Frequenzanzeige hätte den Empfänger nur unwesentlich verteuert, den Gebrauchswerte aber deutlich erhöht. Mit der Sicherheit der Frequenzfindung jedoch steht und fällt die verwertbare Leistung eines KW-Empfängers. Die vorhandenen guten Empfangseigenschaften können nur bedingt genutzt werden, das zielsichere Einstellen eines Senders ist mit Analogskalen dieser Art nicht möglich.
Diese Einschränkung gilt natürlich auch für den ICF 7600AW. Hier muss Geräten wie ICF 7600D oder Sharp FV-610 der Vorzug gegeben werden. Es ist zu hoffen, daß Empfänger wie der RP-F11L nur eine Entwicklungsstufe auf dem Weg zum preiswerten, leistungsfähigen Kleingerät mit numerischer, direkt ablesbarer Frequenzanzeige bilden. In diesem Zusammenhang muß aber auch klargestellt werden, daß die Integration einer Digitalanzeige in ein Billiggerät (Einfachsuper im protzigen Gehäuse) ebenso abzulehnen ist. Diesen Geräten ist der RP-F11 L deutlich überlegen.

Fazit
Der kleine Toshiba ist derzeit der wohl beste Kleinempfänger mit Doppelsupertechnik und analoger Frequenzanzeige. Die große nutzbare Empfindlichkeit kann ohne Einschränkungen verwertet werden, die Dynamik des Eingangsteils ist erstaunlich groß.

Nicht ganz befriedigen konnten die Tipptasten für die Bereichswahl. Der Schalthub dieser Tasten ist sehr gering, sie sind sehr klein und man muß schon kräftig und zielgenau die richtige Taste treffen. Sonst aber ist das Gerät sehr gut bedienbar. Der RP-F11 L ist sauber verarbeitet, macht einen äußerst soliden Eindruck und liefert bemerkenswerte Empfangsergebnisse im Verhältnis zur Größe. Einziger Punkt der Kritik bleibt der etwas schwergängige Antrieb für die Abstimmung und die indirekte Kopplung zum Drehkondensator. Die Batterieausnutzung ist gut, ein Satz (vier Stück) Mignonzellen dürften für etwa 25 Stunden Betrieb ausreichen wenn das Gerät mit mittlerer Lautstärke betrieben wird. Dies wird aber, besonders im UKW-Bereich, selten der Fall sein, der ausreichend dimensionierte Lautsprecher bringt auch in dem kleinen Gehäuse einen recht angenehmen Klang.
Die Bereiche der LW und MW sind ebenso gut wie der KW-Teil, auch hier ist der RP-F11L den Vergleichsgeräten überlegen. Allein der ICF 7600D konnte trotz des sehr breiten Abstimmrasters (100 kHz!) mit deutlich besseren UKW-Empfangsleistungen aufwarten. RL.

RP-F11L: Technische Daten und Meßwerte
Hersteller Vertrieb Toshiba Corporation / Fachhandel
Gerätetyp kleines Kofferradio
Schaltungstyp Doppelsuper
Frequenzbereich LW,MW,UKW, KW 49m - 13m
Ablesegenauigkeit +/- 25 kHz
Frequenzstabilität 1/- 1 kHz innerhalb einer Stunde

Bemerkungen Kleiner, solide gebauter Reiseempfänger mit umfassenden KW- Bereichen. Anzeige für Signalstärke, direkte Bereichswahl

HF-Teil

Freq. Empfindlichkeit Freq. Empfindlichkeit
0,15 240 0,5 180
1,0 160 1,5 170
6,0 2.1 7,0 2.0
9,5 1.8 11,5 2.1
15,5 1.8 21,5 2.2

Selektion 6 / 60 dB breit 4,0 / 13,8
Spiegelfrequenzsicherheit 53 dB
AGC-Regelbereich 80 dB
Antennen Ferritantenne, Stabantenne 80 cm
Antennenanschluß nein
Sonstiges Schaltbares NF-Filter mit Sprachakzentuierung

NF-Teil
Leistung, Sinus, 10 % THD 0,65 Watt
Frequenzgang + 3 dB 110 - 12,200 Hz
Tonblende schaltbar in drei Stufen
Lautsprecher 8 Ohm, 8 cm
Anschlüsse Ohrhörer, Tonaufnahme

Sonstiges
Stromversorgung 4 x Mignon, ext. Netzteil 6 V
Leistungsaufnahme ca. 0,4 VA
Abmessungen 20 x 11,6 x 3,5 BHT in cm
Gewicht 0,65 kg
Zubehör Bedienungsableitung, Ohrhörer, Schutztasche
FTZ-Nummer 11 / 632

weitere Lektüre:
e: Toshiba RP - F11, Larry Magne, WRTH receiver tests

© Rainer Lichte, wwh 2 / 1984