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Yaesu Musen Company Ltd., Tokyo

FRG - 8800: Modifikation © weltweit hören 12 / 1988

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überarbeitet am 28.9.2010

Modifikation: YAESU FRG-8800
Dieses Modell, eine eigenartige Mischung zwischen SWL- und Amateurempfänger der weniger erstrebenswerten Sorte, bietet Gelegenheit für einige Verbesserungen. Vor der Durchführung irgendwelcher Arbeiten ist sowohl die Beschaffung des FRG-8800 SERVICE MANUAL, als auch der für den Abgleich erforderlichen Geräte erforderlich, "Bastlern" sei von Eingriffen in Geräte dieser Art dringend abgeraten.
Doppelsuper

Digitalanzeige, 100 Hz

AM, USB/LSB, CW, FM-n

Sensitivität
SSB< 0,4 uV

Selektivität -6 dB
2,7 / 6 kHz

Abschwächer, AGC 2x, Noise Blanker

12 Speicher, Keypad, CAT- Computer- Schnittstelle, Uhr, Timer

REG UNIT:
D01 ist mit einem Kühlkörper zu versehen, denn dieser Bauteil wird übermäßig heiß, daher Wärmeleitpaste nicht vergessen! Umschalten der Primärspannung von 220 V auf 240 V in 220 V-Ländern hilft auch in dieser Hinsicht. Vier Kondensatoren von je 2n2/50 V über die vier Dioden von D1, anzulöten an der Leiterbahnseite, helfen, Netzstörungen zu verringern. Leider kann aus Platzgründen kein Netzfilter statt des Steckers eingebaut werden, ein weniger wirksames Vorsteckfilter ist daher erforderlich. Hilfreich in dieser Hinsicht ist es auch, die internen Versorgungsleitungen, sowohl für Wechselstrom, als auch für Gleichstrom zu verdrillen. Die Sicherung F01 ist mit 2A allzu üppig bemessen, 1,25A reicht allemal. Ein Uberspannungsableiter — ich verwende die Siemens Type S20K250 — über die beiden Netzanschlußstifte gelötet, hilft besonders bei Verwendung von Außenantennen, Differenzspannungen bei Gewitterentladungen zu begrenzen.

ANT UNIT:
Hier kann es erforderlich sein, die Eingangsschutzdiode, eine Zenerdiode mit der Bezeichnung ERZ-DO3DS331, zu entfernen, wenn durch sie Intermodulationen in der Nähe starker Sender auftreten.

MAIN UNIT:
Geräte, die nicht starken Signalen im MW- und LW-Bereich ausgesetzt sind, können durch Entfernen des Abschwächers für Frequenzen bis 1,6 MHz empfindlicher gemacht werden, dies geht allerdings zu Lasten des Großsignalverhaltens. Hierzu wird R02 (330 Ohm) entfernt, R03 (470 Ohm) durch eine Drahtbrücke ersetzt, R04 (47 Ohm) und C46 (10 uF Elko) werden entfernt, R20 (47 Ohm) wird auf 100 Ohm geändert, R05 (330 Ohm) wird auf 47 Ohm geändert und mit einer Drossel von 470 uH in Serie geschaltet.
Beim Mustergerät wurde diese Änderung allerdings nicht durchgeführt, da sich dies wegen der beiden starken Mittelwellensender in Wien nicht empfiehlt.

Im HF-Zug habe ich C223 (47nF) auf 3n3 reduziert, schließlich soll hier keine NF übertragen werden. Zur Erhöhung der Trennschärfe in der 1. ZF habe ich C79 (10 nF) auf 22pF reduziert, danach ist T06 nachzugleichen. Aus dem gleichen Grund ist R102 (3k3) auf 22k oder noch höher zu vergrößern, vorausgesetzt es tritt kein Eingenschwingen auf; in jedem Fall ist T08 nachzugleichen.
In der 2. ZF habe ich C93 und C94 von je 10nF auf je 1 nF reduziert; T9 und T10 sind nachzugleichen. Die Filter CF01, ein LFB20A, und CF02, CFW455HT, sind in jedem Fall auszutauschen. Im Musterempfänger findet ein CFW455HT als CF01, und ein CFG455H als CF02 Verwendung, um eine einigermaßen akzeptable Durchlaßkurve für 6 kHz Bandbreite zu erzielen; wer aber hauptsächlich Kurzwelle hört, kann auch die Kombination CFW455IT/ CFG455I einsetzen, was zu einer nominellen Bandbreite von 4 kHz führt. Als CF03 verwende ich ein CFJ455K6, das am Rande der MAIN UNIT seitlich um 90 Grad verdreht angebracht wird, und für NARROW und SSB eine Bandbreite von nominell 2,3 kHz bewirkt. Alle genannten Filtertypen sind symmetrisch, was Ein- und Ausgangsimpedanzen betrifft und stammen von MURATA. Weiter hinten m der 2. ZF habe ich R128 und R135 (je 6k8) auf je 33k erhöht, um sowohl die Stufenverstärkung, als auch die Trennschärfe zu erhöhen. Aus demselben Grund werden C111 und C116 von je 10 nF auf je 560 pF geändert; T12 und T13 sind nachzugleichen.

Im Zuge der 2. ZF für FM(N) habe ich R173 (1 k) auf 6k8 erhoht, und C144 (10 nF) auf 560pF reduziert. Wird der FRV-8800 Konverter verwendet, empfiehlt sich die Verwendung eines CFG455G mit nominell 8kHz Bandbreite als CF04, ansonsten kann auch das nicht mehr benötigte LF-H6SC Verwendung finden, was die Kosten senkt.
Der recht dumpfe und trotzdem mit Rauschen behaftete Klang wurde wie folgt verändert: C212 (470 uF) auf 47 uF ändern, und C 214 (100 nF) auf 22nF ändern, um den Klang aufzuhellen. Das Rauschen wird durch einen Kondensator von 47nF zwischen AF VR(2) und Chassis, und durch einen 1 uF Elko über C213 (Polarität beachten !) reduziert. Ein weiterer 47 uF Elko über die Anschlüsse des eingebauten Lautsprechers gelötet, (Polarität beachten!) senkt dieses weiter ab, dies ist aber Geschmacksache. Sollte noch immer ein Brummproblem bestehen, kann R306 (6R8, 1/2W) durch eine Drossel gleichen oder geringeren Widerstandes ersetzt werden, und ein zusätzlicher Elko von 4.700 uF / 25V zwischen k (D56/ R306) und Chassis tut ein übriges (Polarität beachten !).
Selbstverständlich werden die beiden Gehäuseschalen mit kurzen Litzen auf Masse gelegt, nachdem das Gerät sorgfältig nachgeglichen wurde. Ein so behandelter FRG-8800 ist der Serienversion um einiges überlegen, durch das geringere Eigenrauschen wirken aber die durch den Synthesizer hervorgerufenen Knackgeräusche umso störender.

Abenteuerlustige Naturen könnten natürlich noch weiter gehen, und vor allem die beiden Mischer zusätzlich schirmen und die Kreise T08, T12, T13, und T15 auf der Hauptplatine bis kurz vor den Schwingeinsatz bringen, was auch für T10, T11 und T12 auf der PLL Unit möglich wäre. Dann empfiehlt es sich aber, Q67, den HF-Verstärker, über ein Relais überbrückbar zu machen, wozu der Endanschlagschalter des ATT Regler herangezogen werden könnte, um den dynamischen Bereich zu erweitern. Bei genauerer Betrachtung der Schaltung ist der ATT Regler kein Abschwächer, sondern eine Verstärkungsregelung in der ZF, und sollte daher IF GAIN benannt werden. Wie dem auch sei, die Arbeit an diesem Gerät wird durch die Abwesenheit von Beschriftungen auf den Platinen sehr erschwert, und damit recht zeitaufwendig. Abgesehen von der sauberen Ausführung des ersten Mischers bietet der FRG-8800 keinerlei Höhepunkte, und es bleibt zu hoffen, daß das Nachfolgegerät mehr bietet.

© Georg Lechner, wwh 12 / 1988