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Zellweger, CH - Uster

E - 646 Prototyp

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überarbeitet am 23.7.2010

Doppelsuper,

Kaskadenschalter 1 kHz

AM, LSB-sync, USB-sync

2 - 12 MHz

Empfindlichkeit

Selektivität -6 dB

Akkupack / Netzteil

Von einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma Zellweger Uster, die sich in der Schweiz in der Produktion elektronischer Geräte im HF-Bereich und im Mess- und Steuerungswesen einen Namen gemacht hat, konnte ich einen Prototyp eines Empfängers erwerben.
Im Januar 2007 kamen nun einige Seriengeräte ebenfalls zum Verkauf, so dass ich nun Vergleiche anstellen kann.

Das Empfangsgerät kommt in Form zweier militärisch tarnfarben-olivgrün gestrichener Boxen daher, an den abnehmbaren Schutzdeckeln befindet sich jeweils ein Handgriff, der das Gerät "trag-bar" macht. Beide Einheiten sind jeweils 32 cm tief, die Frontplatte misst jeweils 33 x 12 cm. Die Metallgehäuse erscheinen ausgesprochen robust, sämtliche Bedienungselemente und Anschlussbuchsen sind ausschliesslich von der Frontseite her zugänglich und können mit den Schutzdeckeln wasserdicht abgedeckt werden. Die Empfangsanlage gliedert sich in einen Stromversorgungsteil und den eigentlichen Empfängerteil.

Das Stromversorgungsteil verfügt über einen 220 V - Netzanschluss, mit der Netzspannung werden 24 V - Akkumulatoren aufgeladen, an einem Voltmeter kann auf Knopfdruck der Ladezustand der Akkus abgefragt werden. An drei speziellen Steckbuchsen kann die 24 V - Vorsorgungsspannung abgegriffen werden, über ein Spezialkabel wird sie dem Empfängerteil zugeführt. Die weiteren Versorgungsspannungsbuchsen sind zum Betrieb weiterer technischer Einheiten (Sender, Sprachverschlüsselungsgerät) vorgesehen, solche waren mir aber nicht zugänglich.

An der Empfängereinheit findet sich zur Linken die 24-V-Eingangsbuchse, der Hauptschalter und die bei Betrieb blinkende Betriebskontrollampe. Rechts davon liegt unter einem massiven Metallgrill der eingebaute Lautsprecher, das Gerät hat einen metallen - militärischen Klang der einiges zur Sprachverständlichkeit beiträgt, vom Musikgenuss aber abhält. Rechts davon wird der Rest der Frontplatte vom Bedienpanel eingenommen: Oben liegen 4 Dekaden - Drehschalter, an denen die Empfangsfrequenz eingestellt wird, der Empfangsbereich überstreicht nur den Bereich von 2.000 bis 11.999 kHz. Die Frequenz kann damit auf ein kHz genau festgelegt und abgelesen werden, eine weitere Feineinstellmöglichkeit ist nicht vorgesehen. Darunter findet sich der Lautstärkeregler, die Buchsen für einen externen Lautsprecher und einen Kopfhörer, die in einer eigenen Norm ausgeführt sind. Daneben liegt der Antenneneingang, da dieser in BNC-Norm ausgeführt ist, können wenigstens hier normierte Stecker verwendet werden.

Ganz zur rechten finden sich nochmals zwei Drehschalter: der obere schaltet in der Grundstellung GA den Empfänger laut, mit dem "Adresse" bezeichneten Schalter können ähnlich wie bei einem Selektivrufverfahren Kanäle 1 - 9 angewählt werden, bei entsprechender Codierung des Senders wird der Empfänger nur lautgeschaltet, wenn der Mitteilung die entsprechende Kennung vorausgeht.
Darunter der Betriebsartenwahlschalter: A3 bezeichnet den normalen AM-Empfang, A3JU und A3JO erlauben den Einseitenbandempfang, hier liegt eine Spezialität des E - 646: das Gerät verfügt über eine automatische ECSS-Schaltung, beim Umschalten wird kurzzeitig hörbar, wie der Empfänger aufs betreffende Seitenband einpfeift. Die Sprachverständlichkeit kann durch den ECSS-Betrieb deutlich verbessert werden, bestechend ist, wie einfach der SSB-Empfang bei dieser Lösung dem Anwender gemacht wird.

Die militärische Herkunft bringt mit sich, dass viele Extras zur Empfangskomfortverbesserung beim E - 646 fehlen: Eine Weiterbearbeitung des HF-Signals ist nicht vorgesehen, es gibt keinen Abschwächer, keine RF-Gain-Regelung, kein S-Meter. Es stehen keine unterschiedlichen Filter zur Auswahl, ein Notchfilter fehlt, wie auch das Passbandtuning. Der CW-Empfang ist nur mit grossen Abstrichen möglich, da ein BFO fehlt, ist eine Anpassung der Tonhöhe des Empfangssignals an einen RTTY-Dekoder nicht möglich. Der eingeschränkte Frequenzbereich hängt mit dem Einsatzzweck des Empfängers zusammen, indem zur militärischen Kommunikation tiefere Frequenzen eingesetzt werden können, da in der Schweiz die maximal zu überbrückende Distanz von Grenze bis Grenze kaum über 300 km liegt. Der Einsatz zum Bandscanning kann getrost vergessen werden, das Gerät ist zum Empfang auf festen Frequenzen konzipiert.

© Martin Bösch 26.11.1999 / 13.2.2007