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Zenith Radio Corp. , Chicago, IL

Trans Oceanic H500

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überarbeitet am 28.9.2010

Zehn Jahre, nachdem Zenith mit dem Ur - Trans Oceanic den ersten Röhren - Mehrbandsuper vorgestellt hatte, wurde der mit Miniaturröhren ausgestattete H500 vorgestellt, das Gerät wurde in 245'000 Exemplaren verkauft, erreichte von allen Trans Oceanics die grösste Verbreitung und gilt unter Sammlern als der klassische Weltempfänger der frühen fünfziger Jahre schlechthin.
Den Vorgängern gemeinsam blieb dem H500 die Möglichkeit der Batterie- und Netzspeisung, die Rundskala, die verschiedenen Antennen (darunter der "Wave Magnet", eine Kurzwellen - Rahmenantenne) und die "Radio Organ" (vier Schalter zur Beeinflussung des Klangbilds).

Einfachsuper,

Analoganzeige , 2-4 / 4-8 MHz, 31, 25, 19, 16 m Band

AM

Empfindlichkeit

Selektivität

alternativ Batterie - oder Netzbetrieb (Varianten 117 V und umschaltbar 117/220 V)

Beim H500 handelt es sich um einen schwergewichten Röhren - bestückten Mehrbandempfänger, das Gerät mit den Abmessungen von 43 x 28 x 20 cm bringt xx kg auf die Waage.
Der Empfänger kann mit Batterien (die heute nicht mehr erhältlich sind) oder Netzstrom betrieben werden. Hier gilt es, grosse Vorsicht walten zu lassen: eine Variante ist nur zum Betrieb an 117 V (U.S. Netzspannung) vorgesehen, eine andere kann durch Zuschaltung eines Vorwiderstands mit 110 oder 220 V betrieben werden, also erst Nachschau halten, bevor ein Netzstecker montiert und eingesteckt wird...

Eine Metallschliesse an der Frontseite entriegelt den grossen Klappdeckel, bei einem vollständigen Gerät ist am hochgeklappten Deckel der WAVE MAGNET, eine abnehmbare Kurzwellen - Rahmenantenne sichtbar, beim Aufklappen muss die Teleskopantenne eingeschoben sein.

Das linke Drittel der Frontplatte wird vom Lautsprechergrill eingenommen.
Im rechten Frontplattendrittel finden sich die Drucktasten, die die verschiedenen Kurzwellen und den Mittelwellenbereich BC (Broadcast Band) aktivieren. Praktischerweise gibt eine Beschriftung auf der Frontplatte gleich daneben Auskunft, zu welcher Tageszeit die Bänder am ehesten zum Empfang geeignet sind.
In der Mitte der Frontplatte findet die Rundskala ihren Platz: die Verteilung der Skalen der einzelnen Rundfunkbänder in der oberen und unteren Hälfte ist gelinde gesagt unübersichtlich und stark gewöhnungsbedürftig. Vor allem die kombinierten Grenzwellen- und Tropenbandbereiche 2-4 und 4-8 MHz mit den rot markierten Rundfunkbändern und die Tatsache, dass das 16m Band zwischen dem 120 - 80m und dem 19m Band zu liegen kommt, tragen zu allgemeinen Verwirrung bei. Mittelwellenfrequenzen werden auf der weissen U - förmigen Skala unterhalb der 25m Band - Skala abgelesen. Die Langwelle fehlt bei dem typischen US-Gerät ganz, sie hat in den USA nie Bedeutung als Rundfunkband erlangt.
Die Drehknöpfe unterhalb der Rundskala dienen als Lautstärkeregler und Abstimmknopf. Vier Schiebeschalter unterhalb der Skala dienen der Klangbeeinflussung, die kultigen vier Schalterchen TREBLE - VOICE - ALTO - BASS wurden über die ganze Modellreihe der röhrenbestückten frühen Trans Oceanics beibehalten.

Die Bedienung ist entsprechend einem frühen Röhrensuper unkompliziert, sofern einmal die erste Hürde genommen und die richtige Versorgungsspannung angelegt ist. Als Warnung soll noch beigefügt werden, dass es sich beim Trans Oceanic um einen "Grossvater" unter den Weltempfängern und ein Sammlergerät handelt, dass schonend behandelt werden will: ich empfehle eine erste Inbetriebnahme mittels Trenntransformator nachdem das Gerät auf Kondensatordefekte kontrolliert und verdächtige Kondensatoren ggf. ausgewechselt worden sind.
Der Lautstärkeregler ist mit dem Einschalter kombiniert, mit der Drucktaste wird das gewünschte Kurzwellenband gewählt und auf der Rundskala der Zeiger auf die ungefähre Empfangsfrequenz eingestellt. Nun gilt es auf die Sendesprache und ein allfälliges Pausenzeichen oder eine Frequenzansage zu lauschen um den Sender zu identifizieren. Ein BFO zum CW oder Einseitenbandempfang, umschaltbare ZF - Filter, Passband tuning und dergleichen mehr werden beim Trans Oceanic H500 vergeblich gesucht, in den fünfziger Jahren waren solche technische Finessen wenigen professionellen Kommunikationsempfängern vorbehalten.

Zusammenfassend handelt es sich beim Trans Oceanic H500 um einen absoluten Klassiker unter den Röhren - "Weltempfängern", der - da in grossen Stückzahlen gebaut und meist in Ehren gehalten - nicht allzu selten gebraucht abgeboten wird. Dem Sammler bereitet ein solches Gerät grosse Freude, vom Einsatz auf Reisen würde ich dringend abraten und zum KurzwellenDX zu einem Doppelsuper mit einem zeitgemässen Konzept raten, wenn man nicht nur einige starke Stationen aus den umliegenden Ländern hören will - aber funktionieren tut der Kurzwellen - Empfang über die Kontinente hinweg auch noch mit einem H500.

An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an Roy Johnson, der mir sein Familien - Erbstück überlassen hat und mir zum ersten "T/O" in der Sammlung verholfen hat.

weitere Lektüre:
d: Zenith Trans-Oceanic H500 im www.radiomuseum.org
e: The Zenith Trans-Oceanic - the Royalty of Radios, Bryant and Cones, Schiffer Publishing Ltd.

© Martin Bösch 3.2.2009