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BaygenTestbericht Baygen Freeplay
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überarbeitet am 2.2.2003 |
Baygen Freeplay - Das Kurbelradio
Ein Radiogerät,
das ursprünglich nur für den Dritte-Welt-Markt
konzipiert wurde, findet zunehmend auch Interessenten in
Europa. Nachdem fast weltweit über die umwelt- bzw.
geldschonende Betriebsweise des Baygen Freeplay aus südafrikanischer
Produktion berichtet wurde, interessieren sich immer mehr
Radiohörer für dieses Gerät und nicht nur Radiosammler.
Zwar gab es von der deutschen Rundfunkfirma Schneider mit
dem "Turny" bereits Anfang der 80er Jahre ein
kleines Radio mit dieser Konzeption, doch fand dieses
nicht die Marktakzeptanz, um sich neben den "Stromfressern"
behaupten zu können.
Das Baygen Freeplay arbeitet nach dem "Uhrwerkaufziehsystem". Anhand einer seitlich angebrachten groß dimensionierten Kurbel kann es nach wenigen Umdrehungen kurz in Betrieb gesetzt werden. Rund eine halbe Stunde Hörgenuss bietet es aber erst, wenn die Kurbel 60 Mal komplett gedreht wurde. Das Drehen mit einem ausklappbaren Kurbelarm bedarf einigen Kraftaufwandes. Die zweite Hand wird daher zum Festhalten des Radios benötigt. Ausstattung In der Mitte der
Frontseite dominiert ein groß dimensionierter und satt
klingender Lautsprecher. Links davon befindet sich
senkrecht ablesbar die gelb unterlegte Frequenzskala und
ein groß dimensioniertes Rändelrad zur Sender-Feineinstellung.
Dieses Abstimmrad kann zur Grobabstimmung auch von der
linken Geräteseite her bedient werden. Dort befinden
sich zudem der gut handhabbare Ein- und Ausschalter, der
Wellenbereichsschalter und der Lautstärkeregler. Es gibt
allerdings keinen Kophöreranschluss. Der Radioempfang auf UKW beschert eine überraschend gute Empfindlichkeit und Trennschärfe, obwohl dies in den meisten "Dritte-Welt-Ländern" kaum notwendig sein dürfte. Die eingebaute Teleskopantenne zeigt eine gute Richtwirkung. Auf Mittelwelle überzeugte die ausgezeichnete Richtwirkung mit der eingebauten Feritantenne. Mässig hingegen ist in diesem Wellenbereich die Empfindlichkeit. Hier wurde auf Ortssenderempfang ausgelegt. Stark einfallende Sender können somit zwar auch tagsüber nahezu rauschfrei empfangen werden, doch allzu hohe Ansprüche sollte man aufgrund des zugrundeliegenden Gerätekonzeptes nicht stellen. Nach Einbruch der Dämmerung zeigt der Baygen dann auch zunehmend Großsignalprobleme. Es kommt zu Einstrahlungen von der Kurzwelle. Damit wären wir bereits bei den Beobachtungen in diesem Wellenbereich. Auch hier zeigt der Freeplay deutlich, für welche Nutzergruppe er eigentlich ausgelegt ist: Programmhörer mit vorrangigem Interesse an Sendungen in der jeweiligen Landessprache. DXer finden hier eher ein Sammelobjekt mit exotischem Touch. Viel Freude macht das Kurbelradio aber auch in unseren Breitengraden beim Abhören der starken Auslandsdienste, die ja gerade auch z.B. deutschsprachige Hörer erreichen wollen. Dabei werden die besonders abends im 49 mB nicht gerade unproblematischen Trennungsprobleme ordentlich gemeistert. Das Baygen Freeplay-Radio kann für ca. 170 DM bezogen werden über gepa, Ges. zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH, Zentralversand, Postfach 260, D-58315 Schwelm, Telefon 0233291984O, oder über Dritte-Welt-Läden bzw. Eine-Welt-Läden, die gepa-Produkte bundesweit vertreiben. Übrigens wird pro 15 verkauften Exemplaren eines kostenlos für Schulen oder Krankenhäuser in Afrika zur Verfügung gestellt. © Uwe Bräutigam, kurier 13-14 / 1997 |
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