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Grundig, Fürth

Testbericht Satellit 600 - © ADDX kurier

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überarbeitet am 19.10.2010

Grundig Satellit 600 - Trommeltuner ade!
Getestet von Bernd Ehlers

Grundig Satellit 600

Doppelsuper, ZF 54,5 MHz, 460 kHz

Digitalanzeige, UKW, LW, MW/KW 520 kHz - 26,1 / 30 MHz (S600 & 650 prof. / 650 intl.)

AM, SBB, FM-UKW

Empfindlichkeit AM <2 uV, SSB <1 uV

Selektivität (-6/-60 dB)
2,7/ 7 und 4,8/ 13,8 kHz

S-Meter, Antennentrimmer (S600), AGC, Noise Limiter, 60 Speicher, 32 für KW, Quartzuhr

1 GERÄTEBESCHREIBUNG
Manch Grundig-Freund wird vor Freude an die Decke springen, und, wie Hans Rosenthal in seinem Fernsehspielchen Dalli-Dalli, in den Jubelruf "Spitze" ausbrechen. Andere werden traurig sein, denn der Trommeltuner ist weg' und sie müssen sich nach einer anderen Körperertüchtigung umsehen. Freunde japanischer Geräte werden nur mit den Schultern zucken, wenn sie den Preselektor sehen und dabei an vergangene Zeiten denken. Aber gerade dieser hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich.

Während alle Welt heute die Geräte verkleinert, beschreitet Grundig den umgekehrten Weg. Der neue ist zwar etwas leichter, aber noch voluminöser als der Satellit 3400. Wie bei diesem ist das Kunststoffgehäuse schwarz, es besitzt vorne Sturzbügel — das würde man jedenfalls beim Motorrad sagen —und einen ausklappbaren Tragegriff. Alles ist, ebenso wie die Bedienungselemente, mit ein wenig Chrom geschmückt, also richtig «professional». Erfreulicherweise befinden sich alle Bedienungselemente, bis auf den Antennenumschalter, an der Frontseite. Um den Satellit zum Leben zu erwecken, stehen insgesamt 4 Spannungsversorgungsmöglichkeiten zur Verfügung. Batterie- (6 Monozellen) und Netzbetrieb (umschaltbar 110/220 Volt) sind üblich, es können jedoch auch spezielle Akkus eingesetzt werden, ausserdem ist der Betrieb mit einer externen Gleichspannung von 10 - 16 Volt möglich. Zusätzlich werden für die Uhr und den Speicherbetrieb 2 Mignonzellen benötigt. Und man benötigt, wenn man etwas empfangen will, natürlich eine Antenne. Der Satellit besitzt für LW und MW eine eingebaute Ferritantenne und für FM einen recht labberigen Teleskopstab von 80 cm Länge, der sich für den KW-Empfang auf fast 145 cm ausziehen läßt. Es können natürlich auch externe Antennen angeschlossen werden, und zwar über eine Koax-Buchse (DIN 45325) oder über parallel dazu liegende Klemmen. Nach Datenblatt soll die Impedanz für alle Bereiche 75 Ohm betragen. Bei LW/ MW-Betrieb bleibt jedoch die Richtwirkung des eingebauten Ferritstabes erhalten, so dass die Verwendung von externen Richtantennen problematisch ist. Das ist bedauerlich, da das Anpeilen eines Senders mit der eingebauten Antenne wegen der ungewöhnlich üppigen Abmessung des Gerätes nicht jedermanns Sache ist.

Für die Wahl der Empfangsfrequenz hat Grundig 3 Möglichkeiten vorgesehen:
a) Direkte Frequenzeingabe über die Tastatur: Gewünschte Frequenz eintasten, bei AM auf 1 kHz genau (FM 10 kHz) und dann die 'SETFREQ'-Taste drücken. Bei FM wird man jetzt wahrscheinlich den Sender hören, in den AM-Bereichen kann man Pech haben, aber dazu später.
b) Manuelle Abstimrnung: Mit dem Abstimmknopf kann die Frequenz mit in gleichen Schritten wie bei der direkten Frequenzeingabe verändert werden. Bei langsamen Drehen werden 24 magnetisch gerastete Schritte pro Umdrehung ausgeführt. Bei schnelleren Drehen erhöht sich die Schrittweite (LW 3 kHz, MW 5 kHz, KW 10 und 100 kHz, FM 100 kHz), und der Lautsprecher wird stummgeschaltet. Die Erhöhung der Schrittweite ist auf alle Fälle sehr gewöhnungsbedürftig, da man leicht über das Ziel hinausschießt.
c) Speicherbetrieb: Der Satellit besitzt insgesamt 60 Speicherplätze—LW 4, MW 8, KW 32 und FM 16. Zunächst muss man die zu speichernde Frequenz einstellen, dann die Speicherplatznummer eintasten und zum Speichern die Taste 'SET STORE STATION' drücken. Zum Aufruf eines Speichers muß wieder die Speicherplatznummer eingegeben und die 'RECALL STATlON' Taste betätigt werden.

Und dann ist da noch der Preselector für die AM-Bereiche, der vor dem Abstimmknopf angeordnet ist. Die Einstellung wird dabei auf einer sehr langen (25 cm) beleuchteten Skala angezeigt. Der Clou ist jedoch die motorische, automatische Betätigung. Über einen zentrisch im Preselektorknopf eingebauten Tastschalter wird das ganze in Funktion gesetzt. Ausserdem erscheint dann im beleuchteten LCD-Feld die Anzeige 'AUT PRESEL'. Immer wenn die Frequenz verändert wird - unabhängig von der Art der Veränderung - versucht ein Servomotor den Preselektor dieser neuen Frequenz anzupassen. Leider funktioniert dieses nicht so 100prozentig, man muß besonders bei der KW fast immer von Hand nachregeln. Trotz dieses Mankos ist der Satellit 600 gut für sehbehinderte DXer geeignet. Warum allerdings die Steuerung aktiviert wird, wenn der Betriebsartenschalter (LSB-AM-USB) umgeschaltet wird, wenn der Preselektor vorher auf Maximum abgeglichen wurde, bleibt rätselhaft.

Doch nun zur weiteren Ausstattung des Satellit 600. Daß ein Mikroprozessor verwendet wird, ist in dieser Preisklasse wohl ebenso selbstverständlich wie ein gut lesbares LCD-Feld. Neben einer sehr großen Frequenzanzeige erscheinen hier Angaben über den ausgewählten Bereich (über 6 Drucktasten, einschliesslich 'AUX' für Wiedergabe einer externen Quelle z.B. Plattenspieler), den ausgewählten Speicherplatz und der Preselektorhinweis. Leider ist für die Uhrfunktionen kein separates Display vorgesehen. Warum diese Pfennigfuchserei? Neben der Uhrzeit — einschliesslich Sekunde und Datum— können insgesamt je 3 Ein- und Ausschaltzeiten pro Tag programmiert werden. Die Möglichkeit ein externes Gerät (z.B. Rekorder) zu schalten ist vorgesehen, so daß automatische Aufnahmen möglich sind. Signalein- und ausgangsbuchsen (DIN und Cinch) befinden sich jedoch an der Rückseite, ebenso eine Buchse für einen externen Lautsprecher

Jeder DXer benötigt natürlich ein S-Meter, hier hat Grundig, zumindest was die Größe anbelangt, nicht gespart, es kann wahlweise auch zur Batterie- bzw. Akkukontrolle benutzt werden. Die übrigen Schalter und Drehknöpfe sind in einer Zeile unten an der Frontplatte zusammengefasst, eine Ausnahme ist allerdings noch der Antennentrimmer neben dem Abstimmknopf, der bei Außenantennen bei Frequenzen ab etwa 15 MHz zur Anpassung dient. Bei der Bedienung stört jedoch die unglückliche Lage neben dem rechten Sturzbügel.

Von links nach rechts ergibt sich folgendes Bild:
- Einschalter mit Stellung für automatisches Schalten (Bei abgeschaltetem Gerät wird automatisch die Uhrzeit im Display angezeigt, das bei Netzbetrieb dann noch gedimmt beleuchtet wird)
- 6,3 mm Klinkenstecker für Kopfhörer
- Lautsprecherumschalter: Aus, Hauptlautsprecher, plus zusätzlicher Hochtöner
- Batteriekontrolle, Beleuchtung bei Batteriebetrieb
- Störbegrenzer für AM
- Lautstärke
- Bässe
- Höhen
- Bandbreite: schmal, mittel, breit. Die letzten beiden sind ZF-mäßig jedoch identisch! Es wird nur etwas an der NF manipuliert
- Einschaltung und Einstellung der manuellen Verstärkungsregelung
- Betriebsartenschalter
- BFO-Feineinsteller für SSB-Betrieb (+/ —1 kHz)

Mit Gebrauchsanweisungen in mehreren Sprachen, einer Kurzfassung für die Bedienung der Tastatur und einer UKW-Sendertabelle ist der Katalog der Beilagen schon erschöpft. Leider enthält die Bedienungeanleitung, wie nicht nur bei Grundig üblich, praktisch keine technischen Daten, geschweige denn eine Schaltung. Allerdings fehlt der Hinweis nicht, daß das Gerät nicht höheren Temperaturen als 60 Grad Celsius ausgesetzt werden sollte, und daß diese Temperatur unter dem Rückfenster eines Kraftwagens überschritten werden kann. Aber daß 9 kg im Genick, ob heiss oder kalt schon beim scharfen Bremsen schreckIiche Folgen für die Insassen haben können, wird nicht erwähnt. Oder sind die Sturzbügel zum Angurten gedacht?

Doch wie sieht es drinnen aus? Auf eine Beschreibung der komplexen Mikroprozessorsteuerung soll hier verzichtet werden, sondern nur der Signalverlauf von der Antenne bis zum Lautsprecher erläutert werden. In den AM-Bereichen wird das Antennensignal, bevor es auf die erste FET-Verstärkerstufe gelangt, im ersten Preselektorkreis vorselektiert. Dieser besteht ebenso wie der zweite Preselektorkreis für den KW-Bereich aus veränderlichen Kapazitäten und Induktivitäten. Der erste Oszillator schwingt mikroprozessorgesteuert im Bereich von 54,648 bis 80,6 MHz, so daß sich eine erste ZF von 54,5 MHz ergibt. Über ein Doppelquarzfilter werden dieser 1. ZF 54,04 MHz zugemischt. Daraus ergibt sich eine zweite ZF von 460 kHz. Für die breite Bandbreite werden LC-Filter verwendet und für die schmale ausserdem ein einfaches keramisches Filter. Mit der Umschaltung der Bandbreiten werden zusätzlich die NF-Durchlaßkurven durch die Einschaltung entsprechender Filter verändert. Ausserdem kann der Störbegrenzer wahlweise eingeschleift werden. Er mildert die beim Schalten starker Verbraucher auftretenden Knackgeräusche. Es werden jedoch die Höhen beschnitten und es können Verzerrungen auftreten. Der FM-Teil ist wie üblich als Einfachsuper ausgebildet und es werden in der ZF von 10,7 MHz unter anderem zwei keramische Filter benutzt.

Die mit 15 Watt Musikleistung bei Netzbetrieb sehr kräftig ausgelegte Endstufe sorgt in Verbindung mit den getrennten Höhen- und Tiefeneinstellern stets für den richtigen Sound - natürlich besonders im FM-Bereich.

2. MESSERGEBNISSE
Grundig nennt den Satellit 600 zwar stolz «professional», aber er besitzt nur ein einfaches Plastikgehäuse und das wirft bei Messungen in unserer auch elektrisch verseuchten Umwelt natürlich Probleme auf. Das betrifft besonders die Empfindlichkeitsmessungen. Die Ergebnisse zeigen jedoch ein erfreuliches Bild. Noch besser sind jedoch die Werte für die Spiegelfrequenzsicherheit und die Frequenzstabilität. Daß nur 2 Bandbreiten vorhanden sind, kann man noch verzeihen, daß sie allerdings beide nicht sehr steil sind ist schon unerfreulicher. Der dickste Minuspunkt ist jedoch das S-Meter. Es zeigt viel zu niedrige S-Stufen an, teilweise liegen die angezeigten Werte um mehrere Zehnerpotenzen daneben. Bei mir lag der maximale Wert z.B. bei S=6. Positiver fallen nur die übersichtliche Skala und angenehme Charakteristik auf. Positiv ist auch der geringe Batterieverbrauch für ein Gerät dieser Größe, das trifft natürlich nur zu, wenn man die erstaunliche Leistungsfähigkeit des NF-Teils nicht ausnutzt und sich auf Zimmer- oder Kopfhörerlautstärke beschränkt.

3.EMPFANGSERGEBNISSE
Man kann sich an vieles gewöhnen, trotzdem sind die manuelle Abstimmung und die nicht exakte automatische Preselektornachführung nicht der Weisheit letzter Schluss. Hat man z.B. eine Station optimal eingestellt - der Preselektor steht noch in Automatikstellung - und will dann nur um ein paar kHz verstimmen, so kann es passieren, daß die Automatik plötzlich wieder alles versaut und man muß erneut den Preselektor nachstimmen. Man kann ihn natürlich auch jeweils an- und abschalten, das erhöht aber den Bedienungskomfort auch nicht gerade. Vielleicht wäre die Bedienung auch etwas angenehmer, wenn Preselektor und Abstimmung vertauscht und der Automatikschalter anders angeordnet wären. Lästig und auf die Dauer ermüdend ist auch die zu hohe Anordnung dieser 3er-Kombination.
Positiv fielen immer wieder die Eigenschaften des NF-Teils und die guten Lautsprecher auf, allerdings stört manchmal relativ starkes Netzbrummen den Genuss. Abhilfe kann jedoch unter Umständen ein Umpolen des Netzsteckers bringen.
Als Vergleichsempfänger diente wieder mein ICF 6800 W, der mittlerweile schon fast 5 Jahre auf dem Buckel hat.

a) Mittel- und Langwelle
Da der Preselektor für diese Bereiche nicht sehr schmalbandig ausgelegt ist, treten die eingangs erwähnten Nachteile praktisch nicht störend in Erscheinung. Für das 9 kHz-Raster ist die breite Bandbreite gut angepasst, die schmale muß daher nur in Sonderfällen benutzt werden (Sender zwischen dem Raster z.B. beim Amerikaempfang). Während die reinen Empfangsleistungen fast auf dem hohen Niveau des Vergleichsempfängers liegen, stört natürlich die Unhandlichkeit des Satellit 600, wenn es darum geht Sender anzupeilen. Warum hat man den Ferritstab nicht drehbar wie z.B. beim Philips AL 990 auf dem Gehäuse angebracht? Da die eingebaute Ferritantenne nicht abschaltbar ist, ist auch die Verwendung von externen Richtantennen problematisch. Da Langdrahtantennen in der Regel keine Richtwirkung besitzen, wird man unter kritischen Bedingungen meist den Grundig doch drehen müssen — oder verzichten. Trotz dieser Nachteile sind die Empfangsleistungen des Satellit 600 in diesen Bereichen meist deutlich besser als bei semikommerziellen Geräten wie z.B. dem Kenwood R 2000.

b) Kurzwelle BC
Einen ähnlich guten Eindruck hinterlässt der Grundig bei den Lieblingswellen der DXer. Normalerweise genügt, wenn man nicht gerade in Stahlbeton eingemauert ist, die eingebaute Teleskopantenne. Durch die hohe, über den gesamten Bereich fast konstante Empfindlichkeit sind die Empfangsleistungen durchweg gut und lassen sich mit dem Sony ICF 6800 W messen. Während der Sony im Tropenband und bei hohen Frequenzen leichte Vorteile aufweist, hat der Satellit bei Frequenzen zwischen 6 und 12 MHz manchmal die Nase vorn. Bei normalen Empfangsbedingungen ist man mit der mittleren Bandbreite — das ist die NF-beschnittene Breite — gut bedient, zumal das Interferenzpfeifen durch die NF-Filter zuverlässig unterdrückt wird. Will man jedoch einen schwachen Sender, der neben einem starken liegt, hören, so ist die schmale von Nutzen besonders wenn man die Frequenz noch um 1 oder 2 kHz verstimmt. Im Tropenband macht sich jedoch die fehlende Flankensteilheit der ZF-Filter negativ bemerkbar, so kann von einem guten Empfang nur selten die Rede sein.

Die Verwendung von nicht zu großen Langdrahtantennen kann den Empfang häufig verbessern. Um Überladungen zu vermeiden muß dabei allerdings der Preselektor exakt abgestimmt werden. Ausserdem empfiehlt sich die Verwendung eines Antennenanpassgerätes (z.B. eines Pi-Filters) und bei höheren Frequenzen ein Abgleich des Antennentrimmers. Bei so vielen Verstellmöglichkeiten muß man natürlich viel Geduld aufbringen. Bei längeren Antennen ist selbst dann manchmal die Arbeit nicht von Erfolg gekrönt, da ein Abschwächer fehlt. Grundig empfiehlt in diesem Fall den Einsatz des Antennentrimmers. Er wirkt erst ab 15 MHz und sollte eigentlich der Anpassung der Antenne dienen.

So wird man üblicherweise auf die eingebaute Teleskopantenne zurückgreifen oder die Länge einer Außenantenne auf ein Minimum beschränken. Aber auch unter diesen Bedingungen bringt der Satellit 600, wie schon erwähnt, erfreuliche Empfangsergebnisse.

c) SSB-Empfang
Merklich schlechter ist es um den Empfang von Einseitenbandsendungen bestellt. Die Stationen können, entsprechend der guten Empfindlichkeit, zwar aufgenommen werden, aber der Verstellbereich des BFO ist mit +/ - 1 kHz bei der mit 1 kHz gerasterten Hauptabstimmung recht knapp und erfordert häufig eine Nachstimmung. Damit könnte man zwar leben, aber selbst wenn man die Station mal 'drin' hat, ist es auch bei starken Signalen in der Regel nicht möglich eine klare Wiedergabe zu erreichen. Da helfen auch die Abschaltbarkeit der automatischen Regelung und die sehr gute Frequenzstabilität nicht weiter.

d) Ultrakurzwelle
Den harmonischsten Eindruck hinterliess der Satellit 600 ohne Zweifel beim Empfang von FM-Stationen. Er überzeugt durch hohe Empfindlichkeit, gute Trennschärfe und die schon mehrfach erwähnten positiven Eigenschaften des NF-Teils. In kritischen Situationen lernt man auch die hohe Auflösung der Frequenzaufbereitung von 10 kHz schätzen, obwohl unter Umständen sonst oft die viele Kurbelei stört (trotz Beschleunigung auf 100 kHz pro Schritt).

4.ABSCHLUSSBEWERTUNG
Des Deutschen liebstes Kind wird wohl auch in Zukunft hierzulande eine führende Rolle spielen. Bei Spezialisten - Ausnahme FM-DXer - wird wohl nicht die große Freude aufkommen, aber für den anspruchsvollen Normalhörer, der großen Antennenaufwand ohnehin scheut gehört der Grundig Satellit 600 zu Recht zur allerersten Wahl. Es stören auch die Bedienungsmängel nicht mehr allzusehr, wenn man sich damit tröstet, daß auch Geräte, die das Attribut 'professional' nicht im Namen führen, es aber sind, ihre Fehler haben.

MESSERGEBNISSE GRUNDIG SATELLIT 600:
30 % Modulation 1 kHz bei 10 dB S+N/N

Empfindlichkeit in uV Frequenz AM breit AM schmal
  0.25 MHz 17 15
  1 MHz 10 9
  4 MHz 1.9 1.8
  10 MHz 1.4 1.3
  25 MHz 1.7 1.4

Spiegelfrequenzsicherheit: bei 10 dB S+N/N

Frequenz   Frequenz  
0.25 MHz 90 dB 10 MHz 88 dB
1 MHz 87 dB 25 MHz 64 dB
4 MHz 89 dB    

S-Metereichung bei 4 MHz, AM schmal

S 1 3 uV S 6 950 uV
S 2 12 uV S 7 4 mV
S 3 30 uV S 8 50 mV
S 4 80 uV S 9 600 mV
S 5 280 uV S 10 nicht erreichbar

Bandbreite in kHz

  AM breit AM schmal
- 6dB 5.5 3.0
- 20 dB 8.2 5.7
- 40 dB 10.8 8.5
- 60 dB 14.2 10.3

Stabilität 80 Hz 2 Stunden nach Einschalten
Frequenzzählerfehler max. 900 Hz
Skalenfehler entfällt

Frequenzbereiche LW 140 - 420 kHz, MW 510 - 1620 kHz
KW 1600 - 26100 kHz, FM 87,5 - 108 MHz

Stromverbrauch bei Batteriebetrieb 80 mA entspricht einer Leistung von 1,0 Watt bei 12 Volt
Abmessungen, 502 x 255 x 204 mm (BxHxT) einschl. vorstehender Teile
Gesamtvolumen 26,1 l
Gewicht mit Batterien 9.0 kg

BEWERTUNG DES GRUNDIG SATELLIT 600
Empfindlichkeit: MW/LW befriedigend, KW gut
Spiegelfrequenzsicherheit: MW/LW sehr gut, KW sehr gut
S-Meter mangelhaft
Bandbreiten AM breit befriedigend, AM schmal befriedigend
Frequenzstabilität sehr gut
Frequenzzähler gut, Analogskala entfällt
Großsignalverhalten ausreichend
Anpassung von Antennen ausreichend
Abschwächer entfällt
Preselektor befriedigend
Eigenpfeifstellen nicht geprüft
SSB-Betrieb ausreichend
Bedienbarkeit ausreichend
UKW-Teil sehr gut
Tonqualität sehr gut
Verarbeitung befriedigend
Servicefreundlichkeit ausreichend
Serviceunterlagen ausreichend
Eignung als Reiseempfänger ungenügend
Batteriekosten befriedigend

© ADDX kurier 1/1985

© Martin Bösch 15.5.2001