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Lowe Electronics Ltd., Matlock, U.K.

HF - 225: Testbericht © weltweit hören

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überarbeitet am 21.10.2010

LOWE HF 225 - ein David unter den Empfängern

Doppelsuper

Digitalanzeige auf 1 kHz genau, 30 kHz - 30 MHz

AM, CW, USB / LSB, FM opt.

Empfindlichkeit SSB < 0.5 uV

Selektivität -6 dB
10 / 7 / 4 / 2,2 kHz

S-Meter, ATT, CW NF-Filter

30 Speicher

Der Lowe HF 225 ist eine verbesserte Ausführung des HF 125, dessen Äußeres und Bedienung weitgehend unverändert blieben. Der folgende einführende Bericht basiert auf einem reinen Hörtest, die Beurteilungen gründen sich auf Erfahrungen mit einer Reihe von Empfängern. Der HF 225 arbeitet von 30 kHz bis 30 Mhz, in der Grundversion verarbeitet er AM, SSB und CW-Signale.
Betrieben wurde das Gerät an einer 30 m langen Drahtantenne, angepaßt über ein Daiwa CL 680. Auf Lang- und Mittelwelle l wurde eine niederohmige Breitband-Aktivantenne benutzt. Ein direkter Vergleich erfolgte abwechselnd mit einem modifizierten NRD 515 und einem ITT/Mackey Marine 3020 (DEBEG 7200). Alle Aussagen über den HF 225 beziehen sich auf den Empfang von Rundfunkstationen (AM und ECSS) sowie von Amateurfunkstationen (SSB).
Die erste Begegnung mit dem HF 225 (ich kannte den HF 125 nur aus Berichten) erzeugte selbst provoziertes Staunen: Ich hatte ihn spontan auf meinen 86 kg schweren Telefunken E 104 KW 10 "gesetzt" David und Goliath. Gemessen an dem Mißverhältnis der Größe ist der Unterschied in der Empfangsleistung gering. Nicht weil der Telefunken (Baujahr 1966) so schlecht wäre - er ist noch heute erstklassig -, sondern weil der Lowe HF 225 5 gut ist.
Das Gehäuse des HF 225 ruft bei Hochfrequenzprofis sicherlich keine Begeisterung hervor. Es ist meiner Meinung nach jedoch ausreichend stabil für den täglichen Gebrauch. Die Bedienung des Gerätes hat keine Probleme bereitet. Da solche Bewertungen subjektiv sein müssen, möchte ich nicht weiter darauf eingehen.
Positiv wurde von Kennern professioneller Hochfrequenztechnik dagegen der Aufbau der Platine im Innern des Gerätes beurteilt. So sind zum Beispiel die verwendeten Mischerbausteine HochleistungslC’s, die bei optimaler Beschaltung einen IP 3. Ordnung von bis zu +30 dB ermöglichen. Hier könnten eventuell Modifikationen mit geringem Aufwand zu weiteren Verbesserungen führen. Bemerkenswert ist auch die Anordnung der ZF-Filter. Bei den Bandbreiten 2,2 und 4 kHz liegen allein auf der zweiten ZF-Ebene insgesamt drei Filter hintereinander. Daraus resultiert die ausgezeichnete Trennschärfe des HF 225 bei SSB und AM schmal bzw. normal. Die Durchlaßkurve des Gerätes bei schmaler Bandbreite (2,2 kHz) ist bei einer Dämpfung von 6 dB 2d5 kHz und von 60 dB 3,4 kHz breit. Bei minus S;0 dB erreicht die Kurve eine Breite von gerade 5,5 kHz.
Die Nahselektion des HF 225 unmittelbar neben dem Ortssender des NDR auf 972 kHz ist geringfügig besser als bei meinem NRD 515. In diesen habe ich zwischen dem zweiten Mischer und dem ersten ZF-Verstärker ein Murata CFK 455 J (3 kHz Bandbreite mit hoher Nebenwellendämpfung mit entsprechender Impedanzanpassung " implantiert " - d.h. auch der Vergleichsempfänger hat auf der zweiten ZF-Ebene hintereinander geschaltete Filter. Hervorzuheben ist weiterhin, daß der HF 225 eine direkte Umschaltung der Seitenbänder bei SSB erlaubt. Also kein Anzeigeversatz, kein Frequenzversatz, ganz wie bei Empfängern der höheren Preisklassen. Der HF 225 hat praktischerweise umschaltbare Antenneneingänge - niederohmig und hochohmig. Beim Betrieb mit einer hochohmig angeschlossenen langen Drahtantenne kann es jedoch über weite Frequenzbereiche vor allem oberhalb von L5 Mhz zu Intermodulationserscheinungen kommen. Das sollte man dem Empfänger nicht anlasten, da sogar professionelle Geräte ohne ausreichende Vorselektion unter solchen Bedingungen erhebliche Probleme bekommen können.

Meine ersten Eindrücke über diesen Empfänger fasse ich folgendermaßen zusammen:
Der Lowe HF 225 ist schon in seiner Grundversion ein voll einsetzbarer Allwellen-Empfänger hoher Qualität. Bei vergleichbarer Ausstattung entsprechen die Leistungswerte denen von semiprofessionellen Empfängern wie NRD 515. Seine Selektivität bei SSB und seine Dämpfungswerte für die ZF und die Spiegelfrequenzen (vor allem am 2. Mischer liegen an der oberen Grenze dessen, was semiprofessionelle Geräte heutzutage anbieten. Das Fehlen einer 100-Hz-Anzeige oder einer abschaltbaren bzw. umschaltbaren AGC beeinträchtigt die Empfangsleistung nicht.

Einige Hinweise zum Umgang mit dem HF - 225
Seine maximale Großsignalverträglichkeit erreicht der HF 225 erst bei einer Versorgungsspannung von 15 Volt DC ( 16 Volt sind das Maximum, das keinesfalls überschritten werden darf !), d.h., wer die, Leistungsfähigkeit des Gerätes ausschöpfen will) muß es mit einem stabilisierten (!) 15-V-Netzteil betreiben. Das mitgelieferte 12-V-Netzteil ist unzureichend.
Da die Bandpässe im Eingang des HF - 225 sehr breitbandig sind, sollte er unbedingt mit einer angepaßten Antenne betrieben werden. Das ist kein Argument gegen eine gute Großsignalfestigkeit: Der IP 3. Ordnung bei 2 Signalen im Abstand von 20 kHz dürfte bei +8 dB liegen. Die Angaben im Handbuch beziehen sich auf Abstände von 10 kHz (+3 dB) und 50 kHz (+12 dB).
Der Empfang von Rundfunkstationen im SSB-Modus (ECSS) ist ausgezeichnet. Ob der Synchrondemodulator eine Verbesserung bietet, sollte in weiteren Testreihen überprüft werden. Das Ausmaß an Eigenempfangsstellen (birdies) entspricht dem heutigen Stand der Technik bei semiprofessionellen Empfängern und ist dem Gerät daher nicht anzulasten.
Der HF 225 bietet in der Grundversion für rund DM 1200 Empfangsleistungen, die in wesentlichen Punkten nur von Empfängern geboten werden, die ein Mehrfaches kosten. Als zusätzliche Anschaffung empfehle ich dringend ein leistungsfähigeres Netzteil. Da die Optionen (FM-Demodulator, Synchrondetektor, Eingabetastatur) noch nicht erhältlich waren, können sie zur Zeit nicht beurteilt werden. Am sinnvollsten scheint mir jedoch der Kauf der Tastatur zu sein. Ein ausführlicher Testbericht erscheint darum in einer der nächsten Ausgaben von weltweit hören.

tth / Rüdiger Waldeck (DG 7 HX)

d: Lowe HF-225 Europa - Sondermodell für alle?, Christoph Ratzer, wwh
d: Lowe HF-225, R.Netherlands in kurier 13/93 und 1/94
e: the Lowe HF-225 Europa, Chuck Mitchell
d: Modifikationen am Lowe HF-225, Georg Lechner