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Lowe Electronics Ltd., Matlock, U.K.

HF - 225: Testbericht © weltweit hören

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überarbeitet am 21.10.2010

Lowe HF-225 Europa - Sondermodell für alle?

Doppelsuper

Digitalanzeige auf 1 kHz genau, 30 kHz - 30 MHz

AM, CW, USB / LSB, FM opt.

Empfindlichkeit SSB < 0.5 uV

Selektivität -6 dB
10 / 7 / 4 / 2,2 kHz

S-Meter, ATT, CW NF-Filter

30 Speicher

Der nun seit 4 Jahren erfolgreich am Markt befindliche Lowe HF 225 beweist eindrucksvoll, das sein Konzept "Allroundempfänger zum günstigen Preis" stimmt. Wenn man sich auch über das Design des Gerätes streiten kann, die technischen Daten und der günstige Preis waren den meisten Hörern wohl wichtiger. Um weitere Verbesserungen des HF 225 bemühte sich 1992 der finnische DX Klub "Suomen DX-Liitto" in Zusammenarbeit mit dem englischen Hersteller. Der daraus resultierende HF 225 "Finlandia" wurde als Kleinserie gebaut und vom European DX Council zum Empfänger des Jahres gewählt. Nachdem die Nachfrage für dieses modifizierten Gerät weit größer als die gebaute Stückzahl war, entschloss man sich bei Lowe Electronics ein Modell für den gesamten Markt herzustellen, den HF 225 "Europa". Dieser wurde auf der Ham Radio 1993 von SSB Electronic erstmals in Deutschland präsentiert. Nachdem der Lowe HF 225 grundsätzlich bekannt sein sollte (Test in Weltweit Hören 2/90 und Kurier 13/93) möchte ich nur kurz die wichtigsten Merkmale des "normalen" HF 225 wiederholen. Empfang von 30 kHz bis 30 MHz in den Betriebsarten AM, USB, LSB und CW. Digitale Anzeige der Frequenz auf I kHz genau, zur Speicherung der Frequenzen stehen 30 Speicher zur Verfügung. Für Mobilbetrieb ist ein Ni-Cd-Akkusatz direkt in den Empfänger einsetzbar. Nun aber gleich zu den wesentlichen ─nderungen des "Europa" gegenüber dem Standard HF 225: Die Filterbank mit noch hochwertigeren Filtern ausgestattet, darunter ein neues 3,3 kHz Filter mit der Bezeichnung X 8. Direkt hinter dem zweiten Mischer geschaltet, ersetzt es die 10 kHz Bandbreite, die vorher durch das 45 MHz ZF Filter bestimmt war. Die Steuersoftware wurde umgeschrieben. Sie zeigt die neue schmälere Filterbandbreite an und ermöglicht dem Hörer folgende Filterkonfigurationen: 2,2 kHz statt 2,3 kHz; 3,5 kHz statt 5,7 kHz; 4,5 statt 8,4 kHz und 7,0 kHz statt 10 kHz. Um die hohe Weitabselektion der neuen Filter zu erhalten, wurden alle Filterwahlregler durch elektrostatisch abgeschirmte Drosseln von hoher Qualität ersetzt. Die Schaltdioden wurden gegen großsignalfestere Dioden mit niedrigerer Kapazität ausgetauscht. Alle Entkopplungskondensatoren wurden mit SMD Kondensatoren parallelgeschaltet. Die einzige optische ─nderung am Gehäuse betrifft den Schriftzug "Europa" an der Vorderseite des Empfängers. Zur besseren Bedienung wurde der Hauptabstimmknopf gegen einen wesentlich besser greifbaren Metallknopf - ähnlich dem HF 150 - getauscht. Der "Europa" wird komplett mit der ansonsten nur als Option erhältlichen Zusatzplatine D 225, die den Synchrondetektor und den FM Empfang ermöglicht, ausgeliefert. Weiters bekommt man serienmässig die praktische Frequenzeingabetastatur KPAD 1 und wie auch in der Normalausführung ein externes Netzgerät mitgeliefert. Im praktischen Betrieb fällt nach dem Einschalten sofort die äusserst einfache Bedienung der meistverwendeten Funktionen des Gerätes auf. Nach der Frequenzeingabe über die Tastatur - man muß nur z.B. "15475" eintippen, ohne Komma, Punkt oder Enter - hört man bei entsprechender Signalstärke den gewünschten Sender im Lautsprecher und dies in sehr guter Audio-Qualität. Um die Tonhöhe des empfangenen Signals zu regulieren, steht ein äusserst wirkungsvoller "Tone" Regler zur Verfügung, der beste den ich je an einem Empfänger dieser Klasse gefunden habe. Hiermit kann man bei extrem schwachen Signalen wirklich über die Einstellung der Tonhöhe das Signal noch verständlicher machen, wie ich z.B. Mitte Dezember gegen 20 Uhr UTC fast täglich NSB Tokyo auf 3925 empfangen konnte. Eine Funktion wie sie sein sollte und mir selbst bei vergleichbaren Empfängern der höheren Preisklasse ( JRC NRD 535, Drake R8 ) nicht in dieser Art aufgefallen ist. Die ─nderung der einzelnen Filterbandbreiten wird am Tastenfeld unter der Frequenzanzeige vorgenommen, wobei die Bandbreiteneinstellung nur in einer Richtung durchlaufen werden kann. Der Rechner des Empfängers stellt die Bandbreite nach jeden Einschalten wieder auf 3,5 kHz und behält nicht den zuletzt eingestellten Wert vor dem Abschalten. Dies sind aber schon wieder die einzigen unfreundlichen Dinge die der HF 225 Europa seinem Operator antut, wenn man nicht an die schrecklich schwache Beleuchtung des an sich sehr ehrlichen und zur Feldstärkebeobachtung nützlichen S - Meters denkt... Aber wie beim jüngeren HF 150 oder beim "Microreader" des ebenfalls englischen Herstellers ERA gesehen, dürften Display - Beleuchtungen nicht gerade die Stärke der Briten sein! Was die einzelnen Modifikationen jetzt in der Praxis bringen, habe ich in Verbindung mit verschiedenen Antennen ausprobieren können. Grundsätzlich mag der "nackte" also ohne Vorselektion durch Preselektor oder Antennenanpaßgerät ausgestattete 225 keine Aktivantennen, das Signalangebot ist einfach zu stark. Auch mit eingeschalteten Abschwächer sind gegenüber einer 20 Meter langen Langdrahtantenne deutliche Verzerrungen zu hören. Mit Verwendung des Lowe PR 150 Preselektors ist das Signalangebot deutlich ruhiger aufzunehmen. Hier wird dem Empfängereingang anscheinend schnell zuviel des Guten angeboten. Mit kurzen Langdrahtantennen, wie sie wohl die Mehrzahl der Hörer verwenden wird, ist der HF 225 dann aber in seinem Element. ▄ber den Empfang der internationalen Rundfunkbänder mit dem HF 225 Europa braucht man an dieser Stelle kein Wort zu verlieren. Sehr gut. Mit der abgesetzten Frequenztastatur kann man sehr problemlos zum Beispiel den WWH -Hörfahrplan "durchhören" und durch das schon erwähnte gute Audio Signal stundenlang zuhören. Die Filterbandbreiten sind praxisnah ausgelegt und stellen in vielen Fällen einen guten Kompromiss zwischen Verständlichkeit und Begrenzung der Störung dar. Bei sehr schwachen Signalen rastet der Synchrondetektor oft aus und kann dann das Fading des Senders natürlich nicht entfernen. Zusätzlich ist das Seitenband des Synchrondetektors nicht wählbar. Ich habe die Funktion dieses Synchrondetektors während der gesamten Testdauer nur sehr selten verwendet, zu gering erschien mir die Wirkung. In den Tropenbändern sind mit dem schmalen 2,2 kHz Filter fast alle Stationen die auch am JRC NRD 525 zu hören waren, brauchbar aufzunehmen gewesen. Natürlich kann man diese beiden Empfänger nicht direkt miteinander vergleichen, trotzdem war der relativ geringe Unterschied der beiden Empfänger gerade beim Tropenbandempfang mit kürzeren Drahtantennen sehr überraschend! Bei intensiven Störungen würde man natürlich gerne einen eingebauten Notchfilter benutzen, doch dann kommt man schnell vom eigentlichen Konzept dieses Gerätes weg, das ja einfach und preiswert sein sollte. Mit dieser Vorstellung hat Lowe Electronics gezeigt, das guter DX Empfang nicht immer eine Frage der Brieftasche sein muß und ein wirklich gutes Allround Gerät für den Kurzwellenhörer vorgelegt.

Fazit
Durch die guten technischen Daten und einer kompletten (sinnvollen!) Ausstattung in Verbindung mit einem fairen Preis haben wir den Lowe HF 225 ‘Europa" als WWH-Referenzempfänger in der Klasse "Hobbygeräte" eingestuft und können den Empfänger sowohl für Programmhörer als auch für DXer gleichermassen empfehlen.

© Christoph Ratzer, OE2CRM

d: Lowe HF-225 Europa - Sondermodell für alle?, Christoph Ratzer, wwh
d: Lowe HF-225, R.Netherlands in kurier 13/93 und 1/94
e: the Lowe HF-225 Europa, Chuck Mitchell
d: Modifikationen am Lowe HF-225, Georg Lechner