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Pan Crusader 8000: Testbericht © kurier 18 / 1987

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überarbeitet am 22.10.2010

Double conversion,

Digital display, 1 kHz

AM, SSB(BFO), FM-narrow, FM-wide

150 kHz - 512 MHz - set made for export only!

Selectivity -6 dB/ -50 dB

Sensitivity

20 memories, frequency entry keypad, scanning functions

clock, timer

Die Serie der Crusader konnte man in Deutschland zwar schon immer kaufen, durfte sie aber hier nicht benutzen. Zum erstenmal ist es nun gelungen ein Crusader als FTZ-Version herauszubringen, nämlich den Pan Crusader 8000, importiert von der Firma Pan International.

Das Gerät ist ein Allwellenempfänger und umfasst die Frequenzbereiche von 150 kHz bis 26,1 MHz in AM und FM 87,5 bis 107,95 MHz. Es handelt sich um ein Kofferradio und wiegt 1,75 Kilogramm. Die Maße sind 350 x 200 x 90 mm. Wenn man das Gerät vor sich liegen hat, findet man links einen ziemlich großen Lautsprecher, der Klang ist recht ordentlich. Rechts befinden sich die Bedienungselemente. Der Pan Crusader arbeitet nach dem Doppelsuper-Prinzip. Leider war aus dem Service-Manual nicht herauszulesen, welche Zwischenfrequenzen benutzt werden. Wenn man die Rückwand löst, sieht man vier ZF-Filter, wobei das schmalste 2,2 kHz ist, dann zwei 4 kHz-Filter und ein 6 kHz-Filter. Wie die geschaltet sind, konnte der Technische Klubdienst mir leider nicht sagen, da wir noch keinen Schaltplan vorliegen haben. Es sind auch drei Resonatoren sichtbar, wobei zwei wahrscheinlich für die beiden Seitenbänder eingesetzt werden und einer wahrscheinlich für die ZF.

Nun zur Bedienung: Das Tunen erfolgt auf drei Arten. Entweder man gibt die Frequenz durch Tipptasten ein. Das geht, in dem man zuerst die Taste Frequenz drückt, dann die Frequenz und schließlich die Enter-Taste. Kurzfrequenzeingaben sind nicht möglich. Man muß also zum Beispiel 6000 voll eingeben 6-0-0-0. Die zweite Möglichkeit des Tunings ist durch den Abstimmknopf gegeben, der groß und leicht zu handhaben ist. Eine Mulde um einen Finger hineinzulegen ist auch vorhanden. Bei AM kann man entweder in 1 oder 5 kHz-Schritten abstimmen, bei FM in 10 oder 100 kHz-Schritten. Die dritte Art der Abstimmung ist durch Scanning. Entweder man legt sich zwei Punkte auf der Skala fest, zwischen denen man scannen will oder man kann auch innerhalb der Speicher scannen. Es können 20 Stationen gespeichert werden, dabei spielt es keine Rolle ob AM oder FM. Die Speicher sind frei verfügbar. Die Speicherung erfolgt entweder indem man die Frequenzen mit Hilfe der Tipptasten eingibt oder indem man mit dem Abstimmknopf die betreffende Frequenz einstellt. Danach drückt man die Memory-Taste und dann Punkt 9 und die betreffende Station ist auf dem neunten Speicherplatz gespeichert. Will man jetzt auf 19 speichern, dann drückt man die Memory-Taste und 19.
SSB-Empfang ist mit dem eingebauten BFO möglich. Man stellt am Abstimmknopf die Station grob ein und muß dann mit dem Feintrieb nachstellen.
Für die Anpassung der Antenne ist ein Antennentrimmer eingebaut, der auch wirksam ist. Zudem ist auf der Rückseite des Gerätes ein Antennenabschwächer vorhanden, der um ungefähr 20dB abschwächt. Der Pan Crusader 8000 besitzt zwei Teleskopantennen, eine für UKW, die andere für Kurzwelle. Beide sind nach allen Richtungen schwenkbar.
Einen Squelch gibt es auch sowie eine Uhr. Man kann das Gerät zu einer bestimmten Zeit ein- und ausschalten gut sichtbar. An der Seite befindet sich noch ein Schalter für den Batterieverbrauch. Neben den beiden Stützbatterien, die im Lieferumfang enthalten sind, braucht der Pan Crusader acht Monozellen. Auch für den Netzbetrieb sind 12 Volt angegeben, aber unser Klubdienst sagte mir, dass bei 12 Volt das Gerät abschaltet, man sollte es am Netz nur mit 9 Volt betreiben —ein Netzgerät wird nicht mitgeliefert. Tonbandgeräte oder Cassettenrecorder können angeschlossen werden. Dafür ist eine 3,5 mm Klinkenbuchse vorhanden.

Nun zu den Empfangsergebnissen: Die Empfindlichkeit ist für diese Preisklasse recht gut. Ich konnte alle Stationen, die auch mit teuren Empfängern zu hören waren, im Mittel- und Langwellenbereich sowie auf Kurzwelle hereinbekommen. Leider ist das Großsignalverhalten teilweise sehr schlecht. Das kann aber etwas mit dem Antennentrimmer ausgeglichen werden und mit dem Abschwächer. Dadurch wird natürlich die Empfindlichkeit rapide herabgesetzt. Die Trennschärfe ist ausreichend, als gut kann sie nicht bewertet werden, da die 5 kHz oft nicht gut zu trennen sind. Vor allem bei schwächeren Sendern ist ein mehr oder weniger starkes Pfeifen zu hören. Im UKW-Bereich ist zwar die Empfindlichkeit nicht so hoch, dafür aber die Trennschärfe sehr gut, so daß man starke Sender, die 100 kHz auseinander sind, einwandfrei trennen kann. Das konnte ich hier in Remscheid, wo es sehr viel stark einfallende Sender gibt, feststellen. So ist zum Beispiel der Deutschlandfunk auf 102,8 MHz von Radio 4 auf 102,9 und dem BFBS auf 103,0 MHz einwandfrei voneinander zu trennen. Bei sehr viel teureren Geräten hatte ich in dieser Hinsicht oft große Schwierigkeiten. Im FM-Bereich wird man bei dem Pan Crusader 8000 an seine Herkunft erinnert, weil man hier Weit-FM und Nah-FM einstellen kann, wobei Nah-FM für die FTZ-Version bedeutungslos ist, dies hätte man ruhig weglassen können. Dieses Nah-FM ist nur im FM-Bereich zu gebrauchen, da dort nur eine Frequenzbreite von 20 kHz ist, kommen Rundfunkstationen in dieser Stellung völlig verzerrt herein.

Wenn man nun ein Resümee ziehen will, dann muss man sagen, daß der Pan Crusader 8000 sich wahrscheinlich durch seine überragende Trennschärfe im FM-Bereich auszeichnet, während auf den AM-Bereichen die Trennschärfe zwar bei 5 kHz noch ganz ausreichend ist, aber für den Tropenbandempfang ist das Gerät nicht geeignet. Für den Empfang grosser Rundfunkstationen, die auch gut hereinkommen, kann man den Pan Crusader jedoch empfehlen. Aber für UKW-DXer ist ein Gerät konstruiert worden, das man für diesen Zweck gut verwenden kann. Der Technische Klubdienst wird in Kürze eine Filtermodifikation für den AM-Bereich anbieten. Dann würde das Gerät auch im Tropenband bessere Leistungen bringen, da die Empfindlichkeit für diese Preisklasse recht gut ist.
Daß der Antennenabschwächer und die Antennenanschlüsse sich auf der Rückseite des Gerätes befinden, ist meiner Ansicht nach keine glückliche Lösung.
Beim Tunen mit dem Tuningknopf sind oft die Schritte durch Knacken hörbar. Große Antennen würde ich nicht anschliessen, höchstens für UKW über die PL-Buchse. Wenn bei AM zuviel starke Signale einfallen, äußert sich das wegen des schlechten Großsignalverhaltens sehr negativ. Ein Mikroprozessorpfeifen ist auf vielen Frequenzen hörbar. Bei dem ersten Testgerät was ich hatte, trat im UKW-Bereich der Effekt auf, daß alle 500 kHz ein leerer Träger zu hören war, der im Gerät erzeugt wurde, beim zweiten Testgerät trat dieser Effekt nicht mehr auf. Man sollte darauf achten und in solch einem Fall den Empfänger zurückgeben .

Als Gesamtergebnis des Testes kann ich dem Pan Crusader 8000 die Note "ausreichend" geben.

© Jürgen Bast, kurier 18 / 1987