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Panasonic / National Panasonic,
Matsushita Electric Industrial Co. Ltd., Osaka
RF - B 50: Testbericht © weltweit hören 8 / 1984

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überarbeitet am 21.10.2010

National Panasonic RF-B50L - Mitläufer

Double conversion, 11850 / 450 kHz,

Analog dial,

AM, FM (VHF)

FM, LW, MW, spread shortwave bands 49 - 13 mb

Selectivity -6 dB/ -60 dB
schmal 3.3/9.8 breit 6/20 kHz

Sensitivity at 7 MHz: 4,3 uV

Tuning LED, Attenuator

Erst Anfang 1984 kam dieser kleine Doppelsuper auf den deutschen Markt. In Japan und den USA hatte das ansprechend gestaltete Gerät schon vor einem halben Jahr gute Kritiken bekommen. Der RF-B50L liegt im Trend: In den letzten zwölf Monaten sind fast ein halbes Dutzend ähnlicher Kleingeräte von anderen Firmen vorgestellt worden.

Leicht und handlich
Der RF-B50L wiegt etwas mehr als 500 Gramm und kann aufgrund der geringen Abmessungen auch noch in einem vollgestopften Koffer Platz finden. Eine solide Kunststofftasche im besten Stil der 60er Jahre gehört zum Lieferumfang, sie schützt das Gerät zuverlässig beim Transport. Die in Silber und Grau gehaltene Gehäusefront wird durch schmale rote Streifen beiderseits der großflächigen und sauber gekennzeichneten Analogskala aufgewertet. Neben LW, MW und UKW empfängt der RF-B50L die KW-Bänder von 49 bis 13 m. Die Wellenbereiche werden mit angenehm leichtgängigen Tasten angewählt, für die Einstellung der KW-Bänder gibt es den bekannten kleinen Schiebeschalter a la Sony, inklusive der roten Indikatorfelder unter der jeweils benutzten Skala. Eine winzige rote LED zeigt an, welcher Wellenbereich (L, M, K, U) gewählt ist. Unüblich in dieser Preisklasse ist der Bandbreitenschalter: Er bietet zwei Selektionsstufen für alle AM-Bereiche. Lautstärke und Klang lassen sich mit zwei griffigen Schiebern einstellen. Auch der Ein/Ausschalter mit seiner horizontalen Betätigungsrichtung paßt in das Designkonzept. Die Sender werden mit dem ausreichend dimensionierten Drehknopf am oberen rechten Gehäuserand gewählt. Er treibt spielfrei und leichtgängig - einen kleinen silberfarbenen Zeiger über die Analogskala. Am linken Rand gibt es Anschlüsse für externe Gleichspannung (6 Volt) und einen mitgelieferten Ohrhörer. Auf der Rückseite gibt es nur den Schieber für das Batteriefach, vier Mignonzellen sind für mobilen Betrieb erforderlich. Die FTZ-Version muß leider auf die bei Exportgeräten vorhandenen Antennenanschlüsse verzichten.
Die recht lange Teleskopantenne (80 cm) kann in allen Ebenen geschwenkt werden, sie läßt sich auch bei liegendem Gerät vertikal positionieren. Insgesamt beeindruckt der RF-B50L zunächst durch die praxisgerechte Konstruktion der zwangsläufig recht kleinen Bedienungselemente und die im Verhältnis zur Frontplatte recht große Analogskala.

Gute Kombination: Doppelsuper plus Bandbreitenschaltung
In der Praxis wurde der RF-B50L neben der meßtechnischen Untersuchung auch direkt mit anderen Geräten dieser Klasse verglichen. Allgemein kann gesagt werden, daß einem derart aufwendigen Gerätekonzept ohne Digitalanzeige wenig Erfolg beschieden sein dürfte. Das Aufsuchen einer gewünschten Station oder das Feststellen einer Frequenz ist doch gar zu schwierig, die geringe Skalenlänge und die Fertigungstoleranzen erlauben einfach keine bessere Einstellgenauigkeit als + 25 kHz, - bei einer Teilung von 50 kHz. So ist der RF-B50L für die gezielte Jagd auf Stationen wenig empfehlenswert. Brauchbar ist so ein Gerät aber allemal für Reisen, für das gelegentliche Hören im Büro oder am Arbeitsplatz und natürlich für den sommerlichen Nachmittag am Strand. Bei gemäßigter Bandbelegung ist der Empfang stabil und störungsfrei. Das schmalere Filter drückt gerade noch das Interferenzpfeifen auf MW und KW weg, so manches Signal läßt sich damit von unerträglich auf hörenswert verbessern. Trotz des Doppelsuperprinzips ist die Störmodulationsfestigkeit nur mittelmäßig. In den dicht belegten Bändern gibt es doch zuviel Signale, die bescheidene Dynamik der Eingangsstufe verursacht dann den hinreichend bekannten Rausch- und Störhintergrund.
Der relativ große Lautsprecher klingt angenehm voll und rund, für unseren Geschmack allerdings eine Idee zu baßlastig im AM-Bereich, auch bei voll aufgezogener Höheneinstellung. Der Ein-/Ausschalter verursacht ein unangenehmes "Blubb" im Lautsprecher. Wohlweislich hat der Hersteller auf übertrieben hohe Empfindlichkeitswerte verzichtet, die vorliegende Dimensionierung ist sehr praxisgerecht. Die lange Teleskopantenne liefert genügend Signalspannung an den Eingang. So bringt der RF-B50L dann auch die gängigen SWL-Stationen sauber und lautstark zu Gehör. Mehr ist im Konzept nicht drin, der Toshiba RP-F11L und der ICF-7600 AW können hier etwas mehr bieten. Auch der Yacht-Boy 700 ist dem Panasonic geringfügig überlegen was die effektive Empfangsleistung betrifft; die digitale Frequenzanzeige des Grundig macht ihn zum Gerät mit der größten Vielseitigkeit.

Bemerkenswert gut arbeiten LW und MW des RF-B50L, hier ist der Panasonic sogar dem Spitzenreiter unter den Kleingeräten (ICF-7600D) deutlich überlegen.

Ende der Entwicklung, - ein Wort an die Hersteller
Zwar ist es immer wieder erfreulich wenn ein Hersteller mit neuen Geräten den Markt belebt. Das konsequente Kopieren eines bereits etablierten Konzeptes ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn es unmittelbar geschieht oder wenn die Entwicklungen parallel verlaufen. Der RF-B50L erweckt zu sehr den Eindruck des "Wir auch", um sich aus der Vielzahl der angebotenen Geräte herauszuheben. Von den technischen Möglichkeiten her wäre ein Gerät mit diesem Konzept (Doppelsuper, Analogabstimmung, Bandbreitenwahl) in halber Größe machbar. Dies soll keine Kritik am vorliegenden Gerät sein, der RF-B50L macht genau das, wofür er entwickelt wurde. Aber das kann auch für die meisten Kleingeräte dieser Art gesagt werden.

Der RF-B50L reiht sich recht unauffällig in das Angebot der kleinen, höherwertigen Mehrband-Empfänger ein. Von der Bandbreitenschaltung sollte man sich nicht zuviel versprechen, sie ermöglicht die Umschaltung von "sehr breit" auf "ziemlich breit". Lobenswert sind die durchdachte mechanische Konstruktion der Bedienungselemente und die mitgelieferte Schutztasche. RL

RF-B50L: Technische Daten und Meßwerte
Gerät RF-B50L
Hersteller / Vertrieb National Panasonic / Fachhandel
Gerätetyp / Schaltungstyp Reiseradio / Doppelsuper
Frequenzbereich L, M, U, KW 49 m bis 13 m
Ablesegenauigkeit +/- 25 kHz
Frequenzstabilität besser als 1 kHz innerhalb einer Stunde Bemerkungen
Bemerkungen: Kleines solide gebautes Reiseradio mit sieben KW-Bändern. Bandbreitenschaltung, Doppelsupertechnik. Gut bedienbar.

HF-Teil Frequenz
Empfindlichkeit:
0.15 270
0.5 240
1.0 240
1.5 210
7.0 4.3
10.0 4.8
15.0 3.9

Selektion 6 / 60 dB schmal 3.3/9.8 breit 6/20
Spiegelfrequenzsicherheit 56 dB
AGC-Regelbereich 70 dB
Antennen Ferritantenne, Teleskopantenne 80 cm

NF-Teil
Leistung, 10 % THD 0.42 W
Frequenzgang +/- 3 dB 60 - 7100 Hz
Tonblende +/- 5dB
Lautsprecher 8cm durchmessend
Anschlüsse Ohrhörer
Stromversorgung 4 x Mignon, extern 6 VDC
Leistungsaufnahme 0.33 VA
Abmessungen 185 x 112 x 35 mm BHT
Gewicht 0.528 kg
FTZ-Nummer 11/650
Preis ca. DM 350.-

weitere Lektüre:
e: RF - B50 , WRTH receiver test

© Rainer Lichte, wwh 8 / 1984