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Panasonic / National Panasonic,
Matsushita Electric Industrial Co. Ltd., Osaka
RF - B 65: Testbericht © kurier 6 / 1990

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überarbeitet am 21.10.2010

Double conversion, 55,845 MHz; 450 kHz

Digital display, 1 kHz

AM, CW /SSB, FM (VHF)

FM, LW, MW, SW 1,6 - 30 MHz

Selectivity (-6 / -60 dB)
3,6/ 10,4 kHz

Sensitivity 

electronic signal strength indicator, attenuator, fine tuning

36 memories, clock, timer

Der RF-B65D ist eine Weiterentwicklung des RF-B60L. Die schon hervorragenden Eigenschaften des RF-B60L haben mit dem RF-B65D noch eine Steigerung erfahren. So ist dieser Empfänger noch empfindlicher als sein Vorgänger, ein Doppelsuper und da er sehr rauscharm ist, können auch noch sehr schwach einfallende Signale nicht nur erahnt, sondern auch identifiziert werden. Das macht ihn zu einem guten DX-Reiseempfänger.

Bei der Trennschärfe hätte man sich noch eine schmalbandigere Filtereinstellung gewünscht. Diese ist leider nicht vorhanden, sodaß mit diesem Empfänger z.B. Tropenbandstationen nur extrem schwierig zu empfangen sind. Grund hierfür ist wie gesagt nicht die Empfindlichkeit, sondern die fehlende Trennschärfe, die bei ca. 6 kHz liegt und sich in den Tropenbandbereichen schon recht unangenehm bemerkbar macht.
Ein grosser Vorteil des Empfängers ist ein eingebauter BFO. Mit ihm können Einseitenbandsignale (SSB) empfangen werden. Die Abstimmung erfolgt durch ein Rändelrädchen an der rechten Schmalseite des Gerätes. Für den Ungeübten ist diese Abstimmung nicht einfach, da ja zuerst der SSB-Sender in AM auf ein Maximum eingestellt werden muß und erst danach mit dem BFO eine Feinabstimmung möglich ist. Für SSB ist ein schmalbandiger Filter eingebaut, der jedoch leider nicht für den AM-Empfang genutzt werden kann.
Das Großsignalverhalten des RF-B65D ist als gut zu bezeichnen. Es lohnt sich, an dieses Gerät auch Langdrahtantennen anzuschliessen, zumal der Empfänger auch einen speziellen Eingang für solche Antennen besitzt. Beim RF-B60L fehlte diese. Natürlich ist bei Reiseempfängern Vorsicht geboten beim Anschluß von Außenantennen. Ein Reiseempfänger kann in der Regel keinen Heimempfänger ersetzen und verkraftet normalerweise auch nicht den Anschluß aufwendigerer Antennenkonstruktionen. Auch beim RF-B65D bewahrheitet sich der alte Spruch: Je höher die Empfindlichkeit eines Empfängers, desto höher ist auch das Risiko einer Uebersteuerung beim Anschluss von Außenantennen. Wenn Reiseempfänger, die in erster Linie auf hohe Empfindlichkeit ausgelegt sind, zusätzlich wie viele Heimempfänger auch extrem großsignalfest ausgelegt wären, würde das normalerweise den zur Verfügung stehenden Preisrahmen sprengen.
Beim Vergleich des RF-B65D mit dem Grundig Satellit 500 fiel mir erstaunlicherweise auf, daß die Teleskopantenne des Satellit 500 nicht so gut auf das Gerät abgestimmt ist, wie die des RF-B65. Die Empfindlichkeit beider Geräte ist in etwa gleich, eventuell hat der RF-B65D in einigen Fällen die Nase sogar vorne. Vorteil des Satelliten ist jedoch, daß er längere Antennen verkraften kann, die den Panasonic zustopfen würden.
In einer Reiseempfänger - Preisklasse von 400 bis 800 DM, einer Klasse also, die schon gehobenere Ansprüche befriedigt, ist es nicht immer leicht zu sagen, welches Gerät das beste ist. Jedes Gerät hat bestimmte Vor- und Nachteile. Einer der Nachteile des RF-B65D ist, wie bereits erwähnt, ist das fehlende Schmalbandfilter für den Rundfunkbereich. Ausserdem erreichte Panasonic auch mit diesem Empfänger noch keine akzeptable Trennschärfe auf UKW. Durch Einbau eines 150-kHz-Filters für UKW läßt sich dort der Empfang deutlich verbessern, vom Einbau sollte Laien jedoch dringend abgeraten werden. Stereoempfang ist mit dem RF-B65D nicht möglich. Die Gründe dafür liegen im Dunkeln, denn schon wesentlich preisgünstigere und kleinere Geräte verfügen heute über Stereo-Empfang.

Fazit
Meiner Meinung nach ist der RF-B65D ein sehr brauchbarer Reiseempfänger, der in den Rundfunkbereichen erstaunliche Leistungen hervorbringt und durch den eingebauten SSB-Teil auch zum Empfang von Einseitenbandsignalen geeignet ist.

© Jürgen Bast, kurier 6 / 1990