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Panasonic / National Panasonic,
Matsushita Electric Industrial Co. Ltd., Osaka
DR - 49 / RF - 4900: Testbericht © Rainer Lichte, AgDX

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Panasonic
 
DR-22 / RF-2200
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DR-31 / RF-3100 L
DR-48 / RF-4800
DR-49 / RF-4900
RF-799
RF-B 600
DR-Q63 / RF-6300L
 
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überarbeitet am 21.10.2010

Double conversion, I.F. 2 MHz, 455 kHz

Digital frequency counter, 1 kHz

AM, CW/SSB (BFO), FM

coverage 145 kHz - 30 MHz, UKW 88 - 108 MHz

Sensitivity MW 60 uV,
5-30 MHz AM 1,1 - 1,4 uV, SSB 0,6 - 1,0 uV

Selectivity -6/-60 dB
1,7/6,0 kHz, 2,5/15 kHz

S Meter, RF Gain

Flaggschiff der DR-Serie des japanischen Elektronikgiganten Matsushita ist der DR 49. Dem Gerät liegt ein durchweg normales Schaltungskonzept zugrunde; es wird nicht die -modernere - PLL-Technik verwendet. Bis 3 MHz ist die Schaltung als Einfachsuper ausgelegt, erst von 3 MHz bis 30 MHz wird die aufwendigere Doppelsupertechnik benutzt. Ein mitabgestimmter HF-Vorverstärker trägt nicht unwesentlich zu den guten Empfangsleistungen bei. Mittels spezieller Schaltungsmaßnahmen (Pre-Mixing) wurde eine gleichmäßige Teilung des KW-Bereiches in sieben Bänder zu je vier MHz erreicht. Alle fürs DXen notwendigen Schaltelemente sind vorhanden: Bandbreitenschaltung, HF-Verstärkungseinstellung, Antennenanpassung, Antennenanschlüsse, S-Meter und Nacheichmöglichkeit. Eine digitale Frequenzanzeige gibt 1 kHz Abstimmgenauigkeit.

Das Gerät
Die Abmessungen des DR 49 lassen unschwer erkennen, daß es sich hier um einen Stationsempfänger handelt; mit Außenmaßen von 48x20x36 (BHT in cm) ist tragbarer Betrieb kaum möglich. Auch das Gewicht von 8.3 kg spricht für standortgebundenen Einsatz. Trotzdem besitzt das Gerät im Boden ein großes Batteriefach (zwei Klappen) - mit acht Monozellen ist DXen fern jeglicher Zivilisation möglich. Die Frontseite des Gerätes besteht aus Hartkunststoff, der Rest des ganz in schwarz gehaltenen Gehäuses aus solidem Stahlblech. Die zahlreichen Bedienungselemente sind gut lesbar beschriftet, allerdings in englischer Sprache. Optisch läßt sich eine Teilung der Bedienungselemente in vier horizontale Reihen erkennen. In der untersten Reihe, beginnend an der linken Seite befinden sich: Ein/Aus-Schalter sowie Buchsen für Kopfhörer/Lautsprecher, Tonaufnahme und Verstärkeranschluß. Daneben vier Drehknöpfe, und zwar für Lautstärke, Bässe, Höhen und BFO. Drei Kippschalter schließen sich weiter rechts an: Beleuchtung, Digitalanzeige, Anzeigeinstrument. Die beiden ersten Funktionen werden jeweils ein/ausgeschaltet; das Zeigerinstrument kann wahlweise die Signalstärke bzw. den Batteriezustand anzeigen. In der Reihe darunter gibt es, von links nach rechts, drei weitere Kippschalter mit den Funktionen: UKW-AFC ein/aus bzw. AM-Bandbreite schmal/breit, Störbegrenzer AM und letztlich die Umschaltung auf SSB-Betrieb. Daneben dann die großen Drehknöpfe für die Abstimmung. Der größere Knopf arbeitet im KW-Bereich 2 bis 8, der kleinere Knopf ist für die Abstimmung bei KW1, LW, MW und UKW zuständig. Ganz außen in dieser Reihe ist der Drehknopf für die Antennenanpassung zu finden. Der Abstimmknopf für KW 2-8 besitzt einen schaltbaren Trieb nach bewährtem Muster der DR-Serie: Ziehen: Feintrieb, Drücken: Grobtrieb. Die Untersetzung beträgt ca. 1:10.
Rechts neben dem Ziergitter des Lautsprechers beginnt mit dem S-Meter die dritte Reihe. Die Skalierung des Instrumentes ist in S-Werten von 0 bis 9+20 dB. Zusätzlich ist eine Skala für den Batteriezustand vorhanden. Ein winziger versenkter Drehknopf für die Oszillatornachstimmung (Eichung) befindet sich weiter rechts; daran anschließend die Wahlschalter für die Frequenzbereiche: erster Knebelschalter für KW 2 - 8, zweiter Knebelschalter für KW1, MW, UKW, LW.
Die oberste Reihe ist den Frequenzanzeigen vorbehalten:
Links die Skalen für die mit Wahlschalter 2 selektierten Bereiche, rechts die Skalen für die KW-Bereiche 2 bis 8, die mit dem Wahlschalter 1 selektiert werden. In der Mitte liegt die für alle Wellenbereiche arbeitende Digitalanzeige in Form einer grünen, fünfstelligen Panaplexröhre. Die beiden Griffe rechts und links sollen den Transport erleichtern und können abmontiert werden.
Auf der Rückseite des Gerätes gibt es diverse Antennen und Antennenanschlüsse: Stabantenne (130 cm) für KW2 - 8, Ferritantenne für KW1 und MW sowie eine weitere Ferritantenne für LW. Die recht dünne Stabantenne hat ein Dreh-/Knickgelenk, auch die Ferritantennen sind verstellbar. Für KW2-8 gibt es eine Koaxbuchse SO-239 (UHF) und ein Anschluß für die kleinen Vierkantstecker der veralteten Fernseh-Norm vorhanden. Diese Art des Antennenanschlusses gibt es auch für UKW und LW / MW / KW1.
Mittels einer NF-DIN-Buchse und eines Umschalters läßt sich der NF-Verstärker zur Wiedergabe von Tonaufnahmen benutzen. Netzbuchse, Netzumschalter 110/220 Volt und Eingang für eine externe 1 2 Volt Gleichspannung befinden sich ebenfalls gut zugänglich auf der Rückseite.
Das Gehäuse macht einen sehr soliden Eindruck. Servicefreundlichkeit ist aber nicht gegeben: es sind 24 Schrauben zu lösen, um an das Innenleben des Gerätes zu gelangen - ein sehr hoher Aufwand für z.B. Sicherungswechsel.
Dem Empfänger liegt umfangreiches Zubehör bei: neben Betriebsanleitung, DX-Einführung, Frequenztabellen und einem Logbuch sind vorhanden: Netzkabel, Koaxstecker, Dipolantenne 2 x 8 m mit passendem Stecker, UKW-Dipol-antenne, Ohrhörer und Ersatzsicherungen: eine rundum komplette Ausstattung.

Betriebsergebnisse
Die eingebaute Stabantenne wird den Möglichkeiten des Empfangsteils nicht gerecht; sie ist zu kurz und zu dünn. Mit einer 172 cm langen, am Fuß 12 mm starken Antenne (ähnlich DR 29 und Grundig Satellit) waren die Leistungen spürbar besser. Die allen DR-Geräten eigene Drift wurde auch hier festgestellt. Nach dem Einschalten sind 5 kHz Abweichung in den ersten fünf Minuten nicht ungewöhnlich. Diese Drift vermindert sich dann, hört aber nie ganz auf. Daher ist die Nacheichmöglichkeit auf den KW-Bereichen keine Zugabe, sondern eine Notwendigkeit. Die Aufteilung der Analogskalen in KW und MW, LW, UKW ist von der Idee her gut, wegen mangelnder Skalengenauigkeit und zu sparsamer Markierung hier jedoch nicht tadelsfrei gelungen. Die Zusammenlegung der Schaltfunktion UKW-AFC / AM-Band-breite ist gewöhnungsbedürftig. Alle anderen Funktionen sind gut zu handhaben. Insbesondere die durchdacht konstruierte und tadellos arbeitende Grob/Fein - Umschaltung gefiel. Empfindlichkeit und Selektion werden dem repräsentativen Äußeren des „schwarzen Riesen" nicht gerecht. Beide Werte sind grundsätzlich nicht besser als beim DR 29 (mit Preselector), dessen Schaltungskonzept hier Verwendung findet. Spiegelfrequenzen - allerdings schwach - finden sich nur im KW 1 - Bereich; ab KW2 arbeitet das Gerät als Doppelsuper.
Die HF-Verstärkung läßt sich in weiten Grenzen einstellen, sie ist aber stets der AGC überlagert. Zusammen mit der Antennenanpassung kann damit das Großsignalverhalten günstig beeinflußt werden. Der DR 49 ist ein leises Gerät. Auch bei voll aufgedrehter HF-Verstärkung ist das Grundrauschen kaum hörbar und dadurch wird die effektiv verwertbare Empfindlichkeit erhöht.
Die Ferritantennen können nicht abgeschaltet werden; der Anschluß von Außenantennen wird dadurch problematisch. Gut reagiert der DR 49 auf Außenantennen im Bereich KW2 -8, zumal hier mit einer Koaxbuchse ein günstiger niederohmiger Anschluß möglich ist. Somit ist ab ca. 3 MHz gutes DXen möglich. Unterhalb dieser Grenze wird die Antennenfrage kritisch; ohne Möglichkeit zur Bedämpfung sollten Langdrahtantennen nicht verwendet werden.
Die Bereichsaufteilung in acht KW-Bänder erlaubt in Stellung fein des Abstimmknopfes noch saubere SSB-Abstimmung; allerdings muß mit dem BFO-Knopf gelegentlich nachgestellt werden (Drift).
MW und KW1 sind für ernsthaftes DXen nicht brauchbar. Es gibt zu viele Störmodulationen, und die Ferritantennen sind nicht sonderlich wirksam. Die Filtersteilheit reicht auch bei schmal nicht aus, um im überbelegten MW-Band erfolgreich zu sein. Gut dagegen ist der UKW-Tuner. In Verbindung mit der recht leistungsstarken Endstufe ist ausgezeichnete Musikwiedergabe möglich.
Insgesamt gesehen ist die Empfangsleistung des DR 49 nicht wesentlich besser als die des DR 29 mit sorgfältig abgestimmtem Preselector. Die relativ geringe Leistungsaufnahme ergibt bei Batteriebetrieb mit acht Monozellen guter Qualität eine lange Gebrauchszeit; die Auslegung dieses Stationsempfängers für Batteriebetrieb ist allerdings wenig nutzbar. Einigen Störfällen im unteren Frequenzbereich kann durch Umschalten auf netzfreien Betrieb allerdings wirksam begegnet werden. Das S-Meter hat eine angenehm flinke Anzeigencharakteristik; die S-Werte liegen jedoch um den Faktor 5 zu günstig.

Wertung und Kritik
Die Empfangsleistung entspricht nicht ganz dem aufgrund von Aussehen, Volumen und Preis erwarteten Niveau. Richtig gut ist dieser Rx erst ab 3 MHz und im UKW-Bereich. MW, LW und KW1 sind, wenn auch guter, Durchschnitt. Von der Konstruktion her ist das Gerät mechanisch zwar recht stabil, in der Schaltung vermißt man jedoch diese Stabilität. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist die Drift zu groß.
Verbesserungswürdig sind weiterhin: Stabantenne, S-Meter - Empfindlichkeit, BFO-Stabilität und die AGC bei SSB-Betrieb. In Filterstellung schmal sollte eine bessere Steilheit erreicht werden. Die getrennten Analogskalen sind in dieser Form wenig nutzbar; eine einzige lange Skala wäre besser. Für ein Gerät dieser Größe ist die Digitalanzeige zu klein und außerdem ist die Multiplexfrequenz zu niedrig gewählt; die Anzeige flimmert unangenehm. Diese Schaltungsmaßnahme ist zwar stromsparend, ermüdet aber die Augen auf die Dauer.
Die vorhandenen Bedienungselemente lassen sich wirksam einsetzen, um die Empfangsleistungen auf ein respektables Niveau zu bringen. Ab 3 MHz sind im Zusammenspiel mit Filterschaltung, Antennenanpassung, HF-Einstellung und Feinabstimmung gute DX-Möglichkeiten gegeben. Die vielfältigen Antennenanschlüsse sind zu loben. Der schaltungstechnische Aufwand im Vorstufenbereich auf KW2 - 8 macht sich angenehm bemerkbar. Uneingeschränkt lobenswert sind die mechanische Stabilität und die saubere Ausführung des Gesamtkonzeptes. Die hervorragend arbeitende Grob/Fein - Umschaltung ist nachahmenswert.
Negativ vermerkt wurde das Fehlen einer großen PL-Buchse für Kopfhörer. Die erstaunlich klang- und leistungsstarke NF-Stufe wird dem Format des Gerätes gerecht.

Zusammenfassung
Der DR 49 ist ein repräsentativer Stationsempfänger mit ansprechender Leistung ab 3 MHz und im UKW-Bereich. Reichhaltiges Zubehör und eine ausführliche Bedienungsanleitung unterstreichen die sauber ausgeführte Konzeption eines großen Allbandempfängers. Die solide, aber konservative Schaltung erreicht nicht ganz die Leistungen der mit moderneren PLL- oder Wadley-Schaltungen konstruierten Empfänger. Trotzdem ist die Relation von Preis zu Gegenwert noch akzeptabel.

Technische Daten und Meßwerte National DR-49
HerstellerMatsushita (Panasonic), Japan
VertriebFachhandel
GerätetypStaionsempfänger
Schaltungstypab 3 MHz Doppelsuper
FrequenzbereicheKW 1,6 - 30 MHz in acht Bändern sowie LW MW UKW
Frequenzanzeigegrüne digitale Anzeige, Analogskalen
Ablesegenauigkeit ± 1 kHz
Absolute Genauigkeitnacheichbar
Frequenz Stabilität bei dT von 10° C / innerhalb 1 Stunde±2.1 kHz / ± 5 kHz
Besonderheitenrepräsentatives Äußeres, gunstiger Preis, Batteriebetrieb möglich, Antennen und Lautsprecher eingebaut, solides Metallgehäuse, reichhaltiges Zubehör
HF-Teil
Empfindlichkeit in uV an 50 Ohm bzw. 1 KOhm bei BC
0.1 MHz - 1.5 MHz für26dB S+N/N
2 MHz- 30 MHz für 6 dB S+N/N Modulation AM, 400 Hz 30 Prozent
Frequenz (MHz) AM breit AM schmal SSB
0.2 320 - -
0.5 310 - -
1 135 80 -
1.5 130 72 -
2 1.7 1.1 0.8
5 1.9 1.2 0.8
7 1.5 1.0 0.7
10 1.4 1.0 0.6
15 1.3 1.0 0.7
20 1.8 1.2 0.7
25 1.9 1.4 1.0
30 1.3 1.0 0.7
Trennschärfe (kHz) 7 MHz ±1MHz, -6 dB -60 dB breit: 8.4/ 21.3
schmal 3.6 / 9.4
Spiegelfrequenzsicherheit51 dB
Zf-Festigkeit63 dB
AGC-Regelbereich46 dB + 23 dB Hand
AbstimminstrumentS1 = 0.8 uVolt; Mitte = 10 uVolt; Ende = 600 uVolt
AntennenStabantenne, 2 Ferritantennen
AntennenanschlußKoax 75 Ohm Buchsen für KW MW/LW UKW
SonstigesNacheichmoglichkeit des 2 Oszillators Antennenanpassung auch für eingebaute Stabantenne gute NF-Qualität
NF-Teil
Leistung, SinusNetzbetrieb 1.6 Watt, 10% THD
Frequenzgang54 - 11 300 Hz, ±3 dB
TonblendeHöhen, Tiefen, jeweils ± 5.5 dB
Störbegrenzerschaltbar
Lautsprecher8 0hm, 10cm Durchmesser, 3 Watt
AnschlüsseLautsprecher, Ohrhörer. Kopfhörer, Tonaufnahme und Wiedergabe
StromversorgungNetz 110/220 Volt, Batterie acht Monozellen
LeistungsaufnahmeNetzbetrieb ca. 9 Watt, Batteriebetrieb 4.2 Watt
Maße48x20x36 BHT in cm
Gewicht8.1 kg
Bestückung4 ICs, 3 FET, 43 Transistoren, 41 Dioden
ZubehörAntennen für KW und UKW, Ohrhörer, Betriebsanleitung, Sendertabelle Logbuch
FTZ-Nummer106/2170
Preisca DM 1000.-

© Rainer Lichte, Kurzwellenempfänger - Qual der Wahl