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Philips / Magnavox,
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überarbeitet am 22.10.2010 |
Klanggenuß auf allen Bändern
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Doppelsuper, 1. ZF 55 MHz, 2. ZF 468 kHz
Digitalanzeige auf 1 kHz genau AM, SSB (BFO), FM (UKW) |
Abschwächer Keypad, 16 Speicher |
Er sieht nicht gut aus: Wenn man ihn einschaltet und einen gut einfallenden
Sender abgestimmt hat, bereitet die erstklassige
Wiedergabe Freude. So ist der erste, unvoreingenommene
Eindruck den der große Philips erweckt, wenn man ihn aus
der gut schützenden Transportverpackung entnommen hat
und nach Anschluß am Netz und nach Herausziehen der 160
cm langen Stabantenne in Betrieb nimmt. Die i.r.f. "lnteressengemeinschaft
Rundfunkempfang" e. V. hatte uns über Philips in
Hamburg das Gerät zu einer praxisbezogenen Gebrauchsprüfung
geliehen. Hier ging es darum, festzustellen, ob das Gerät
auch für die Bedienung durch sehbehinderte Hörerfreunde
geeignet ist. Der Empfänger ist je nachdem, ob er mit
Batterien bestückt ist (6 Monozellen), oder ohne diese
über das integrierte Netzteil betrieben wird, nicht viel
schwerer als 3 kg. Der kunststoffummantelte Handgriff
erlaubt leichtes Tragen und dient als Stütze, wenn man
das Gerät zur besseren Bedienung geneigt aufstellen will.
Man kann recht problemlos mit ihm umgehen: obwohl einige
Möglichkeiten der individuellen Sendereinstellung durch
Abschwächer, BFO, Filterschalter usw. gegeben sind, so
ist doch alles recht leicht zu begreifen und wird durch
griffige Dreh- und Schaltknöpfe, die jeweils eine fühlbare
Erhöhung und Einrastung haben, wesentlich erleichtert.
So konnten wir das Gerät als sehr gut geeignet für die
Ausleihe an sehbehinderte Hörerfreunde einstufen.
Die eingebaute Ferritantenne für Mittel- und Langwelle
ist ebenso wie die Teleskopstabantenne für
Kurzwellenempfang optimal auf den Empfangsteil des Empfängers
abgestimmt. Drahtantennen oder Aktivantennen brachten
keine Empfangsverbesserung. Eher war dabei eine Übersteuerung
des Empfangsteils möglich.
Empfehlenswert ist eine Erdung der rückseitig
vorhandenen Antennenbuchsen die für die Verbindung mit
Hausantennenanlagen geeignet sind. Das Gerät hat keine
SO 239 Buchsen, wie sie sonst bei Stationsempfängern
anzutreffen sind.
Die Empfindlichkeit des Empfängers entspricht der
Preisklasse (unter DM 1000.-), die HF-Leistung
erreicht nicht ganz die des teureren "ICF 2001 D",
dafür ist aber die NF(Wiedergabe-)Qualität wesentlich
besser. Die beiden nach vorn bzw. oben strahlenden
Lautsprecher sind getrennt schaltbar und vermitteln einen
hervorragenden Klangeindruck, der durch die regelbaren
Tonhöhen noch individuell dem persönlichen Hörempfinden
angepaßt werden kann. Der Empfang auf UKW ist nur in
mono möglich .aber auch sehr gut, so kamen auch entfernt
liegende Stationen (BFBS 140 km) gut und rauschfrei
herein.
Das Bedienungsfeld auf der Frontplatte wird von der großen gut lesbaren
Digitalanzeige dominiert, die Frequenz und wahlweise auch
die Uhrzeit anzeigt, und das daneben liegende S-Meter
beherrscht. Links liegt der nach vorn abstrahlende
Lautsprecher, der speziell für Sprachwiedergabe
ausgelegt ist. Rechts liegt ein großer, griffiger
Drehknopf der mit geschwindigkeitsabhängiger
Schrittweite arbeitet. Die kleinsten Schritte erlauben
eine Frequenzeinstellung auf 1 kHz genau, eine feinere
Einstellung ist nur mit dem schaltbaren BFO in Verbindung
mit dem Eingangsregler (AM-Gain-Control) möglich. So
kann man auch gut CW und RTTY-Stationen empfangen, wenn
man die schmalere Bandbreite dazu schaltet.
Rückseitig ist der Anschluß eines RTTY- und CW-Dekoders
möglich. Ein Tonbandgerät kann über eine 5-Polbuchse
angeschlossen werden. Der Zweitlautsprecheranschluß, ein
Klinkenstecker muß benutzt werden, dann extra geschaltet
werden.
Die vorhandenen 16 Speicherplätze sind einfach und auch
problemlos abzurufen. Das normgerechte Tastenfeld erlaubt
die direkte Frequenzeingabe.
Neben den vorhandenen Suchlauffunktionen kann man die
einzelnen Rundfunkbänder durch Tastendruck anwählen und
jeweils automatisch absuchen. Hier würde eine
einstellbare Rauschsperre (Squelch) eine Verbesserung
bringen.
Im praktischen Empfangsbetrieb entsprach das Gerät den
gestellten Ansprüchen an die mittlere Klasse eines noch
wirklich transportablen Koffergerätes. Während der
Hauptempfangszeiten in den Abendstunden mußte der Abschwächer
geschaltet werden auch brachte der Einschub der
Teleskopantenne mitunter eine Empfangsverbesserung. Diese
Eigenschaften haben aber andere Geräte dieser Art auch
aufzuweisen. Besonders gefiel die klanglich hervorragende
Wiedergabe mit 5 Watt Ausgangsleistung. Schlecht
modulierte Sendungen, wie z.B. R. Kairo auf 9900 kHz,
konnten durch die Möglichkeiten der
Wiedergabebeeinflussung noch recht verständlich
empfangen werden.
Auf Amateurfunkbändern waren SSB- und CW-Stationen mit
gutem Signal klar zu empfangen. Der variable BFO erlaubte
guten CW- und RTTY-Empfang in Verbindung mit einem
Telereader, da die Tonhöhe des CW-Signals mittels BFO
gut auf die unumgänglichen 800 Hz Tonhöhe einzustellen
war. Die sonstigen Funktionen wie Uhrzeit und
Weckeinrichtung wählbarer Kanalabstand sind heute schon
selbstverständlich und durch preiswerte elektronische
Bausteine möglich.
So kamen wir zu dem Schluß, daß der D 2999 recht gut für den Einsteiger und zum Abhören
der Rundfunkstationen auf Kurzwelle in guter
Wiedergabequalität geeignet ist. BFO und Filterschaltung
ermöglichen auch den Empfang des Kurzwellenamateurfunk
in guter SSB- und CW-Qualität.
Besonders lobenswert fanden wir die dem Empfänger beigefügte
Broschüre über die theoretischen Grundlagen des
Kurzwellenempfangs die außerdem viele praktische Tips
zum Antennenbau usw. bringt. Das Studium der Schrift wird
sicherlich dem interessierten Leser Appetit auf noch mehr
Informationen machen und damit auch das Interesse am DXen
wecken. So hat es ja doch wohl bei vielen von uns
begonnen.
KURZWELLEN-EMPFÄNGER D 2999 MARINER
Mit diesem Philips Kurzwellen - Empfänger sind Sie auf der ganzen Welt zu Gast.
- UKW, MW, LW, 11 KW-Bänder (120 m - 11,49 m).
- Doppelsuper.
- Empfangsbereiche 146 kHz - 26,1 MHz (MW, LW, KW) und 87,5 - 108 MHz (UKW).
- Maximale Ausgangsleistung 5 Watt.
- 2 Lautsprecher (davon einer abschaltbar).
- PLL - Synthesizer - Abstimmung mit digitaler LCD-Anzeige.
- Frequenzabstimmung durch direkte Zifferneingabe,
Senderspeicher, Drehabstimmung od. Suchlauf.
- 16 frei belegbare Senderspeicher.
- Anzeige-lnstrument für Signalstärke bzw.
Batterie - Test.
- Schalter für Nah-/Fernempfang.
- Hochfrequenz - Verstärkungsregler.
- Schaltbare BFO-Einheit für SSB - Empfang.
- Digitaluhr mit 12/24-StundenAnzeige.
- Anschlüsse für Netz, externe Versorgung (12 Volt),
Kopfhörer, Lautsprecher, Wiedergabe, ext. AM/FM - Antenne.
weitere Lektüre:
d: Oldtimer: der Philips D2999, Mario Gongolsky, wwh 3 / 98
d: Weltempfänger Duo von Philips, kurier 20 / 86
© Werner Kant, DD 9 HK, wwh 1 / 1987