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Realistic DX / Tandy Corporation, Fort Worth, FL

Realistic DX - 394: Testbericht © weltweit hören 1 / 1997

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überarbeitet am 22.10.2010

Doppelsuper, 1. ZF 45 MHz, 2. ZF 455 kHz

Digitalanzeige, 100 Hz

AM, USB, LSB, CW

UKW, MW, KW - 30 MHz

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Abschwächer

Keypad, 160 Speicher, Uhr, Timer

Der DX-394 ist sicher kein Billigempfänger, auch wenn er zu einen sehr günstigen Preis angeboten wird. Der Wiener Fachhändler point electronics hat mir nun kurzfristig die Gelegenheit einer kurzen Erprobung gegeben, um einen ersten Eindruck dieses Empfängers zu bekommen. Und da steht er nun, das Netzkabel angeschlossen, die Teleskopantenne eingeschraubt - und schon geht es los. Die erste Freude mit dem Radio Shack DX-394 hatte ich, als ich die deutsche Bedienungsanleitung in die Hand nahm: 32 Seiten A5, aber alles andere als eine wortwörtliche Ubersetzung - hier hat sichtbar jemand mit Kurzwellenerfahrung geschrieben. Nicht nur die Gerätefunktionen sind gut erklärt, sondern auch der Anhang Tips und Tricks für den EmpJang mit aktuellen Hinweisen zu Siebels Büchern, Fachzeitschriften, Klingenfuss, DARC und natürlich auch die AGDX, lassen hier den Neuling wirklich gut ins DX-Geschäft einsteigen. Ein großes Lob an den Herausgeber SIKA Electronic in Ratingen, vielleicht sehen andere (renommierte) Hersteller da auch mal rein ...
Wenn man schon ein wenig mit Kurzwellenempfang vertraut ist, wird man diese Anleitung leider nur wenig nutzen, denn der 394er ist ein wirkliches plug and play- Gerät. Anders als bei so manchen anderen Empfänger drückt man den Power-Knopf und schon spielt z.B. Radio Lesotho auf 4800. Das wohl auch nur, weil die QRG zuletzt so eingestellt war, die Meterband-Funktion läßt aber alle Rundfunkbänder zwischen 120 und 11 Meter direkt auswählen. Am Display findet man vernünftig wenig, neben der QRG ein zwar digitales, aber mittels LC Display analog anzeigendes S-Meter, sowie die Uhrzeit (permanent, muß nicht extra eingeschaltet werden). Die Anzeige des Meter-Bandes bzw. des Speicherplatzes und die Abstimmschritte vervollständigen das Angebot des Displays im Normalbetrieb. Neben dem Hauptabstimmknopf finden sich vier Drehregler für Lautstärke, RF-Gain, Betriebsart (incl. stummgeschalteter Stand byFunktion ) und Fine Tuning. Dieser Regler ist ein Endlos-Regler ohne Begrenzung, man kann damit auch das ganze Band absuchen ... Auf der rechten Seite befinden sich auf Höhe des Displays die Einstellungen für Abstimmschritte (0,1/ 1 / 5 / 9 oder 10 kHz) Timer Funktionen, Zeiteinstellung, Noise Blanker, Hauptschalter und eine Mon Taste. Letztere dient als Speicher für eine Frequenz, praktisch beim Verfolgen von Zweitausstrahlungen. Im unteren Bereich die Tasten für die Frequenz- und Speichereinstellung, gleichzeitig kann mit diesen Tasten hier das Meterband ausgewählt werden.

In der Praxis macht der DX-394 viel Freude, auch im gerade für günstige Geräte nicht einfachen 60 Meter Tropenband (Sony's kleiner 7600er bringt hier eine der wenigen Ausnahmen) lassen sich Mitte November abends gegen 20 Uhr viele Afrikaner, vom genannten Lesotho auf 4800, über Burkina Faso, Botswana, Mali, Mauretanien, Benin, Tschad, Ghana bis zu Niger in einwandfreier Qualität hören - und das mit 5 Meter Draht im Zimmer. Die Teleskopantenne bringt im Tropenband nur die stärkeren Sender in wirklich guter Qualität. Einige Abstriche muß man hier durch die zu große Bandbreite machen. Der Radio Shack trennt die einzelnen Sender zwar sauber, aber Störungen z.B. durch Fernschreibsender ist man oft ohne wirkliche Korrekturmöglichkeit ausgeliefert. Trotzdem lassen sich Sender wie das schwächere Signal der Volksmusik aus Turkmenistan auf 5015 mit dem extrem starken Afropop-Signal aus Niger auf 5020 einwandfrei trennen. In den internationalen Rundfunkbändern findet man ähnliche Beispiele, die sich auf fast dreimal so teuren Geräten natürlich besser trennen lassen, doch dies dürfte auch nicht der Anspruch des Radio Shack Empfängers sein.

Im Mittelwellenband verwendete ich meinen Martens Rahmen, wobei der Verstärker in wenigen Fällen eine wirkliche Signalverbesserung brachte, ob man Capital Gold 1548 nun mit S 9 oder 9+40 hört, wird in den meisten Fällen keine große Rolle spielen. In der Empfangsqualität konnte beim Europaempfang abends zwischen dem Radio Shack und einem wesentlich aufwendigeren Vergleichsempfänger wenig Unterschied festgestellt werden. Wenn man nun leisere Stationen hinter anderen Sendern sucht greift man gerne zum Kopfhörer, und hier ist es, wie so oft, nicht ganz verständlich warum der Kurzwellenfreund mit Stereokopfhörern wieder nur mit einem Kanal bedient wird - hat doch nicht jeder Hörer einen speziellen Mono-Kopfhörer mit 3,5 mm Klinkenstecker im Shack...

Mein kurzes Fazit: Wer zwischen Kofferradio und Stationsempfänger überlegt und nicht unbeding: einen Portable braucht, wird mit dem neuen Radio Shack DX-394 eine gute Wahl treffen. Einziger Minuspunkt ist die zu große Filterbandbreite, als Pluspunkte sprechen die einfache Bedienung, besonders bei der Frequenzwahl, und der gute Klang. Hauptsächlich aber durch seinen niedrigen Preis wird der DX-394 sicher seine Freunde finden.

Danke an point electronics, Wien, für das kurzfristig zur Verfügung gestellte Testgerät.

In wwh 12/96 fanden wir leider nicht genügend Platz, um diesen Testbericht um den dort abgedruckten direkt anzuhängen, auch die Schaltung mußten wir nuf diese Ausgabe vertagen. Zudem wurde im Text ausgerechnet nn einer wichtigen Stelle mißverständlich gekürzt: Die serienmäßige Filterbreite für AM ist 14 kHz, modifiziert werden kann nuf 4,2 kHz bzw. 3.8 kHz, auf Anfrage, wie auch der jeweilige Preis. tte

© Christoph Ratzer, OE2CRM, wwh 1/ 1997